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Jugendschiff Salomon

Das Jugendschiff Salomon wird von der Stiftung Jugendschiffe geführt und gilt als privates Kinder- und Ferienheim. Bild: zvg

Neues Konzept in Arbeit

Befristete Time-Outs und andere Routen: Die Jugendschiff-Kapitäne und das Jugendamt einigen sich

Als vergangene Woche vom Ende des Jugendschiffes Salomon die Rede war, wehrten sich die Betreiber: Man halte an der Institution fest. Nun präzisiert das Jugendamt: Man werde zwar die Bewilligung nicht verlängern, aber ein neues Konzept prüfen.



Der Sturm um das Jugendschiff Salomon legt sich: Das Kantonale Jugendamt Bern und die Geschäftsführer der Institution haben sich zu Gesprächen getroffen und die Unstimmigkeiten geklärt. Klar ist: Das Jugendschiff wird unter dem heutigen Konzept keine Bewilligung mehr erhalten. Klar ist aber auch: Die Betreiber der Institution werden ein neues Konzept einreichen, das im normalen Bewilligungsverfahren vom Jugendamt geprüft werden wird.

Das ist bis jetzt passiert

Vor zwei Wochen berichteten die «Obersee Nachrichten» über einen Jugendlichen, der auf dem Segelschiff Salomon eine «Luxustherapie» in Anspruch nehme. Es hagelte Kritik für die Betreiber des Jugendschiffes, aber auch viel Solidarität und Unterstützung von Ehemaligen. Wenige Tage darauf wurde das Ende der Salomon verkündet: Das Kantonale Jugendamt Bern schliesse eine Verlängerung der Heimbewilligung aus, das Jugendschiff müsse die Segel streichen, berichtete die NZZ. Das stimmt nicht, entgegneten die Geschäftsführer. Man glaube noch lange nicht an ein Ende

Elisabeth Vogt vom Kantonalen Jugendamt bestätigt: «Die Verlängerung der Bewilligung für das jetzige Konzept ist ausgeschlossen.» Das bedeutet zwar ein Ende des jetzigen Angebots, nicht aber ein Ende der Salomon: «Ein neu eingereichtes Konzept wird unvoreingenommen geprüft», sagt Vogt. Das jetzige Konzept habe man bewilligt, weil die Betreiber des Jugendschiffes das Angebot sonst sofort hätten beenden müssen. «Das wäre weder in unserem Sinn noch im Sinn der Jugendlichen an Bord», sagt Vogt.

Nun arbeiten die Institutionsleiter des Jugendschiffes an einem neuen Konzept. So sollen sechsmonatige Time-Outs angeboten werden, statt unbefristete Aufenthalte. Ausserdem wird die Route der Salomon neu geprüft werden müssen. Denn der Aufenthalt der Jugendlichen in Ländern «mit problematischer Rechtslage» sei ein Risiko, heisst es beim Jugendamt. «Wir prüfen, ob wir das Segelgebiet mehr auf das Mittelmeer fokussieren», sagt Geschäftsführer Mario Schmidli. Kein Thema scheint die Grösse der Kojen zu sein. Obwohl die Betriebsbewilligung für private Kinder- und Ferienheime festlegt, dass Schlafräume mindestens zwölf Quadratmeter gross sein müssen, sei das «keine Anforderung, die wir ans Jugendschiff stellen», so Vogt.

Das neue Konzept soll Mitte nächsten Jahres beim Kantonalen Jugendamt Bern eingereicht werden. (dwi)

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