Schweiz
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Der Regierungsrat und Sicherheitsdirektor Beat Villiger an der Kantonsratssitzung vom Donnerstag, 25. Februar 2016, im Kantonsratssaal in Zug. Keine Deutschkenntnisse - keine Niederlassungsbewilligung: Diese Regel soll im Kanton Zug aufgeweicht werden. Die Regierung will fuer gute Steuerzahler eine Ausnahme machen und sie von der Pflicht, Deutsch zu lernen, befreien. Die umstrittene Vorlage wird heute Donnerstag im Zuger Kantonsrat diskutiert. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Beat Villiger: Der CVP-Politiker bleibt Zuger Regierungsrat. Bild: KEYSTONE

Zuger Regierungsrat Beat Villiger trotz Affäre wiedergewählt – Linke fliegen aus Regierung



Das Geständnis über seine aussereheliche Affäre hat ihm nicht geschadet: Der Zuger Regierungsrat Beat Villiger (CVP) ist am Sonntag mit drittbestem Ergebnis wiedergewählt worden. Villiger will nun einige Tage Bedenkzeit und dann entscheiden, ob er die Wahl annimmt.

Das Privatleben des CVP-Sicherheitsdirektors dominierte den Wahlsonntag in Zug. Villiger geriet wenige Tage vor den Wahlen in die Schlagzeilen, weil er einer Frau ein Auto auslieh, obwohl diese keinen Fahrausweis hatte. Diese Frau war seine frühere Geliebte, mit der er eine Tochter hat, wie er gegenüber dem «SonntagsBlick» zugab.

Die Zugerinnen und Zuger unterstützten ihn trotzdem - oder hatten schon zu einem früheren Zeitpunkt brieflich gewählt. Villiger holte 18'440 Stimmen und schaffte es damit auf den guten dritten Platz. Ob er die Wahl annimmt, ist allerdings noch offen. Er will einige Tage Bedenkzeit und erst dann über seine Zukunft entscheiden.

Zweiter Wahlgang für Zuger Stadtpräsidium nötig

Für die Wahl des Zuger Stadtpräsidiums wird ein zweiter Wahlgang am 2. Dezember nötig. Am Sonntag hat niemand das absolute Mehr erreicht. Hingegen wurden alle Stadtratssitze besetzt.

Gewählt sind Eliane Birchmeier (FDP, neu), Vroni Straub-Müller (bisher, CSP), Urs Raschle (bisher, CVP), André Wicki (Stadtratsvizepräsident, bisher, SVP) und Karl Kobelt (bisher, FDP).

Als Stadtpräsident zu ersetzen ist SP-Mann Dolfi Müller, der keine weitere Amtszeit anhängen will. Ihn beerben wollen André Wicki, Vroni Straub-Müller, Karl Kobelt, Urs Raschle und Rupan Sivaganesan. Da niemand das absolute Mehr erhielt, gibt es am 2. Dezember einen zweiten Wahlgang. (sda)

Linke fliegen aus der Regierung

Neben dem Thema Villiger rückte der Rechtsrutsch im Regierungsrat beinahe in den Hintergrund: Der Kanton Zug wird in den kommenden vier Jahren rein bürgerlich regiert. Die Linke fliegt raus.

Die CVP holte mit Silvia Thalmann-Gut einen dritten Sitz und verdrängte die Alternativen - die Grünen (ALG), die bisher mit Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard vertreten war. Diese entschied sich, nicht mehr anzutreten. ALG-Kandidat Andreas Hürlimann schaffte es jedoch nur auf den zweitletzten Platz.

Weil auch die SP mit ihrer Kandidatin Barbara Gysel keinen Sitz holte, besteht die Zuger Regierung nun aus 3 CVP, 2 FDP und 2 SVP. Eine Frau ist mit Silvia Thalmann-Gut weiterhin vertreten.

Leichter Linksrutsch im Zuger Kantonsrat

Im Zuger Kantonsrat gibt es - ganz im Gegensatz zum Regierungsrat - einen leichten Linksrutsch: Die Alternativen - die Grünen (ALG) gewinnen einen zusätzlichen Sitz, die SP sogar zwei Sitze. SVP, FDP und CVP wiederum verlieren je einen Sitz.

Stärkste Fraktion bleibt trotz Sitzverlust die CVP mit neu 21 Sitzen. Die SVP hält neu noch 18 und die FDP 17 Sitze im 80-köpfigen Zuger Parlament. Mit grossem Abstand folgen dann die ALG mit neu 11 Sitzen und die SP mit neu 9 Sitzen. (sda)

CVP stellt einzige Frau

Das beste Resultat erzielte CVP-Gesundheitsdirektor Martin Pfister (21'679 Stimmen), gefolgt von SVP-Finanzdirektor Heinz Tännler (19'042 Stimmen). Auf dem dritten Platz wie erwähnt Beat Villiger, gefolgt von SVP-Bildungsdirektor Stephan Schleiss (18'236 Stimmen).

Auf dem fünften Platz landete die einzige Frau, Silvia Thalmann-Gut, mit 16'405 Stimmen. Die beiden letzten Plätze belegten die FDP-Kandidaten Andreas Hostettler (15'148 Stimmen) und Florian Weber, der 15'087 Stimmen holte.

Sie schafften es somit, die frei gewordenen FDP-Sitze von Matthias Michel und Urs Hürlimann zu verteidigen. (cma/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • andrew1 08.10.2018 08:10
    Highlight Highlight Könnten solche sachen der grund sein weshalb es in zug wirtschsftlich gut läuft, die lebensqualität hoch ist und die steuern niedrig sind? Ich denke schon.....
    • La Plaga 08.10.2018 13:07
      Highlight Highlight Könnte auch der Grund sein wieso in der Stadt Zug fast keine Zuger mehr wohnen.
  • chäsli 08.10.2018 07:31
    Highlight Highlight So gut gewählt wurde Villiger, weil diese Unregelmässigkeiten erst kurz vor dem Wahltag bekannt wurden und schon viele Wähler/innen brieflich gewählt hatten. Der Punkt bei dieser Autogeschichte ist, wann hat seine Ex der Polizei den Kaufvertrag gezeigt ? Hat sie ihn sofort, bei der ersten Kontrolle gezeigt, oder erst nach der zweiten Kontrolle. Wenn dies der Fall war, besteht der dringende Verdacht, dass der Herr Regierungsrat den Kaufvertrag nachher herstellte. Eigentlich ist es unerheblich, dass der Richter das Verfahren beim Herrn Regierungsrat eingestellt hat. Das andere ist Privatsache.
  • Bramann 07.10.2018 21:14
    Highlight Highlight Die Schweiz wird augenfällig Mitbewerber untauglichster Regierungsvertreter.
    Beat Villiger, gehe zum eingebildeten Trump in die USA, dort passt du bestens hin!
  • kettcar #lina4weindoch 07.10.2018 19:23
    Highlight Highlight Die bürgerliche Finanzpolitik hat ja im Kanton Zug bisher auch so gut funktioniert... 🤷‍♂️
    • andrew1 08.10.2018 08:44
      Highlight Highlight Allemal besser als in bern wo man als normalo 13000 fr steuern bezahlt. In zug wären das etwa 4000. Überschuldet ist der kanton auch nicht und von ausgleichszahlungen auch nicht betroffen. Läuft sehr wohl.
  • Howard271 07.10.2018 18:51
    Highlight Highlight Kein Wunder bei Villiger, wenn die Geschichte ja erst am Wahltag selbst bekannt wurde...
  • Jeanne d'Arc 07.10.2018 18:15
    Highlight Highlight Schade wegen barbara gysel, die fand ich toll. 😔
  • Citation Needed 07.10.2018 18:01
    Highlight Highlight Komisch, warum haben eigentlich vorwiegend christliche Politiker aussereheliche Kinder?

    Der soll schwängern, wen er will. Was aber nicht geht: dass er sein Amt dazu missbrauchte, Ermittlungen zu behindern.
    • Olmabrotwurst 07.10.2018 22:06
      Highlight Highlight Mein Grossvater sagte immer zur CVP chindlimacher Partei sprich gehts dem Land schlecht sagt die CVP macht doch Kinder.
    • SeineEminenz 08.10.2018 08:17
      Highlight Highlight Die bibel sagt ja, seid fruchtbar und mehret euch 😉
    • mogad 08.10.2018 08:42
      Highlight Highlight @Olmabrotwurst. Natürliche Verhütung durch Berechnung der fruchtbaren/unfruchtbaren Tage würde die katholische Kirche ja erlauben. Die funktioniert meist nicht, weil die Frau dem Manne untertan ist und ihm jederzeit den Schoss zu öffnen hat. Ich schreib jetzt mal vorsichtshalber Ende Ironie.
  • Neruda 07.10.2018 17:56
    Highlight Highlight Warum sind es eigentlich immer CVP'ler mit ausserehelichen Beziehungen? Mag mich noch so schwach erinnern, dass da doch etwas war mit dem C und solchen Sachen 😂
    • zeromaster80 07.10.2018 19:19
      Highlight Highlight Teile deine Statistik mit uns oder lebe damit; Du bist Fake News.
    • mogad 08.10.2018 08:45
      Highlight Highlight @zeromaster80. Bei der katholischen Familienpartei schaut man eben zu Recht etwas genauer hin. Die Gründe sind bekannt.
  • James McNew 07.10.2018 17:21
    Highlight Highlight Das Problem ist imfall weder Kind noch Affäre, sondern Machtmissbrauch, und Behinderung von Ermittlungen.
  • derEchteElch 07.10.2018 16:52
    Highlight Highlight Richtig so.
    Das eine ist Politik und öffentlich. Das Andere ist eine private und zivilrechtliche Angelegenheit.

    Ich will keine Zustände wie in den USA, wo unliebsame Personen mit „Skandalen“, welche mehrere Jahrzehnte zurück liegen, belastet werden.

    Die Linken sagen es immer, die Menschen ändern sich und sie verdienen eine zweite Chance. Warum sollte das bei einem US-Richter oder Zuger Politiker nicht auch so sein?
    • Gigle 07.10.2018 17:32
      Highlight Highlight Ganz schwache Argumentation. Natürlich haben Menschen zweite Chancen verdient, aber nicht bei jedem Vergehen. Für mich sind Menschen, die ein Amt bekleiden, in dem es um Urteilsvermögen geht, dann disqualifiziert, wenn sie ihr eigenes Fehlverhalten nicht verurteilen können, egal wie lange es schon in der Vergangenheit liegt. Offensichtlich kann diese Person nicht objektiv Urteilen, was sie aber können müsste.
    • Pafeld 07.10.2018 17:35
      Highlight Highlight Es geht nicht darum, was er in seinem Schlafzimmer treibt, sondern dass er unter Verdacht stand, sein Amt als Justizdirektor missbraucht zu haben, um im Nachbarkanton ein gegen ihn laufendes Ermittlungsverfahren versanden zu lassen. Die dazu laufende Berichterstattung hat er mit einer superprofisorischen Verfügung verhindert. Diese Affäre geht den Wähler sehr wohl etwas an. Und mit der Ablenkung auf eine Sexaffäre tut man der Sache definitiv keinen Gefallen...
    • Neruda 07.10.2018 17:54
      Highlight Highlight Es geht auch nicht um das Fremdgehen, sondern um die eventuelle Urkundenfälschung und um die etwas gar schnelle Einstellung des Verfahrens trotz starken Indizien. Das riecht zu stark nach Vetterliwirtschaft und sollte deshalb genau untersucht werden. Der Glaubwürdigkeit unserer Demokratie zuliebe!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 07.10.2018 16:43
    Highlight Highlight Warum sollte das Privatleben eines Politikers mich als Wähler interessieren? Das ist Sache zwischen ihm und seiner Frau. Ich möchte hier keine Verhältnisse wie in Amerika wo man unliebsame Politiker mit solchen 'Skandalen' entmachten kann.
    • Madison Pierce 07.10.2018 16:59
      Highlight Highlight Jein. Eine Scheidung ist kein Problem und auch nicht, wenn er am Sonntag nicht in die Kirche geht.

      Aber ich achte bei den Personen, die ich wähle, schon auf den Charakter. Eine Affäre zu haben ist da kein Pluspunkt, vor allem nicht für jemanden aus der CVP, die sonst immer die christlichen Werte predigt.

      Eine Verurteilung wegen Betruges oder Körperverletzung wäre natürlich schlimmer.
    • _kokolorix 07.10.2018 17:13
      Highlight Highlight Es ging ja nie um das Privatleben Villigers, es ging darum, dass er der Frau das Auto gab obwohl er wusste, dass sie keinen Führerausweis hatte. Nachdem sie zweimal! von der Polizei erwischt wurde, wird von der Staatsanwaltschaft Zürich keine Anklage gegen den Halter erhoben, obwohl dieser Tatbestand eindeutig strafbar ist. Dass dieser zufällig Vorsteher des Justizdepartementes des Nachbarkantons war riecht dann doch etwas nach Vetterliwirtschaft, oder nicht? Ich bin jedenfalls ziemlich sicher, dass ich im gleichen Fall nicht so nachsichtig behandelt würde
    • Ritiker K. 07.10.2018 17:17
      Highlight Highlight Von mir gibts auch ein Jein.

      Grundsätzlich finde ich auch, dass das Privatleben eines Politiker oder einer Politikerin die Wählenden nicht zu interessieren hat. Ob jemand Betreibungen und Schulden hat, gerne einen über den Durst drinkt, sich anderweitig berauscht oder Affären hat, sagt nichts über die Eignung für ein Amt aus.

      Bei Betrug und Urkundenfälschung sehe ich das jedoch nicht so - gerade in eine Regierung möchte ich nicht eine Person wählen, welche mit krimineller Energie andere oder Behörden getäuscht hat.

      Anders ist es für mich auch wenn sich jemand als SauberMann/Frau verkauft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HockeyTime 07.10.2018 16:41
    Highlight Highlight Schade, keine Wiederwahl hätte wohl dem Zuger Eishockey besser getan.

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