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Philipp Müllers Mercedes nach dem Unfall.
Bild: POLIZEI AG

Philipp Müller wehrt sich: «Ich habe meinen Mercedes nicht getunt!»

Aufnahmen einer Kamera im Auto des FDP-Präsidenten könnten Aufschluss über die Unfallursache geben. Müller dementiert Medienberichte, er habe seinen Mercedes getunt.
16.09.2015, 06:3016.09.2015, 06:34
Matthias Hug, Fabian Hägler / Aargauer Zeitung

Seit dem Unfall am vergangenen Donnerstag wird spekuliert, weshalb FDP-Präsident Philipp Müller mit seinem Auto in Lenzburg auf die Gegenfahrbahn geriet und dort eine Motorradfahrerin erfasste. Klärung bringen könnten die Aufnahmen einer «Dashcam», also einer fixen Kamera, die Müller in seinem Mercedes eingebaut hatte, wie er gegenüber der «Aargauer Zeitung» sagt.

Die Kamera filmt alles, was vor dem Auto passiert und müsste somit den Unfall aufgezeichnet haben. Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, geht auf Anfrage nicht auf die Aufnahmen der Dashcam ein. Sie sagt aber, die Staatsanwaltschaft ziehe «alles bei, was zur Klärung des Unfalls beiträgt».

«Der Journalist hat mich auf die PS meines Autos angesprochen. Darauf habe ich mit etwas Humor geantwortet, dass es ein paar mehr seien.»
Philipp Müller

Killias: «Aufnahmen zulässig»

Doch dürfen die Kamera-Aufnahmen in der laufenden Strafuntersuchung und bei einem möglichen Gerichtsverfahren überhaupt verwendet werden? Martin Killias, Strafrechtsprofessor an der Universität St. Gallen, sagt dazu auf Anfrage: «Um die Wahrheit herauszufinden, sind grundsätzlich alle tauglichen Beweismittel zulässig, die nicht auf illegale Weise entstanden sind oder beschafft wurden.» Killias ist der Ansicht, der zuständige Staatsanwalt oder Richter dürfte das Videomaterial aus Müllers Dashcam beiziehen.

«Zweifellos sind die Aufnahmen für die Klärung der Unfallursache relevant, und solange keine Persönlichkeitsrechte von Dritten oder andere sensible Daten betroffen sind, sehe ich keinen Grund, weshalb man nicht darauf zurückgreifen sollte.»

Müller: «Auto nicht getunt»

Derweil berichtete die welsche Zeitung «Le Matin» auf ihrem Onlineportal, Philipp Müller habe seinen Mercedes getunt. Diese habe der FDP-Präsident einem Journalisten des Westschweizer Radios zwei Tage vor dem Unfall in einem Interview gesagt.

«Ich sehe keinen Grund, weshalb man nicht darauf zurückgreifen sollte»: Strafrechtsprofessor Martin Killias.&nbsp;<br data-editable="remove">
«Ich sehe keinen Grund, weshalb man nicht darauf zurückgreifen sollte»: Strafrechtsprofessor Martin Killias. 
Bild: KEYSTONE

«Le Matin» spekulierte darüber, ob dies beim Unfall eine Rolle gespielt hat. Müller sagt dazu gegenüber der az: «Der Journalist hat mich auf die PS meines Autos angesprochen. Darauf habe ich mit etwas Humor geantwortet, dass es ein paar mehr seien.»

Handy beschlagnahmt
Die Polizei klärt ab, ob Philipp Müller bei seinem Unfall allenfalls sein Handy benutzt hat. Sie hat deshalb das Telefon des FDP-Präsidenten beschlagnahmt und lässt es untersuchen, schreibt Blick.ch. Müller selbst sagte nach dem Unfall, er habe «nicht telefoniert oder am Handy manipuliert.» Unklar ist zudem, weshalb die Nummernschilder von Müllers Auto schon entfernt waren, bevor die Staatsanwaltschaft eintraf. Der Staatsanwaltschaft sei nicht bekannt, wer diese abgenommen habe, so eine Sprecherin gegenüber Blick.ch. Wie es weiter heisst, dürfe nur ein von der Polizei gerufener Abschleppdienst die Kennzeichen entfernen lassen.

Er hält ausdrücklich fest: «Aber ich habe es nicht getunt.» Der FDP-Präsident sagt weiter, sein Auto sei nicht aufgemotzt – er habe den Mercedes AMG so ab Werk gekauft. Das bestätigt sein Kundenberater, Leo Wieland, Verkaufsleiter bei der Mercedes-Garage Schmid in Unterentfelden: «Das Auto von Philipp Müller ist nicht getunt. Es wurde ohne irgendwelche Veränderungen ab Werk geliefert.» Wieland ergänzt, der Kaufvertrag sei Mitte 2014 unterschrieben, das Auto dann Anfang 2015 abgeliefert worden.

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FDP-Präsident Müller in Unfall verwickelt
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