DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Autonomisten feiern am 18 Juni 2017 die Abspaltung von Moutier. 
Autonomisten feiern am 18 Juni 2017 die Abspaltung von Moutier. Bild: KEYSTONE

Haben «Fake-Einwohner» die Jura-Abstimmung entschieden? Bern startet Untersuchung

Eine neue Studie will systematischen Abstimmungstourismus vor den Wahlen in Moutier festgestellt haben. Nun schaltet sich der Berner Justizdirektor ein. 
18.03.2018, 03:4518.03.2018, 08:40

Mit nur 137 Stimmen Vorsprung haben die Autonomisten in Moutier am 18. Juni 2017 erreicht, dass sich Moutier vom Kanton Bern abspaltet und in den Jura übertritt. Aber nun stellt sich die Frage, ob auch wirklich alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Denn die Berner Regierung sieht sich mit einer anonymen Studie konfrontiert, die systematischen Wahl- und Abstimmungstourismus in der Stadt Moutier belegen will. Die Studie analysiert die Bevölkerungsbewegungen der letzten Jahre und kommt zum Schluss: Rund um Gemeindewahlen – die jeweils separatistische Mehrheiten ergaben – und rund um jurapolitische Abstimmungen verzeichnet Moutier seit Jahren «signifikante und irreguläre Bevölkerungsbewegungen». 

Auszüge zeigen, dass es . rund um die Abstimmung zu kurzfristigen Zuzügen und späteren Abmeldungen im Einwohnerregister kam.
Auszüge zeigen, dass es . rund um die Abstimmung zu kurzfristigen Zuzügen und späteren Abmeldungen im Einwohnerregister kam.zvg/sonntagszeitung

Dies wird auch für die Abstimmung über den Wechsels Moutiers zum Kanton Jura festgestellt, den die Autonomisten im letzten Sommer äusserst knapp gewannen. Obwohl die Studie anonym ist, hält man sie in Bern für so brisant, dass der für Justiz- und Gemeindeangelegenheiten zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus sie jetzt überprüfen lassen will. Unter anderem hat er sie dem Staatsanwalt zugestellt. Gegen die Abstimmung in Moutier ist eine Abstimmungsbeschwerde hängig, die eine Verfälschung des Resultats wegen Abstimmungstourismus vorwirft.

Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen inzwischen, dass der Vorwurf nicht aus der Luft gegriffen ist. Mehrere Personen haben sich kurzzeitig in Moutier registrieren lassen, um kurz nach der Abstimmung ihre Papiere wieder an ihren vorherigen Aufenthaltsort zu verlegen – unter anderem der Sohn des separatistischen Vize-Bürgermeisters. Auch zeigen der «SonntagsZeitung» vorliegende Dokumente Unstimmigkeiten im Stimmregister der Stadt Moutier.

(amü)

Tag fünf für Hamid und Mohammad. Heute sind sie in Moutier.

Video: watson

Trennungsgelüste überall: Wer es Moutier gleichtun könnte

1 / 28
Trennungsgelüste überall: Wer es Moutier gleichtun könnte
quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

USA lassen neues Corona-Medikament zu +++ Keller-Sutter: 2G «nächste mögliche Massnahme»
Die neuesten Meldungen zum Coronavirus – lokal und global.
Zur Story