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Kinder von Asylsuchenden sehen fern, in der Jugendherberge Busskirch, aufgenommen am Mittwoch, 25. November 2015, in Rapperswil-Jona. Die Herberge wird seit mehreren Jahren, jene in St. Gallen dieses Jahr erstmals, temporaer als Unterkunft fuer Asylsuchende genutzt. In Rapperswil-Jona leben derzeit 57 Asylsuchende. Wie die Nachrichtenagentur sda heute schreibt, sorgt die temporaere Nutzung von Jugendherbergen als Asylunterkuenfte schweizweit fuer eine bessere Auslastung. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der Kanton St. Gallen versucht alles, um Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu geben. In der Jugendherberge in Rapperswil-Jona beispielsweise wohnen momentan Asylsuchende. 
Bild: KEYSTONE

Wiehert der St. Galler Amtsschimmel 19 Flüchtlinge auf die Strasse? 

Es wird eng für die Flüchtlinge im Kanton St. Gallen. Weil das Altersheim Pelikan in Weesen am kommenden Montag abgerissen wird und bisher schlicht zu wenig neue Plätze gefunden werden konnten, stehen 19 Flüchtlinge vor einer ungewissen Zukunft. Kurzfristig gäbe es eine Lösung, allerdings macht das Baudepartement nicht mit. 



Eigentlich war alles klar. Am 11. Januar fahren die Bagger beim Altersheim Pelikan in Weesen auf und reissen das Gebäude ab. Dort lebten 99 Asylsuchende. Sie hätten auf die 77 Gemeinden im Kanton St. Gallen verteilt werden sollen und das Problem wäre gelöst gewesen.

Doch es kam alles ein wenig anders: Die Gemeinden haben keinen Platz gefunden für die Flühtlinge, weil es «überall schlicht zu wenig Betten gibt», wie Urs Weber, Leiter der Asylabteilung sagt. Deshalb mussten am Montag 80 Flüchtlinge vom Altersheim Pelikan in Weesen ins Kurhaus Bergruh in Amden umplatziert werden – 19 Asylsuchende blieben zurück und warten weiter auf ein Dach über dem Kopf. 

Blick auf das ehemalige Alters- und Pflegeheim

Die Tage des Altersheims Pelikan in Weesen sind gezählt.
Bild: KEYSTONE

Die Zeit drängt, es bleiben lediglich vier Tage. Weber sagt gegenüber watson: «Zum jetzigen Zeitpunkt zeichnet sich noch keine konkrete Lösung ab.» Er hoffe weiter, dass die Familien noch an Gemeinden zugewiesen werden können. Was immer auch passiere, «wir garantieren den Familien selbstverständlich eine angemessene Unterbringung», sagt Weber. 

Baudepartement pocht auf Bewilligung  

Doch selbst wenn für die 19 Menschen ein Dach über dem Kopf gefunden wird, bleiben die Probleme. Wegen des höheren Zustroms von Asylsuchenden wird es immer schwieriger, Wohnraum für sie zu finden. In den nächsten Monaten dürften es gegen 800 Flüchtlinge sein, für die ein Platz gefunden werden muss im Kanton St. Gallen.

Blick auf das Kur- und Ferienhaus Bergruh, aufgenommen am Dienstag, 5. Mai 2015, in Amden. Das Haus wird seit 91 Jahren von Baldegger Schwestern gefuehrt. Sie werden das Haus im Herbst aufgeben und die Raeumlichkeiten dem Kanton St. Gallen vermieten, wie dieser mitteilt. Der Kanton will das Haus ab kommendem Jahr als kantonales Asylzentrum mit 100 bis 120 Plaetzen nutzen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Das Kurhaus Bergruh in Amden ist bereits voll.
Bild: KEYSTONE

Im Kurhaus Bergruh, das seit Anfang Woche offiziell eine kantonales Asylzentrum ist, hätten dem Kanton neu zugewiesene Flüchtlinge platziert werden sollen. So hätte man es sukzessive füllen können. Wegen des Bettenmangels in den Gemeinden ist es nun mit den 80 Asylsuchenden aus Weesen aber bereits voll. Das Migrationsamt möchte im Kurhaus Bergruh bis zu 120 Asylsuchende unterbringen. Allerdings hat das kantonale Baudepartement entschieden, dass für die Unterbringung von mehr als 80 Asylsuchenden ein Baugesuch eingereicht werden muss. Dem Entscheid des Baudepartements beugt sich nun das Migrationsamt und wird ein Gesuch einreichen. Das schreibt die «Südostschweiz» am Mittwoch. Dadurch verstreicht Zeit. Zeit, welche die 19 Flüchtlinge nicht haben. Für sie fällt Amden als Option weg, obwohl es dort Platz hätte. 

Was es sonst noch für Lösungen gibt und wie rasch diese umzusetzen sind, steht momentan in den Sternen. 

Die 31 eindrücklichsten Bilder des Flüchtlingsdramas 2015

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Die 31 eindrücklichsten Bilder des Flüchtlingsdramas 2015
quelle: epa/epa / georgi licovski
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