Schweiz
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epa05731096 (FILE) - The file picture dated 11 January 2016 shows a man working in a cannabis plantation located at Colbun town rural area, 270 km south of Santiago, Chile. The German parliament legalized cannabis for medical purposes on 19 January 2017. From March 2017 on patients who have a doctor's prescription can buy marijuana at pharmacies. The cost will be covered by the German health insurances.  EPA/BENJAMIN HERNANDEZ *** Local Caption *** 52529330

Regulieren, statt verbieten: Grüne wollen beim Hanf neue Wege gehen. Bild: EPA/EFE

Bauernlobby, vorwärts Marsch! So soll Schweizer Gras legal werden 

Die Grünen wollen Bauern für Cannabis-Legalisierung gewinnen. Nur wenn die mächtigste Lobby im Bundeshaus die eigenen Vorteile wahrnimmt und mitmacht, ist die baldige Straffreiheit für Besitz, Anbau und Konsum machbar.

daniel ballmer / Aargauer Zeitung



Die Zeit ist reif. Davon sind die Grünen überzeugt. Deshalb wollen sie nun einen neuen Anlauf nehmen, um Cannabis in der Schweiz zu legalisieren. Vom Anbau über den Handel bis zum Konsum soll alles neu geregelt werden. Und von A bis Z in der Schweiz stattfinden. Heute darf Hanf in der Schweiz weder angebaut, gehandelt noch konsumiert werden.

«Dennoch geht man von rund 300'000 regelmässigen Konsumenten aus», betont die Baselbieter Nationalrätin Maya Graf. «Ergo: Der Konsum ist nicht zu verhindern.» Die heutige Drogenpolitik aber verursache hohe Kosten, untergrabe die Glaubwürdigkeit der Prävention und schaffe einen florierenden Schwarzmarkt.

«Ein Verbot macht ganz offensichtlich keinen Sinn», sagt auch Fraktionschef Balthasar Glättli. Mit einer parlamentarischen Initiative fordern die Grünen deshalb ein eigenes Hanfgesetz, das die Verbotsregelungen im Betäubungsmittelgesetz ablöst.

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Darin soll der Bund nicht nur Prävention und Jugendschutz regeln, sondern auch die Produktion im Inland, den Handel sowie den Verkauf inklusive Qualitätskontrollen, Lizenzabgaben und Besteuerung. Die Grünen stützen sich dabei auf die Studien von Thomas Kessler. Der frühere Zürcher Politiker und langjährige Basler Drogendelegierte orientiert sich am Alkoholgesetz. Das gilt unter anderem auch für den Jugendschutz.

Durch den illegalen Handel entgehen dem Staat heute Steuereinnahmen von jährlich 300 bis 600 Millionen Franken, schätzen die Grünen. Immerhin erreiche der Hanfmarkt in der Schweiz gegen eine Milliarde. «Den Gewinn wollen wir beim Staat und nicht bei der Mafia», betont Glättli.

Ausserdem sei es ohnehin Blödsinn, 300'000 Menschen in der Schweiz zu kriminalisieren, ergänzt Graf. Für die Strafverfolgung müssten Bund und Kantone heute rund 200 Millionen Franken aufwerfen. Die Konsumrate bleibt dennoch konstant. Der Schwarzmarkt floriert. Was zusätzliche Probleme mit sich bringt: Oft werden gestreckte oder pestizidverseuchte Produkte angeboten. Auch der THC-Gehalt ist nicht bekannt.

Balthasar Glaettli, Fraktionspraesident Gruene, an der Medienkonferenz

Balthasar Glättli will den Gewinn «beim Staat und nicht bei der Mafia». Bild: KEYSTONE

Hoffen auf eine Allianz

Um ihre Chancen zu erhöhen, wollen die Grünen nun auch die Bauern mit ins Boot holen. «Ein solches Modell funktioniert nur, wenn es von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert wird», sagt Graf. Der Plan: Hanf soll für den Inlandkonsum von Bauernfamilien mit vergleichbaren Lizenzen wie für gebrannte Wasser produziert und so ein Zusatzeinkommen geschaffen werden können, werben die Grünen. «Natürlich ist der Beizug kritischer Kreise auch taktisch», räumt Glättli ein. Der neue Zugang zum Thema sei aber gerechtfertigt, ermögliche er doch ein zusätzliches Erwerbsfeld.

Markus Ritter zeigt sich allerdings zurückhaltend: «Wir würden eine Legalisierung nicht aktiv unterstützen – aber auch nicht bekämpfen», sagt der Schweizer Bauernpräsident und CVP-Nationalrat. «Wir wollen nicht zu den Profiteuren eines Produkts gehören, das Gesundheitsrisiken birgt.» Gleiches gelte zwar für Tabak, der sei jedoch legal. Bedenken hat Ritter aber vorab wegen der praktischen Umsetzung. Hanfanbau sei hochproblematisch. Er ziehe Diebe magisch an: «Ich kenne einen Landwirt, der Industriehanf anbaute und jeweils drei Wochen auf dem Feld campieren musste, um die Pflanzen zu schützen. Sonst ist alles weg.» Das mache den Anbau wenig attraktiv.

Die Grünen lassen sich davon nicht entmutigen – trotz bereits mehrerer gescheiterter Anläufe. Denn auch in Ländern wie Kanada, Deutschland oder Südafrika gehe die Entwicklung in diese Richtung. Zudem schreiten in mehreren Schweizer Städten Projekte für einen regulierten Cannabis-Verkauf voran. Die Partei bleibt daher dabei: Die Zeit ist reif.

Ofe, Guuge, Tschoint: Wie sagst du eigentlich diesem Marihuana-Teil?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Arneis 05.05.2017 22:52
    Highlight Highlight Ich (Nichtraucher) befürworte die Legalisierung seit Jahren.
    Die positiven Effekte überwiegen die Gefahren.

    - Man generiert Steuereinnahmen
    - Die Bauern erhalten ein neues Produkt
    - Es entstehen neue Arbeitsplätze
    - Der Verkauf wird per Gesetz gesteuert
    - Grosse Bevölkerungsteile werden entkriminalisiert
    - Dem Bund stehen verlässliche Zahlen zur Verfügung
    um, bei Bedarf, Massnahmen zu ergreifen
    - Die Konsumenten erhalten ein Qualitätsprodukt

    Legalisierung jetzt.
  • Lowend 05.05.2017 11:09
    Highlight Highlight Wenn wir Hanf legalisieren, dann könnte man gleichzeitig die Direktzahlungen um Milliarden kürzen, weil dann das Geld, mit welchem der Staat die organisierte Kriminalität wegen solche Verbote unterstützt, direkt den Schweizer Produzenten zugute käme.

    Leider sind hier die Bürgerlichen und die Radikalen dafür, dass Unsummen in kriminelle Organisationen wandern, die man mit viel Aufwand zu bekämpfen versucht, wobei der Erfolg gleich null ist denn seit Jahrzehnten ist es am Wochenende einfacher, sich Hasch zu besorgen als einen Liter Milch zu kaufen.

    Und die sagen, kiffen mache Schizophren! ;-)
  • Duweisches 05.05.2017 10:24
    Highlight Highlight «Wir würden eine Legalisierung nicht aktiv unterstützen – aber auch nicht bekämpfen», sagt der Schweizer Bauernpräsident und CVP-Nationalrat. «Wir wollen nicht zu den Profiteuren eines Produkts gehören, das Gesundheitsrisiken birgt.» Gleiches gelte zwar für Tabak, der sei jedoch legal.

    Was für eine strohdumme Aussage... 🙄
  • nakasara 05.05.2017 10:20
    Highlight Highlight Endlich weis ich jetzt was mein nächster Beruf wird. Bauer!
  • Hugo Wottaupott 05.05.2017 09:54
    Highlight Highlight Gebt das Hanf frei!
  • Fly Boy Tschoko 05.05.2017 09:40
    Highlight Highlight Also Ritter sagt das Tabakanbau okay ist weil Tabak legal ist aber der Cannabisanbau nach der Legalisierung problematisch ist da dieser jetzt noch illegal ist?
    • JoeyOnewood 05.05.2017 09:48
      Highlight Highlight hab ich mir auch gedacht. hört der sich selbst zu, wenn er redet? Und Hopfen dürften sie dann auch nichf anbauen.
    • Red4 *Miss Vanjie* 05.05.2017 10:07
      Highlight Highlight der Typ ist ein
      Benutzer Bild
  • Kreasty 05.05.2017 08:59
    Highlight Highlight "Heute darf Hanf in der Schweiz weder angebaut, gehandelt noch konsumiert werden."

    Ist ja nicht so dass der Verkauf und Konsum von CBD im normalen Handel und Internet boomt, heisst die Aussage stimmt so nicht.

  • Döst 05.05.2017 08:54
    Highlight Highlight Hat man doch vor vielen Jahren schon mal gehabt. Hanfanbauversuche und halb illegale "Projekte".
    Wenn die Bauern im Gegenwert des Grases auf Subventionen/Direktzahlungen verzichten, hätte zumindest der Steuerzahler (Gesamtbevölkerung) was davon. Aber wie ich die Bauern kenne, wollen die wieder den Fünfer und das Weggli.
    • Makatitom 05.05.2017 10:29
      Highlight Highlight Wie ich die Bauern kenne, werden sie sich den Hanfanbau auch noch mit Direktzahlungen vergolden lassen? Wieviel Prozent der CH Bevölkerung sind Bauern? Sind es noch 5%? Und wieso haben die die grösste Lobby? Wird wohl nicht so weit her sein mit der schweren Arbeit, wenn so viele Bauern Zeit haben, um zu politisieren
    • Alnothur 05.05.2017 15:54
      Highlight Highlight Die Direktzahlungen heissen Direktzahlungen und nicht Subventionen, weil es Zahlungen für bestimmte Leistungen sind, die im Markt keinen Wert haben; z.B. Brachen für die Artenvielfalt, Landschaftspflege und strenge Vorschriften beim Neubau von Ställen usw.
  • Shabina 05.05.2017 08:44
    Highlight Highlight «Wir wollen nicht zu den Profiteuren eines Produkts gehören, das Gesundheitsrisiken birgt.» Gleiches gelte zwar für Tabak, der sei jedoch legal.

    Diese beiden Sätze zeigen die Perversion unseres Betäubungsmittelgesetzes! Auch lustig: Alkohol wird im Satz gar nicht erwähnt, der ist schon so stark in der Gesellschaft integriert, dass man gar nicht das Gefühl hat, ein "Gesundheitsrisiko" zu konsumieren.
    • Freddie 05.05.2017 10:30
      Highlight Highlight Ich finde sogar, dass gras auch schon integriert ist. Da besucht man mal ein gratis openair, läuft durch die masse durch, riecht gras und vor einem sieht man die polizei, welche sich gar nich drub bekümmern. 💪
  • El Vals del Obrero 05.05.2017 08:40
    Highlight Highlight "Wir wollen nicht zu den Profiteuren eines Produkts gehören, das Gesundheitsrisiken birgt.» Gleiches gelte zwar für Tabak, der sei jedoch legal."

    Wow, diese Argumentation ist ja sehr überzeugend.

    Wenn Cannabis legalisiert wäre, wäre er ja auch legal.
  • baBIELon 05.05.2017 07:59
    Highlight Highlight Schweizer Bauernpräsident und CVP-Nationalrat. «Wir wollen nicht zu den Profiteuren eines Produkts gehören, das Gesundheitsrisiken birgt.» Gleiches gelte zwar für Tabak, der sei jedoch legal.

    Hat der Typ auch nur irgendwas verstanden?🙈
    • Makatitom 05.05.2017 10:32
      Highlight Highlight Was glaubst du, wie schnell der das versteht, wenn es plötzlich heisst: Es gibt 100.- Chf Direktzahlungen mehr pro Hektar als Futtermais (oder Tabak). Dann gibt es plötzlich nichts mehr besseres.
  • Graf Von Mai 05.05.2017 07:46
    Highlight Highlight Der Mensch will in "Freiheit" leben, stimmt aber alle 3 Monate für neue Restriktionen.
  • Newsaddicted 05.05.2017 07:36
    Highlight Highlight "«Wir wollen nicht zu den Profiteuren eines Produkts gehören, das Gesundheitsrisiken birgt.» Gleiches gelte zwar für Tabak, der sei jedoch legal."

    Alles klar! 👍👍
    • Yelina 05.05.2017 10:22
      Highlight Highlight Was raucht der Typ? 😂

Neue Studie zeigt: 33'000 Suizidversuche innert eines Jahres in der Schweiz

Die Studienautoren sind selber erstaunt, wie viele Befragte über Suizidversuche berichten. Am höchsten sind die Zahlen bei Menschen mit geringer Bildung und bei Alleinstehenden.

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