Schweiz
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Referendum «Stop Palmöl» hat genügend Unterschriften zusammen



Der Bundesrat soll den Handel von Produkten verbieten können, wenn deren An- oder Abbau oder die Herstellung die Natur erheblich gefährdet. Das trifft etwa auf Palmöl zu. Für dessen Plantagen werden zig Kilometer natürlichen Waldes gerodet. (Archivbild)

Palmöl hat gravierende Folgen in den Abaugebieten. Bild: EPA

Für das Referendum «Stop Palmöl» sind 56'000 Unterschriften zusammengekommen. Es ist gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien gerichtet, über welches das Volk noch abstimmen soll. Für ein Referendum sind 50'000 Signaturen notwendig.

Das Parlament hatte das Freihandelsabkommen im Dezember gutgeheissen. Indonesien sei für die Schweiz ein potenziell bedeutender Handelspartner, sagten die Befürworterinnen und Befürworter. Die Gegnerinnen und Gegner hatten bis zum 9. April Zeit, 50'000 Unterschriften zu sammeln.

Mit 56'500 Unterschriften sei man bereits nahe am Ziel, heisst es am Dienstag in einer Mitteilung von Uniterre, der Bäuerinnen- und Bauerngewerkschaft, die das Referendum zusammen mit dem Biowinzer Willy Cretigny im Januar lanciert hatte. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass Indonesien nicht Willens sei, ökologische und soziale Standards umzusetzen, um die Zerstörung der artenreichen Urwälder zu verhindern.

Unser Kühlschrank ist voller Palmöl

Video: undefined/Roberto Krone

Widerstand gab es nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit: Bauern befürchteten während den Verhandlungen, das Geschäft mit einheimischem Raps- und Sonnenblumenöl könnte wegen des Palmöls unter Druck geraten. Der Bundesrat handelte für Palmöl deswegen eingeschränkte Kontingente aus, die über mehrere Jahre hinweg erhöht werden. Vorgaben zur Einfuhr sollen garantieren, dass die Rückverfolgbarkeit bis zum Hersteller sicher ist.

Der Bauerngewerkschaft Uniterre reicht das aber nicht. Palmöl sei schon heute billiger als Raps- und Sonnenblumenöl, stellte sie fest. Mit dem Abkommen würde der Druck auf die einheimische Produktion stark steigen. Die vorgesehene durchschnittliche Tarifsenkung von 35 Prozent stelle eine Kostenreduzierung von etwa 40 Rappen pro Liter dar.

Im Interesse der Konzerne

Das Referendums-Komitee stellt den Freihandel aber auch grundsätzlich in Frage. Dieser habe in den meisten Ländern weder den Wohlstand noch die Lebensqualität erhöht und diene allein den wirtschaftlichen Interessen multinationaler Konzerne.

Angesichts der globalen Erwärmung müsse der Freihandel zugunsten einer Handelspolitik aufgegeben werden, die lokale Produkte begünstige. Eine protektionistische Politik sei der beste Weg. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • troedler 02.06.2020 13:28
    Highlight Highlight ...geht auch hier in Richtung "Konzernverantwortungsinitiative", welche gerade von Konzernlobbyisten krampfhaft bekämpft wird mit ach so fadenscheinigen Begründungen.
  • *sharky* 02.06.2020 12:51
    Highlight Highlight Eigentlich sollten alle Produkte welche Palmöl enthalten, mit einem entsprechendem Kleber versehen werden und zwar nicht in Lupengrösse.
    Ich glaube ich wäre nicht der Einzige, welcher solche Produkte nicht einmal mit der Pinzette anfassen würde.
  • Herr Ole 02.06.2020 10:25
    Highlight Highlight Das Problem ist an sich nicht Palmöl, sondern dass die Menschheit gigantische Mengen an Speiseöl benötigt, die nur durch riesige Monokulturen hergestellt werden können. Wenn sich Palmöl nicht mehr gut verkauft, wird man einfach auf andere Pflanzen umsteigen. Aber grundsätzlich sind lokale Produkte am besten.
    • 155West 02.06.2020 11:31
      Highlight Highlight "Aber grundsätzlich sind lokale Produkte am besten."

      Lokal ist nicht immer besser. Da spielen zahlreiche Faktoren eine wichtige Rolle. So wie Bio nicht immer besser ist, weil nicht automatisch ökologischer.

      Machen wir ein kleines Beispiel: Sagen wir die Schweiz konsumiert jährlich 100 Fussballflächen Palmöl. Dieselbe Menge Palmöl durch Rapsöl ersetzen würde 500 Fussballflächen benötigen, weil Palmöl ertragreicher ist.

      Wo nehmen wir also diese Fläche her? Ziehen alle Ländler von ihren Pool-verseuchten Dörfern in städtische Hochhäuser, damit's mehr Platz für Monokulturen gibt?
    • Yummy 02.06.2020 12:55
      Highlight Highlight Und jedes andere Öl benötigt mehr Platz für den Anbau als Palmöl... Aber Hauptsache "böses Palmöl" schreien und verbieten, dann ist das Gewissen der Grünen Weltverbesserer wieder beruhigt
    • Negan 83 03.06.2020 00:55
      Highlight Highlight Dafür die vernichtung natürlicher Wälder in kauf nehmen. Ohne Urwälder wird das Wetter noch mehr verrückt spielen als jetzt!
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrankyG 02.06.2020 10:09
    Highlight Highlight Ich hoffe das dieser Bericht sehr viel Aufmerksamkeit erhält. Seit ca.2 Jahren versuche ich weitestgehend auf Palmöl und Palmfett zu verzichten. Dies stellt sich als absolute Herkulesaufgabe heraus.
    Ich verzichte auf extrem viele meiner Lieblingsprodukte, da diese leider einen gewissen Anteil an Palmöl oder Fett enthalten. Der Verzicht fällt mir nicht immer leicht. Aber es gibt alternative Produkte, welche bewusst auf Palmöl und Fett verzichten. Auch wenn diese Produkte oft etwas mehr kosten oder geschmacklich nicht genau so gut sind, ist es eine Alternative.
    #SagneinzuPalmöl
    • Pafeld 02.06.2020 15:04
      Highlight Highlight Gerade bei einem bekannten Schokoladenbrotaufstrich gibt es zahlreiche Alternativen, welche das nussige Aroma nicht mit Palmöl strecken, sondern auf richtige Nüsse zurückgreifen. Das sollte es einem nur schon aus geschmacklicher Sicht wert sein.
  • PC Principal 02.06.2020 10:07
    Highlight Highlight Palmöl ist an sich umweltfreundlicher als Rapsöl.
    • rundumeli 02.06.2020 10:26
      Highlight Highlight ... und schaffleisch aus neuseeland soll eine bessere energiebilanz haben als einheimisches ? ... think twice !

      https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/lieber-lamm-aus-der-ferne-irrtuemer-zur-oekobilanz-12926841.html
    • Töfflifahrer 02.06.2020 10:42
      Highlight Highlight Wenn man davon absieht, dass ganze Urwälder gerodet werden um Monokulturen anzupflanzen, die den Boden ausmergeln und in ein paar Jahren dann zum Brachland werden, ansässige Stämme vertrieben werden, denen das Einkommen als Bauer nimmt, etc...
    • maylander 02.06.2020 11:09
      Highlight Highlight Kommt darauf an wie man umweltfreundlich definiert.
      Pro Flächeneinheit ist der Ertrag von Palmöl mit Abstand am grössten.
      Will man Palmöl verdrängen ist also eine insgesamt grössere Fläche nötig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Füürtüfäli 02.06.2020 10:06
    Highlight Highlight Es ist zwar ein bisschen mühsam, aber seit ich das erste Mal von der Palmölproblematik gehört hab, drehe ich jedes Produkt um und les die Inhaltsstoffe. Ist Palmöl drin, wirds nicht gekauft. In den seltensten Fällen soll das Palmöl aus nachhaltiger Produktion und zu 100% sicher sein, ob das wirklich stimmt kann man nie wissen. Und es ist echt unglaublich, wo das überall drin ist. Man muss schon ein bisschen suchen um ein palmölfreies Produkt zu bekommen. Als Konsument kann man immer nur für sich selbst im Kleinen schauen, was ist wichtig, was will ich nicht und dementsprechend kaufen.

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