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Warum die Anwältin von Thomas N. mehr als nur den Prozess verlor

Renate Senn, die Anwältin des Rupperswiler Vierfachmörders Thomas N., hatte nicht viel zu gewinnen. Doch sie verlor mehr als den Prozess – sogar das Honorar für ihren umstrittenen Auftritt an der Hauptverhandlung.

Andreas Maurer / Schweiz am Wochenende



An einem Tag im Mai 2016 klingelt das Telefon. Der Anruf sollte das Leben einer bis dato kaum bekannten Strafverteidigerin verändern. Renate Senn arbeitet in einer kleinen Badener Kanzlei und wird als Pflichtverteidigerin aufgeboten, wenn sich ein Beschuldigter keinen Anwalt leisten kann oder will.

Am Telefon ist die Staatsanwaltschaft, die den nächsten Auftrag ankündigt. In Zürich und Basel-Stadt organisiert eine neutrale Stelle die Einsätze der Pflichtverteidiger. Im Aargau hingegen kann sich die Staatsanwaltschaft ihre Gegner selber aussuchen. Für Senn spricht, dass sie eine von nur fünf Aargauer Pflichtverteidigerinnen ist, die eine Zusatzausbildung in Strafrecht haben.

Wenige Stunden zuvor stürmte ein Sonderkommando der Kantonspolizei die Starbucks-Filiale in Aarau. Für die Polizei ist es ein Triumph, für den sie später 100 000 Franken Prämie erhält. Für Senn hingegen beginnt mit der Annahme des Mandats eine Arbeit, die ihrer Karriere eine verhängnisvolle Wendung gibt. Am Schluss wird sie auf offenen Rechnungen sitzen bleiben.

Zunächst wird sie allerdings auf einen Schlag landesweit bekannt. Figuren wie Valentin Landmann beweisen, dass es dem Image nicht schaden muss, wenn man Täter verteidigt. Doch Renate Senn begeht eine Reihe von Fehlern. Diese beginnt mit ihrem ersten öffentlichen Statement. Sie kündigt an, sie werde den Tatverdächtigen im Moment weder in der Öffentlichkeit verteidigen noch als dessen «Sprachrohr» dienen.

Im Rummel um die entsetzliche Tat vergisst die Pflichtverteidigerin ihre eigentliche Pflicht: Sie muss nicht unbedingt die Tat verteidigen, sondern vielmehr den Täter. Bereits in der zweiten Einvernahme legt Thomas N. ein umfassendes Geständnis ab. Die Verteidigerin könnte dieses so stehen lassen und sich darauf fokussieren, zu erklären, wie N. zu dem wurde, was er ist.

Bis zu ihrem zweiten öffentlichen Statement vergehen zwei Jahre; sie schweigt bis zum Prozess im März 2018. Dann begeht die 49-Jährige an der Hauptverhandlung gleich drei Fehler.

Sie erfüllt nun zwar ihre Aufgabe und agiert als Sprachrohr des Mörders. Doch sie macht es auf eine Art, die allen schadet. Sie verteidigt nicht nur den Täter, sondern auch die Tat.Die in den ersten Einvernahmen gemachten Aussagen gelten als die ehrlichsten. Am Anfang übernimmt N. die grösste Verantwortung für seine Tat.

Doch je länger er den Ermittlern gegenüber sitzt und je länger er mit Senn zusammenarbeitet, desto weniger Schuld erkennt er. In ihrem Plädoyer schiebt Senn den Opfern sogar eine Teilverantwortung für die einzelnen Tatetappen zu. Diese hätten es ihm zu einfach gemacht, die Tat auszuführen.

Journalisten als «Bluthunde»

In der Urteilsbegründung, die das Gericht diese Woche verschickt hat, kritisieren die Richter Senns Ausführungen ungewöhnlich deutlich. Sie würden als «blanker Hohn» erscheinen und die Opfer und deren Angehörige «verhöhnen». Die Richter schliessen daraus, dass N. keine echte Reue verspüre.

Die Strafprozessordnung definiert, dass die Verteidigung allein den Interessen der beschuldigten Person verpflichtet sei. Senns Verteidigungsstrategie hat N. geschadet.Renate Senns zweiter Fehler ist ihre Medienkritik. Sie versucht, eine Strafminderung herauszuholen, indem sie unseriöse Medienberichterstattung sowie eine Verletzung der Unschuldsvermutung anprangert. So wurde N. vom Boulevard als «Bestie» betitelt.

Senn bezeichnet einige Journalisten in ihrem Plädoyer als «Bluthunde». Das Gericht stellt nun im Urteil fest, dass sich die Verteidigung und gewisse Medien mit diesen Begriffen aus dem Tierreich auf dem gleichen sprachlichen Niveau bewegen würden.

Auch mit dem Verweis auf die verletzte Unschuldsvermutung kann Senn nicht punkten. N. habe diese mit seinem Geständnis teilweise selber aufgehoben, argumentiert das Gericht. Und: Wer eine Gewalt- und Sexualstraftat begehe, die «in puncto Abscheulichkeit in der schweizerischen Kriminalgeschichte ihresgleichen sucht», müsse mit einer starken Medienresonanz rechnen.

Zu hohe Honorarforderungen

Den dritten Fehler macht Senn, als sie für ihre Arbeit die Honorarrechnungen schreibt. Sie stellt 155 000 Franken in Rechnung. Hinzu käme noch der bisher unbezifferte Aufwand für die Teilnahme an der Hauptverhandlung plus Wegkosten. Der Aargauer Anwaltstarif beträgt 200 Franken pro Stunde. Doch Senn verlangt 220 Franken.

In einem Schreiben legt sie dar, das Verfahren sei besonders zeitintensiv gewesen. Die Richter belehren sie mit einer Lektion in Algebra: Dies solle sich in der Anzahl Stunden niederschlagen und nicht in der Höhe des Stundenansatzes.

Doch auch bei der Berechnung der Stundenzahl wirft das Gericht Senn Fehler vor. So habe sie Telefonate von mehr als zehn Stunden mit der Mutter des Mörders aufgeschrieben, auch dies zu 220 Franken pro Stunde. Das gehöre jedoch nicht zum notwendigen Aufwand einer amtlichen Verteidigung, meint das Gericht.

Sogar die Zeitungslektüre wollte sich Senn entschädigen lassen. Das sei ebenso wenig erklärbar, schreiben die Richter, schliesslich bestehe kein Zusammenhang zu Medienanfragen. Ausserdem verrechnete Senn mehrstündige Gespräche mit anderen Anwälten als Fachaustausch. Auch dies sei nicht gerechtfertigt, da sie als Fachanwältin Strafrecht genügend qualifiziert sein müsste, um die Arbeit selber zu erledigen.

Die Richter erklären, dass sie eigentlich alle kritisierten Punkte aus der Honorarrechnung streichen müssten. Aus «Praktikabilitätsgründen» hätten sie sich jedoch für eine andere Lösung entschieden. Sie zahlen die überrissene Rechnung und streichen dafür Senns Honorar für die Hauptverhandlung. Damit werde sie immer noch «überaus angemessen» entschädigt.

Diese Mischrechnung ist eigentlich nicht zulässig. Da die Verteidigerin durch die Staatskasse finanziert wird, müsste das Gericht auf eine präzise Abrechnung bestehen. Die Streichung der Honorarnote für die Hauptverhandlung hat allerdings auch eine symbolische Komponente. Senns Plädoyer ist dem Gericht keinen Rappen wert.

Renate Senn verzichtet auf eine Stellungnahme. Angesprochen auf die Honorarkürzung, verweist sie auf einen kürzlich erschienenen Artikel des Zürcher Anwalts Lorenz Erni, der als «erfolgreichster Strafverteidiger der Schweiz» («Bilanz») betitelt wird und aktuell den Ex-Raiffeisen-Präsident Pierin Vincenz verteidigt. Er thematisiert, dass aufsässige Verteidigerinnen, die sich energisch für ihre Klientschaft einsetzen, zuweilen mittels Honorarkürzung bestraft würden.

Erni vertritt zudem die Auffassung, dass ein Verteidiger die Interessen eines Beschuldigten selbst dann vertreten müsse, wenn dies ihm am Ende schaden würde. Nach dieser Logik muss Senn die Opfer verhöhnen, falls dies im Interesse von Thomas N. wäre.

Gefälschte Kanzlei-Website

In ihrer ersten Medienmitteilung hatte Senn allerdings erklärt: «Ich werde meine Arbeit mit allem Respekt und mit Würde gegenüber den Opfern und den Hinterbliebenen wahrnehmen, denen unfassbares Leid angetan wurde.» Gemäss dem Gericht wurde Senn ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. Das Verdikt ist hart, aber begründet.

In krassem Gegensatz dazu stehen die Diffamierungen, die sich auf einschlägigen Internetseiten über Renate Senn ergiessen. Wer ihren Namen googelt, sieht zuoberst einen Blog, der negative Artikel über sie sammelt. Betrieben wird er von einem gewissen Max Ruchti aus Zürich, der einst für die CVP politisiert hat und ein Spezialist in Suchmaschinenoptimierung ist.

Seine Seite hat eine ähnliche Adresse wie der Online-Auftritt der Kanzlei. Der Imageschaden ist besonders gross, da sich Senns Partnerinnen nicht mit Strafrecht, sondern mit Familienrecht beschäftigen. Der Angriff gilt aber auch ihr persönlich. Der Blogger veröffentlicht ihre Privatadresse und ihre Handynummer. Er will, dass ihr Telefon nicht mehr aufhört zu klingeln.

(aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Yamamoto 26.08.2018 15:14
    Highlight Highlight Dafür dass die RichterInnen nur knapp kein gesetzeswidriges Urteil gefällt haben, nehmen sie ihren Mund ganz schon voll. Die Rüge an Frau Senns Arbeit ist unbegründet. Wer die Verhandlung besucht hat und nicht nur die suggestiven Medien konsumiert hat, weiss dies auch. Frau Senn hat schlichtweg die wesentlichen Punkte angesprochen, die für die Strafzumessung relevant sind. Hohn konnte ich in ihrem Plädoyer keinesfalls erkennen.
  • Daniel Caduff 26.08.2018 15:07
    Highlight Highlight Ist es nicht genau die Aufgabe einer Strafverteidigerin, sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Argumenten für den Angeklagten einzusetzen?

    Auch Unstimmigkeiten bei Rechnungen in der Höhe von 150000 sind wohl eher Business as Usual. Dass einzelne Punkte einer Rechnung moniert werden, kennt wohl jeder Betrieb.

    Dies in einem Prozess, wo vor allem die Anklage teilweise seeeeeehr kreativ war. (Antrag auf lebenslange Verwahrung, obwohl allen klar war, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt waren.)

    Es bleibt der Beigeschmack, dass Senn hier zu einem Bauernopfer für den Pöbel gemacht wird.
  • Judge Dredd 26.08.2018 14:10
    Highlight Highlight Mich dünkt es ist mal wieder ein reisserischer und einseitiger Artikel...

    Ein Beispiel:
    "Im Aargau hingegen kann sich die Staatsanwaltschaft ihre Gegner selber aussuchen."

    Quelle? Soweit mir bekannt ist, stellt der aargauische Anwaltverband Pikettanwälte. Das heisst, der Zufall entscheidet in erster Linie, durch wen man vertreten wird. Des weiteren hat jeder Beschuldigte das Recht, sich selbst einen Anwalt auszusuchen.

    Ich lass mich gerne aufklären von jemandem der fundiert bestätigen kann, dass sich die Staatsanwaltschaft tatsächlich ihre "Gegner" aussuchen kann.
  • Walser 25.08.2018 23:39
    Highlight Highlight Guter Artikel. Verteidigerin Senn hat das Mandat freiwillig angenommen. Es ist für mich nicht nachvollziehbar wie ein normal fühlender Mensch für Geld eine solche Bestie verteidigen kann. Zudem hat sie ganz klar versucht den Opfern eine Mitschuld zuzuschieben. Das war und ist alles unerträglich.
  • Citation Needed 25.08.2018 21:25
    Highlight Highlight Ziemlich ätzend, wenn man einen Hater hat, der sich mit Suchmaschinenoptimierung auskennt. Und dann noch so ehrlos und niederträchtig ist, die private Nummer zu veröffentlichen.
  • Fischra 25.08.2018 16:47
    Highlight Highlight Ganz ehrlich tut mir Frau Senn leid. Für diesen Fall den sie gar nicht ausgesucht hat musste sie monatelang Akten studieren und einen riesigen Fall bearbeiten, welchen wirklich niemand wollte. Der Kanton Aargau soll sie richtig bezahlen und nicht auch noch abzocken.
    • Eric Lang 25.08.2018 21:10
      Highlight Highlight Und 200 Franken pro Stunde, ist natürlich als Bezahlung nahe der Armutsgrenze?
    • Fischra 26.08.2018 10:40
      Highlight Highlight Das ist doch ein normaler Anwaltstarif. Das ist nicht Lohn. Soll sie weil sie die Arschkarte mit diesem Fall gezogen hat, auf die Einkünfte verzichten? 200 Franken ist übrigens eher günstig.
    • satyros 26.08.2018 11:32
      Highlight Highlight @Eric: Zur ganzen Problematik des Honorars der amtlichen Verteidigung sei Dir BGE 132 I 201 zur Lektüre empfohlen. Das Bundesgericht macht sich die Mühe, die Selbstkosten der Anwaltschaft zu berechnen. Aufgeschlüsselt nach Anwälten die viele und wenige amtlichen Mandate übernehmen (Stand vor 12 Jahren: 146 bzw. 114 Franken). Wenn man will, das nicht unerfahrene Berufseinsteiger derartige Prozesse übernehmen, muss man die Verteidigung halt auch richtig bezahlen. Reich wird man davon nicht. Frau Senn hätte auch Wirtschaftsanwältin werden können und würde dabei das Dreifache verdienen.
  • thzw 25.08.2018 16:41
    Highlight Highlight Mal ganz abgesehen von den Ereignissen während des Prozesses, solche Leute wie Max Ruchti gehen mir sowas von auf den Wecker. Wie kann man nur dermassen selbstgerecht sein?!
  • Pinsi 25.08.2018 16:22
    Highlight Highlight Sehr einseitiger Artikel, der an der Anwältin kein gutes Haar zu lassen versucht. Eine differenziertere Analyse der Arbeit von Frau S. wäre zweifelsohne geboten gewesen.

    Insb. die Interpretation der Überlegungen des Gerichts bei der Festlegung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung sind schlicht an den Haaren herbeigezogen, sprich willkürlich. Es stellt sich die Frage, ob das Plädoyer oder der vorliegende Artikel keinen Rappen wert ist.

    Bspw. die Betreuung von Angehörigen der beschuldigten Person kann durch das Gericht ermessensweise in einem bestimmten Rahmen entschädigt werden.
    • satyros 25.08.2018 17:53
      Highlight Highlight Man kann sich schon fragen, ob Frau Senn gewisse Dinge nicht besser als "Aktenstudium" verbucht hätte. Dass sich dann aber das Gericht nicht die Mühe macht die wohl sehr umfangreiche Honorarnote Punkt für Punkt durch zu gehen und zu streichen, was seines Erachtens nicht vergütbar ist, mit entsprechender Begründung und damit der Möglichkeit, das auch anzufechten, statt pauschal mit der Präsenz an der HV zu "verrechnen", ist wohl dessen Faulheit, Rechtsunkenntnis (zuerst stand hier Dummheit) oder Dreistigkeit geschuldet. Keine dieser Erklärungen wird wohl vor der nächsten Instanz Bestand haben.
    • Pinsi 26.08.2018 01:58
      Highlight Highlight Da stimme ich absolut zu. Auch dies erscheint gewissermassen willkürlich.
  • Ariel 9014 25.08.2018 16:15
    Highlight Highlight Als Ergänzung ist dieser Artikel sehr empfehlenswert.
    https://www.woz.ch/1812/toetungsdelikt-von-rupperswil/ein-dilemma-das-ans-lebendige-geht
  • 's all good, man! 25.08.2018 14:59
    Highlight Highlight Ernsthafte Frage: was treibt einen Max Ruchti und andere genau an, in so etwas ganz ernsthaft Zeit, Energie und Geld zu investieren? Was ist da der Antrieb dafür, was erhofft man sich von solchen Aktionen? Hier fehlt mir wirklich das Vorstellungsvermögen.
    • wipix 25.08.2018 18:05
      Highlight Highlight Der gehört zu der Sorte Mensch, die sich selber an solch schrecklichen Taten zu profilieren versuchen... extrem beschämend!
    • MSpeaker 25.08.2018 18:57
      Highlight Highlight Vorallem müsste die Rechtskanzlei wohl gegen die Webseite klagen können. Das verwenden absichtlich ähnlicher Domains ist verboten wen man zB in einem ähnlichen Geschäftsbereich tätig ist,hier wurde ja nur das ae durch ein ä erserzt. Natürlich ist Herr Ruchti kein Anwalt, aber ich denke auch dass was er macht ist nicht erlaubt.
  • olmabrotwurschtmitbürli 25.08.2018 14:50
    Highlight Highlight Also in Fachkreisen und unter Berufskollegen haben eher die rechtswidrigen Anträge der Staatsanwältin für Verblüffung gesorgt.
  • Dubio 25.08.2018 14:34
    Highlight Highlight Bezüglich der überhöhten Honorarrechnung ist allerdings auch zu sagen, das die Gerichte fast immer sehr grosszügig zusammenstreichen, weshalb die Anwälte immer mehr dazu übergehen, recht grosszügig aufzuschreiben, um am Schluss einen vernünftigen Betrag zu erhalten. Dieses „Spielchen“ artet bei gewissen Gerichten dann auch recht aus, gut möglich dass das im Aargau auch der Fall ist. Auch zu erwähnen ist, dass die Strafverteidiger ihr Honorar erst nach Abschluss des Verfahrens erhalten. Da muss man zT mit mehreren Jahren und mehrere zehntausend Franken in Vorleistung gehen.
  • Gawayn 25.08.2018 14:10
    Highlight Highlight Frau Senn war sicher mal nicht die richtige Person für den Job.
    Wenn sie Ratschläge braucht wie sie am besten vorgehen soll und noch nicht mal den Tarif richtig kennt.

    Auch finde ich, hat sie den Job nicht richtig erledigt. Die Faktenlage war klar, ein umfassendes Geständnis lag vor.
    Was soll also das Theater den Opfern eine Mitschuld unter zu stellen?!

    Die Sache zusammenfassen, plädoyer halten der Fakten, Urteil anhören und gut ist.

    Aber sowas wie Handynummer und Adresse zu veröffentlichen ist absolut mies.
    Hat auch Frau Senn nicht verdient.

    • äti 25.08.2018 15:39
      Highlight Highlight .. im Nachhinein könnens alle immer besser.
    • Caprice 25.08.2018 16:06
      Highlight Highlight Hinz und Kunz hättens besser gemacht, ne....
    • Gawayn 25.08.2018 16:28
      Highlight Highlight Jeder macht seinen Job.

      Man muss nur die Fakten sehen.

      Was tratscht sie mit Kollegen über das Verfahren?
      Dafür noch Geld kassieren wollen?
      Es geht darum einen geständigen Straftäter zu vertreten.
      Nicht zu klären ob er Schuldig ist.

      Im absoluten Minimum, hätte sie wissen sollen welcher Tarif gilt.

      Das sind alles eindeutige Punkte die zeigen, das sie nicht die Richtige war.

      Ein Klempter muss auch nicht zuerst zum Kollegen gehen und fragen wie's geht.
      Schon gar nicht lässt er das verrechnen.
      Auch er wird wissen welcher Tarif gilt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mike2s 25.08.2018 13:59
    Highlight Highlight Leute die sich über Strafverteidiger aufregen sind ein Bisschen wie Kinder die nach den Theater die Schauspielerin hassen die, die Hexe gespielt hat.
    • CheGue 25.08.2018 16:18
      Highlight Highlight Mir bleibt die Sprache weg. Für mich völlig unverständlich, wie man einen solchen Blödsinn von sich geben kann?! Oder habe ich ihre Ironie oder Sarkasmus nicht verstanden?! Wie auch immer.....Allein die Aussagen von Frau Senn bezüglich dem Fehlverhalten der Opfer war ein Affront gegenüber allen direkt Beteiligten und den Opfern, und lässt einem ihre Aussage kalt den Rücken hinunter fahren...
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 25.08.2018 22:26
      Highlight Highlight RoJo, sie scheinen sich im Blick zu informiern ;-)
      Die Verteidigerin hat die Opfer nicht verhöhnt, sondern die Perspektive des Täters aufgezeigt.

      Damit es hoffentlich nicht nur beim Blick bleibt, ein Artikel für Sie:

      https://www.woz.ch/1812/toetungsdelikt-von-rupperswil/ein-dilemma-das-ans-lebendige-geht
    • CheGue 26.08.2018 00:25
      Highlight Highlight @Jane Soda. Nein, ich kann sie beruhigen. Ich habe den Blick nicht gelesen. Und wenn ich ihn gelesen hätte, schliesst auch das nicht aus, dass man kritisch und hinterfragend durch die Welt geht! Übrigens, zeigen sie mir eine Zeitung mit einem besseren Sportteil😉😉....Die Aussagen von Frau Senn waren in verschiedensten Medien dokumentiert. Nur weil einige den Rechtsstaat und die Gesetze besser glauben und interpretieren zu können, sollten sie ihre Sozialkompetenzen nicht vernachlässigen. Wobei, vielleicht fehlen gerade diese..... dann noch fast lieber der Blick...
    Weitere Antworten anzeigen
  • tabernac 25.08.2018 13:55
    Highlight Highlight also in dem fachgebiet verstehe uch wirklich nix. aber was ich weiss ist, dass ich diesen typ niemals für chf 155‘000 vertreten hätte!
    • phreko 25.08.2018 15:23
      Highlight Highlight Zum Glück gibts andere, die den Rechtsstaat ( z.b. Auch die Präambel unserer Verfassung) hochhalten.
    • Lord_Mort 25.08.2018 17:04
      Highlight Highlight @tabernac. Alle haben ein Anrecht auf einen Anwalt in einem Strafverfahren. So funktioniert unser Rechtsstaat. Ich bin mir zudem nicht ganz sicher, ob Anwälte als Pflichtverteidiger arbeiten müssen, wenn sie von einem Gericht dazu berufen werden.
  • aglio e olio 25.08.2018 13:39
    Highlight Highlight "Im Aargau hingegen kann sich die Staatsanwaltschaft ihre Gegner selber aussuchen."

    Bananenkanton
    • cgk 25.08.2018 14:38
      Highlight Highlight Nein, Rüebli!
  • Nonsense Forscher 25.08.2018 13:36
    Highlight Highlight Wäre noch interessant zu Wissen, wie manchen Anwalt als Verteidiger die Staatsanwaltschaft anschreiben musste, bis diese in dem Fall völlig überforderte Anwältin zusagte in die Höhle der Löwen zu steigen.
  • Randy Orton 25.08.2018 13:30
    Highlight Highlight 200.- pro Stunde? Eventuell sollte man diese Löhne einmal diskutieren, denn wir bezahlen das...
    • Phrosch 25.08.2018 14:32
      Highlight Highlight Das ist kein Lohn, sondern der Stundenansatz des Honorars. Davon müssen Büro, Sozialversucherungsbeiträge, womöglich auch noch Angestellte etc. bezahlt werden. Was an Lohn bleibt, dürfte deutlich tiefer liegen.
    • satyros 25.08.2018 14:36
      Highlight Highlight Dir ist schon klar, dass dieser Tarif weit unter dem liegt, was Anwälte sonst kosten? Und dass das kein Nettolohn ist, sondern davon auch Infrastrukturkosten, Löhne von Angestellten und sämtliche Sozialversicherungen bezahlt werden müssen?
    • Randy Orton 25.08.2018 15:32
      Highlight Highlight Saryros und Phrosch, auch das rechtfertigt nicht eine Verzehnfachung eines normalen Stundenansatzes.
    Weitere Antworten anzeigen
  • glointhegreat 25.08.2018 13:29
    Highlight Highlight Richtig so
  • Yogi Bär 25.08.2018 13:24
    Highlight Highlight Richter sind und waren nie unabhängig. Das mit der blinden Justitia ist deshalb auch nur ein Witz. Musste diese Tatsache schon selbst schmerzhaft durchmachen!
  • phreko 25.08.2018 13:13
    Highlight Highlight Max Ruchti arbeitet demnach daran, den Rechtsstaat abzuschaffen. Sowas müsste man eigentlich rechtlich verfolgen können!
    • zeusli 25.08.2018 20:47
      Highlight Highlight Ist schon spannen was alles für christliche Leute in der CVP sind...
  • Rhabarber 25.08.2018 13:10
    Highlight Highlight Völlig unabhängig von einer Meinung zum Artikel und dessen Aussagen:

    Wieso veröffentlichen beleidigte Männer so gerne die privaten Telefonnummern von Frauen?

    Können diese Leute nicht zwischen Beruf und Privat unterscheiden? Ist das zu komplex?
    • Astrogator 25.08.2018 13:38
      Highlight Highlight Der betreffende Herr sieht sich selbst als "Winkelried" - ist wohl eine Art sich wichtig zu machen und Minderwertigkeitskomplexe zu überwinden.
    • Ueli der Knecht 25.08.2018 14:02
      Highlight Highlight Ich finde es unfair, solches anstössiges und aufhetzendes Verhalten nur Männern anzuhängen. Frauen mobben mindestens genauso gut.
    • DemonCore 25.08.2018 14:30
      Highlight Highlight Solche Kommentare gibt's wenn man alles nur noch durch die Gender-Brille sieht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • satyros 25.08.2018 12:52
    Highlight Highlight Man kann sich schon fragen, was sich dieses Aargauer Provinzgericht da alles heraus nimmt. Frau Senn hat ihren Job gemacht. Ob sie das gut oder schlecht gemacht hat, hat das Gericht nicht zu beurteilen oder zu kommentieren.
    • Forrest Gump 25.08.2018 13:11
      Highlight Highlight Hat das Gericht auch nicht, es hat lediglich die Rechnung gerügt. Die Kritik kam vom Autor dieses Artikels.
    • Dubio 25.08.2018 14:27
      Highlight Highlight Öhm doch! Das ist sogar EXPLIZIT die Aufgabe eines Gerichts.
    • satyros 25.08.2018 15:00
      Highlight Highlight @Dubio: Das Gericht hat die Schuld des Beschuldigten fest zu stellen und über eine geeignete Sanktion zu befinden. Beides ist dann zu begründen. Ob eine Anwältin ihrem eigenen Anspruch, die Opfer, bzw. deren Angehörigen, mit Würde und Respekt zu behandeln, gerecht wurde, tut dabei nichts zur Sache. Oder hätte N. eine Strafmilderung verdient, wenn sie das nach dem Dafürhalten des Gerichts gemacht hätte? Das mit der Rechnung ist natürlich eine andere Sache, die muss das Gericht prüfen und gegebenenfalls kürzen. Einfach den Aufwand an der HV nicht zu vergüten ist allerdings rechtswidrig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 25.08.2018 12:46
    Highlight Highlight Hexenjagd hat eine gewisse Tradition in der Schweiz, und befriedigt auch ein Bedürfnis des Pöbels. Schliesslich werden auch im Aargau die Richter gewählt und sind daher vom Stimmvieh nicht unabhängig.
    • cal1ban 25.08.2018 13:10
      Highlight Highlight Einer der besten Kommentare die ich bis jetzt hier gelesen habe.
    • Roman h 25.08.2018 14:59
      Highlight Highlight Welcher Richter ging dann auf Hexenjagt?
      Die Hexenjagt kommt doch von den Medien und soviel ich weiss werden die nicht gewählt.
      Das Gericht kritisierte ja nur die Abrechnung und man kann es drehen wie man will aber 200 und 220 ist nun mal nicht das selbe.
    • Phiilofofi 25.08.2018 15:30
      Highlight Highlight Puuuunchliiiine yeah!

      *Zustimmung*
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Model Tamy Glauser will für die Grünen in den Nationalrat

Es ist der perfekte Coup für die Grünen: Das international erfolgreiche Model Tamy Glauser will für den Nationalrat kandidieren. So schreibt es der «Blick» am Mittwoch. Die Zürcher Grünen-Präsidentin Marionna Schlatter bestätigt das Vorhaben von Glauser und sagt gegenüber der Zeitung: «Die Geschäftsleitung der Grünen schlägt vor, dass Tamy Glauser auf die Nationalratsliste der Grünen Kanton Zürich kommt.»

Die 34-jährige Glauser und ihre 29-jährige Lebenspartnerin Dominique Rinderknecht, sind …

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