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Hier ein Überblick zu den wichtigsten Meldungen der Sonntagspresse. bild: watson

Unzufriedene Beamte und mehr Steuerschulden – das schreiben die Sonntagszeitungen

22.04.18, 07:12 22.04.18, 12:56


Angestellte von Ueli Maurer gehen am wenigsten gerne zur Arbeit

Im Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) gehen die Bundesbeamten laut Meldungen der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» am wenigsten gern zur Arbeit. Die zeige eine Personalumfrage der Bundesverwaltung.

Die Angestellten des von SVP-Bundesrat Ueli Maurer geführten Bereiches bewerteten ihre Arbeitszufriedenheit im Schnitt mit 67 Punkten, was den tiefsten Wert aller Departemente darstelle. Die Skala reiche von 0 bis 100. Seit der Befragung im Jahr 2014 sei die Zufriedenheit in Maurers Departement um drei Punkte gesunken. Besonders problematisch sei die Situation in der Zollverwaltung, hiess es.

Bundesrat Ueli Maurer spricht an einer Medienkonferenz ueber die Volksinitiative

Bundesrat Ueli Maurer. Bild: KEYSTONE

Am wohlsten fühlen sich dagegen die Beamten von Energieministerin Doris Leuthard. Ihr Personal bewertete die Arbeitszufriedenheit mit 73 Punkten.

Viele Betreibungen nachdem Steuern nicht bezahlt wurden

Zahlreiche Steuerpflichtige zahlen laut dem «SonntagsBlick» ihre Steuern nicht und erhalten Betreibungen. So leitete die Steuerverwaltung im Kanton Neuenburg unter den rund 120'500 Steuerpflichtigen im vergangenen Jahr 17'677 Betreibungen ein. Auf 1000 Steuerpflichtige folgten so im Schnitt 147 Betreibungen. In Genf waren es 146, in Freiburg 126 und in Bern 95 Steuerbetreibungen. Die Problematik sei umso grösser, weil in den Zahlen jene Personen nicht enthalten seien, die mittels Kredit die Betreibung von Steuerforderungen verhinderten.

Diplomaten bezahlen Bussen nicht

Der öffentlichen Hand in der Schweiz entgeht laut der «SonntagsZeitung» vergleichsweise viel Geld, weil Diplomaten ihre Bussen nicht bezahlen. So wurden im Kanton Bern von 2014 bis 2017 Bussen gegen Angehörige diplomatischer Missionen sowie Beamte internationaler Organisationen im Wert von über 745'000 Franken ausgestellt. Allerdings konnte der Kanton nur knapp 141'300 Franken eintreiben.

Noch schlechter sieht es im Kanton Genf aus. Im gleichen Zeitraum beliefen sich Bussen auf über 4 Millionen Franken, wovon die Genfer lediglich knapp 629'000 Franken eintreiben konnten. Die Diplomaten besässen Immunität und könnten solche Bussen nicht bezahlen, weshalb der Fiskus oftmals auf den Millionenforderungen sitzen bleibe.

Vereinbarung mit Firmen statt Klage

Bundesanwalt Michael Lauber schlägt dem Parlament laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» eine Gesetzesänderung vor. Analog zu den USA will er zulassen, Vereinbarungen mit Firmen abschliessen zu können, statt die Unternehmen bei Delikten vor Gericht zu bringen.

Bundesanwalt Michael Lauber, Mitte, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber den Taetigkeitsbericht 2017 der Bundesanwaltschaft, am Freitag, 20. April 2018, in Bern. (KEYSTONE/Thomas Hodel)

Bundesanwalt Michael Lauber. Bild: KEYSTONE

Eine Firma müsse die Vorwürfe und Geldzahlungen akzeptieren sowie strikte Bedingungen für bessere Geschäftspraktiken erfüllen und dann werde eine Anklage fallen gelassen, so der Vorschlag. «Wenn wir in der Schweiz die Hauptsitze vieler Konzerne haben, brauchen wir auch strafrechtlich eine adäquate Antwort, um bei Verfehlungen in einer sinnvollen Zeit eine Lösung zu finden», sagte er zu der Zeitung.

Mehr Frauen erwerben Facharzttitel, doch nur wenige arbeiten in Kaderpositionen

Zum siebten Mal in Folge haben in der Schweiz laut einer Meldung der «SonntagsZeitung» mehr Frauen als Männer einen Facharzttitel erworben. Im Jahr 2017 waren es 891. Anders als in so manchen Branchen fehlt es in der Medizin offenbar nicht an weiblichem Nachwuchs.

In Kaderpositionen in Kliniken seien Frauen dagegen aber noch nicht so zahlreich vertreten: Nur 12 Prozent der Chefärzte und lediglich 24 Prozent der leitenden Ärzte seien Frauen. Daher gebe es die Forderung nach einer Frauenquote in diesem Segment.

Mehr Stress, öfters krank

Der Stress bei der Arbeit hat laut der «NZZ am Sonntag» zu einem starken Anstieg von Krankheitsfällen geführt. Die Zeitung beruft sich dabei auf Daten der Krankenversicherung Swica. Innerhalb von fünf Jahren seien die Erkrankungen der Arbeitnehmer um 20 Prozent gestiegen. Die psychischen Leiden hätten sogar um 35 Prozent zugenommen. Bei der Swica beobachte man diese Entwicklung mit Besorgnis, hiess es.

Misswirtschaft richtet enorme Schäden an

In der Schweiz gab es laut der «SonntagsZeitung» im vergangenen Jahr 369 Fälle von Misswirtschaft. Bei Erhebungsbeginn in der Kriminalstatistik 2009 waren es noch 84. Auch verwandte Delikte wie Unterlassen der Buchführung oder betrügerischer Konkurs legten massiv zu.

Verantwortlich sei laut Experten eine Lockerung im Obligationenrecht, die es kleinen Firmen erlaubt, auf die Revisionsstelle zu verzichten. Es gehe bei fast allen Fällen um die gleiche Masche, die sogenannte Konkursreiterei, hiess es diesbezüglich von der Zürcher Kantonspolizei. Dabei würden verschuldete Unternehmen ihren Firmensitz in einen anderen Kanton verlegen und damit das Betreibungsregister reinigen. Schweizweit seien die Schäden mit diesem Trick enorm.

CVP-Pfister krebst mit Gegenvorschlag zurück

Um den Parteifrieden nicht zu gefährden, zieht CVP-Präsident Gerhard Pfister laut dem «SonntagsBlick» seinen Antrag zurück, einen Gegenvorschlag zur SVP-Selbstbestimmungsinitiative zu lancieren. «Ich werde den Antrag auf Gegenvorschlag zurückziehen», sagte er am Samstag gegenüber der Zeitung.

Gerhard Pfister, Parteipraesident CVP Schweiz, spricht an der Delegiertenversammlung der CVP am Samstag, 21. April 2018, im Lorzensaal in Cham. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Gerhard Pfister. Bild: KEYSTONE

Zuvor hatte Pfister in der Staatspolitischen Kommission des Nationalrats einen Gegenvorschlag beantragt – obwohl Pfisters eigene Fraktion zuvor Nein zu einem solchen Gegenvorschlag gesagt hatte.

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AlteSchachtel 22.04.2018 10:11
    Highlight Beamte sind Arbeitnehmer und diese werden in der Schweiz generell der Spar- und Gewinnmaximierungswut geopfert. Gesunder Menschenverstand und soziale Verantwortung sind in der Arbeitswelt Fremdwörter.

    Für die Beamten kommt dazu, dass ihre obersten Vorgesetzten oft einfach nur den richtigen Titel tragen, obwohl sie ihren Posten ohne jegliche Erfahrung im operativen, öffentlich-rechtlichen Bereich antreten. Und je nach Charakter, Profilierungssucht und Narzissmusgrad dieser Erwählten, wird die Arbeit für das bereits erfahrene "Fussvolk" zur Hölle...
    23 5 Melden
  • Raphael Stein 22.04.2018 10:07
    Highlight Zufälligerweise ist das die Zusammenfassung was gerade so "abläuft" in unserer heilen Welt.
    7 0 Melden
  • Posersalami 22.04.2018 09:45
    Highlight "Auf 1000 Steuerpflichtige folgten so im Schnitt 147 Betreibungen."

    Was machen die da in der Westschweiz?
    6 5 Melden
  • mogad 22.04.2018 09:20
    Highlight Das Personal von Bundesrat "kä Luscht" passt sich seinem Chef halt an! Ende Ironie. Denn jetzt kommt's: Wenn jem. aus der Privatwirtschaft "kä Luscht" in die Kamera gesagt hätte, wäre er/sie sogleich den Job losgeworden. Auch die neoliberalen Geisselchlöpfer suchen und finden halt ihre Nischen zum abchillen!
    13 7 Melden
  • mogad 22.04.2018 09:17
    Highlight "Mehr Stress, öfters krank". Der unmenschliche Druck am Arbeitsplatz: Man gibt sein Bestes, ist auch am Wochenende und in den Ferien erreichbar und trotzdem nörgelt der Arbeitgeber endlos. Anerkennung? Fehlanzeige! Jedes "Meeting" enthält Drohungen. Der Neoliberalismus treibt die Gesundheitskosten in die Höhe!
    25 4 Melden
    • hävi der 3. 22.04.2018 11:16
      Highlight Sicher nicht in der Beamtenstube.
      Sollte es dort Druck geben, ist dieser meistens eingebildet.
      3 11 Melden
    • mogad 22.04.2018 15:27
      Highlight @hävi der 3. Den Beamtenstatus gibt es schon lange nicht mehr. Der Druck wächst! Hab selber die letzten 14 J. bei Staat gearbeitet.
      0 3 Melden
  • Miss Secret 22.04.2018 08:15
    Highlight Wahnsinn! Und die Damen und Herren hinterfragen sich noch immer nicht, warum einige die Steuern nicht bezahlen können und sind in dem Glauben, man möchte sie einfach nicht zahlen. Warum sollten sie sich selber auch fragen, sie sonnen sich in ihrem Ruhm des finanziellen Erfolges, sie sind ja selber nicht direkt betroffen. Vielleicht sollte man den ParamentarierInnen die Sitzungsgelder kürzen um so die Steuern einwenig zu senken...🤔
    14 9 Melden
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 22.04.2018 10:44
      Highlight Ihnen ist schon bewusst, dass die Menschen die in der Schweiz signifikante Steuerbeträge zahlen müssen über ein ordentlichen Einkommen verfügen müssen?
      11 2 Melden
  • N. Y. P. D. 22.04.2018 07:35
    Highlight Das Thema Blocher / SVP in der SZ wäre noch erwähnenswert :

    Endlich beginnt die Basis der SVP die Befehlsausgabe seiner elitären Parteiführung zu hinterfragen.

    Zuwenig konstruktiv.

    Ewig gleiche Themen.

    Vetternwirtschaft an der Spitze.

    So die Vorwürfe. Es rumorte schon lange. Und akzentuierte sich an Parteiveranstaltungen, wo immer öfter die Basis den Partei - Eliten nicht folgen wollte.

    Sind wir doch ehrlich. Dieses ewiggleiche Runterleiern ewiggleicher Themen kann man nicht mehr zulosen.

    Die SVP reflektiert nicht und sie entwickelt sich nicht, so die Basis.
    36 15 Melden
    • hävi der 3. 22.04.2018 08:51
      Highlight Seit wann ist der EU- Beitritt ein ewiggestriges Thema?

      Damit wäre der Verlust der direkten Demokratie massgeblich verbunden?
      Interessiert sie das nicht?

      Warum wollen die SPGrünen in die EU?
      Sicher nicht aus wirtschaftlichen Gründen, oder?

      Bitte mal kritisch analysieren!
      8 23 Melden
    • N. Y. P. D. 22.04.2018 11:50
      Highlight Die Basis moniert, dass zuwenig konstruktiv mit anderen Parteien nach Lösungen gesucht wird.

      Da wirst auch Du ein wenig zustimmen müssen, @hävi III

      90% der Schweizer wollen nicht in die EU. Aber man kann doch nicht alle (wichtigen) Verträge kündigen und täubelen, wenn es mal Schwierigkeiten gibt.

      Bin gespannt, wie Deine Partei 2019 abschneidet..
      8 1 Melden
    • hävi der 3. 22.04.2018 13:05
      Highlight Mit den "Schwierigkeiten" meinen sie wohl die MEI, die vom Volk angenommen wurde, aber von der Politik mit dem nonchalanten Hinweis auf die Bilateralen einfach...nicht...umgesetzt wurde.
      So wurde die CH für die Zukunft in die Position des Erpressbaren gebracht.
      2 6 Melden
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