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So nicht – laut der «Huffington Post» tragen Männer eine gewisse Verantwortung, wenn sie bei Übergriffen wegschauen und Sexismus stillschweigend tolerieren.  Bild: shutterstock

#menaretrash & #MeToo: Das ist der 3-Punkte-Plan für Männer

Der Hashtag #menaretrash spaltet die Gemüter. Die «Huffington Post» hat jetzt in drei Punkten zusammengefasst, was Männer tun sollten, um gegen Sexismus und Gewalt an Frauen mitanzukämpfen. 



Ist Frau im Club und spürt plötzlich eine Hand am Po, schauen nicht selten andere Männer peinlich berührt weg. Viele Männer fühlen sich nicht mitschuldig für die Taten ihrer Geschlechtsgenossen. Laut der französischen Ausgabe der Zeitung «Huffington Post» tragen sie aber eine gewisse Verantwortung, wenn sie bei Übergriffen wegschauen und Sexismus stillschweigend tolerieren. Deshalb brauche es jetzt klare Anweisungen, findet die Zeitung. Sie veröffentlichte nun einen Verhaltenskodex für Männer:

Punkt 1: Ändere deine Gewohnheiten

Als Erstes appelliert die «Huffington Post» an die Zivilcourage: «Wenn einer deiner Kollegen einen sexistischen Witz reisst, lächle nicht peinlich berührt sondern weise ihn darauf hin, dass das nicht okay ist», schreiben die Journalisten. Gleiches gelte, wenn Vereinskollegen in einem WhatsApp-Gruppenchat Nacktbilder von Frauen herumschicken. «Teile die Fotos nicht weiter und sag deinen Freunden, sie sollen gefälligst damit aufhören.» Viele Männer würden sich in solche Situationen verlegen fühlen. «Sie werden froh sein, dass du als Erster reagierst und nachziehen.» 

Wer sich selbst etwas zu verschulden lassen oder das Gefühl habe, eine gewisse Grenze überschritten zu haben, solle diese Schuld annerkennen und sich bei der Person entschuldigen, meint die Zeitung. Es sei gut möglich, dass diese dennoch nicht bereit ist, zu vergeben. «Doch sei mutig und zeige dich trotzdem reumütig.»

Punkt 2: Sei ein Vorbild 

Das Konzept von Männlichkeit, das jungen Buben in unserer Gesellschaft vermittelt wird, ist oft einseitig. «Die Jungs lernen, Männer müssten die Kontrolle behalten, Wettbewerbsgeist zeigen und sich aggressiv in der Vordergrund drängen.» Auch wenn diese Eigenschaften nicht dem eigenen Charakter entsprechen, gelte es, sich in der Gesellschaft danach zu richten.

Ein Mann könne sowohl männlich als auch liebevoll, mitfühlend, glücklich und verletzlich sein – letztere Eigenschaften werden noch heute oft als «weiblich» bezeichnet. Zu denken, dass sich Geschlechter nur in bestimmter Weise ausdrücken, trage dazu bei, dass Ansichten verankert bleiben, die Gewalt fördern, schreibt die «Huffington Post».

Deshalb lautet das Credo der Zeitung: «Suche den Dialog mit den Kindern und versuche, ihnen ein anderes Männerbild auf den Weg zu geben und dieses auch vorzuleben.»

Punkt 3: Erziehe die Jugend mit 

Auch im dritten Punkt geht es um die junge Generation: «Es ist wichtig, den Jungs klar zu machen, dass sich ein Mann auch behaupten kann, ohne aggressiv zu werden – besonders in einer Beziehung.» Zentral sei ausserdem, dass junge Männer verstehen, wie wichtig gegenseitiges Einverständnis ist, so die Zeitung.

«Schweigen heisst, den Status Quo aufrechtzuerhalten.»

Die Bewegungen #MeToo und #TimesUp boten Frauen eine Plattform, um sich über negative Erfahrungen auszutauschen. Nun sei es auch an den Männern, Räume des Dialogs zu schaffen, findet die Zeitung. Dort könnten neue Wege gefunden werden, um «aus dem Klima der Angst herauszukommen und zusammen zu handeln, um das andere Geschlecht besser zu respektieren.»

Der Schluss des Artikels bringt es auf den Punkt: «Aller Anfang ist schwer: Zuerst wird es dir vielleicht schwerfallen, diese Punkte zu befolgen. Du wirst wohl ein paar Fehler machen.» Das sei auch nicht so schlimm, denn das Wichtigste sei, nicht zu schweigen. «Denn Schweigen heisst, den Status Quo aufrechtzuerhalten.» (kün) 

Diese Kellnerin hätte er besser nicht begrapscht

Video: watson/Lya Saxer

#MeToo: Diese Frauen belasten Harvey Weinstein

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#MeToo: Diese Frauen belasten Harvey Weinstein
quelle: invision/invision / joel ryan
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