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epa02994261 (FILE) An undated black and white file picture shows convicted Venezuelan terrorist Ilich Ramirez Sanchez, aka Carlos the Jackal. The jailed Venezuelan terrorist who ran rings around international police for years before his capture, will return to the dock on 07 November 2011 on charges relating to a string of terrorist attacks that rocked France in the 1980s. Ilich Ramirez Sanchez, 62, will appear in a special criminal court in Paris, France charged with being complicit in four attacks that killed 11 people and injured more than 100 in France in 1982 and 1983. EPA/STR EDITORIAL USE ONLY

Undatiertes Fahndungsfoto des Top-Terroristen «Carlos», auch bekannt als «Carlos der Schakal». Nach seiner Ansicht hat es in den 1970-er Jahren einen «Nichtangriffspaket» zwischen der Schweiz und der PLO gegeben.
Bild: AP

NZZ liefert neuen Zeugen für Geheimdeal: Top-Terrorist «Carlos» spricht von «Nichtangriffspakt»

In einem fast anderthalbstündigen Telefongespräch mit dem NZZ-Reporter Marcel Gyr hat der inhaftierte Top-Terrorist «Carlos» die These gestützt, dass es in den 1970-er Jahren einen Deal zwischen der Schweiz und der palästinensischen PLO gab.



«Uns wurde zugesichert, dass wir uns in der Schweiz frei bewegen können», sagte der aus Venezuela stammende «Carlos» zur Lage in den 1970-er Jahren. Es habe zum Allgemeinwissen unter den Kämpfern der palästinensischen Widerstandsbewegung (Fedayin) gehört, dass sie in der Schweiz Schutz geniessen würden, sagte Carlos laut der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Montag. Im Gegenzug seien sie dazu angehalten worden, sich ruhig zu verhalten und keine Anschläge zu verüben. Daran hätten sie sich gehalten.

Ein Stillhalteabkommen mit ungefähr diesem Inhalt soll der damalige Aussenminister Pierre Graber mit einem PLO-Aussenbeauftragten in Genf im Geheimen geschlossen haben. Das enthüllte der NZZ-Reporter Marcel Gyr in seinem Buch «Schweizer Terrorjahre».

«Carlos», der mit vollem Namen Illich Ramirez Sanchez heisst und heute 66 Jahre alt ist, verbüsst in der Nähe von Paris eine lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen mehrerer Attentate. Unter anderem war «Carlos» an der OPEC-Geiselnahme vom Dezember 1975 beteiligt. «Carlos» wurde 1994 verhaftet.

Folgendes ging laut NZZ aus dem Gespräch mit ihm hervor: 

This Tuesday, Nov. 28, 2000 photo shows Venezuelan international terrorist Carlos the Jackal whose real name is Ilich Ramirez Sanchez, sitting in a Paris courtroom.  A Paris court convicted the Venezuelan-born terrorist, Thursday, Dec. 15, 2011 of organizing four deadly attacks in France in the 1980s and sentenced him to life in prison _ again. (AP Photo/Michel Lipchitz)

Der sehr auf sein Image bedachte «Carlos» in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000.
Bild: AP

Nach der Veröffentlichung von «Schweizer Terrorjahre» äusserten mehrere Medien, angeführt von «Tages-Anzeiger»- und «SonntagsZeitung»-Journalisten, Zweifel an der These eines Stillhalteabkommens. NZZ-Reporter Gyr schreibt, es sei Vorsicht geboten bei einem verurteilten Terroristen als Quelle. «Carlos'» Ausführungen bewertet er aber als «glaubhaft» und bezeichnet sie als «brisant».

Zudem kündigt er an, dass ihm aus dem Gespräch weitere Informationen zu Beteiligten vorliege die aber zunächst geprüft werden müssten. Das Gespräch fand laut der NZZ im Büro von «Carlos'» Zürcher Anwalt Marcel Bosonnet statt. (trs)

Was es mit den Schweizer Terrorjahren auf sich hat

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Schweizer Terrorjahre
quelle: keystone / str
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