DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Guy Parmelin, conseiller federal, chef du departement federal de la defense, de la protection de la population et des sports (DDPS) s'exprime, lors de la ceremonie de pose de la premiere pierre du batiment de stationnement de troupes sur le site de Meyrin-Mategnin, ce vendredi 7 avril 2017 Apres de Geneve. Le canton de Geneve n’a plus construit d’equipements militaires depuis plus d’un demi-siecle, il entame la realisation de trois installations qui permettront de liberer la caserne des Vernets au profit de la construction de 1500 logements. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Parmelin hat Armeechef Philippe Rebord angewiesen, die Personalprobleme zu beheben. Bild: KEYSTONE

Bundesrat Parmelin will Reformen beim Armeepersonal

Die Armee soll ihre Probleme beim Personalwesen prioritär beheben. Bundesrat Guy Parmelin hat Armeechef Philippe Rebord angewiesen, die Empfehlungen eines internen VBS-Berichts bis Mitte 2018 umzusetzen. Dieser hatte Mängel an den Tag gebracht.



Parmelins Brief an Rebord datiert vom 27. Januar. Er bezieht sich auf einen Bericht der Revisionsstelle des Verteidigungsdepartements (VBS) vom 20. Januar. Armeesprecher Walter Frik bestätigte am Ostersonntag einen Bericht der «SonntagsZeitung».

Die Revisionsstelle hatte die Fragebögen der Truppenkommandanten aus den Jahren 2014 und 2015 ausgewertet, die diese immer nach dem Ende der Wiederholungskurse (WK) ausfüllen müssen. Die Armeereform WEA (Weiterentwicklung der Armee) wird ab Anfang 2018 angepackt. 2021 soll die Reform umgesetzt sein.

Parmelin schreibt an Rebord, dieser solle «die notwendigen Schritte» einleiten, damit die Empfehlungen zusammen mit der WEA umgesetzt werden. Der Brief lag der Nachrichtenagentur sda vor.

Der Korpskommandant und Chef der Armee, Philippe Rebord, traegt einen Gehoerschutz waehrend der Vorfuehrung des Projekts

Armeechef Rebord muss über die Bücher Bild: KEYSTONE

Probleme ausgesessen

Die Revisionsstelle im Bericht war zum Schluss gekommen, dass es gerade beim Personalwesen grosse Probleme gibt, die bislang in diesem Ausmass übersehen worden waren. Zwar hätten ältere Auswertungen der Fragebögen «verschiedene offene Punkte aufgezeigt», jedoch seien «keine Anträge und Handlungsrichtlinien zur Bereitschaft abgeleitet» worden, heisst es. Auch der Revisionsbericht lag der sda vor.

Zudem fehlten bei den wichtigen Quartalssitzungen zwischen Kommandanten und Armeeführung oft die Schlüsselfiguren aus dem Personalbereich. Die Sitzungen hätten damit keine «durchschlagende Wirkung» gezeigt.

epa05774453 Workers of the Swiss Army prepare the finish area prior to the Men’s downhill training at the 2017 FIS Alpine Skiing World Championships in St. Moritz, Switzerland, 06 February 2017.  EPA/PETER SCHNEIDER

Rekruten in St.Moritz. Bild: EPA/KEYSTONE

Unbeliebte WKs

Ein Grund für die Probleme beim Personalwesen ist, dass viele Soldaten sich auch kurzfristig von den WKs dispensieren lassen. Dabei können sie ihre Gesuche in ihren Wohnkantonen einreichen.

Weil die WK-Kommandanten früher selbst keinen Zugriff auf das Personalinformationssystem (PISA) der Armee gehabt hätten, hätten manche am ersten Tag eines WK eine böse Überraschung erlebt, wie Frik sagte. Oft habe wichtiges Personal – Kader oder Spezialisten – für den WK gefehlt. Es fehlten unter anderem Mechaniker, Fahrer, Funkaufklärer oder Spitalsoldaten.

Im Bericht heisst es dazu, das Dispensationswesen verursache einen «hohen administrativen Aufwand, erschwere die personelle Planung» und stelle damit «die geordnete Dienstleistung respektive die Auftragserfüllung in Frage».

Nur 8 Prozent der Kommandanten waren 2015 mit der Personalsituation zufrieden und kreuzten im Fragebogen ein Gut an. Fast die Hälfte (48 Prozent) erteilten ein Ungenügend und weitere 44 Prozent nur ein Genügend. Inzwischen hätten die Kommandanten Zugriff auf PISA; dieser Mangel sei bereits behoben, sagte Frik.

Grundbereitschaft prüfen

Auftrag der Revisoren war laut Einleitung zum Bericht, die Qualität der Grundbereitschaft der Armee zu untersuchen. Diese ruht auf den vier Pfeilern Personal, Ausbildung, Logistik und Führung.

Auch bei der Ausbildung zeigte der Bericht Schwachpunkte auf. Als Gründe nannten die Kommandanten «oft fehlende Ausbildner und Kader» sowie Unterstützungseinsätze zu Gunsten ziviler Organisationen anstelle von militärischem Training.

Gefragt worden waren die Kommandanten auch, ob sie bei den Wiederholungskursen ihre Ziele erreicht hätten. Fast die Hälfte (45 Prozent) waren 2015 zufrieden. Dies waren 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Doch noch immer 9 Prozent gaben dem WK ein Ungenügend.

Private Handys im Feld

Mehrheitlich zufrieden waren die Kommandanten mit der Logistik (74 Prozent) – den Waffen, den Fahrzeugen oder den Unterkünften – und mit der Führung (72 Prozent). Mängel gab es bei der Führung aber dennoch.

Erwähnt wird die «teilweise geringe Übertragungskapazität und Geschwindigkeit» des mobilen militärischen Kommunikationsnetzes. Ein «grosser Teil» der Kommandanten habe angegeben, «nicht auf den zusätzlichen Gebrauch von privaten EDV-Mitteln verzichten zu können». Dies bedeutet, dass ein Kommandant seine Befehle mit dem privaten Handy via ziviles Netz an die Soldaten im Feld weitergeben musste, wenn das militärische mobile Netz versagte.

Im Januar hatte das VBS bekanntgegeben, dass es sein IT-Projekt FIS Heer nicht mit mobiler Telekommunikation ausstatten werde. Die Funkgeräte könnten nicht mit der Datenflut umgehen. (dwi/sda)

Rüstungsgüter à gogo: VBS-Chef Parmelin im Mörser-Mekka

1 / 12
Rüstungsgüter à gogo: VBS-Chef Parmelin im Mörser-Mekka
quelle: keystone / gian ehrenzeller
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Ein schwarzer Sonntag für kommende Generationen» – die Reaktionen auf das CO2-Nein

Am Sonntag wurde das CO2-Gesetz von der Schweizer Stimmbevölkerung bachab geschickt. Das löste Jubel auf der einen Seite und Ratlosigkeit auf der anderen Seite aus. Die Reaktionen von Medien, Politik und weiteren im Überblick.

Der «Tages-Anzeiger» warnt in seinem Kommentar nach dem Absturz der Klimavorlage vor ernsten Konsequenzen. Der Bundesrat und mit ihm alle Klimaschützer im Land stünden nach dem Volksnein zum CO2-Gesetz vor einem Scherbenhaufen.

Für den Chefredaktor der Blick-Gruppe, Christian Dorer, sind die Menschen für Umweltschutz, solange es nichts kostet und sie nicht einschränkt. So kommentiert er unter dem Titel «Klima retten - bitte ohne mich!» das Nein zum CO2-Gesetz.

Die Redaktion des CH-Media-Verlags …

Artikel lesen
Link zum Artikel