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Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner präsidiert die Erziehungsdirektorenkonferenz.
Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner präsidiert die Erziehungsdirektorenkonferenz.Bild: KEYSTONE

«Politische Manipulation wäre nicht akzeptabel» – EDK-Chefin Steiner zum Kriegstheater

07.05.2018, 18:4308.05.2018, 06:28

Die Theateraufführung im Rahmen eines «Kurses in heimatlicher Sprache und Kultur» (HSK-Kurs) in Uttwil TG gibt zu reden. In einem vom «SonntagsBlick» veröffentlichen Video sieht man Schüler mit Spielzeug-Gewehren in den Armen, andere Kinder spielen Leichen, die dann von türkischen Flaggen zugedeckt werden. Dargestellt wird die Schlacht von Gallipoli zwischen dem osmanischen Reich und den Alliierten während des 1. Weltkriegs.

Kritiker sprechen von Propaganda im Namen der Regierung von Präsident Erdogan – und verweisen auf die Rolle der türkischen Botschaft, welche die HSK-Lehrpersonen bezahlt und den Lerninhalt bestimmt. Gemäss den rechtlichen Grundlagen unterstützen die Kantone die HSK-Kurse mit organisatorischen Massnahmen. Diese müssen im Gegenzug die «politische und religiöse Neutralität» beachten. Zweifelhaft, ob diese Bedingung in Uttwil erfüllt worden ist.

Die Zürcher CVP-Regierungsrätin Silvia Steiner ist als Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) die oberste Bildungspolitikerin des Landes. Gegenüber watson äussert sie sich zum Fall Uttwil. Grundsätzlich gelte, dass die Kantone die Aufsicht über die HSK-Kurse autonom regeln, sagt Steiner. Die EDK könne aber auf Wunsch der Kantone als Vermittlerin auftreten.

«Kurse müssen politisch und religiös neutral sein»

Steiner will nach der Theateraufführung in Uttwil reagieren. Als EDK-Präsidentin werde sie den aktuellen Fall zum Anlass nehmen, den HSK-Unterricht in der EDK erneut zu thematisieren: «Unser Ziel ist klar: Die HSK-Kurse, die neben dem Schulunterricht angeboten werden und von den Kindern freiwillig besucht werden können, müssen politisch und religiös neutral sein.»

Sie kenne die Einzelheiten des Falles in Uttwil nicht, weshalb sie diesen nicht kommentieren könne. «Falls aber eine politische Manipulation der Schülerinnen und Schüler festgestellt würde, wäre das nicht akzeptabel», fügt sie an.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen der HSK-Kurse unterscheiden sich je nach Kanton sehr stark. Während manche Kantone den Anbieter solcher Kursen strenge Regeln vorschreiben, ist in anderen Kantonen keine Akkreditierung nötig, um HSK-Kurse anbieten zu können. Das soll gemäss Steiner auch so bleiben: «Eine Vereinheitlichung der Vorschriften sehe ich im Moment nicht als notwendig.» Die Regelung liege in der Verantwortung der einzelnen Kantone.

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Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer
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