Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Badener Stadtammann Geri Mueller beantwortet Fragen der Medien nach seiner Abwahl vor dem Stadthaus in Baden (AG) am Sonntag, 24. September 2017. Der Stadtammann von Baden, der Gruene Geri Mueller, hat die Wiederwahl in den Stadtrat nicht geschafft. Geri Mueller war schweizweit bekannt geworden, weil er einer Chatbekannten Bilder seiner Geschlechtsteile zusandte. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Geri Müller hat polarisiert - die Gründe seiner Abwahl finden aber alle in einer Affäre. Bild: KEYSTONE

Geri Müller polarisiert – doch bei den Gründen für seine Abwahl sind sich alle einig

Der Badener Stadtammann Geri Müller wurde am Sonntag abgewählt. Die Presseschau zeigt: Die Gründe sehen alle in einer Affäre, die über drei Jahre zurückliegt und doch noch präsent ist.

Jürg Krebs 



Geri Müller (Grüne/Team) wurde 2013 als Nachfolger von Stephan Attiger (FDP) Stadtammann von Baden. Am Sonntag wurde er nun bereits im ersten Wahlgang abgewählt. Geri Müller (56) über die Gründe: «Ich denke, es sind verschiedene. Die Abwahl ist bitter. Aber in der Politik muss man damit rechnen.»

Dass die Abwahl mit der Nackt-Selfie-Affäre zusammenhängen könnte, darauf geht Müller selbst auf Nachfrage nicht ein. Der weicht aus. Mag Müller die Meinungen über ihn spalten, bei den Gründen für seine Abwahl herrscht dennoch Einigkeit.

Sie ist für die NZZ nur folgerichtig: «Geri Müller erhält die Quittung», lautet der Kommentar-Titel. Und weiter: «Dem amtierenden Badener Stadtammann Geri Müller ist es nicht gelungen, den Vertrauensverlust wettzumachen, den ihm die Nackt-Selfie-Affäre eingetragen hat.»

«Ich hatte keinen Plan B»: Der Badener Stadtammann Geri Müller nach seiner Abwahl

Stadtammann Geri Müller hat die Wiederwahl in den Stadtrat nicht geschafft und kann somit auch nicht als Stadtammann wiedergewählt werden. Video: © Martin Rupf/Pirmin Kramer

Zur Erinnerung: 2014 wurde der damaligen «Schweiz am Sonntag» (gehört wie dieses Newsportal zu den AZ Medien) von Dritten gesteckt, dass Müller aus seinem Büro im Stadthaus Nacktfotos an eine Chat-Bekannte geschickt hatte. Nachdem die Zeitung dies öffentlich gemacht hatte, entband der Stadtrat Geri Müller von einem Teil seiner Aufgaben. Er blieb im Amt, sprach von einer Kampagne. Die Chat-Partnerin wurde 2016 zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt, und zwar wegen Beschimpfung, übler Nachrede, versuchter Nötigung, Urkundenfälschung und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen.

Die Schweizerische Depeschenagentur SDA titelt: «Wahlvolk von Baden jagt Stadtammann Geri Müller aus dem Amt.» Auch die SDA erklärt die Abwahl mit der Nackt-Selfie-Affäre.

Der «Blick» wagt ein Wortspiel: «Badener wählen nach Penis-Affäre Stadtammann Geri Müller ab - Selfie schuld!» Die Bevölkerung habe ihm am Ende die Selfie-Affäre nicht verziehen.

«20 Minuten» titelte: «Selfie-Affäre war wohl zu viel - Geri Müller abgewählt».

Und wie urteilten Aargauer Zeitung/Badener Tagblatt deren Medienhaus die Affäre öffentlich machte? Der Kommentar ist mit «Rückkehr zur Normalität» übertitelt. Will heissen: Müller habe es nicht geschafft, die Vorbehalte gegen ihn und das Vertrauen in ihn zurückzugewinnen. Die Selfie-Affäre habe bedrückend über allem geschwebt, was er als Stadtammann angefasst habe. Seine Abwahl ermögliche es Baden, zu normalen Verhältnissen zurückzukehren.

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Trump schürt weiter Zweifel an Machtübergabe

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Video des Tages: Hat sich Trump da mit einem zu mächtigen Gegner angelegt?

Video: Angelina Graf

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 01.10.2017 06:02
    Highlight Highlight Unbedachte Äusserungen oder Handlungen sind ein Markenzeichen von Politikern. Sie wollen damit unbedingt auffallen. Diesbezügliche Häufungen von grünen Politikern aus dem Raum Baden sind rein zufällig.
  • Spooky 26.09.2017 22:17
    Highlight Highlight Die Israelis haben den effizientesten Geheimdienst der Welt. Wieso das Geri Müller nicht gewusst hat, ist sein Geheimnis.
  • Einstein56 25.09.2017 20:13
    Highlight Highlight Über 300‘000 Franken verdienen im Jahr und im Büro Zeit für Sexbilder? Langsam verstehe ich, warum man an einigen Orten den Politikern den Lohn kürzt.
  • Burdleferin 25.09.2017 20:00
    Highlight Highlight Irgendwie sind diese Selfies an mir vorbei gegangen. Hätte mich echt interessiert, was man da alles sieht 😝 Im Netz findet man sie nicht...
  • jogurt 25.09.2017 19:44
    Highlight Highlight Die FDP bzw. die Bürgerlichen haben ihr Ziel erreicht, nach hunderten von Presseberichten "über die Affäre", Geri Müller abzuwählen. Ob das nun für Baden wirklich gut ist dies bezweifle ich.
    • El Vals del Obrero 26.09.2017 07:49
      Highlight Highlight Nun ja, es wäre das eine gewesen, wenn er das zuhause in seiner Freizeit getan hätte. Das wäre wirklich seine Privatsache gewesen.

      Wenn es aber im Büro war mit der IT-Ausrüstung des Büros und er anschliessend auch seine politische Macht in diesem Zusammenhang nutzte, ist es schon nicht mehr einfach reine Privatsache.
  • Denk nach 25.09.2017 19:18
    Highlight Highlight Weiss noch jemand, wer die Frau dazu angestiftet hat, zur Veröffentlichung?
    • pamayer 25.09.2017 22:19
      Highlight Highlight Ja. Der israelische Bund. Weil Geri Müller als ziemlich einziger Politiker die israelische Palestinenserpolitik kritisierte und selbst schon als Politiker in Palästina war.
      Dies ist meines Erachtens seine grosse aussenpolitische Leistung.
      Chapeau. Bzw Arafat Tuch.
  • Angelo C. 25.09.2017 18:04
    Highlight Highlight Wenn man sich in Baden in letzter Zeit etwas umhörte, fanden es die Meisten befremdlich, dass sich eine "amtliche Respektperson" auf Steuerzahlers Kosten in unwürdiger Pose in der Amtsstube einen runtergeholt hat und solche Bilder auch noch via SMS an eine nicht über jeden Zweifel erhabene Dame zu schicken.

    Und wie man sieht, wurde er - exakt aus diesen Gründen wie auch die CH-Medien berichten - nicht nur als Stadtpräsident abgewählt, sondern auch generell aus dem normalen Stadtrat gekippt.

    Demzufolge wäre zuhause wichsen wohl die bessere Alternative gewesen 😙!
    • FrancoL 25.09.2017 22:47
      Highlight Highlight Darum haben viele Firmen das Homeoffice eingeführt, das müssten die Verwaltungen auch einführen.
  • gloon 25.09.2017 17:46
    Highlight Highlight Wenn schon die Verurteilung der Chat-Partnerin genannt wird, würde es auch nicht schaden zu erwähnen, dass die "Schweiz am Sonntag" vom Schweizer Presserat für die Berichterstattung in diesem Fall zünftig gerügt wurde (http://www.presserat.ch/_23_2016_Zusammenfassung.htm).
    • sentir 26.09.2017 00:05
      Highlight Highlight Verurteilung??
      "Beschimpfung, übler Nachrede, versuchter Nötigung, Urkundenfälschung und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen" = bedingte Geldstrafe....
      ein Witz
  • Grigor 25.09.2017 17:41
    Highlight Highlight Wie das der Chefredaktor vom AZ Verlag öffentlich gemacht hat, ist halt nach wie vor ziemlich unsauber. Auch wenn Geri Müller selbst schuld ist, das war eher ein Tiefpunkt der journalistischen Qualität. Da aber da es alle mega schlimm finden was Geri gemacht hat, ist es ok wenn die Journalisten es mit der Moral auch nicht so genau nehmen.
  • Snowy 25.09.2017 16:58
    Highlight Highlight Wir machen uns gerne lustig über die ach so prüden US Amerikaner.

    Bei solchen Geschichten, bin ich mir jedoch nicht so sicher,
    ob wir diesbezüglich viel weiter sind.

    Er ist ein erwachsener Mann und hat seiner erwachsenen Bettschgeschichte ein Dick-Pic gesendet... SO WHAT?? Und die scheinheilige Empörung über Arbeitszeit und "vom Arbeitsplatz aus " zieht ebenfalls nicht. Bei Führungskräften und Exekutivpolitikern verschwindet die Trennlinie zwischen privatem und beruflichen.
    Ich hätte ihn aus inhaltlichen Gründen abgewählt aber sicher nicht, weil er seinen Schwanz im Büro fotografiert hat.
    • bokl 25.09.2017 20:28
      Highlight Highlight "Bei Führungskräften und Exekutivpolitikern verschwindet die Trennlinie zwischen privatem und beruflichen."

      Stimmt bis zu einem gewissen Punkt. Aber es gibt Grenzen. Als CEO, Stadtamman, usw. musst du akzeptieren, dass auch private Dinge interessieren. Aber kannst auch verlangen, dass es auch für Führungsleute eine Privatsphäre gibt.

      Aber eine Vermischung geht nicht.

      Von mir aus kann jede(r) Bundesrat(in) private Nacktfotos verschicken. Wenn damit keine Abhängigkeiten entstehen. Aber wenn es unbedingt nötig ist, dann bitte zu Hause.

Interview

«Da ist ziviler Ungehorsam doch völlig legitim. Wie sollen die sich denn sonst wehren?»

Die zukünftige SP-Spitze erzählt im watson-Interview, was sie von der Besetzung des Bundesplatzes hält.

Bern hat turbulente Tage hinter sich. Wie ist die Stimmung im Bundeshaus?Mattea Meyer: Von unserer Seite her recht ruhig. Auf der rechten Ratsseite hat es einige, die haben offenbar das Gefühl, der Untergang der Schweizer Demokratie stehe kurz bevor.Cédric Wermuth: Uns erstaunt, wie schnell sich vermeintlich selbstsichere Multimillionäre hier empört haben.Meyer: Das ist eine künstliche Empörung. Das sind Nebelpetarden. Es geht darum, vom Inhalt abzulenken. Sie nehmen jetzt auch dankend …

Artikel lesen
Link zum Artikel