Schweiz
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epa06673132 A European Wolf (canis lupus) in his corral at the Wildpark Tripsdrill in Cleebronn near Heilbronn, Germany, 16 April 2018. The Environment Committee of the German Bundestag will meet on 18 April 2018, with a public hearing on the subject of wolves. The basis for the hearing is, inter alia, the application 'Return of the wolf - thinking of species protection and herd protection together'.  EPA/RONALD WITTEK

Der Schutz des Wolfes ist ein umstrittenes Thema in der Schweizer Politik.  Bild: EPA/EPA

Dem Wolf solls an den Kragen gehen, aber auch Luchs und Biber sind im Visier



Der Wolfsbestand soll reguliert werden können - aber nur dann, wenn die Raubtiere grossen Schaden anrichten. Der Ständerat ist bei einem zentralen Punkt im revidierten Jagdgesetz dem Bundesrat gefolgt. Dafür nimmt die kleine Kammer auch Biber und Luchse ins Visier.

Einige wichtige Entscheide sind jedoch bereits gefallen - die meisten im Sinne der Jägerfreunde aus dem bürgerlichen Lager sowie aus den Bergkantonen. Die grosse Ausnahme: Im Kernartikel der Revision, wo es um die Regulierung geschützter Arten geht, ist der Ständerat dem Bundesrat und nicht seiner vorberatenden Umweltkommission gefolgt.

Keine reine «Lex Wolf»

Demnach sollen die Behörden künftig nicht nur einzelne Tiere geschützter Tierarten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben können. Dafür sollen aber Bedingungen verankert werden.

Auch Biber und Luchse sollen künftig einfacher abgeschossen werden können. Beim Biber will der Ständerat ausserdem die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich der Bund an der Finanzierung von Schutzmassnahmen bei Infrastrukturen von öffentlichem Interesse und der Vergütung von Schäden beteiligen kann.

«Sie sind der grössere Kenner von Schnepfen, als ich es bin. Sie haben sich stundenlang damit befasst.»

Bundesrätin Doris Leuthard richtet sich während der Debatte zur Revision des Jagdgesetzes augenzwinkernd an Werner Hösli (SVP/GL). Konkret ging es um die Jagdbarkeit von Waldschnepfen.

Emotionale Debatte

Generell wurde die Debatte emotional geführt. Es ging nicht nur um Tier- und Umweltschutz, sondern um Gesellschaftsbilder und Ideologien. «Wir sprechen über die Koexistenz von Stadt- und Bergbevölkerung», sagte etwa Stefan Engler (CVP/GR).

In der über viereinhalbstündigen Debatte gingen die Wogen hoch. Es wurde so intensiv gestritten, dass über die Änderung des Jagdgesetzes noch nicht abschliessend entschieden wurde. Die Diskussionen werden am Mittwoch oder Donnerstag der kommenden Woche fortgesetzt. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • hänes 05.06.2018 18:20
    Highlight Highlight Kann mir mal jemand erklären für was wir den Wolf, Luchs und Bär hier in der Schweiz brauchen.
    Und bitte nicht, er war schon vor uns da...
    • Gawayn 06.06.2018 07:20
      Highlight Highlight Sorry
      Aber mir wird übel bei so einer Frage

      Die typische arrogante Haltung von Menschen
      "Es dient mir nicht, also fort damit"

      Es darf nur etwas leben das einem ein Wert oder Nutzen bringt....
  • bcZcity 05.06.2018 18:15
    Highlight Highlight "Der Wolfsbestand soll reguliert werden können - aber nur dann, wenn die Raubtiere grossen Schaden anrichten"

    Wo bleibt eigentlich die Regulierung bei den Menschen? Der Schaden durch unsere Spezies ist exorbitant höher, aber wehe wenn man von Geburtenkontrolle, Abtreibung, Sterbehilfe oder Todesstrafe spricht, das geht gar nicht.

    Immer wieder schön wie egoistisch wir doch sind, Hauptsache uns geht es gut - und dabei immer schön auf den Teller des anderen schauen, er könnte ja zu viel draufpacken........
  • Nik G. 05.06.2018 16:52
    Highlight Highlight Hauptsache die "armen" Walliser Bauern können ihr Vergnügen den Wolf, Bär und Kinderfressende Bartgeier aus dem 18. Jahrhundert schiessen und gute Subventionen einschmieren. Die Schweizer Umwelt Politik wird immer mehr zur Phrase. Wir glorifizieren uns als sauberes Umweltfreundliches Land, erhöhen im gleichen Atemzug den Glyphosat Wert in Flüssen und Seeen um das 3000 Fache. Wir sprechen von unserer Arten Vielfalt und erhöhen die Wassertemperatur welche die Atomkraftwerke in die Flüsse leiten dürfen.....
  • Francis Begbie 05.06.2018 14:27
    Highlight Highlight Raubtiere können nicht durch Jäger, Förster und Wildhüter ersetzt werden weil:

    Play Icon

    • dorfne 05.06.2018 18:46
      Highlight Highlight Aber durch noch mehr Zweitwohnungen und vom Bund subventionierte, unrentable Bergbahnen.
  • Gawayn 05.06.2018 12:43
    Highlight Highlight Es sterben noch immer weit mehr Schafe als der Wolf je fressen könnte,
    An Abstürzen Blitzeinschlägen, oder schlicht weil sie verloren gehen.

    Das nur, weil den Besitzer ihre Schafe sowas von egal sind.

    Aber auf die paar Risse vom Wolf wettern
    Na klar doch...
    • nicbel 05.06.2018 14:29
      Highlight Highlight Wie wills du den als Bauer/ Züchter verhindern dass ein Tier auf der Alpe abstürzt, von einem Blitz erschlagen wird etc. Unfälle passieren und können auch passieren wenn die Tiere eingezäunt sind. Zudem wenn du schon mal auf Schafalpen gewesen wärst, wüsstest du vielleicht das nicht alle Alpen eingezäunt werden können. Aber hauptsache etwas behaupten, obwohl es nicht stimmt.
    • phreko 05.06.2018 15:02
      Highlight Highlight Nicbel, das hat ja nichts mit dem zu tun...
    • nicbel 05.06.2018 15:58
      Highlight Highlight @AlphaRatte nehme mal an das du kein Schafzüchter bist. Sonst wüsstest du dass die Schafe nicht sich selbst überlassen werden und die Alpen nicht aussehen wie Herbstwiesen wo das einzäunen kein Problem darstellt und auch keines ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 05.06.2018 12:11
    Highlight Highlight Zusammenfassung:
    Mangelhafter Herdenschutz trotz Subventionen.
    Der Wolf wird mittels Kompost und Schlachtabfällen ins Siedlungsgebiet gelockt. Damit man nachher sagen kann, Problemwolf, muss man abschiessen
    Der Wolf wird heutzutage illegal geschossen, was eine Straftat "wäre"
    Abgeschossene Wölfe werden von den Dorfgranden gerne ausgestopft und zwecks Angeberei im Büro aufgestellt.
    • nicbel 05.06.2018 15:59
      Highlight Highlight Du scheinst ja überhaupt keine Ahnung zu haben.
    • dorfne 05.06.2018 18:26
      Highlight Highlight @klären Sie uns auf! Heute im Nationalrat im Zusammenhang mit dem Abschussgesetz: Wir (die Alpenbewohner?) sind nicht das Kenia für die Unterländer. Eine Frechheit. Dass das meiste Geld für die Subventionen im Unterland verdient wird blendet man aus.
  • dorfne 05.06.2018 12:05
    Highlight Highlight Die Walliser sollten doch für viele Wölfe sein, sodass jeder von ihnen Mal zum Schuss kommt. Dann ist vielleicht bald a Rue. Ende Ironie.
  • Typ 05.06.2018 11:41
    Highlight Highlight «... der Bund an der Finanzierung von Schutzmassnahmen bei Infrastrukturen von öffentlichem Interesse und der Vergütung von Schäden beteiligen kann.»

    Diese Anfrage kommt aus dem Kt Thurrgau, dort gibt es keine Wölfe! Es geht hier um Schäden an Wasserläufen durch Biber...
  • obelix007 05.06.2018 07:57
    Highlight Highlight Ich dachte immer, dass der Wolf in ganz Europa geschützt sei. Können wir jetzt nun einfach diesen Abschiessen? Vielleicht fragen wir doch noch besser die SVP, sonst gibt es wieder ein "gschtürm" wegen fremde Richter und so.
  • ChlyklassSFI 05.06.2018 07:54
    Highlight Highlight Mit null Weitblick und null Empathie sind sie gesegnet. Lasst den Wolf in Ruhe!
  • TGG83 05.06.2018 07:48
    Highlight Highlight Was in diesem Artikel nicht zur Sprache kommt, ist die stille aber effektive Lobby der Jäger. Bei Überbeständen bei Reh und Hirsch leisten Grossraubtiere unschätzbares für das Ökosystem durch deren Regulation. Einen Job den Jäger nicht erfüllen. Doch es ist ihnen gelungen geltend zu machen, dass man den Luchs reguliert, weil er Rehe frisst! Bringt das Referendum und setzt die Sache zurück auf Feld ein.
    • Nelson Muntz 05.06.2018 14:09
      Highlight Highlight die natürliche Regulierung ist ja genau das "Problem", was die Jäger bekämpfen wollen.
    • Borki 05.06.2018 18:23
      Highlight Highlight Doch, doch! Auch Jäger leisten ihren wichtigen Beitrag zur Regulierung der Schalenwildbestände. Es braucht eben Jäger UND Grossraubtiere. Und es hat definitiv auch genügend Wild für beide!
      Aber ja, der ewiggestrige Teil der Jägerschaft hat gut lobbyiert und es liegt nun an Pro Natura, das Referendum zu ergreifen! Als progressiver Jäger und als Förster werde ich es nach Kräften unterstützen!
    • TGG83 06.06.2018 07:07
      Highlight Highlight Richtig es braucht beide! Der Wald braucht die Jagd ...auf Pfoten und mit Zweibeinern. Dafür braucht es ein modernes ökologisches Jagdverständnis. Was dieses Gesetz nicht fördert. Ob die forstlichen Verbände in die Hosen steigen wird sich zeigen. Immerhin müssten sie die Stimme sein für 1/3 der Landesfläche.
  • MasterPain 05.06.2018 07:16
    Highlight Highlight «... der Bund an der Finanzierung von Schutzmassnahmen bei Infrastrukturen von öffentlichem Interesse und der Vergütung von Schäden beteiligen kann.»

    Deutsch: Subventioniert mir meine Schafe, und da ich keinen Bock habe für deren Schutz zu sorgen könnt ihr das ja dann übernehmen oder mir die Schäden vergüten.

    Was für eine Bananenrepublik
    • dorfne 05.06.2018 12:01
      Highlight Highlight Und das Geheul der Schafhalter wenn der Wolf wieder ein Schaf gerissen hat, übertönt das eines jeden Wolfsrudels in der Vollmondnacht! Denn jetzt kommts: die werden für jedes gerissene Schaf vom Bund entschädigt! Aber da man die Wölfe ja abknallen will, wird einfach weiter auf sie geschimpft. Mit Erfolg, wie zu befürchten ist.
    • nicbel 05.06.2018 14:26
      Highlight Highlight Würde mich mal darüber richtig informieren (vielleicht bei einem Bauern und nicht bei Tierschutzorganisatoren oder Politikern) wie viel Geld man für den Schutz der Tiere ausgibt und wie wenig die Subventionen pro Schafsriss ist. Dann kann man weiter diskutieren. Zweitens wenn man keine Wölfe im Kanton hat kann man auch nicht urteilen wie es im Wallis ist.
    • nicbel 05.06.2018 16:09
      Highlight Highlight @AlphaRatte du schreibst es ja selber "bis zu 3000 Fr." Die Beträge die ausgezahlt werden sind viel tiefer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dubliner 05.06.2018 05:38
    Highlight Highlight Den Wolf schneller abknallen, ohne die Pflicht zu haben, die Herde richtig zu schützen. Wir Menschen machen uns das Leben schon unfassbar einfach...
    • dorfne 05.06.2018 18:33
      Highlight Highlight @swisskiss. Danke für diese Worte.

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

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