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Schweiz
Gesellschaft & Politik

So reagiert die Schweizer Presse auf die steigenden Krankenkassenprämien

So reagiert die Schweizer Presse auf die steigenden Krankenkassenprämien

Die Krankenkassenprämien steigen 2023 um durchschnittlich 6,6 Prozent. Zurückzuführen ist das auf die Covid-19-Pandemie und die Nachholeffekte etwa durch verschobene Eingriffe. So reagiert die Schweizer Presse darauf.
28.09.2022, 06:3728.09.2022, 06:38

«Neue Zürcher Zeitung»

Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien für 2023:

«Der Prämienschock kommt zum schlechtesten Zeitpunkt. Die Bevölkerung spürt bereits die Folgen der geopolitischen Verwerfungen. Der Einkauf im Supermarkt, das Benzin, der Strom und das Gas: Alles ist teurer geworden in den letzten Monaten. Höhere Mieten und Hypothekarzinsen dürften bald folgen. Die Ausgaben für die Krankenkasse schränken den finanziellen Spielraum jener Mittelstandsfamilien ein, die gerade knapp soviel verdienen, dass sie keine Prämienverbilligungen mehr bekommen. (...) Es rächt sich, dass die Krankenversicherer und das Bundesamt für Gesundheit in den letzten beiden Jahren Prämien ausgehandelt haben, die die realen Kosten nicht deckten. Die Reserven der Kassen sind geschrumpft.»

Tamedia-Zeitungen

Die Tamedia-Zeitungen schreiben zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien für 2023:

«Wir werden älter. Und wir bleiben gesünder. Eine erfreuliche Entwicklung - doch daran krankt unser Gesundheitssystem. Die Kosten steigen unaufhörlich; derzeit verschlingt es über 80 Milliarden Franken pro Jahr. Allein die mit Prämien finanzierte Grundversicherung macht 36 Milliarden Franken aus. Vor diesem Hintergrund ist der diesjährige Prämienschock bei den Krankenkassen heilsam. Die Prämienerhöhungen von durchschnittlich 6,6 Prozent werden zwar viele Menschen in Schwierigkeiten bringen. Aber sie zwingen uns auch zum Realitätscheck. (...) Der Druck auf die Politik steigt. Um die Kosten einzudämmen, braucht es jetzt endlich strukturelle Reformen. Pflästerli und die immer ausgedehnteren Prämienverbilligungen reichen nicht.»

«Walliser Bote»

Der «Walliser Bote» schreibt zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien für 2023:

«Ein Inflationsschub, eine unsichere Energie-Situation, steigende Mieten und Hypothekarzinsen. Wir erleben derzeit eine Kumulation an ungünstigen Entwicklungen, die in der Bevölkerung für grosse Verunsicherung sorgt. Und nun folgt der Prämienschock der Krankenkassen. (...) Die Kosten für die Krankenversicherung belasten insbesondere die Haushaltsbudgets des unteren Mittelstandes massiv, weil dieser gerade soviel verdient, dass er nicht mehr von den Prämienverbilligungen profitieren kann. (...) Ein Kostentreiber sind die Medikamentenpreise. Im Vergleich zum Ausland werden hierzulande doppelt so hohe Generika-Preise bezahlt. Das muss sich ändern. Die Politik muss den Reformstau endlich lösen.»

«Südostschweiz»

Die «Südostschweiz» schreibt zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien für 2023:

«(...) Ob wir wollen oder nicht, wir müssen uns mit den Krankenkassenprämien 2023 beschäftigen. Sei es, um herauszufinden, ob wir die Policen anpassen wollen. Oder sei es, in dem wir die längst angekündigte Kröte schlucken und den durchschnittlichen Prämienanstieg von 6,6 Prozent oder rund 20 Franken pro Monat und Person bezahlen. Die Prämien seien das Spiegelbild der Kosten, sagte Anne Lévy, die Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, vor den Medien. Und: wenn die Kosten weiter steigen, ist auch ein Anstieg bei den Prämien zu erwarten. Umgekehrt braucht es aber auch mehr Bemühungen, um Kosten einzusparen und zu senken. Dann müssten auch die Prämien sinken. Oder zumindest nicht steigen. (...) Dennoch gibt es auch eine gute Nachricht: Wer Geld sparen will, kann die Grundversicherung wechseln. Jedes Jahr.»

CH-Media-Zeitungen

Die CH-Media-Zeitungen schreiben zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien für 2023:

«Das Fieber des schweizerischen Krankenversicherungswesens steigt. Durchschnittlich 334 Franken pro Monat kosten die Krankenkassenprämien nächstes Jahr - ein Aufschlag um über 20 Franken. Das setzt nicht nur gering Verdienende gehörig unter Druck, sondern zunehmend auch den Mittelstand. Die Begründung des Bundesrats für den hohen Anstieg ist nur teilweise schlüssig. Dass die Pandemie gekostet hat und wegen ihr verschiedene Leistungen verschoben werden mussten, ist am ehesten nachvollziehbar. Die älter werdende Bevölkerung und zu teure Medikamente sind aber längst bekannte Ursachen und erklären steigende Prämien nicht allein. Der Reformdruck war bis jetzt zu klein, um das Kostenwachstum zu bremsen. (,..) Es braucht mehr Druck, um den Reformstau zu lösen.»

«ArcInfo»

Die Neuenburger Tageszeitung «ArcInfo» schreibt zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien 2023:

«Wie weit wollen wir gehen und zulassen, dass uns die Früchte des öffentlichen Gesundheitswesens verrotten? Die Covid-Pandemie hat ohne Zweifel Spuren hinterlassen. Der Kern des Problems liegt jedoch an einem anderen Ort. Das ganz System ist an Grippe erkrankt. Die Schachzüge der Akteure im Schweizer Gesundheitswesen sind undurchsichtig. Und die Pharmabranche nutzt ihre Macht mit schamlos aufgeblähten Margen aus. Das alles sind Symptome der Krise. Und die Politik scheint angesichts dieser Ränkespiele machtlos zu sein. Die Bevölkerung verliert allmählich die Geduld.»

«Tribune de Genève»

Die Genfer Tageszeitung «Tribune de Genève» schreibt zu den Erhöhungen der Krankenkassenprämien für 2023:

«Die massive Erhöhung der Krankenkassenprämien ist eine politische Bankrott-Erklärung. Die Belastung für die Haushalte ist schon heute sehr hoch. Die Gründe für den Anstieg der Krankenkassenprämien sind seit Jahren bekannt, aber niemand hat bisher den Trend umkehren können. Als Folge davon müssen viele Menschen auf die medizinische Versorgung verzichten. Diese Tatsache ist eines reichen Staates - und dazu gehört die Schweiz - unwürdig.»

(saw/sda)

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