Schweiz
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Wahlen Oktober 2015

SRG-Wahlbarometer: SVP als grösste Verliererin



Der Erfolg mit der Masseneinwanderungsinitiative scheint der SVP keinen Rückenwind zu verleihen: Die SVP wäre gemäss dem SRG-Wahlbarometer grösste Verliererin, wenn die Wahlen schon heute durchgeführt würden.

Auch CVP, Grüne und die BDP müssten Federn lassen. Grünliberale, SP und FDP könnten zulegen. Dies zeigt der am Freitag veröffentlichte SRG-Wahlbarometer zur Situation gut ein Jahr vor den Nationalratswahlen im Oktober 2015.

Die Reihenfolge der Parteien ist gleich wie 2011: Die SVP ist die klar stärkste Partei mit rund 25 Prozent Wähleranteil (-2 Prozent), gefolgt von der SP mit rund 20 Prozent (+1,4 Prozent).

Bild

So sähe das Parlament aus, wenn heute gewählt würde. (Grafik: gfs.bern/SRG)

GLP würden zu Grünen aufschliessen

Die FDP würde ihr erklärtes Wahlziel, die SP zu überholen, verpassen und auf rund 16 Prozent kommen (+0,7 Prozent). Dahinter käme die CVP mit 11 Prozent (-1,1 Prozent). Die Grünliberalen (GLP) würden dank ihres Stimmengewinns von +1,9 Prozent zu den Grünen (-1,1 Prozent) aufschliessen. Beide hätten je 7 Prozent der Stimmen.

Auf rund 5 Prozent kommt die BDP (-0,6 Prozent) – zusammen würden CVP und BDP die FDP somit überrunden. Wegen des Erfolgs der GLP wären die Bundesratsparteien insgesamt geschwächt. Die Veränderungen der Wählerstärken sind allerdings nicht ausgeprägt – die meisten liegen im Stichprobenfehler (Fehlerbereich Stichprobe 2,2 Prozent).

Gemäss dem Barometer hätten alle Parteien ausser der SP Probleme, ihre Anhänger zum Wählen zu bewegen – besonders die SVP und die FDP. Insgesamt wollten sich 46 Prozent der Befragten sicher an den Nationalratswahlen beteiligen (Wahlbeteiligung 2011: 49,1 Prozent). 

Mehrheit will Bilaterale fortführen

Der Barometer thematisiert auch das Verhältnis der Schweiz zur EU. Müssten sich die Wahlberechtigten zwischen den bilateralen Verträgen mit der EU und der Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative entscheiden, würden 58 Prozent das Vertragswerk bevorzugen. 30 Prozent würden die Initiative wählen.

Fast drei Viertel der Befragten befürworten eher oder sicher die Strategie des Bundesrats, die Masseneinwanderungsinitiative umzusetzen und gleichzeitig die bilateralen Verträge weiterzuführen. Auch eine Mehrheit der SVP-Wählenden (56 Prozent) befürwortet diesen Weg.

Zuwanderung ist das Hauptproblem

Das grösste Problem in den Augen der Wahlberechtigten sind Themen im Zusammenhang mit der Zuwanderung – Migration, Integration, Ausländer und Asylbewerber/Flüchtlinge. Wichtig sind ihnen zudem das Gesundheitswesen, Arbeitslosigkeit und die soziale Sicherheit. Alle anderen Themen beschäftigen sie weniger stark, wie der Barometer ergab.

Geht es um Migrationsthemen, werden Lösungen am ehesten der SVP zugetraut. Bei sozialen und wirtschaftspolitischen Themen geniesst die SP am meisten Vertrauen, in der Europa-Frage wird der FDP am meisten Kompetenz zugesprochen. 

Darbellay vor Levrat, Brunner abgeschlagen

Die Befragten äusserten auch ihre Meinung zu den Parteipräsidentinnen und -präsidenten. Demnach hat CVP-Präsident Christophe Darbellay die grösste Glaubwürdigkeit: Für 56 Prozent jener, die sicher an den Wahlen teilnehmen werden, hat Darbellay diese Eigenschaft.

Zweiter auf der Rangliste ist SP-Präsident Christian Levrat (54 Prozent), gefolgt von seinen Kollegen bei der FDP, Philipp Müller (44 Prozent), und der SVP, Toni Brunner (38 Prozent). Bei Brunner überwiegt der Anteil, die ihn als unglaubwürdig bezeichnen (41 Prozent) – er polarisiert von allen Präsidenten am meisten.

Der SRG-Wahlbarometer wurde im Auftrag der SRG vom Forschungsinstitut GFS-Bern durchgeführt. GFS-Bern befragte zwischen 15. und 25. September 2020 Wahlberechtigte in der ganzen Schweiz. (whr/sda) 

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 03.10.2014 21:41
    Highlight Highlight Also, alles liegt im statistischen Vertrauensbereich oder in der statistischen Unsicherheit. "Grosse Verliererin" in der Headline ist konstruiert und dramatisiert. Man könnte auch vom Gewinn der SP, FDP und GLP sprechen. Aber eben, die SVP ist des Journalisten liebstes Kind, wenn er es denn "bestrafen" kann. Doch man sollte die gesamte Politik nicht immer aus der Perspektive der SVP sehen, bewerten und beschreiben und damit diese Partei stets als Mass erwähnen.
    • oskar 04.10.2014 00:39
      Highlight Highlight dem stimme ich voll und ganz zu. auch bad publicity ist publicity. die svp profitiert davon
    • Andreas72 04.10.2014 01:03
      Highlight Highlight Das haben stramm linke Medien wie WATSON oder der Tages-Anzeiger Zürich so an sich, Zeitgenosse, deswegen braucht man sich heute nicht einmal mehr die WOZ zu abonnieren. Entscheidend wird aber auch für diese bleiben, dass die SVP noch immer die unumstrittene Nummer 1 in der Wählergunst ist und bleibt, also nach wie vor die mit Abstand grösste Partei im Lande. Ich glaube auch keineswegs, dass die SVP (ein Jahr vor den Wahlen) deswegen n irgendeiner Weise beunruhigt ist. Zahltag wird im nächsten Herbst sein, bis dahin gilt es, sich zu gedulden :-)!
    • CG aus G :-) 04.10.2014 07:22
      Highlight Highlight Ein ultralinkes Medium für Linkswähler und Weltfremde positioniert sich mit reisserischen Antirechtstiteln.

      Der Titel passt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • metall 03.10.2014 20:58
    Highlight Highlight AD ULTIMUM MORTUI NUMERABUNTUR

    Am Schluss werden die Toten gezählt
  • gaul 03.10.2014 18:52
    Highlight Highlight Ziehen Sie aus den Umfragen von Claude Longchamp noch keine voreiligen Schlüsse. Warten Sie dazu auf jeden Fall noch die Ergebnisse von Mike Shiva ab!!!
  • CG aus G :-) 03.10.2014 18:45
    Highlight Highlight Ich wähle gerne und überzeugt SVP.

    Bin gespannt wieviele Dislikes ich dafür erhalte.
    • tina 4224 03.10.2014 20:54
      Highlight Highlight Ich bin ganz deiner Meinung. Auch ich wähle immer nur Leute von der SVP.
      Angelina Gerber aus Thun
    • oskar 04.10.2014 00:41
      Highlight Highlight schön für dich
    • CG aus G :-) 04.10.2014 07:16
      Highlight Highlight Die Dislikes bewegen sich im Rahmen der Erwartungen.

      Kann doch die SVP etwa einen Drittel der Wählerschaft auf sich vereinen.

      Würde sagen Test gelungen. :-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Michèle Seiler 03.10.2014 18:00
    Highlight Highlight Noch ist nicht aller Tage Abend ... Aber das liest sich positiv und ist nicht so schlimm wie befürchtet.
    • Oberon 03.10.2014 19:04
      Highlight Highlight Welches Szenario wäre denn für Sie schlimm?
    • Michèle Seiler 03.10.2014 21:34
      Highlight Highlight Etwa, wenn die SVP immer größeren Rückhalt von der Bevölkerung bekäme und diese Leute auch konsequent mobilisieren könnte (eine sehr große Angst). Und natürlich bin ich froh darüber, dass die bilateralen Verträge insgesamt wichtiger erscheinen als diese MEI.

      Wieso? Dürfte, denke ich,
      besonders, was die Partei angeht, selbsterklärend sein.
  • thompson 03.10.2014 17:16
    Highlight Highlight ou weh und ich dachte wir hätten die roten darth vaders besiegt:p
    • Kastigator 04.10.2014 17:59
      Highlight Highlight Was bitte ist ein "roter Darth Vader"? Und siehst du dich als mutmasslicher Anhänger der reichsten und mächtigsten Partei, die jeweils das ganze Land über Wochen mit (passenderweise) rot-weiss-schwarzen Plakaten überzieht und brav dem reichsten und mächtigsten Schweizer hinterherhöselt und nie Kritik an ihm übt, tatsächlich als Vertreter der Rebellion und nicht des Imperiums? Mit Verlaub: Viel Realitätsbezug lässt dein Statement nicht erahnen. Aber dass du nicht mal "Star Wars" kapierst, ist schlicht lächerlich.

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