Schweiz
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Familiendrama in Flaach ZH

«Grauenvolles Missverständnis» – «Erzwungener Entscheid»: Behörden und Anwältin schieben sich gegenseitig schwarzen Peter zu

Das Familiendrama in Flaach beschäftigt nicht nur die Justiz, sondern auch die breite Öffentlichkeit. Die Kritik an der Kindesschutzbehörde KESB, die als empathieloser Bürokratieapparat bezeichnet wird, reisst nicht ab. Beklagt wird auch, dass die KESB über die Feiertage nicht, oder nur schlecht, erreichbar war. Der Zürcher Kantonsrat lehnte 2012 einen Pikettdienst der KESB ab.



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Der Tatort in Flaach. Bild: newspictures.ch

Fünf Tage ist es her, seit in Flaach ZH zwei tote Kinder gefunden wurden. Die Mutter der Kinder, die wenig später in der Nähe des Hauses mit nicht tödlichen Verletzungen aufgegriffen wurde, steht unter dringendem Tatverdacht. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB, die die Unterbringung der Kinder in einem Heim angeordnet hatte, sieht sich nun immer heftigerer Kritik ausgesetzt.

Insbesondere der kurz vor den Feiertagen erfolgte Entscheid, wonach die Kinder die Feiertage bei der Mutter verbringen dürften, anschliessend aber wieder in ein Kinderheim untergebracht werden sollen, sorgt bei der Anwältin der 27-jährigen Mutter für Unverständnis. «Die KESB hat offensichtlich noch vor den Feiertagen einen Entscheid erzwungen. Danach stand der Laden still», so Anwältin Daniela Fischer gegenüber der NZZ. 

Kantonsrat wollte keinen KESB-Pikettdienst im Gesetz 

Logo der Kindes- und Erwachsenenschutzbehoerde (KESB) in Winterthur am Samstag, 3. Januar 2015. Eine 27-jaehrige Frau steht unter dem dringenden Verdacht, am Neujahrsabend in Flaach ihre zwei Kinder getoetet zu haben. Nach Medienberichten hatte die Kinderschutzbehoerde (KSEB) in Winterthur den Eltern die Obhut entzogen. Die Kinder waren bis zum 19. Dezember in einem Heim und konnten nur ueber die Feiertage nach Hause. Seit 1. Januar 2013 gibt es in der Schweiz keine Vormundschaftsbehoerden mehr. Deren Aufgaben wurden von den regionalen Kindes- und Erwachsenenschutzbehoerden (KESB) übernommen. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Logo der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde in Winterthur. Bild: KEYSTONE

Bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) haben die Ressourcen für einen Pikettdienst gefehlt, um die Mutter aus Flaach ZH zu begleiten, die ihre Kinder umgebracht haben soll. Die bürgerliche Parlamentsmehrheit hatte einen solchen Pikettdienst verhindert. Es brauche eine telefonische Erreichbarkeit, so dass die KESB auch über die Wochenenden intervenieren könne. «Man kann nicht alles immer auf die Polizei abschieben», sagte Justizdirektor Martin Graf damals. «Und die Verfügbarkeit von Ärzten nimmt ebenfalls nicht zu.» 

Bürgerliche fanden Bürozeiten ausreichend 

Bei der bürgerlichen Ratsmehrheit fand Graf damit allerdings kein Gehör. Einen Pikettdienst im Gesetz zu verankern, fanden SVP, FDP, BDP, GLP und EDU unnötig. Dringend notwendige Massnahmen könne die KESB gut zu Bürozeiten treffen. In hochdringlichen Fällen seien ja ohnehin Stellen wie die Polizei, Ärzte, Psychiatrie, das Kinderspital oder die Staatsanwaltschaft zuständig. Der Pikettdienst generiere nur unnötige weitere kostspielige Strukturen. Der Zürcher Kantonsrat lehnte den Notfalldienst schliesslich mit 101 zu 57 Stimmen ab.

Ruedi Winet, rechts, Geschaeftsfuehrer des Schweizerischen Zivildienstkomitees, und Piet Doerflinger, links, Leiter der Zivildienstberatungsstelle in Zuerich, informieren am Mittwoch 20. Februar 2002 in Luzern ueber die Aktion 'Gewissensfreiheit, Zivildienst statt Gefaengnis'. Das Zivildienstkomitee unterstuetzt den Luzerner Marino Keckeis, der in der Luzerner Haftanstalt Grosshof in einen Hungerstreik getreten ist. (KEYSTONE/GUDO ROEOESLI)

Ruedi Winet, Kantonalpräsident der Zürcher KESB, in einer Aufnahme von 2002. Bild: KEYSTONE

Präsident der KESB im Interview

Ruedi Winet, der Zürcher Kantonalpräsident, will die Vorwürfe gegen die KESB nicht sitzenlassen. In einem Interview mit der «Sonntagszeitung» sprach Winet von einem «grauenvollen Missverständnis». Die Mutter hatte den Entscheid der Behörde allem Anschein nach falsch interpretiert und ist davon ausgegangen, dass ihre Kinder bis Herbst 2016 im Heim bleiben müssten.

Es sei aber nicht Aufgabe der KESB, einen Entscheid zu erklären, dies liege in der Verantwortung des Rechtsvertreters der betroffenen Person, so Winet in einem Interview mit «20 Minuten». Zwar stünde die KESB zur Verfügung, wenn allfällige Fragen seitens der Betroffenen auftauchten, da die Mutter in dem betreffenden Fall aber auf einen Rechtsbeistand zählen konnte, sei dies kein Thema gewesen.

«Es isch zspat, kinde sind im himmel»

Der traurige Höhepunkt des Dramas ereignete sich dann am Neujahrstag: Anwältin Daniela Fischer informierte ihre Mandantin über den negativen Entscheid des Bezirksrat Winterthur zur kurz zuvor eingereichten Beschwerde gegen die vorsorgliche Massnahme der KESB. Die Mutter schrieb gemäss «Tages-Anzeigers» noch eine Whatsapp-Nachricht an ihren Vater: «Es isch zspat, kinde sind im himmel und ich gha jetzt au. Lueg guet am mami und danke dasi di als daddy ha dörfe ha. Ich lieb di.» Als die Polizei in der Wohnung der Mutter eintrifft, kann sie nur noch den Tod der beiden Kinder feststellen.

Es bleiben viele offene Fragen: Zum Beispiel, warum die Kinder nicht bei den Grosseltern untergebracht wurden. Die Eltern der 27-Jährigen hatten bereits im November die KESB ersucht, die Kinder bei sich aufnehmen zu dürfen. Auch die Kommunikation zwischen der KESB und der Mutter, beziehungsweise der Anwältin der Mutter, sowie zwischen der Anwältin und ihrer Mandantin scheint alles andere als reibungslos verlaufen zu sein. 

Instabile Familienverhältnisse

Der Vater und die Mutter der beiden Kinder gerieten im Herbst wegen mutmasslicher Betrügereien ins Visier der Polizei, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Unter anderem wird den Eltern vorgeworfen, dass Mieten nicht bezahlt wurden. Ende Oktober hebt die KESB das Recht der Eltern auf, den Aufenthalt ihrer Kinder zu bestimmen. Wenige Tage später findet eine Polizeiaktion im Haus der Eltern statt, die Kinder werden in ein Zürcher Kinderheim gebracht. 

Die Familie führte in den letzten Jahren ein unstetes Leben. Gemäss Informationen des «Tages-Anzeigers» wechselte die gelernte Pflegeassistentin seit 2009 11-mal den Wohnort, der Vater, ein arbeitsloser Detailshandelsangestellter, zog im gleichen Zeitraum sogar 14-mal um. Nicht zuletzt die unsteten Familienverhältnisse waren für die KESB wohl Grund, die Kinder der Obhut des jungen Paares zu entziehen.

Heftige Reaktionen auf Twitter

In den sozialen Medien und in Leserbriefspalten häufen sich derweil die kritischen Kommentare, viele berichten von eigenen negativen Erfahrungen mit der Kinderschutz-Behörde. Nur vereinzelt sind Stimmen zu vernehmen, die dazu mahnen, die Ereignisse zuerst aufzuarbeiten.

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Gleichzeitig mehren sich die Kommentare, die  eine voreilige Politisierung des Geschehens beklagen. Es gehe nicht an, dass Politik auf dem Rücken der toten Kinder betrieben werde, so ein Twitter-User.

Heute oder morgen soll die Mutter von der Staatsanwältin des Kantons befragt werden.

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • felixJongleur 05.01.2015 14:38
    Highlight Highlight Hier in den Kommentaren bildet sich das heutige Dilemma gut ab:

    - es wird immer weniger Eigenverantwortung übernommen = die Behörden sollen das Regeln
    Die Behörde regelt:
    - Behörden sind (massiv), zu wenig Behördenmitglieder welche zudem seit Beginn kesb von den Gemeinden mit Fällen überhäuft wurden
    - Behörden sind jurstisch orientiert und entscheiden meist eine Berücksichtigung der Umstände und des Einzelfalles

    Das hier noch die Mutter in Schutz genommen wird resp. ihre Tat entschuldigt finde ich dann aber mit Verlaub starker Tobak.
  • skibba 05.01.2015 13:14
    Highlight Highlight Egal wie, wer, was - es gab, gibt und wird nie irgendeine Rechtfertigung für die Ermordung zweier Kinder geben.
  • Lowend 05.01.2015 11:34
    Highlight Highlight Der geistige Vater dieser KESB-Katastrophe ist der als unfehlbar geltende, abgew. BR Dr. jur. Ch. W. B. aus H. der damals als Justizminister, ganz im Sinne der von ihm betriebenen Privatisierung und Professionalisierung der amtlichen Abläufe, diese unsägliche Behörde ins Leben rief. Heute betreibt er am liebsten Kindesweglegung und Schuld sind wie immer die Anderen. In meinen Augen müsste er sich mal seinen Fans erklären und öffentlich seine Schuld anerkennen.

    http://bazonline.ch/schweiz/standard/Eine-Sache-falsch-eingeschaetzt-zu-haben-ist-ja-noch-keine-Todsuende/story/17101622?comments=1
    • Angelo C. 05.01.2015 11:59
      Highlight Highlight Wieder einmal dieselbe unsägliche Leier, die einfach zum Erbrechen ist. Sie brauchen dringend einen Psychologen, denn ihr krankhafter Hass auf die SVP und Blocher sind nicht nur legendär, sondern mehr noch: behandlungswürdig! JEDER politische Anlass ist Ihnen ausreichend, ihre stereotypen und gebetsmühlenartig wiederholten Unterstellungen in den Raum zu stellen, wobei die dadurch auch nicht glaubwürdiger werden :-)! Und, was hat denn Blocher der BAZ gesagt? Hier ein nicht ganz unwesentlicher Ausschnitt, der Sie ad absurdum führt : BAZ : Gibt es aus Ihrer Sicht Gründe oder Potenzial für eine Korrektur des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts? Blocher :
      Ja, sehr wohl. Die heute aufgetretenen negativen Folgen der Revision, die die Skeptiker vorausgesagt haben, aber von den Fachleuten bestritten wurden, sind nun eingetreten. Also sollte man den Mut haben, das Kesr rückgängig zu machen. Eine Sache falsch eingeschätzt zu haben, ist ja noch keine Todsünde.
    • Lowend 05.01.2015 12:16
      Highlight Highlight Darf man denn nicht mehr darauf hinweisen, dass ihr Super-Schweizer völligen Mist gebaut hat, ohne dass einer der SVP-Kampfschreiber gleich völlig unsachlich und beleidigend auf den Überbringer der Nachricht schiesst. Ich sage ja auch nicht, dass ihre blinde Liebe zu Blocher völlig krankhaft ist, liebster Herr C..
    • Lumpirr01 05.01.2015 12:40
      Highlight Highlight @Lowend: Muss man denn wirklich bei jedem Thema hier in diesem Forum ein politisches Thema machen? Rechts (böse und Schuld an allem) und Links (alles perfekt in ihren Augen). Hier geht es um eine traurige Geschichte, weil eine von den Behörden in die Enge getriebene Mutter seine beiden Kinder getötet hat und eine KESB, welche vermutlich Mist gebaut hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • _stephu_e 04.01.2015 15:40
    Highlight Highlight Liebe KESB. Als man den Fahrenden damals die Kinder wegnahm, hatte man auch das Gefühl, es sei das Richtige.
  • wag0 04.01.2015 15:18
    Highlight Highlight Wie immer bei solchen tragischen Vorfällen sucht man schnell einen Sündenbock. Es ist bedenklich das aus Täter Opfer gemacht wird.... Das Päärchen hat sich selber in diese unangenehme Situation gebracht, Mietnomaden und Leute im Internet dreist übers Ohr hauen kann auf Dauer nicht gut gehen...
    • Heinz24 05.01.2015 10:34
      Highlight Highlight Die Kesb hat eine Fürsorgeverantwortung. Dieser kann sie sich nicht entziehen. Die Politik muss jetzt handeln.
  • Huldrych SPORT 04.01.2015 14:31
    Highlight Highlight Für die Tötung der eigenen beiden Kinder gibt es nie einen Rechtfertigungsgrund, auch wenn die KESB womöglich Fehler gemacht hatte. Ist aber halt seit ein paar Jahren in die Behörden zu bashen. Zuerst die IV, dann das Sozialwesen, Migrationsbehörden, KESB etc.
    • Lumpirr01 04.01.2015 16:32
      Highlight Highlight @Huldrych SPORT: Woher kommt das grosse Misstrauen gegen Behörden? Eine Qualitätssicherung (QS) der geleisteten Arbeit, welche z. Bsp. die Industrie schon lange hat, war bei den Behörden bis vor kurzem noch unbekannt oder ist jetzt allenfalls erst im Aufbau. Eine QS würde Missbräuche der Ämter reduzieren!
    • Huldrych SPORT 04.01.2015 18:45
      Highlight Highlight Das weiss ich auch nicht, diese Tendenz des Misstrauens gegenüber dem Staat ist aber in ganz Europa zu betrachten (PEGIDA, der Aufstieg rechtsextremer Parteien, tiefe Wahlbeteiligungen etc.). Da müssen Sie schon einen Soziologen fragen. An einer fehlenden QS alleine kann dies aber sicher nicht liegen, die Arbeit staatlicher Behörden war früher auch nicht besser.
    • Heinz24 05.01.2015 10:39
      Highlight Highlight Sie machen es sich zu einfach. Politisch-administrative Institutionen unterliegen einer besonderen Sorgfaltspflicht. Es ist abzuklären, ob die erfüllt wurde. Eine voreilige Entlastung der Behörde ist ebenso verfehlt, wie eine voreilige Beschuldigung. Der Begriff "Bashing" ist in diesem Kontext nicht hilfreich, er verurteilt jene, die den Fall geklärt haben möchten, alle kritischen Leserinnen und Leser, die für Transparenz eintreten.
  • Qwertz 04.01.2015 13:24
    Highlight Highlight Die KESB hat eine extrem schwierige Aufgaben, muss sehr heikle Entscheidungen treffen und ist zudem nicht jeweils im Dorf verankert. Doch wenigstens sind es Experten, die dazu ausgebildet sind, diese Entscheide zu treffen. Ob es besser wäre, wieder Laien aus der Gemeinde zuzuweisen, ist jedoch fraglich.

    Was jedoch klar ist: Die KESB ist nicht wirklich auf die Wünsche der Betroffenen eingetreten und es lief nicht alles so, wie es sollte. Auch eine Beschwerde auf Zeitnot einfach abzulehnen, finde ich auch nicht gut. Bei der KESB muss noch nachgebessert werden.
    • Heinz24 05.01.2015 10:40
      Highlight Highlight Und zwar heftig.
  • MM 04.01.2015 12:25
    Highlight Highlight Faszinierend, wie da alle schon wissen, dass die KESB die Schuldige sein muss.
    Aus dem Fakt, dass eine Mutter fähig ist ihre zwei Kinder zu töten jetzt zu folgern, man hätte ihr oder den Grosseltern die Kinder lassen sollen, ist schon etwas zu viel des Guten. Insbesondere wenn man über den Fall noch rein gar nichts weiss. (Ausser Aussagen verständlicherweise emotionaler Personen aus dem Umfeld ist da noch wenig.)
    • MM 04.01.2015 13:41
      Highlight Highlight Und um jemanden oder etwas zu kritisieren ist der emotionale definitiv der falsche Zustand.
  • Hinterländer 04.01.2015 12:24
    Highlight Highlight Wäre doch auch möglich gewesen, sich etwas Zeit zu nehmen und die Angelegenheit im Verlaufe des Januars zu regeln. Eine Mutter kurz vor Weihnachten aufzufordern, ihre Kinder am erstmöglichen neuen Tag im Jahr im Heim abzuliefern, ist doch irgendwie schonungslos, aus meiner Sicht gar brutal. Es versaut nicht nur die Weihnachtstage, es führt, wie das Beispiel zeigt, auch zu auswegslosen Situtationen.
  • teab 04.01.2015 12:18
    Highlight Highlight Musste dies sein ? Unbedingt sollte man die Angehörigen miteinbeziehen und auch mal bei Paten vorstellig werden. Für die KESB ist es oftmals sehr schwierig innert kürzester Zeit zu entscheiden denn Vorort sind sie ja meistens nicht verankert. Entscheidet die KESB nicht und es passiert etwas so ist die Kritik Medien wirksam. Je nach Kenntnisstand der Dinge sieht jedoch der entsprechende Entscheid in der Öffentlichkeit ganz anders aus - der Datenschutz lässt grüssen.
    • Lumpirr01 04.01.2015 13:08
      Highlight Highlight Ich möchte die KESB nicht abschaffen, aber sie soll mit ihren Fachleuten nur ein beratende Funktion ohne Vollmacht wahrnehmen. Die Vollmacht sollte wie früher bei der Fürsorge liegen, welche:
      1) durch die Gemeinde (wie früher durch einen Gemeinderat) wahrgenommen wird
      2) welcher (wie früher) auch mal ausserhalb der sturen Bürozeiten ansprechbar ist
      3) der Verantwortliche der Gemeindefürsorge darf durchaus auch ein Laie sein (Fachwissen ist wenn nötig ja bei KESB)
      4) er kennt die örtlichen Verhältnisse und soll jederzeit auch Verwandte einbeziehen / aufbieten können
    • phreko 04.01.2015 15:10
      Highlight Highlight Und am besten ist der Laie ein Familienfreund/Bekannter der betroffenen. Geht es noch unprofessioneller?
    • Tschosch 05.01.2015 20:39
      Highlight Highlight @ Lumpirr01: Die Stelle, welche "eine beratende Funktion" ausübt, gibt es an den meisten Orten bereits. Sie heisst Sozialdienst oder Sozialberatung... Die Kesb kommt erst dann zum Zug, wenn es eine Vollmacht braucht. Und es ist gut, dass diese bei unabhängigen Profis liegt, denn:
      1. Wenn man als Mitglied der Vormundschaftsbehörde die Eltern persönlich kennt, die ein Kind gefährden, ist die Hemmschwelle höher, etwas zu unternehmen (altes System), als wenn man über eine gewisse Distanz verfügt (neues System).

    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 04.01.2015 12:11
    Highlight Highlight Die Unfähigkeit, sich in die durch die Ereignisse und die Gesamtsituation (Razzia, verhafteter Ehemann etc.) traumatisierte Mutter hinein zu versetzen, gepaart mit behördlichem Übereifer ergibt eine grosse Wahrscheinlichkeit einer erheblichen Mitschuld der KESB an diesem Drama. Auffallend sind vor allem die Hüst- und Hot-Entscheidungen der Behörden. Einmal so, dann wieder anders. Da wurde eine Mutter abwechselnd in Panik versetzt und der Boden unter den Füssen weg gezogen. Man betrachte auch die Zeitpunkte der Entscheidungen. Keine Zeit zum reagieren, dafür aber jede Menge Zeit zum Grübeln.
  • tobbias 04.01.2015 11:07
    Highlight Highlight Ich glaube die meisten Mensch hier haben nicht mehr alle Tassen im Schrank!
    Diese Frau hat ihre beiden Kinder getötet, niemand anderes. Schon alleine, dass diese Frau zu so etwas fähig ist, rechtfertig das Handel der Behörden vollkommen.
  • kiawase 04.01.2015 09:43
    Highlight Highlight Wieder so ein Fall von 'alle haben sich korrekt verhalten aber an ende sind menschen tot'. Ich habe selber erlebt wie unsensible Behörden sein können; vor allem machen sie den Fehler nicht die engere Verwandschaft einzubeziehen! (in diesem Fall die Grosseltern)
  • kettcar #lina4weindoch 04.01.2015 09:26
    Highlight Highlight Frau Jenny hat schon recht, einer Frau die unter Verdacht steht Ihre eigenen Kinder umgebracht zu haben, hätte man die Kinder wirklich einfach lassen sollen. Eine Sauerei da einzugreifen. Und weil der Grossvater mal vor 20 Jahren ein Careteam leitete, besteht echt kein Zweifel, dass diese Mutter dann keinen Zugriff auf die Kinder mehr gehabt hätte. Echt böse KESB. Und das noch mit meinem Steuergeld!
  • Michael Mettler 04.01.2015 09:09
    Highlight Highlight Soweit ich weiss steht die Mutter unter Verdacht die Kinder getötet zu haben. Mir ist aber auch zu Ohren gekommen das der KESB überfordert ist Fingerspitzengefühl zu zeigen und lieber die Paragraphen korrekt umsetzt.
  • manhunt 04.01.2015 08:58
    Highlight Highlight es ist schon so, das die kesb zum wiederholten male negativschlagzeilen macht. das undurchsichtige bürokratiemonster treibt sein unwesen nicht zum ersten mal. zu viele andere fälle, in denen inkompetente mitarbeiter der kesb hinweise, gutachten und ratschläge von ausgewiesenen fachpersonen, zum nachteil der in ihrer obhut befindlichen personen, ignoriert haben. dieser behörde fehlt es an transparenz und entsprechendem fachpersonal, um ihre aufgabe, nähmlich den schutz von kindern und erwachsenen tatsächlich wahrzunehmen.
  • flubi 04.01.2015 08:49
    Highlight Highlight Warum konnten die Akten zwei Tage vor Sylvester nicht mehr eingesehen werden?
    Ganz einfach der Beamte wollte zwischen Weihnacht und Neujahr nicht arbeiten.
    Wenn das wirklich so ist gehört dieser Verantwortliche ins Gefängnis ohne wenn und aber.
    • trio 04.01.2015 09:35
      Highlight Highlight naja, man braucht wohl auch Kompetenzen um diese Akten zu sichten. Wenn die betreffende Person in den Ferien ist, ist sie eben in den Ferien. Das hat nichts mit wollen zu tun.
    • karl_e 05.01.2015 12:13
      Highlight Highlight Die Verantwortlichen sind hier aber diejenigen (bürgerlichen) Kantonsräte, welche die paar Franken für einen KESB-Pikettdienst nicht bewilligt haben.

Offen gesagt

«Liebe Frau Amherd, wir müssen reden ...»

Sollte die Schweizer Stimmbevölkerung die Beschaffung neuer Kampfjets Ende September auch im zweiten Anlauf ablehnen, wäre das gut für die Schweiz. Sie könnte dann die längst überfällige sicherheitspolitische General-Debatte führen.

Liebe Frau Amherd

Herzliche Gratulation zu den jüngsten «Polls», wie man in Amerika sagen würde. 58 Prozent der Stimmberechtigten gedenken laut einer Tamedia-Umfrage, den Kredit für die Kampfflugzeuge mit «Ja» oder «Eher Ja» anzunehmen.

Aber wie sagt man so schön? «It's not over, until it's over», und solche Abstimmungsbarometer wirken ja eher mobilisierend auf das Lager, das gerade im Rückstand ist.

Für Sie hoffe ich natürlich, dass Sie Ihr erstes grosses Geschäft als Verteidigungsministerin …

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