Schweiz
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Une femme transmet un document a l'une des receptionistes de l'accueil du Centre d'action sociale des Paquis de l'Hospice general HG, ce mardi 14 septembre 2010 a Geneve. L’Hospice general est charge de mettre en œuvre la politique sociale du canton de Geneve. Il consacre l’essentiel de son activite à l’aide sociale en faveur des plus demunis et a l’accueil des requerants d’asile, tout en assurant d’autres taches d’assistance, de prevention et d’information pour toutes les categories de la population. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die Sozialfälle in der Schweiz nehmen zu. Bild: KEYSTONE

Sozialfälle nehmen zu

Flüchtlinge und Ausgesteuerte belasten die Sozialhilfe in Schweizer Städten besonders

In einzelnen Schweizer Städten haben die Sozialfälle im vergangenen Jahr um bis zu 11 Prozent zugenommen. 2015 wird sich die Situation weiter verschärfen. 

Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Fabienne Riklin, Beat Kraushaar / schweiz am sonntag

Eine Umfrage der «Schweiz am Sonntag» bei 20 Städten zeigt: Die Sozialfälle sind 2014 gestiegen. Die stärkste Zunahme verzeichnen Liestal mit 11 Prozent sowie Chur und Wohlen mit 10 Prozent. Auch Glarus, Baden und Winterthur melden deutlich steigende Zahlen. Eine Ausnahme ist die Stadt Basel. Dort kam es zu einem Rückgang von einem Prozent bei der Sozialhilfe.

Als Gründe geben mehrere Sozialdienstleiter explizit die Zunahme von Flüchtlingen an. Dazu gehören Glarus, Chur, Wohlen und Zürich. Die Entwicklung zeichnet sich auch schweizweit ab, wie am Freitag veröffentlichte Zahlen des Bundesamtes für Statistik belegen.

Ausgesteuerte belasten Sozialhilfe

Noch mehr als Flüchtlinge belasten ausgesteuerte Menschen die Sozialhilfe. Jede dritte Stadt nennt dieses Problem als Grund für steigende Zahlen. Davon betroffen ist vor allem die Generation 50+. In diesem Alter ist es schwierig, überhaupt noch eine Arbeit zu finden.

Weil Konjunkturinstitute für 2015 ein Nullwachstum oder gar eine Rezession prognostizieren, rechnen die Sozialämter unisono für dieses und für die kommenden Jahre mit weiter steigenden Sozialfällen und -kosten. Das wirkt sich erfahrungsgemäss immer auf die Sozialhilfe aus.

Städte sind mit Skos zufrieden

Es gibt aber auch überraschende Ergebnisse. So hat die Stadt Solothurn trotz einer Zunahme von unterstützten Personen ihre Kosten um fast 250'000 Franken gesenkt. Unberechenbar zeigen sich die Kosten in der Region Olten. In der Stadt selbst ist der Anstieg im kantonalen Mittel, in der angrenzenden Gemeinde Trimbach sind die Fallzahlen aber markant angestiegen. Grund: günstige Mieten; sie locken vor allem finanziell schwächere Menschen an.

Die wegen angeblich zu grosszügig berechnenden Richtlinien arg in die Kritik geratene Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe Skos bekommt von den angefragten 20 Städten gute Noten. Man ist mit ihrer Arbeit zufrieden.   



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    Alle Leser-Kommentare
  • MergimMuzzafer 15.02.2015 18:44
    Highlight Highlight "...und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen" , Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung.
    10 6 Melden
  • Lumpirr01 15.02.2015 15:24
    Highlight Highlight @Banda & Lowend: Mich würde euer Rezept gegen die Zunahme der Sozialhilfe mehr interessieren, wenn das überhaupt Euer Ziel wäre. Nur bei jedem Posting gegen die böse und für alles Übel verantwortliche SVP zu wettern, bringt wohl kaum eine vernünftige Lösung! Pro Memoria: Die SVP war gegen die Zuwanderung billiger Arbeitskräfte. Wären nicht so viele billige gekommen, hätten auch etwas teurere hier ansässige Ältere über 50 noch eine Arbeitstelle und wären nicht längst ausgesteuert!
    20 12 Melden
    • Lowend 15.02.2015 16:21
      Highlight Highlight In den letzten 20 Jahren konnte die Wirtschaft ihre Produktivität, durch den Einsatz von Computern und der Automatisation extrem steigern, was aber zum Abbau vieler einfachen Stellen führte. Die SVP und die FDP sorgten dafür, dass die so erzielten Gewinne bei den Aktionären landeten, die Kosten für die Arbeitslosigkeit zahlte hingegen die Allgemeinheit und darum wäre es an der Zeit, dass die unteren Einkommen an diesem Produktivitätsgewinn beteiligt würden, aber da stellen sich die rechten Parteien und besonders die Blocker-Partei quer und dann noch gegen die Schwachen zu hetzen ist widerlich!
      21 14 Melden
  • Lowend 15.02.2015 13:17
    Highlight Highlight Dass kommt eben davon, wenn die Bürgerlichen und die SVP bei der IV und der Flüchtlingsbetreuung auf Bundesebene sparen, oder nichts gegen die Arbeitslosigkeit bei den Ü50ern unternehmen, denn irgendwann müssen dann halt die Gemeinden die Kosten übernehmen. Ein widerliches Spiel, dass diese verantwortungslosen, sozialdarwinistischen Sparapostel für ihre wutbürgerlichen Wähler abziehen!
    23 17 Melden
    • Lowend 15.02.2015 15:54
      Highlight Highlight Danke für die persönlichen Beleidigungen, aber hat der Müller-Troll auch etwas zum Thema zu sagen?
      11 12 Melden
    • Lowend 15.02.2015 18:08
      Highlight Highlight Sille, dass ist der Witz des Tages! In Tat und Wahrheit schürt die SVP den Hass der wenig verdienenden Arbeiter gegen jene, denen es noch schlechter geht, damit die oberen Zehntausend weiterhin, unter dem Schutz des heiligen Steuerhinterzieher-Geheimnises, den Staat und die Arbeiter abzocken können. Wann begreift ihr Nationalisten endlich, dass ihr von dieser Partei nach Strich und Faden verarscht werdet!
      13 11 Melden
    • pun 26.02.2015 15:57
      Highlight Highlight @Stille: Das ich nicht lache! Natürlich hat man bei den Flüchtlingen gespart! Namentlich - natürlich - der grosse Blocher hat 10'000 Unterkunftsplätze gestrichen - von den 20'000 damals. Anschliessend hat er aus Spargründen tausende Asylgesuche von UNO-bestätigten Flüchtlingen auf den Botschaften im nahen Osten absichtlich vergammeln lassen! Dann hat das Schweizer Volch auch noch beschlossen, nur noch Not- statt Sozialhilfe zu gewähren, wenn jemand abgelehnter AsylbewerberIn ist! (Tja, was tun, ohne Pass und Ausreisemöglichkeit (Schengen)? Ah, vergammeln wie die Gesuche auf den Botschaften..)
      2 0 Melden

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