Schweiz
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Das Shopping-Center Tivoli in Spreitenbach, aufgenommen am 6. August 1975. (KEYSTONE/Str)

Da, wo 1970 das erste Einkaufszentrum der Schweiz gebaut wurde, spielte sich am Dienstagabend Historisches ab. Bild: KEYSTONE

«Noch nie erlebt!» Spreitenbach muss Gemeindeversammlung absagen – wegen Grossandrang

Rund 700 Stimmberechtigte wollten in der Aargauer Gemeinde abstimmen, mehr als die Turnhalle fassen kann. Deshalb musste die Gemeindeversammlung ins neue Jahr verschoben werden. Auslöser waren die Pläne für ein neues Quartier.

Claudia Laube / ch media



Da soll noch einer sagen, die Spreitenbacher seien abstimmungsfaul, so wie es in den Medien vor den (eidgenössischen) Parlamentswahlen im Oktober kolportiert worden war. Gar als Nichtwähler-Dorf war Spreitenbach bezeichnet worden. Die gestrige Gemeindeversammlung aber bewies das Gegenteil: 693 (von 4683) Stimmberechtigte überforderten die Kapazitäten der Turnhalle Boostock und so blieb Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) kurz vor 20 Uhr nichts anderes übrig als die Versammlung abzusagen.

«Hier oben sind rund 575, in der unteren Turnhalle etwa 120 weitere Stimmberechtigte.»

Die untere Halle der Doppelturnhalle war aber für die Versammlung gar nicht eingeplant, die eigentlich um 19.30 Uhr angesetzt war. Doch um diese Zeit standen draussen immer noch Menschen Schlange, während es in der oberen Halle bereits keinen Platz mehr hatte. Schmids Absage quittierten die Anwesenden mit ungläubigem Lachen – und Applaus. «Das habe ich ja noch nie erlebt», war von einigen zu hören.

Was hat den Ansturm ausgelöst?

Die meisten Menschen waren wegen einem eigentlich eher technischen Traktandum gekommen: Der Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), die aus der bisherigen Einkaufszone beim Shoppi Tivoli eine Wohn- und Einkaufszone machen soll. Diese würde einer grossen Veränderung den Weg ebnen: Dem «Zentrum Neumatt». Mitten in Spreitenbach soll ein neues Quartier entstehen, das die alten und neuen Quartiere miteinander verbindet und Spreitenbach ein neues Gesicht verleiht.

Das Zentrum würde dem Dorf mit vier fast 100 Meter hohen Türmen zudem die höchsten Hochhäuser im Kanton bescheren. Diese vier schmalen Wohnblöcke mit 600 Mietwohnungen und ein weiterer Bau mit 70 Eigentumswohnungen wären umrahmt von einem grossen Stadtpark und einem kleineren Stadtplatz. Dort, wo heute Asphalt und Beton dominieren, sollen dereinst die Menschen, die nach Spreitenbach kommen, freundlicher begrüsst werden.

Bild

visualisierung: spreitenbach.ch

Noch selten war in ein Projekt in Spreitenbach so viel Arbeit gesteckt worden wie in dieses Zentrum. Die letzten acht Jahre hat der Investor und Grundstückeigentümer, ein Immobilienfonds der Credit Suisse, viele Ressourcen dafür aufgewendet, um die Bevölkerung für das Zentrum zu begeistern. Mehrmals wurden Informationsveranstaltungen durchgeführt und Fragen beantwortet.

Auszug aus der Einladung an die Stimmberechtigten

«Als 1970 das erste Shoppingcenter der Schweiz die Türen öffnete, war die Gemeinde Spreitenbach Vorreiterin und Pionierin in der gesamten Schweiz. Damals sollte mit dem Center ein Paradies an Freizeitnutzungen und zahlreichen Angeboten für die lokale Bevölkerung und Besucher aus der ganzen Schweiz entstehen. Heute, knapp 50 Jahre später, soll das introvertierte Shoppingcenter, die Konsuminsel mit unzähligen oberirdischen Parkplätzen inmitten des Siedlungsgebietes, nachhaltig transformiert werden. Lange vernachlässigte Themen wie die Anbindung an den öffentlichen Verkehr, die Fuss- und Veloverbindungen durch das Areal und zum Dorf, die Schaffung eines hochwertigen Wohnungsangebots und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im geografischen Zentrum der Gemeinde sollen durch die Teiländerung Bau- und Nutzungsordnung (BNO) Neumatt ermöglicht werden.»
Quelle: spreitenbach.ch (pdf)

Was befürchten die Spreitenbacher?

Die Befürchtungen vieler Einwohner sind unter anderem, dass sich Spreitenbach mit den neuen Mietern doch wieder neue Probleme einbrockt statt, wie von der Gemeinde erwartet, gut verdienende Steuerzahler anzulocken. Auch die rege Bautätigkeit in Spreitenbach beschäftigt viele Einwohner. Diese gehört in Spreitenbach seit vielen Jahren zum Alltag – und das würde sich durch das Zentrum Neumatt auch in den nächsten zehn Jahren nicht ändern.

Inzwischen hat sich ein anonymes Nein-Komitee formiert, das Flyer verteilen liess, in denen alle negativen Punkte aufgezählt wurden. Auch auf Facebook wurde das neue Zentrum fleissig diskutiert. Auffällig hier vor allem die Befürworter, die sich diese Veränderung für Spreitenbach wünschen. Deshalb wurde dazu aufgerufen, an die Gemeindeversammlung zu gehen, um sich nicht von den älteren, eher kritisch eingestellten Stimmbürgern überstimmen zu lassen.

Diesem Ruf sind die Menschen offensichtlich gefolgt. «Wir haben geahnt, dass mehr Leute kommen werden als normalerweise», sagte Schmid. Das sind durchschnittlich 180 Stimmberechtigte. «Wir waren heute für rund 600 vorbereitet.»

Der Parkplatz und das Shopping-Center von Spreitenbach, aufgenommen am 22. April 1970. (KEYSTONE/Ruedi Rohr)

Der Parkplatz und das Shopping-Center von Spreitenbach, aufgenommen am 22. April 1970. Bild: KEYSTONE

Wie gehts weiter?

Diese Gemeindeversammlung wird als die bestbesuchte in die Geschichte Spreitenbachs eingehen, auch wenn sie nicht durchgeführt werden konnte. «Die Gemeindeversammlung, die bis jetzt am meisten Besucher hatte, war im Jahr 1986 mit 532 Stimmberechtigten», wusste Schmid zu berichten.

Die Gemeindeversammlung wird nun auf Mitte Januar 2020 verschoben. Wo sie stattfinden wird ist noch nicht ganz klar, sagt Schmid: «Spreitenbach hat leider keine Möglichkeit, in dieser Grösse eine Versammlung durchzuführen – ausser in der Umweltarena.» In der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Spreitebach wenn...» wurde inzwischen bereits die Hoffnung geäussert, dass diese dann mit noch mehr Stimmbürgern getoppt werden kann.

(aargauerzeitung.ch)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 28.11.2019 06:01
    Highlight Highlight
    Wohnhochhäuser: Will das die Bevölkerung wirklich?

    Ist die Akzeptanz von Wohnhochhäusern und dem verdichteten Bauen wirklich gestiegen, oder wird hier aus der Wohnungsnot in den Agglomerationen schnell eine Tugend gemacht?
  • Glenn Quagmire 27.11.2019 13:40
    Highlight Highlight Die Homies in Dietikon können diesen Ansturm sicher toppen.
  • MeinSenf 27.11.2019 09:47
    Highlight Highlight Kommts mir nur so vor, oder stellt die CS überall gerne Wohntürme auf? ;-)
  • El Vals del Obrero 27.11.2019 09:25
    Highlight Highlight Man will immer gute Steuerzahler anlocken und weniger Betuchte möglichst fernhalten. Aber nur so lange man selber noch dort leben kann. Irgendwann wird man durch diese Strategie selber weggentrifiziert, dann nützt einem der gute Steuerzahler nichts mehr.
    • Herr Ole 27.11.2019 11:53
      Highlight Highlight Kommt noch dazu, dass haufenweise teurere Wohnungen leer stehen, da es eh schon zu viele davon gibt.

      Während es für die Ärmeren immer schwieriger wird, etwas zu finden.
    • 7immi 27.11.2019 15:53
      Highlight Highlight @El Vals
      Ich kenne die Situation nicht, aber bei uns im Dorf steigt die Bevölkerungszahl bei abnehmendem Steuervolumen. Kann man keine Wohlhabenden anziehen hat man ein Problem. Oder man erhöht den Steuerfuss enorm. Wie immer muss man eine Mittelweg finden...
  • alex DL 27.11.2019 09:25
    Highlight Highlight Die putzigen Türmchen passen halt nicht zum Compton-Selbstbild. Zwenig G.
  • landre 27.11.2019 08:55
    Highlight Highlight Man müsste ja das Projekt und den entsprechenden Kontext detaillierter kennen um sich eine sachlich haltbare Meinung bilden zu können.

    Aus einer Sichtweise des Whataboutism hingegen darf man aber schon noch feststellen dass dieses Grossprojekt frappant ähnlich wie zum Beispiel damals das "Märkische Viertel" in Berlin oder die "Vele di Scampia" in Neapel von den Promotoren vermarktet wird.

    (Ein Mehrwert für Mensch und Raumplanung oder ein zukünftiges Ghetto wie schon zu oft anderswo in Europa?)
  • whatthepuck 27.11.2019 08:53
    Highlight Highlight Ich habe nichts gegen das Projekt, möchte nur etwas rausstreichen:

    - Gebaut wird dort, wo heute Parkplätze sind.
    - Grün bleibt's dort, wo es heute schon grün ist.

    Auf der Projektwebseite wird behauptet: "Dort, wo heute Asphalt und Beton dominieren, entsteht jede Menge grüner Lebensraum."

    Das stimmt schlichtweg nicht. Dort wo heute Beton ist, wird er künftig hoch aus dem Boden ragen. Mehr Grün entsteht nicht; es wird sich weiterhin auf die Äcker beschränken, die heute schon dort sind. Gleichviel grün, mehr Beton also.

    Verdichten ist nötig und sinnvoll, aber warum Tatsachen verdrehen?
    • Schne 27.11.2019 17:45
      Highlight Highlight Schau dir mal das Projekt genau an und vergleich mit der Situation heute (bsp. auf Google Earth). Die grossen Grünflächen bleiben grün. Auf den Parkplätzen stehen dann die Türme. Zwischen den Türmen wird neues Grün entstehen. Versiegelte Flächen sind auf einige Gehwege reduziert. Der Skatepark kommt auf einer Fläche, die heute schon versiegelt ist. Hinzu kommt noch die Dachbegrünung. Insgesamt viel mehr Grünflächen als heute. Die Tatsachen sind nicht verdreht..
    • trio 27.11.2019 17:57
      Highlight Highlight Leider tönt das (fast) immer so vor den Bauvorhaben. Gebaut wird dann eine Asphalt- und Betonwüste.
    • Schne 28.11.2019 13:33
      Highlight Highlight Ein Projekt verhindern wegen zuwenig Grünfläche kann man aber nur, wenn eine Grünflächenziffer in der BNO ist. Die gibts momentan in der dortigen Einkaufszone nicht. Verhindert man also die änderung der BNO, verhindert man zwar das Projekt. Ein Nachfolgeprojekt, das ohne BNO-Änderung auskommt hat dann aber garantiert weniger Grünflächen (weil grössere Gebäudegrundfläche).
  • homo sapiens melior 27.11.2019 08:14
    Highlight Highlight Das sieht nach einer schönen und v.a. grünen Verdichtung aus. Finde ich gut. Bin in der Nähe aufgewachsen und schlich als Kind auf Abenteuerpfaden durch die unterirdischen Gänge des unfertigen Einkaufzentrums.
    Das aktuelle Spreitenbach mit den beiden Türmen und den endlosen Betonwüsten ist hässlich. Drum wäre die Realisierung dieser Idee eine echte Verbesserung. Es würde sicher auch besser zum schönen alten Teil des Dorfes passen.
    • trio 27.11.2019 17:54
      Highlight Highlight Ich hoffe es wird auch grün. Leider sind neue Bauten und Plätze fast ausnahmelos Asphalt- und Betonwüsten. Ich würde vorallem darauf pochen das die Anlage grün und auch wertvoll für die Natur wird. Nicht nur für die Investoren!
  • pamayer 27.11.2019 08:13
    Highlight Highlight tja, wenn der investor die CS ist, weiss man hinlänglich wer davon profitieren wird.
    nämlich die CS und sonst niemand.
    nun ist diszipliniertes erscheinen an der gemeindeversammlung das demokratische mittel um solche goldesel auf kosten der gemeinde zu verhindern. bliebt dran in spreitenbach!!!
  • Scaros_2 27.11.2019 08:11
    Highlight Highlight Klassische Problemstellung. Den Status Quo nicht verändern. Bloss keine Veränderung. Alles soll so bleiben wie es ist. Und gefälligst soll auch niemand altern oder weiterentwickeln - es zerstört ja schliesslich den Status Quo.
    • Nicosinho 27.11.2019 08:49
      Highlight Highlight ganz viele Leute denken so, was sehr schade ist! :(
    • landre 27.11.2019 09:20
      Highlight Highlight Also gerechtfertigt sich jegliche Art und Weise von Veränderung...(?)

      (Kennen Sie das Projekt und den Kontext hier oben überhaupt um so pauschalisierend den ohnehin abstrakten Status Quo herbeizuziehen...?)
    • Scaros_2 27.11.2019 09:32
      Highlight Highlight Landre - es geht nicht darum den Kontext zu kennen. Der Kern der Problematik ist, dass man keien Veränderungen will und das wollen sehr viele Menschen nicht. Man bekämpft den Wandel stehts. Egal ob er gut/schlecht ist. Bei Schlecht kann man es noch nachvollziehen aber auch hier steht das Individuelle schlecht nicht in relation zum ganzen.

      ICh kenne Projekte wo Leute offizielle Projekte die seit 20 jahren definiert sind bekämpfen weil sie individuell einen nachteil haben den sie aber kannten das er eintretten wird.
  • TheWall_31 27.11.2019 07:49
    Highlight Highlight 693 von 4683 ist eigentlich eher traurig.

    In Relation zu zurückliegenden Erfahrungen vielleicht gut, aber dass Demokratie so ausgelebt wird, ist einfach nur traurig.
    • ingmarbergman 27.11.2019 08:35
      Highlight Highlight Ganz normal an Gemeindeversammlungen, in der ganzen Schweiz.
      Ausserdem sind Gemeindeversammlungen nur scheinbar demokratisch. Das wichtige Prinzip der anonymen Stimmabgabe gilt nicht, wenn man in einem Saal die Hand hebt.
      Oft sind Gemeindeversammlungen eine eingeschworene Gesellschaft der alteingesessenen Bürger. Als Neuzuzüger gehört man da nicht dazu.
      Es wäre an der Zeit, Entscheide auf Gemeindeebene grundsätzlich per Abstimmung zu treffen.
      Dann würde sich die Beteiligung bei den sonst üblichen 30-50% einpendeln.
    • Simsalabum 27.11.2019 08:52
      Highlight Highlight Du warst wohl noch nicht an vielen Gemeindeversammlungen. Das ist leider die norm.
    • Political Incorrectness 27.11.2019 09:06
      Highlight Highlight Das Schöne an einer Demokratie ist nicht nur das Abstimmen, sondern auch, dass niemand dazu gezwungen werden kann.
      Wäre schön, wenn mal alle Menschen begreifen, dass es das Recht jedes Einzelnen ist, nicht abstimmen zu gehen.
  • odie 27.11.2019 07:32
    Highlight Highlight Es gibt einen Dokumentarfilm mit dem Titel: „Wie aus einem Dorf eines blieb; Spreitenbach“. Dieser behandelt das rasante Wachstum von Spreitenbach in den 60er und 70er. Grund war hauptsächlich, dass damals im Kanton Zürich ein Konkubinatsverbot galt, weshalb viele unverheiratete Paare in die nächst gelegene Gemeinde ausserhalb Zürich zogen. Aufgrund dieses Zuwachses stellte man dort auch das erste Einkaufszentrum auf. Blöd nur, dass 1972 das Konkubinatsverbot in Zürich aufgehoben wurde und die Leute kamen nicht mehr. Ich bezweifle, dass gute Steuerzahler nach Spreitenbach kommen werden.
    • Johnny Guitar 27.11.2019 08:25
      Highlight Highlight In Anbetracht des ausgetrockneten Wohnunugsmarkts in und um Zürich und der Verlängerung der Limmattalbahn bis Spreiti (2. Etappe), kann ich mir schon vorstellen, das Familien dorthin ziehen werden. Die Vorzeichen sind anders als damals.
  • Ökonometriker 27.11.2019 07:30
    Highlight Highlight Kann man das nicht so drehen, dass man diesen Entscheid via Volksabstimmung fällt? Wahrscheinlich werden sich die 700 Leute ohnehin nicht einig, es wird ein Minderheitsantrag auf eine Abstimmung gestellt und die Abstimmung kommt sowieso...
    • carlitocastro 27.11.2019 08:22
      Highlight Highlight Spreitenbach verfügt über eine Gemeindeordnung. Darin wird festgehalten, welche Geschäfte an der Gemeindeversammlung und welche an der Urne entschieden werden.

      In meiner Gemeinde kommen im Schnitt keine 4 % der Stimmberechtigten an die Versammlung der Politischen Gemeinde. Bei Kirchgemeinden oder Schulgemeinden sieht es oft noch viel schlimmer aus.

      Ich kann nur jedem empfehlen die Gemeindeversammlungen zu besuchen.
    • Ich hol jetzt das Schwein 27.11.2019 08:58
      Highlight Highlight Gemeindeversammlungen sind sowieso Blödsinn, erst recht bei einer solchen Gemeindegrösse.
  • luegeLose 27.11.2019 07:21
    Highlight Highlight Spreitenbach ist eine Schattengemeinde. Im Winter ist ab 15.30h Schluss mit Sonne ab dem Kreisel Seefeld. Egal was die dort hinstellen, du bist auf der falschen Seite der Limmat, da will keiner hin, der gut verdient. Ausserdem ist der Steuerfuss mehr als 120%.
    • Nightghost 27.11.2019 08:26
      Highlight Highlight Das stimmt einfach nicht! Und der Steuerfuss ist aktuell bei 108%
    • Hardy18 27.11.2019 09:29
      Highlight Highlight Ich war da auch mal zum shoppen. Und dachte mir, mein gott ist das hässlich hier.
      Und jetzt wollen sie da noch Hochhäuser hinstellen. Jetzt wo du es erwähnst, bekräftigt es dass ich da niemals hin will.

      Anders gefragt, gibt es schöne Kleinstädte an einer Autobahn mit Industriegebiet, wo sich die Leute wünschen unbedingt dahin ziehen zu müssen? Mit fällt da auf die Schnelle nichts ein.

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