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Anja Niedringhaus.
Anja Niedringhaus.
Bild: AP/AP
«At War»

Die getötete Kriegsfotografin wollte nach Winterthur kommen

Die renommierte Foto-Reporterin Anja Niedringhaus ist am Freitag in Afghanistan ums Leben gekommen. Am 10. April wird in der Coalmine Winterthur eine schon länger geplante Ausstellung mit ihren Bildern eröffnet. 
04.04.2014, 15:0205.04.2014, 14:32

Seit 20 Jahren berichtete die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus mit ihrer Kamera von vielen Kriegsschauplätzen der Welt: Jugoslawien-Krieg, Palästina, Afghanistan, Kuwait, Irak und Libyen. Am Freitag ist die Pulitzer-Preisträgerin in Afghanistan erschossen worden. Am 10. April wird in der Coalmine Winterthur eine schon länger geplante Ausstellung mit ihren Bildern eröffnet. Kurator der Ausstellung «At War» ist Sascha Renner. Wir konnten kurz mit ihm sprechen. 

Herr Renner, war geplant, dass Anja Niedringhaus an die Eröffnung der Ausstellung nach Winterthur kommt? 
Sascha Renner:
 Nein, wegen den Wahlen in Afghanistan war schon länger klar, dass sie dort ihre Arbeit machen wollte. Sie wäre aber im Juni für ein Künstlergespräch und für Führungen nach Winterthur gekommen. 

Es gibt viele Kriegsfotografen. Wie sind Sie gerade auf Anja Niedringhaus gestossen?
Ihre hervorragenden Bilder zeigen ein grosses Engagement und eine grosse Nähe zu den Menschen. Sie dokumentierte an den Kriegsschauplätzen nicht die Ereignisse, sondern die Hintergründe. Sie machte keine Schnellschüsse, sondern aufwendige Langzeitreportagen. Sie war eine der ganz wenigen Frauen in ihrem Beruf. 

Wie haben Sie die Zusammenarbeit für die Ausstellung mit ihr erlebt?
Ich kannte Anja noch nicht lange, erst seit einem halben Jahr für die Vorbereitung dieser Ausstellung. Sie war ein sehr herzlicher Mensch und vor allem eine grossartige Geschichtenerzählerin.  

Bilder von Anja Niedringhaus, die ab dem 10. April in der Ausstellung AT WAR in der Coalmine Winterthur zu sehen sind.

Falludscha, Irak, Februar 2005. An einem Kontrollpunkt in der schwer bewachten Stadt steckt auf einem Stock ein Puppenkopf.
Falludscha, Irak, Februar 2005. An einem Kontrollpunkt in der schwer bewachten Stadt steckt auf einem Stock ein Puppenkopf.
Bild: AP/Anja Niedringhaus
Salavat, Afghanistan, September 2010. Afghanische Männer fotografieren kanadische Soldaten des Royal Canadian Regiment auf ihrer Patrouille. Als die kanadische Patrouille kurz darauf das Dorf verlässt, wird sie mit Handgranaten angegriffen. 
Salavat, Afghanistan, September 2010. Afghanische Männer fotografieren kanadische Soldaten des Royal Canadian Regiment auf ihrer Patrouille. Als die kanadische Patrouille kurz darauf das Dorf verlässt, wird sie mit Handgranaten angegriffen. 
Bild: AP/Anja Niedringhaus
Bengasi, Libyen, März 2011. Am Boden des Leichenschauhauses vor dem Krankenhaus Al-Jalaa liegen gebrauchte Untersuchungshandschuhe, nachdem zahlreiche tote und verletzte Rebellenkämpfer eingeliefert wurden. 
Bengasi, Libyen, März 2011. Am Boden des Leichenschauhauses vor dem Krankenhaus Al-Jalaa liegen gebrauchte Untersuchungshandschuhe, nachdem zahlreiche tote und verletzte Rebellenkämpfer eingeliefert wurden. 
Bild: AP/Anja Niedringhaus
Gaza-Stadt, Gazastreifen, März 2006. Palästinensische Jugendliche geniessen eine Karussellfahrt im Vergnügungspark ausserhalb von Gaza-Stadt. 
Gaza-Stadt, Gazastreifen, März 2006. Palästinensische Jugendliche geniessen eine Karussellfahrt im Vergnügungspark ausserhalb von Gaza-Stadt. 
Bild: APAnja Niedringhaus
Dschabaliya, Gazastreifen, Januar 2009. Palästinensische Jungen spielen mit einem Telefon, das sie in den Trümmern eines Hauses ins Ost-Dschabaliya, im nördlichen Gazastreifen, fanden.
Dschabaliya, Gazastreifen, Januar 2009. Palästinensische Jungen spielen mit einem Telefon, das sie in den Trümmern eines Hauses ins Ost-Dschabaliya, im nördlichen Gazastreifen, fanden.
Bild: AP/Anja Niedringhaus
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