Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Children and child carers have lunch at the day nursery

Gut ausgebildete Frauen dürfen der Wirtschaft nicht verloren gehen. Dazu braucht es Kindertagesstätten. Der Nationalrat stimmt einer Verlängerung der Anschubfinanzierung von Betreuungsplätzen zu.  Bild: KEYSTONE

Nationalrat für Zuschüsse 

Krippen und Tagesschulen bekommen weiterhin Geld vom Bund

Der Nationalrat will eine Erfolgsgeschichte weiterschreiben: Er hat am Mittwoch beschlossen, die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder für weitere vier Jahre finanziell zu unterstützen.

Stimmt auch der Ständerat zu, stellt der Bund ab 2015 weitere 120 Millionen Franken zur Verfügung. Das Programm läuft seit 2003, acht Jahre später wurde es ein erstes Mal verlängert und ist nun auf Ende Januar 2015 befristet.

Bisher konnten mit gut 300 Millionen Franken rund 43'000 neue Plätze für die Kinderbetreuung geschaffen werden. Das Impulsprogramm des Bundes ist erwiesenermassen nachhaltig: Fast alle Angebote existieren nach Einstellung der Subventionszahlungen weiter.

Rosmarie Quadranti, Nationalraetin BDP-ZH, spricht waehrend der Debatte um die Kinderbetreuung im Nationalrat am Mittwoch, 10. September 2014 waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Rosmarie Quadranti (BDP) überzeugte den Nationalrat für die Weiterführung des erfolgreichen Impulsprogrammes zu stimmen.  Bild: KEYSTONE

Die Nachfrage nach Anschubfinanzierung ist jedoch weiterhin hoch. Die Zürcher BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti forderte darum per parlamentarischer Initiative, die Förderung über 2015 hinaus weiterzuführen. Die Bildungskommissionen beider Räte hiessen die Initiative gut.

Betreuungsplätze gegen Fachkräftemangel

Auch der Bundesrat, der eine Verlängerung zunächst abgelehnt hatte, unterstützt die Initiative. In einer Stellungnahme machte er einen Zusammenhang mit seiner Fachkräfteinitiative, aber auch mit der Masseneinwanderungsinitiative der SVP: Dadurch könnte sich der Mangel an Fachkräften noch verschärfen, schreibt der Bundesrat. Darum müsse das einheimische Potenzial noch besser genutzt werden.

Gleichzeitig stellte der Bundesrat klar, dass die Schaffung von familienergänzenden Betreuungsplätzen in erster Linie Sache von Kantonen und Gemeinden sei.

Der Nationalrat diskutierte am Mittwoch den Gesetzesentwurf, den seine Kommission gestützt auf die Initiative ausgearbeitet hat. Vorgesehen ist eine Verlängerung des Bundesgesetzes über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung bis Januar 2019. Die SVP und ein Teil der FDP-Fraktion wollten darauf nicht eintreten.



Kita-Inhaberin fühlt sich bedroht

Laut Nadja Pieren (SVP/BE) gibt es heute genügend Kita-Plätze. Ein Überangebot bedrohe die bestehenden Einrichtungen, sagte die Inhaberin einer Kindertagesstätte, die nach eigenen Angaben selber von der Anschubfinanzierung profitiert hat. Wo es heute tatsächlich noch zusätzliche Plätze brauche, könnten diese ohne Bundeshilfe geschaffen werden.

Nadja Pieren, Nationalraetin SVP-BE, spricht am Mittwoch, 10. September 2014 waehrend der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

«Es braucht keine Bundeshilfe mehr», findet SVP-Nationalrätin und Inhaberin einer Kindertagesstätte Nadja Pieren.  Bild: KEYSTONE

Die Mehrheit liess sich davon nicht überzeugen. Für sie zählte andere Argumente: Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei ein wichtiges Anliegen, sagte Quadranti im Namen der vorberatenden Kommission. Auch sie schlug den Bogen zur Abstimmung vom 9. Februar: «Nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ist es enorm wichtig, dass wir das Arbeitskräftepotenzial – gerade von Fachkräften – besser nutzen», sagte sie.

Der Nationalrat lehnte die Rückweisung mit 120 zu 65 Stimmen bei 3 Enthaltungen ab. Auch an der Höhe des Kredits rüttelte er nicht mehr und lehnte eine Halbierung des Kredits auf 60 Millionen Franken für vier Jahre ab. Die übrigen Anträge einer rechtsbürgerlichen Minderheit fanden im Plenum ebenfalls keine Mehrheit.

Der Nationalrat stimmte der Vorlage in der Gesamtabstimmung mit 119 zu 64 Stimmen zu. Die Vorlage geht nun an den Ständerat. Dieser will das Geschäft schon nächste Woche behandeln. Seine Kommission hat sich vorzeitig damit befasst und die Verlängerung der Anschubfinanzierung bereits gutgeheissen. (rar/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

8 Dinge, die jeden Schweizer aus der Fassung bringen. Garantiert!

Link zum Artikel

«Sorry, ich muss heute noch fahren» – aus dem Leben eines Rollstuhlfahrers

Link zum Artikel

Die Neue meines Ex ist ein Baby mit Balkanslang und Billig-Mini

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 10.09.2014 13:30
    Highlight Highlight Das ist schlicht und einfach nicht richtig; Anschubfinanzierung ok, aber keine dauerhafte Ausschüttung von Steuergeldern!
    Hier soll sich mal die Wirtschaft und die Arbeitgeber in angemessenem Rahmen beteiligen, denn schlussendlich dient das doch ihnen am Meisten, oder etwa nicht?

Brauchen wir einen Green New Deal, um eine Rezession zu vermeiden?

Die Weltwirtschaft kühlt sich bedrohlich ab. Das zeigt der jüngste ökonomische Outlook der UBS. Er zeigt aber auch, dass Schweizer Unternehmen gewillt sind, in einen ökologischen Umbau zu investieren.

Gerade optimistisch zeigen sich die UBS-Ökonomen nicht, wenn es um die aktuelle Entwicklung der Weltwirtschaft geht. Sie prophezeien zwar noch keine Rezession, sondern ein Durchwursteln in den nächsten 12 bis 24 Monaten. Doch selbst dazu braucht es zwei Voraussetzungen: «Die USA müssen eine Einigung mit China erzielen und keine Zölle auf Auto-Importe erheben», sagt Chefökonom Daniel Kalt.

Ob dies auch geschehen wird, ist derzeit alles andere als sicher. Die China-Verhandlungen hätten schon …

Artikel lesen
Link zum Artikel