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Christoph Blocher, alt Bundesrat, praesentiert die Meisterwerke seiner Kunstsammlung anlaesslich einer Pressekonferenz zur Ausstellung

Christoph Blochers Vorfahren stammen aus Deutschland. Bild: KEYSTONE

Nur 6 von 116 Bundesräten hatten keinen Urschweizer Namen – Blocher ist einer davon



Wer Bundesrat wird, kann oft auf einen Schweizer Stammbaum zurückblicken, der bis mindestens zur Gründung des modernen Bundesstaats 1848 zurückreicht. 

Das ist keine Übertreibung, die einem Journalisten im Zuge der Debatte über die Doppelbürgerschaften von Ignazio Cassis und Pierre Maudet aus der Feder geflossen ist. Nein: Diesen Schluss legt eine Untersuchung der Luzerner Politologen Lea Portmann und Nenad Stojanovic nahe. 

So trugen 110 der 116 Bundesräte einen Namen, der bereits vor dem Jahr 1800 in der Schweiz vorkam, wie die beiden Forscher in einem Artikel auf der Wissenschafts-Plattform «DeFacto» schreiben. Sie definieren solche Namen als «alteingesessen», also urschweizerisch.

Einzige Ausnahmen:

Auch deren Vorfahren wanderten allerdings schon früh in die Schweiz ein. Die fraglichen Nachnamen wurden im Laufe des 19. Jahrhunderts ins Familiennamenbuch der Schweiz eingetragen, das die Forscher für ihre Untersuchung konsultierten.

So migrierte Blochers Ururgrossvater Johann Georg Blocher 1833 aus dem Königreich Württemberg in die Schweiz. 1861 erwarb er im bernischen Schattenhalb das Bürgerrecht. 900 Franken soll der Reformpädagoge für seine Einbürgerung bezahlt haben – ein kleines Vermögen für damalige Verhältnisse. 

Mit Maudet oder Cassis könnte nun erstmals ein Politiker Bundesrat werden, dessen Familienname erst in der jüngeren Zeit in der Schweiz Verbreitung fand. Die ersten Cassis wurden laut Familiennamenbuch 1908 in Cadenazzo TI und 1922 in Rüti ZH eingebürgert. Ignazio Cassis selber hat seit 1976 den Schweizer Pass, davor besass er die italienische Staatsbürgerschaft seines Vaters.

Die Maudets tauchen im Familiennamenbuch, in dem alle Familiennamen der Schweizer Bürger bis 1962 registriert sind, gar nicht auf. Sie dürften folglich erst später eingewandert sein. Pierre Maudet, Sohn einer Bündnerin und eines Franzosen, ist seit seiner Geburt Doppelbürger. 

Einem alten Geschlecht gehört demgegenüber die dritte Kandidatin auf dem FDP-Ticket, Isabelle Moret, an. Ihr Nachname war in der Waadt schon vor dem Jahr 1800 heimisch.

(jbu)

Wie schwer es ist, sich als Expat in der Schweiz einzuleben

Video: srf

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