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Aus Geldnot musste Nina ihre Tochter damals im Alter von sechs Monaten zu Pflegeeltern geben. bild: Ralph Ribi/ch-media

Wie die Schulden des Ex-Freundes das Leben einer jungen Schweizerin zerstörten

Eine Appenzellerin wurde mit 15 ungewollt schwanger und stand vor einem Berg Schulden, die der Vater des Kindes auf ihren Namen angehäuft hatte. Zehn Jahre später erzählt Nina* ihre Geschichte.

Stephanie Martina / ch media



Stark sein. Etwas, das Nina* in ihrem Leben schon oft musste. Sie war es damals, als sich ihre Eltern scheiden liessen und sie schon als kleines Mädchen für ihre Schwester sorgen musste, während die Mutter mit vier Jobs versuchte, den Lebensunterhalt zu verdienen. Sie wollte stark sein, als ihr Vater aus ihrem Leben verschwand, alles auseinanderbrach und sie, die einst gute Schülerin, auf die schiefe Bahn geriet. Und auch als sie daraufhin ins Kinderheim gesteckt wurde, blieb ihr nichts anders übrig, als durchzuhalten.

Erst als sie 15 Jahre alt war, durfte Nina zurück nach Hause – aber nur für wenige Monate. Denn Nina wurde ungewollt schwanger, und ihre Mutter stellte ihr ein Ultimatum: Abtreibung oder Rausschmiss. Nina musste gehen. Eine Abtreibung kam für sie nicht in Frage. Sie glaubte, dass alles, was leben wolle, auch leben solle. So, wie es der Buddhismus, die Religion, mit der sie aufgewachsen ist, vorgibt.

«Ich fühlte mich derart hintergangen und hilflos. Ich war so wütend. Das ist einfach ungerecht!»

Heute glaubt Nina nicht mehr. «Die vielen schlimmen Tage und die grosse Ungerechtigkeit, die mir widerfahren ist, haben mir gezeigt, dass es keinen Gott gibt», sagt sie. Inzwischen ist Nina 25. Schwierige Zeiten liegen hinter der jungen Appenzellerin. Denn ihr Ex-Freund, von dem sie sich nach der Geburt trennte, hatte sie während der Schwangerschaft nicht nur betrogen, sondern auch einen Berg Schulden angehäuft – auf ihren Namen. 25'000 Franken.

Nina erklärt: «Eine Zeit lang ging damals meine Post noch zu ihm, weil ich als Serviceangestellte nur ein Zimmer hatte und keinen Briefkasten. Weil er sowohl die Zugangsdaten zu meinem Mail-Account als auch mein Geburtsdatum kannte, konnte er alles über meinen Namen abwickeln. Handyabo, Krankenkasse, Onlinebestellungen, einfach alles.»

Sie erkundigte sich, welche rechtlichen Optionen sie habe, um nicht für seine Schulden aufkommen zu müssen. Keine, sagte man ihr. Alles laufe auf ihren Namen. Wieder einmal hiess es für Nina: stark sein.

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Einige Babysachen ihrer Tochter hat Nina bis heute aufgehoben. bild: Ralph Ribi/ch-media

«Ich fühlte mich derart hintergangen und hilflos. Ich war so wütend. Das ist einfach ungerecht!» Ihre Augen füllen sich mit Tränen. Vergeblich versucht Nina sie zurückzuhalten. Mit bebender Stimme sagt sie: «Jeder denkt, dass ich über meine Verhältnisse gelebt habe.» Niemand frage nach den Hintergründen.

Doch manchmal sei ihr diese Reaktion lieber als jene auf ihre Geschichte. Dann würden die Leute nämlich denken: War die naiv! «Ich gebe zu, es war dumm. Ich war ein verliebter Teenager, der blind vertraute und unvorsichtig war. Aber im Grunde ist doch jeder nur eine falsche Entscheidung davon entfernt, sein Leben zu ruinieren.»

Weil sie vor einem Haufen Schulden stand, auf keine finanzielle Unterstützung ihrer Familie oder des Ex-Freundes zählen konnte, musste Nina ihre damals halbjährige Tochter zu Pflegeeltern geben. Statt eine Ausbildung zu machen, wie andere in ihrem Alter, musste sich Nina einen Job suchen, um die Schulden zu begleichen. Von ihrem monatlichen Einkommen als Serviceangestellte von 4300 Franken netto gingen jeweils rund 2500 Franken an Gläubiger, der Rest – 1800 Franken – musste ihr reichen, um den Lebensunterhalt zu finanzieren.

«Teilweise wird man wie der letzte Dreck behandelt».

«Ich fühlte mich so unfair behandelt. Ich arbeitete und arbeitete, und trotzdem konnte ich mir nie etwas leisten, nie etwas zur Seite legen», sagt sie. Es habe oft Monate gegeben, in denen das Geld wegen der Schulden nicht mehr reichte, um ihre eigenen Rechnungen zu bezahlen.

Ein Teufelskreis begann. Auf dem Betreibungsamt war Nina in den letzten neun Jahren Stammgast. Ebenso in der Warteschlaufe von Telefonhotlines. «Das sind schwierige Anrufe. Ich schäme mich, dass ich immer wieder darum bitten muss, die Rechnungen in Raten bezahlen zu können.» Einige haben Verständnis, viele nicht.

Etwa als sie einmal auf dem Betreibungsamt versuchte, für eine fällige Rechnung über 3500 Franken eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Man habe ihr gesagt, sie müsse bis am Nachmittag entweder das Geld oder den Autoschlüssel bringen, damit das Fahrzeug gepfändet werden könne. Sonst käme die Polizei. «Aber ich brauche das Auto, damit ich meine Tochter sehen kann. Mit dem öffentlichen Verkehr komme ich nicht dorthin, um sie am Wochenende zu mir zu holen», sagt Nina. Eine Freundin habe ihr das Geld schliesslich geliehen.

Die Verzweiflung der jungen Mutter ist gross. Sie blickt nach unten und zerknüllt ein Taschentuch. Dann sagt sie: «Teilweise wird man wie der letzte Dreck behandelt». Ein bisschen verstehe sie das, fügt sie an, denn es gebe bestimmt viele Leute, die nicht zahlen wollten und den Staat ausnützen würden. Sie hingegen wolle zahlen, könne aber nicht. «Das ist doch ein Unterschied!» Ihre Stimme versagt.

Dass sie sich ständig rechtfertigen und sich Anschuldigungen und Vorurteile anhören muss, verletzt Nina tief. «Man überwindet sich ja schon, überhaupt Hilfe beim Sozialamt zu holen. Da will man nicht auch noch diskriminiert und angefeindet werden. Aber man muss all das über sich ergehen lassen, man hat ja keine andere Wahl.»

Dass sie die 25'000 Franken von ihrem Ex-Freund je zurückbekommt, glaubt Nina nicht. Um sie vor Gericht einzufordern, fehlt es ihr an Geld, Energie und Mut. «Ausserdem hat er Privatkonkurs angemeldet», sagt sie.

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Andenken wie diese Babyfinkchen halten Nina aufrecht. bild: Ralph Ribi/ch-media

Bis heute hat sich Ninas Situation kaum verbessert. Noch immer sind 5000 Franken an Schulden unbeglichen, Existenzängste allgegenwärtig. Letzten Sommer konnte Nina endlich eine Ausbildung beginnen, etwas, das ihr zuvor verwehrt geblieben war. Samt Ergänzungsleistungen der Sozialhilfe muss die angehende Töffmechanikerin mit 1500 Franken im Monat auskommen.

Ohne die Unterstützung ihres neuen Freundes, mit dem sie seit zwei Jahren in Appenzell lebt, hätte Nina keine Lehre beginnen können. «Wenn ich meinen Freund nicht hätte, wäre mein Kühlschrank leer.»

«In meinem Kopf drehen sich die Gedanken, ich bin ständig damit beschäftigt Lösungen und Auswege zu suchen.»

Die ständige Abhängigkeit macht ihr extrem zu schaffen. «Ich merke, dass auch er auf Dinge verzichten muss, weil er mich finanziell unterstützt. Das tut mir weh.» Darum sei es ihr wichtig, diese Ausbildung zu machen, um später besser zu verdienen und sich revanchieren zu können.

Oft hat sie in den vergangenen Jahren daran gedacht, einfach aufzugeben, vielleicht sogar ihr Leben. Doch ihrer heute neunjährigen Tochter zuliebe kämpfte sie sich durch. Denn irgendwann möchte Nina ihr Kind zu sich holen – endlich eine Familie sein.

Doch vorerst bleibt das bloss ein Wunsch. Über die Zukunft denkt Nina kaum nach, zu gross sind ihre Sorgen. Sie sagt: «In meinem Kopf drehen sich die Gedanken, ich bin ständig damit beschäftigt Lösungen und Auswege zu suchen. Ich muss alles nehmen, wie es kommt. Einfach weiter machen.» Stark sein.

*Name der Redaktion bekannt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Burdleferin 17.04.2019 16:35
    Highlight Highlight Da stimmt mir zu vieles nicht an der Geschichte.
  • Miicha 17.04.2019 11:48
    Highlight Highlight Watson ihr habt doch Kontakt zu ihr, das wäre ein Fall für GoFundMe.
  • Ökonometriker 17.04.2019 11:10
    Highlight Highlight Die hätte rechtlich und finanziell viele andere Möglichkeiten gehabt. Aber niemand half ihr, alle nutzten ihr Unwissen aus und Bildung blieb ihr verwehrt. Schlimm, dass es Menschen gibt, die derart allein gelassen werden...
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 17.04.2019 12:14
      Highlight Highlight Ging mir ähnlich als ich 30000.- Franken schulden hatte. Bei mir war es klarselbstverschuldet, aber ich hatte von Anfang an vor, diesen Mist selber zu bereinigen.
      Alles was ich gewollt hätte, wäre eime Anlaufstelle gewesen, die mir einfach das beste "wie" gezeigt hätte.
      Auf der staatlichen Schuldnerberatungsstelle kam dann echt der heftigste. Da ich arbeitslos war, wollten die meinen Fall nicht mit der Zange anfassen.
      Und eine andere Stelle versuchte mich in den Privatkonkurs zu drängen.
      Schluss am Ende half mir eine sehr gute Freundin, die etwas von Buchhaltung verstand.
  • Bronko 17.04.2019 09:53
    Highlight Highlight Egal wie viele Schulden man hat, aber alleine deswegen muss heutzutage niemand sein Kind abgeben. Das Kind wäre das Wichtigste. Gewisse Teile der Geschichte scheinen zu fehlen.
  • Nausicaä 17.04.2019 09:49
    Highlight Highlight An Nina:

    Ja, du gehörst zu denjenigen, die keinen guten Start ins Leben haben und das ist hart und schmerzt...

    Die Welt ist aber nunmal nicht gerecht, das muss man akzeptieren, um nicht zu verzweifeln. Auch wenn das auch nicht leicht ist...

    Und, soweit ich lese: Du bist jung und gesund und kannst immer noch viel aus deinem Leben machen! Verzage nicht und blicke nach vorn!!

    • MiezeLucy 17.04.2019 16:35
      Highlight Highlight Jung und körperlich gesund reicht aber nicht immer!!
    • Nausicaä 17.04.2019 18:05
      Highlight Highlight @MiezeLucy: Es sind aber gute Voraussetzungen, solang man psychisch nicht schwer beeinträchtigt ist.

      Ich kenne aus meinem Umfeld (und auch meiner Familie) Einige mit Erbkrankheiten, die Post bringt mir eine MS-Erkrankte, die bereits fast nicht mehr laufen kann. Es gibt wirklich schlimmeres als 25'000 Franken Schulden (das ist ja keine Summe, die einem das ganze Leben ruiniert, wenn man in eine WG zieht, sollte das mit Ninas Lohn in zwei Jahren locker abgezahlt sein).

      Aber nicht alle Leute sind gleich resilient, das ist mir auch bewusst und Nina hätte mehr Unterstützung gebraucht.
  • Nausicaä 17.04.2019 09:45
    Highlight Highlight Für die junge Frau wohl zu spät, für alle anderen jungen Leute mit ähnlichen Problemen, hier Adressen, bei denen ihr kostenlos Unterstützung bekommt. Bevor ihr Schulden abzahlt, die ihr nicht gemacht habt, kämpft!! Sonst müsst ihr nachher umso härter kämpfen:

    https://www.beobachter.ch/gesetze-recht/rechtsstreitigkeiten-rechtsberatung-zum-nulltarif
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 17.04.2019 09:37
    Highlight Highlight Komische Geschichte. Bin zwar kein Jurist, aber ohne ihre Zustimmung kommt doch gar kein gültiger Vertrag zustande? Sie hat viele dumme Entscheidungen getroffen.
    • Hierundjetzt 17.04.2019 12:06
      Highlight Highlight Falsch. Bitte Artikel lesen. Ihr Freund hat in Ihrem Namen (und ohne Ihr Wissen) Verträge abgeschlossen.

      Das geht. Nennt man Betrug
    • Alnothur 17.04.2019 12:24
      Highlight Highlight Eben. Und das ist dann KEIN gültiger Vertrag.
    • manhunt 17.04.2019 13:17
      Highlight Highlight @hier und jetzt: und musste bei jedem vertrag, weil so üblich, ihr alter angeben. sie war zum besagten zeitpunkt minderjährig. somit war keiner dieser verträge, weil keine elterliche oder vormundschaftliche einwilligung vorlag, rechtsgültig (zgb art. 19).
    Weitere Antworten anzeigen
  • So en Ueli 17.04.2019 09:31
    Highlight Highlight Dann hoffen wir, dass das Karma den Ex Freund schön bestraft.
  • Astrogator 17.04.2019 09:30
    Highlight Highlight Und gestern schrieb jemand zu den hohen Managerlöhnen, jeder könne studieren und Einkommensmillionär werden, reine Willenssache...
    • Alnothur 17.04.2019 12:25
      Highlight Highlight Sie hatte ja offensichtlich nicht den Willen, sich zu wehren, sondern hat die Schulden einfach so hingenommen.
    • ingmarbergman 17.04.2019 12:47
      Highlight Highlight Darum spielen die Leute auch Lotto, oder stimmen gegen Erbschaftssteuern mit 2Millionen Freibetrag - weil sie nicht mit Statistik umgehen können und irgendwie glauben, dass ausgerechnet sie zu den 0.1% gehören.

    • Hierundjetzt 17.04.2019 14:46
      Highlight Highlight Alnothur: so mit 15 jahre (8 Klasse) hast du voll Leben vooooll im Griff gehabt. Klar. Sonst noch einen Wunsch?
  • stadtzuercher 17.04.2019 09:10
    Highlight Highlight Mit 15 sich für ein Kind entscheiden, ohne Einkommen, ist ja schon mal ein schwerwiegender Entscheid. Buddhismus hin oder her.
    • Hierundjetzt 17.04.2019 12:09
      Highlight Highlight Wenn man aus zerrüttenden Familienverhältnissen stammt ist die Sehnsucht nach intakter Familie und daraus resultierender (vermeintlicher) Geborgenheit grösser als das Ratio 😌

      Für mich, hier, nachvollziehbar.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 17.04.2019 12:15
      Highlight Highlight Welche Eltern sind derart grausam, dass sie einen vor die Wahl stellen abzutreiben oder zu verschwinden?
    • Nico Rharennon 17.04.2019 14:30
      Highlight Highlight @Planet Escoria, ist das überhaupt legal?! Gemäss meinem Wissensstand, wären die Eltern mindestens bis zu ihrer Volljährigkeit für sie verantwortlich. Deshalb wären wohl auch die Schulden den Elrern anzulasten!
      Gebe dir aber Recht, ziemlich übel was da abgelaufen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • manhunt 17.04.2019 09:07
    Highlight Highlight üble sache. hat jemand erfahrung mit croudfunding? wäre mit 200.- dabei.
    • Nunu0815 17.04.2019 12:10
      Highlight Highlight Ich würde auch was spenden.
      Anyone?
    • juergy 17.04.2019 13:12
      Highlight Highlight i au !!
    • Nunu0815 17.04.2019 15:11
      Highlight Highlight Vielleicht könnte watson da was einfädeln?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ich_bin_ich 17.04.2019 09:02
    Highlight Highlight Das grundlegende Problem in diesem Land sind wieder die verworrenen und undurchsichichtigen Möglichkeiten.

    Es gäbe wohl für jedes einzelne Problemchen der Dame eine mehr oder weniger einfache Lösung.

    Nur woher soll die Gute das wissen?
    Teuer einen Anwalt bezahlen mit Schulden?

    Tolles System....
    • Aglaya 17.04.2019 10:25
      Highlight Highlight In vielen grösseren Städten gibt es eine kostenlose Rechtsberatung, das wäre wohl eine erste Anlaufstelle.
    • Hierundjetzt 17.04.2019 12:10
      Highlight Highlight Sie wohnt in Appenzell. Rechtsberatung ist nur für Bürger der Gemeinde da.

      Du kannst nicht einfach zB. nach Zürich 😉
    • Aglaya 17.04.2019 13:53
      Highlight Highlight Gemäss Google gibt es auch in Appenzell unentgeltliche Rechtsberatung durch den Anwaltsverband.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hierundjetzt 17.04.2019 08:56
    Highlight Highlight Ach immer dieser Föderalismus 😤 Kleinststaaten wie der Appenzell sind doch komplett überfordert mit solchen Fällen.

    - wo war die Alimentenbevorschussung, damit Sie Ihr Kind aufziehen konnte
    - wo war die professionelle Sozialberatung?
    - warum kein Amtsvormund (vor KESB)?
    - warum kann die Mutter plötzlich Ihr Kind auf die Strasse setze (Fürsorgepflicht)?
    - warum muss eine 16 jährige plötzlich fremde KK Prämien zahlen?

    Ja warum? Weil der Kanton und die Gemeinde komplett versagt haben.

    Weil wieder mal Kollegen, die drauskommen, am Werk waren.

    In ZH, BE, BS, GE unvorstellbar sowas
  • Schwaflichopf 17.04.2019 08:52
    Highlight Highlight Aha. Als Buddhistin den Glauben an Gott verlieren? 😕🤔
    Die junge Frau tut mir echt leid. Wenn ich könnte, würde ich ihr gerne was geben, aber wir drehen auch jeden Franken drei Mal um. 😔
  • Lienat 17.04.2019 08:49
    Highlight Highlight Was ich an der ganzen Sache besonders stossend finde: Selbst wenn sie auf gerichtlichem Weg einen Teil der Schulden zurückfordern könnte (z.B. wegen Nichtigkeit der Verträge aufgrund von Minderjährigkeit) müsste sie als klagende Partei die zu erwartenden Prozesskosten bevorschussen. Das dürfte in in ihrem Fall wohl ausgeschlossen sein, aber so will es die Zivilprozessordnung. Es ist schon bedenklich, wenn Bürger eines Rechtsstaates wegen Geldmangel vom Recht ausgeschlossen werden.
    • Hierundjetzt 17.04.2019 10:30
      Highlight Highlight Ja und nein. Ich habe so den Verdacht, dass man damit ungerechtfertigte Klagen eindämmen will und die Bürger zu einem Vergleich „zwingen“ will bevor man den Richter anruft

      Das ist aber nur meine amateurhafte Einschätzung
    • Lienat 17.04.2019 13:19
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Meine amateurhafte Einschätzung ist die gleiche wie Deine. Grundsätzlich finde ich es ja auch richtig, dass man zuerst versucht, sich aussergerichtlich zu einigen. Mit der aktuellen Regelung wird aber einem grossen Teil der Bevölkerung der Zugang zum Rechtssystem verwehrt.

      Andererseit kann Dich ein finanzstarker Kläger mit Klagen - auch völlig haltlosen - überfluten und Du kannst dann jede freie Minute vor Gericht verbringen. Und wehe, Dir unterläuft dabei ein Formfehler...
    • hoffmann_15@hotmail.com 17.04.2019 14:45
      Highlight Highlight Der Beobachter und die NZZ haben ganz interessante Artikel und Interviews zu dem Thema, leider habe ich die Links aber nicht zur Hand.
  • philosophund 17.04.2019 08:33
    Highlight Highlight Und im nächsten Artikel lese ich über einen mit Goldmünzen und Spesen herumwerfenden Offizier welcher versetzt wurde und aber immernoch 25k im Monat einsackt. Krank oder?
  • Human 17.04.2019 08:29
    Highlight Highlight Ich hab fast die selbe scheisse durch nur glücklicherweise ohne Kind. Nach meiner Beziehung vor 10 Jahren bin ich mit 30.000CHF Schulden raus. In dieser Beziehung lief das meiste über mich und mein Ex hat danach nur die Schultern gezuckt. Wenn du auf der Rechnung stehst hast du schlicht nichts in der Hand. Aktuell zahl ich auch noch einen kleinen Teil ab, das Ding ist bei solchen Geschichten selbst nach Jahren kommen oft noch alte Schuldscheine hervor. Klar könnt ich beim BA anrufen und alle aufeinmal anfordern aber will mich ja nicht direkt selbst wieder reinschubsen...
  • Anita Bürgi 17.04.2019 08:04
    Highlight Highlight Melde dich doch beim Beobachter!
    • Coffeetime 17.04.2019 09:03
      Highlight Highlight Wollte ich auch sagen.... Aber für gewisse Beratungen musst du halt Abonnent sein.
    • Hierundjetzt 17.04.2019 10:31
      Highlight Highlight Und dann? Ist Sie die Schulden los? Nein. Der Beobachter ist eine Spartenzeitschrift und keine Rechtsberatungsstelle 😌
    • who cares? 17.04.2019 11:36
      Highlight Highlight Es gibt auch SOS Beobachter, die helfen meines Wissens auch Nicht-Abonnenten.
  • AlteSchachtel 17.04.2019 07:57
    Highlight Highlight "Teilweise wird man wie der letzte Dreck behandelt"

    Das ist das Schlimme in der Schweiz. Man verhungert zwar nicht, wenn man arm ist.
    Aber Diskriminierung, Respekts- und Rücksichtslosigkeit, Ignoranz und Vorverurteilung sind an der Tagesordnung.
    Deswegen ist es für die Betroffenen oft fast unmöglich aus der Misere herauszukommen.
  • Don Alejandro 17.04.2019 07:47
    Highlight Highlight Alle Schulden, die "sie" als Minderjährige gemacht hat, können sicherlich angefochten werden. Onlinehändler prüfen in aller Regel bei Kauf gegen Rechnung diese, sowie ob Zahlungstörungen bekannt sind. In diesem Fall ist dies offensichtlich nicht geschehen und man könnte diesbezüglich auch deren Sorgfaltspflicht anzweifeln. Denn Kauf gegen Rechnung ist formal eine Kreditvergabe, denn der Händler geht eine Vorausleistung ein ohne das die Zahlung gesichert ist. Eine bessere Rechtsberatung hat diese junge Frau verdient. Viel Glück.
  • Skydanny 17.04.2019 07:37
    Highlight Highlight Es gibt immer wieder Menschen, welche einfach „vergessen“ werden von unserem tollen System! So eine junge Frau allein lassen mit Problemen, die eine 15 jährige gar nicht stemmen kann, ist fast schon kriminell!! Wo ist denn z.b. eine KESP, wenn man sie braucht? Andere soziale Einrichtungen? Unglaublich!!
    • Ichpersönlich 17.04.2019 08:35
      Highlight Highlight Wenn ich richtig gerechnet habe gabe es zum damaligen Zeitpunkt die KESB noch nicht, diese wurde erst 2013 eingeführt. Somit war die Vormundschaftsbehörde oder der Gemeinderat noch zuständig.
      Ja ich finde auch, das dies schon fast kriminell ist. Habe mich auch gefragt wie es möglich ist das eigene Kind auf die Strasse zu stellen.
    • Magnum44 17.04.2019 14:26
      Highlight Highlight @skydanny:
      1. Sprechen wir hier vom Kanton Appenzell und noch vor der KESB Revision.
      2. Auch heute sieht die Kesb nicht einfach alles, nur weil sie von Amtes wegen tätig werden muss.
  • FloW96 17.04.2019 07:31
    Highlight Highlight Wieder einmal ein sehr einseitiger Artikel.
  • Baccara aka Shero 17.04.2019 07:30
    Highlight Highlight Wirklich eine sehr unglückliche Geschichte.

    Aber irgendwie geht sie mir nicht auf - sie war ja irgendwie um die 15 rum und ihr Exfreund war schon so alt, dass er soviele Schulden auf IHREN Namen anhäufen konnte? Hä wie jetzt?

    Also irgendwie stimmt mir da einfach etwas nicht.

    Trotzdem: ich kann ihr nachfühlen. Aber es kommt gut, wenn man stark genug.
  • Freedom Fighter 17.04.2019 07:16
    Highlight Highlight "Aber im Grunde ist doch jeder nur eine falsche Entscheidung davon entfernt, sein Leben zu ruinieren."

    Ein Satz, über den es sich nachzudenken lohnt.
  • Hans Franz 17.04.2019 06:59
    Highlight Highlight oje oje, einmal pech immer pech...
    wobei die Zahlen können so doch nicht stimmen? fehlt da bei den 25'000 nicht ne Null und es sollten 250'000? Mit einer monatlichen Lohnpfändung von 2'500 hätrte sie die Schulden in erhalb eines Jahres abbezahlt sofern sie in dieser Zeit keine neue Schulden gemacht hätte und sie über diesen Zeitraum den Job hat... oder nicht?
    • Menel 17.04.2019 07:30
      Highlight Highlight Ich frage mich immer noch, wie das bei einer 15jährigen möglich ist; gibt es echt Banken, die Jugendlichen ein Konto zur Verfügung stellen, dass sie so weit überziehen können?
    • bokl 17.04.2019 08:12
      Highlight Highlight @Menel
      Bei der Bank kaum. Aber Handyabo inkl. Anbieterwechsel, 4-5 Kreditkarten, Bestellung auf Rechnung, usw. Dazu exorbitante Verzugszinsen, Mahn-/Betreibungsgebühren, usw.
    • Aglaya 17.04.2019 08:47
      Highlight Highlight @bokl
      Eine Kreditkarte wird sie als Minderjährige wohl nicht gehabt haben, sondern höchstens eine Debit- oder Prepaidkarte. Und im Normalfall verlangen auch Handyanbieter bei Minderjährigen die Unterschrift der Eltern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Magnum44 17.04.2019 06:55
    Highlight Highlight Da hat sie ja eine super Rechtsberatung genossen... Inzwischen wohl sowieso verjährt, aber daneben bleiben immer noch:
    - Exfreund auf Unterhalt für das Kind.
    - Eltern auf Unterhalt für sie.
    - Ggf. vorhandener Vormund resp. der Kanton Appenzell



  • dä dingsbums 17.04.2019 06:53
    Highlight Highlight 25'000.- Schulden insgesamt, 2'500 hat sie gemäss Artikel monatlich bezahlt.

    Nach 10 Monaten wäre somit der Spuk vorbei?
    • John M 17.04.2019 07:46
      Highlight Highlight Leider nicht. Da kommen noch diverse Gebühren und Zinsen obendrauf.
      Und wahrscheinlich war nicht der gesamte Betrag von anfang an fählig, bzw. bekannt. So etwas wie in ihrem fall kommt immer nur langsam und stückweise ans Tageslicht. Hatte auch mal so was ähnliches erlebt.
    • Abnaxos 17.04.2019 20:23
      Highlight Highlight Es ist nicht einfach, wenn man mal in diese Mühle geraten ist, denn das Leben steht während der Betreibung nicht still:

      Wenn eine Rechnung mal abgezahlt ist, will der Gläubiger noch Verzugszinsen und Betreibungskosten. Das kommt in separaten Rechnungen danach.

      Evtl. war da noch ein Vertrag, der inzwischen weiter gelaufen ist und bumm: neue Rechnung + Zinsen, der Gläubiger war so nett, damit zu warten.

      Aber das war ja nur eine von 10 Rechnungen, jetzt ist die nächste dran. Also wandert das neue Zeugs erstmal auf den Stapel, Verzugszinsen wachsen, usw …

      3 Schritte vor, 2 zurück, repeat.
  • Yonko 17.04.2019 06:09
    Highlight Highlight Kann mir schlicht nicht vorstellen, wie das rechtlich korrekt sein soll. Klarer Fall von Betrug. Anzeigen den Bastard!
    • Menel 17.04.2019 07:03
      Highlight Highlight Man stelle sich vor, ihr Freund hätte seine Rechnungen von einer juristischen Person bezahlen lassen und überlegt dann mal, was daraufhin passiert wäre. Schon bezeichnend, was in unserer Gesellschaft als schützenswert gilt...
    • Magnum44 17.04.2019 07:37
      Highlight Highlight Betrug scheidet mangels Arglist garantiert aus..
    • Lisbon 17.04.2019 10:36
      Highlight Highlight @Magnum. Also sämtliche Rechnungen heimlich über die Partnerin laufen zu lassen, im Wissen, die Person ist nicht einverstanden damit und hat erst recht kein Geld, ist für mich Arglist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fcsg 17.04.2019 06:04
    Highlight Highlight Verträge mit Minderjährigen, welche über das Taschengeld hinausgehen, sind erst mit der Zustimmung der Eltern wirksam (Art. 19 ZGB). Mit einer richtigen Rechtsberatung wäre zumindest der Schuldenberg nie so hoch angewachsen.
    • hasenschwarte 17.04.2019 07:10
      Highlight Highlight diesen Artikel aus dem ZGB nehmen sie nicht wirklich ernst. So dürfte man ja keinem Minderjährigen ein Fahrrad oder Fissballticket verkaufen, ohne dabei Angst zu haben.
    • Jo Blocher 17.04.2019 07:19
      Highlight Highlight @Hase. Das ZGB ist kein Witz. Wer das denkt, ist naiv.
    • Bene883 17.04.2019 07:49
      Highlight Highlight Ich vermag mich zu Erinnern, dass ich mit 15 in keinem einzigen Laden ein Handy kaufen konnte ohne Eltern... Nicht mal Cash mit meinem Ersparten. Verstehe ich nicht wie das möglich sein sollte auf jmd anders so viel zu bestellen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Feuerwanze 17.04.2019 06:03
    Highlight Highlight Üble Geschichte! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die junge Frau ziemlich schlecht beraten war. Normalerweise muss niemand das Kind nur wegen Schulden weggeben ...
    • bruder klaus 17.04.2019 06:36
      Highlight Highlight Das geht schneller als man denkt. Mutter war ja nicht bereit, sie zu unterstützen, sie minderjährig. Da geht man davon aus, sie sei nicht fähig zur Pflege des Kindes. Stimmt nicht unbedingt, aber wird angenommen. Und die Schulden werden auch höher, weil die KESB jede Minute verrechnet. Nicht gerade fair, aber leider heute Praxis. Ein echter Teufelskreis...
    • s.johannson 17.04.2019 07:22
      Highlight Highlight Bruder Klaus, das ist so nicht richtig. 1. War damals nicht die KESB sondern die Vormundschaftsbehörde involviert.

      2. wird , zumindest heute, geprüft, ob eine Mutter in solch einer Situation zusammen mit dem Kind in ein Mutter-Kind-Wohnen gehen kann. Macht sie dies freiwillig, gibt es keine Anordnung der KESB.

      Und 3. auferlegt die Behörde zwar die Kosten für das Verfahren (an beide Eltern - übrigens, wo ist der Vater in dieser Geschichte?), überträgt diese aber dem Staat, wenn die Eltern nicht zahlungsfähig sind.
    • Burdleferin 17.04.2019 16:24
      Highlight Highlight Da wird sie nur die Hälfte des Problemes geschildert haben.
  • Sörbeee 17.04.2019 06:00
    Highlight Highlight Rechtlich ist da was zu machen. Such dir einen Anwalt der dir dabei ohne Entlöhnung hilft.

    Wer schon in solchen Situationen war, weiss wie sehr der Kopf dann wirklich dreht.

    Ich wünsche dir daher von Herzen, dass du da rauskommst.
    Denn; du bist jung und hast noch ein langes und lustiges Leben vor dir!
  • Nurmalso 17.04.2019 05:49
    Highlight Highlight In einem Land wo Geld die Religion und die Wirtschaft Gott kann man ohne Geld halt auch nicht viel erwarten. Gerechtigkeit schon gar nicht.

    Und jetz Blitzt euch selber :)
    • Menel 17.04.2019 06:52
      Highlight Highlight In anderen Ländern, wo Religion und Gott noch eine Rolle spielt, hätte sie das nicht durchstehen müssen, denn sie wäre wegen ausserehelichem Sex, nach der Geburt des Kindes, gesteinigt worden.
    • hasenschwarte 17.04.2019 07:12
      Highlight Highlight oh man, das ist wiedereinmal eine Pauschalaussage.
  • Lisbon 17.04.2019 05:39
    Highlight Highlight Schlimme Geschichte. Kann mir gar nicht vorstellen, vom Ex-Freund so betrogen zu werden. Mit einer guten rechtlichen Hilfe ist Nina wohl am Besten geholfen. Ich würde unbedingt versuchen, das Geld trotz Privatkonkurs zurückzuholen, bevor nach 10 Jahren vermutlich die Verjährung eintritt. Die Krankenkasse über jemand anderen laufen lassen? Wie geht das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man rechtlich wirklich nichts machen konnte/kann. Wünsche Nina viel Erfolg und hoffe, sie bekommt doch noch ein happy end!
    • Ironiker 17.04.2019 06:07
      Highlight Highlight Ich denke auch, dass sie hier schlecht (oder gar nicht...) beraten wurde. Diese Schulden hätte sie nicht bezahlen müssen

      Immerhin scheint sie jetzt ein Mensch gefunden zu haben, der er gut mit ihr meint. Darauf lässt sich aufbauen. Viel Glück, Nina!
  • Aglaya 17.04.2019 05:36
    Highlight Highlight Tragische Geschichte. Aber wurden im Artikel die richtigen Zahlen verwendet? Die 25'000.- Schulden hätte sie bei einer Lohnpfändung von 2'500.- in weniger als einem Jahr abbezahlt gehabt.
    • Freedom Fighter 17.04.2019 07:13
      Highlight Highlight Ein wenig zu einfach gedacht. Weitere laufende Kosten dürfen nicht ausgeblendet werden. Steuern, Krankenkasse, Autoversicherung, Verkehrssteuer usw. usf. laufen ja weiter. Und während sie vorne Schulden abbaut, häufen sich hinten neue auf, da sie mit dem Existenzminimum nicht Allem gerecht werden kann. Ein Teufelskreis eben.
    • Lukaz84 17.04.2019 07:33
      Highlight Highlight Möglich dass die Zahlen falsch sind. Ein weiteres Problem ist allerdings, dass man im Falle einer Pfändung praktisch nicht mehr in der Lage ist, die laufenden Rechnungen zu bezahlen. In das berechnete Existenzminimum fallen nämlich nur reine Lebenserhaltungskosten. Das bedeutet, dass viele Schuldner dann nicht mehr in der Lage sind z.B. ihre Krankenkassenprämien, Steuern, Telefonrechnung etc. zu bezahlen. Man häuft also laufend wieder neue Schulden an. Ein systembedingter Teufelskreis, der nur schwer und mit äusserst hoher Disziplin zu durchbrechen ist.
    • Aglaya 17.04.2019 08:42
      Highlight Highlight Das stimmt zwar alles (ausser das mit der Krankenkasse, die Grundversicherung fällt auch unter das Existenzminimum), aber 10 Jahre Schulden abbezahlen würde es trotzdem nicht erklären. Der Grundbedarf beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum beträgt für alleinstehende Erwachsene 1230.-, deutlich mehr als Sozialhilfe. Mit einem Einkommen von 4300.- Netto wird sie ja kaum 10'000 Steuern bezahlen müssen, sondern wohl deutlich weniger. Somit müssten die Schulden bei 30'000.- jährlicher Rückzahlung drastisch schrumpfen und nach relativ kurzer Zeit bei 0 angekommen sein.
  • Ribosom 17.04.2019 05:35
    Highlight Highlight Ja, es war extrem naiv, dem Freund alle Daten zu geben! Warum wohl sollten Passwörter geheim bleiben und nicht auf dem Zettel stehen?
    Ich bin nun seit 10 Jahren mit meinem Freund zusammen und er hat weder Zugriff auf meinen Computeraccount noch irgendwelche Passwörter für Email oder Ebanking. Ich bei ihm auch nicht.

    Ich wünsche der Dame viel Durchhaltevermögen. Sie schafft das.
    Und hoffentlich hat sie aus dieser Geschichte gelernt.
    • who cares? 17.04.2019 09:13
      Highlight Highlight Naja, sie war 15 und schwanger/musste sich um ein Kind kümmern, schwierige Situation zuhause (Abtreibung oder Rausschmiss), da sucht man sich automatisch eine Vertrauensperson, weil diese Dinge in diesem Alter einfach nicht alleine verarbeiten kann. Und sie ist an den falschen geraten.
  • FrankWhite 17.04.2019 04:10
    Highlight Highlight Sie söll e Gofundme Page ufmache, dass mer ihre helfe chan. Paar hundert Fränkli chani problemlos abgeh.
    • Luzi Fair 17.04.2019 12:43
      Highlight Highlight Auf die Gefahr geblitzt zu werden:
      Es ist keine Lösung jeden,der nicht mit Geld umgehen kann, mehr Geld zu geben.
      Einverstanden, das ist ein tragischer Fall, aber bevor hier mit Geld geholfen wird, muss Beratung und Coaching stattfinden. Andernfalls ist das Risiko zu groß, dass es im gleichen Stile weitergeht.
  • wolge 17.04.2019 03:53
    Highlight Highlight Gut gibt es die Schweizer Sozialsysteme...

    Mir scheint jedoch dass wir mehr in die Bildung, in die Übernahme von Eigenverantwortung und in die „Bestrafung“ investieren sollten.

    Jemand der seine Eigenverantwortung nicht war nimmt wie z.B. die zwei Väter in diesem Fall oder wer andere betrügt, sollte hart angegangen werden.

    Ebenso sollte jeder lernen nicht zu naiv durch die Welt zu gehen, Risiken abzuwägen und sich entsprechend abzusichern...
    • bebby 17.04.2019 07:37
      Highlight Highlight So wie die Geschichte dargestellt wird, waren bereits ihre Eltern überfordert. Das ist nicht selten der Fall, dass Sozialfälle sich vererben, leider. Soviel zur Chancengleichheit.
      Und unser Rechtssystem ist mittelalterlich, was die Schuldentilgung betrifft. Das funktioniert in den USA besser.
    • wolge 17.04.2019 13:26
      Highlight Highlight Naja Schulden haben mit Verantwortung zu tun. In diesem Fall natürlich nicht, da geht es um Betrug.

      Verantwortung hat man aber zu tragen. Wer Schulden macht muss diese auch begleichen
  • blabla ohne news 17.04.2019 02:06
    Highlight Highlight hmm, 25000 schulden, monatlich 2500 an die gläubiger über 10 jahre. irgendwas geht hier nicht auf.
    • LLewelyn 17.04.2019 07:16
      Highlight Highlight Das hab ich mir auch gedacht. Wobei Sie ja vermutlich nicht seit sie 15 ist 2‘500 zurück bezahlen kann. Je nach dem häufte sich mit Zins und Zinseszins noch mehr an. Aber die involvierten Beträge gehen doch nicht ganz auf.
    • who cares? 17.04.2019 09:14
      Highlight Highlight Oder es kommen immer wieder neue Beträge hervor.
    • Coffeetime 17.04.2019 09:17
      Highlight Highlight Die alten Löcher werden gestopft aber neue gehen hinten wieder auf, weil man einfach überall zu wenig hat. Ich kenne es aus eigener Erfahrung. Zinsen und Gebühren müssen da auch berücksichtigt werden, etc. Es dauert ewig, bis mal alles auf 0 ist. Auch sollte immer der ratio zwischen Schuldenbetrag und Einkommen verglichen werden...
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