Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Pedro Lenz, «Mitten ins Land»

Der Schweizer Autor Pedro Lenz hat ein Gedicht geschrieben vor der Abstimmung zur zweiten Gotthardröhre.
Bild: Frenetic

Pedro Lenz erklärt mit seinem «Röhrenblues» was er von einer zweiten Gotthardröhre hält



Röhrenblues

«Nondediö nid no ne nöii,
nei, nid no ne nigunagunöii,
nümm no ne nöii Röhre,
nid no meh nutzlose Nutzverchehr.

Isch de NEAT nöime nüt?
Nimmt NEAT niemer Wunger?
Hei si nid grad e Neat bboue?

Das zöuht auem aa nüt,
nei, si möchten no ne nöii,
e zwöiti söus si, säge si,
eini müess es no möge verliide,
eini heig no Platz im Bärg,
ei Röhre dörftis nöime no si
derbi gits sowieso scho vier,
es wär so gseh scho die füfti.

Immer meh und no meh
Laschtwäge dür d Landschaft lo.
Immer meh und no meh
Löcher i d Landschaft lo loche.
Immer meh und no meh
Früsch asphautierti Stoue
dür d Bärge düre boue,
i d Föusen ine houe,
und d Aupeluft versoue.

Wenn numen immer öppis geit.
Wenn nunme immer gfahre wird.
Wenn numen immer überau,
chli cha gmotoret wärde.

Play Icon

Hier liest Pedro Lenz den «Röhrenblues».
Video: watson.ch

Und gli scho stöh mer de wieder
stöh mer de wieder stundelang
stundelang, stundelang im Stou,
irgendwo im Urnerland,
irgendwo ir Leventina,
stundelang, stundelang,
stecke mer fescht und warte.

Houptsach es louft öppis,
Houptsach säuber Gas gä,
Houptsach säuber mit em Chare,
Houptsach säuber mit em Töff,
Houptsach säuber mit em Car,
Houptsach säuber mit de Ware
stockend dür dä Gotthard fahre.

Und de d Isebahnstreckine?
Würd me meh verlade
gubs weniger Schade,
würd me nid eso bloche
gubs weniger z loche,
luegti me uf Choschten u Nutze
gubs nid so vüu z verputze.

Aber das zöui aus zäme nüt,
Choschte sige kes Argumänt,
Aupeschutz sig kes Argumänt,
zmingscht eini müess no häre,
mindeschtens eini müess es no si,
derbi gits doch jetze scho vier,
sis scho vier Löcher im Bärg.

Z Göschene chönnt me verlade,
z Airolo chönnt me verlade,
z Erschtfäud chönt me verlade,
z Bisaca chönnt me verlade.

Und drüber fahren im Summer,
wär süsch ou no ne Variante
für die wo Freud hei dranne
und uf em Hospitz obe,
es Kafi Creme möchte näh.

Aber das längi schiins no nid,
nei, me müess gäng no meh fahre,
dörf joo nid a de Röhre spare,
müess immer nöii Löcher spränge,
müess no ne Röhre dürezwänge,
der Aupeschutz isch scho vergässe,
si wei sech düre Föuse frässe.

Nondediö nid no ne nöii,
nei, nid no ne nigunagunöii,
nümm no ne nöii Röhre,
mir säge lieber NEI
NEI zum Usbou uf vier Spure,
NEI zur Strossezwängerei.
NEI zur zwöite Gotthardröhre.

Pedro Lenz, Januar 2016

Die Gegner der zweiten Gotthardröhre machen mobil und präsentieren an einer Pressekonferenz am Dienstag ihre Argumente. Zu ihnen gehört der Verkehrs-Club der Schweiz VCS, für den Pedro Lenz seinen «Röhrenblues» geschrieben hat. (feb) 

Wie der Teufel dank der Neat aus dem Gotthard verscheucht wurde: Die Geschichte des längsten Tunnels der Welt

Play Icon

Kabarettist Gabriel Vetter mit «Direkter Demokratie».
YouTube/MischteriX

Du hast watson gern?
Sag das doch deinen Freunden!
Mit Whatsapp empfehlen

Abonniere unseren Newsletter

12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • whatthepuck 13.01.2016 01:04
    Highlight Highlight Neue Tunnels zu bauen um alte Tunnels zu renovieren ist nicht 2016.

    Im Jahr 2016+X dann so: Wir brauchen einen neuen Tunnel. Der Renovierungstunnel muss renoviert werden. Und vorübergehender Gegenverkehr in nur einem Tunnel geht nicht. Es ist halt nicht mehr 2016.

    Sparen wir uns das Geld. Eine Kombination aus verschiedenen zur Verfügung stehenden Ausweichmöglichkeiten macht einen neuen Tunnel unnötig.

    Einen ganzen gottverdammten Tunnel für hunderte Millionen von Franken wegen einer kurzfristigen, vorübergehenden Sanierung auf Ewigkeiten in einen Berg zu bohren ist nicht weitsichtig.
  • koks 12.01.2016 20:39
    Highlight Highlight „Man kann verfassungskonform nur eine zweite Röhre bauen, wenn man die alte Röhre behält und beide einspurig betreibt. Das ist ein bisschen Seldwyla. Wir bauen ja kaum zwei Tunnel und lassen je eine Spur leer. Das ist meines Erachtens scheinheilig.“
    Bunderätin Doris Leuthard im Januar 2012 vor der Verkehrskommission des Nationalrats.
  • klock 12.01.2016 17:08
  • Toerpe Zwerg 12.01.2016 15:22
    Highlight Highlight Sauglatt saublöd.
  • Dewar 12.01.2016 13:27
    Highlight Highlight Geniales Gedicht. Ich habe mich noch nicht ganz für oder gegen eine neue Röhre entschieden, aber unabhängig vom Inhalt ist es ein fantastisch geschriebenes Stück. Schon nur die erste Strophe, eine einzige Alliteration! Das Einzige, was es noch besser machen würde, wäre wenn Pedro Lenz es persönlich vorläse. Danke watson, solche Artikel machen Freude :D Ohne euch hätte ich das wohl nie entdeckt.
    • Felix Burch 12.01.2016 13:44
      Highlight Highlight Eventuell können wir das Video noch nachliefern. Wir arbeiten daran.
    • Felix Burch 12.01.2016 15:04
      Highlight Highlight So. Jetzt ist das Video aufgeschaltet.
    • Dewar 12.01.2016 16:49
      Highlight Highlight Grossartig, ihr seid die Besten :D
  • Micha Moser 12.01.2016 12:18
    Highlight Highlight Pedro Lenz ist ein Genie :) auch wenn ich nicht seiner Meinung bin bei diesem Thema
  • Triumvir 12.01.2016 12:09
    Highlight Highlight Geile Siech :-) clever und echt gut. Zum Glück gibt's noch Intellektuelle vom Format eines Pedro Lenz.
  • elnino 12.01.2016 11:34
    Highlight Highlight Weiss nicht warum dieser Pedro Lenz eine solch grosse publizistische Aufmerksamkeit geniesst. Hab bis jetzt noch keinen einzigen "literarischen Leckerbissen" von ihm gelesen...

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article