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studentin rentner wohnen zusammen

Die Idee ist gut, doch das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage passt nicht zusammen. bild: shutterstock

Zu wenig Angebote

Auf der Suche nach günstigem Wohnraum rennen Studenten Pro Senectute die Bude ein

Biete Wohnraum, suche Haushaltshilfe: Nach diesem Prinzip funktioniert das Projekt «Wohnen für Hilfe», bei dem junge und alte Menschen voneinander profitieren sollen. Doch die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot.



Studenten, die in der Schweiz günstigen Wohnraum suchen, haben es derzeit so schwer wie noch nie. Einen Beweis dafür liefert das Projekt «Wohnen für Hilfe». Die Idee ist simpel wie genial: Junge Menschen helfen Senioren beim Bewältigen ihres Alltags und bekommen im Gegenzug dafür gratis Wohnraum zur Verfügung gestellt. 

Diese Art von Deals werden in der Schweiz bereits seit einigen Jahren von Pro Senectute unter dem Namen «Generationenübergreifende Wohnpartnerschaften – Wohnen für Hilfe» organisiert.

Doch die Hilfsorganisation sieht sich mit einem Problem konfrontiert: «Wir haben viel zu viele Studenten, die sich bei uns melden, weil sie das Angebot gerne nutzen würden – aber viel zu wenig Senioren, die mitmachen wollen», erklärt Pressesprecher Rolf Krebser von Pro Senectute Kanton Zürich im Gespräch mit watson.

In Zürich wurde «Wohnen für Hilfe» im Jahr 2009 ins Leben gerufen – aktuell gibt es hier 19 solcher Wohngemeinschaften. Doch während im Jahr 2014 circa 100 Anfragen von Studenten eintrudelten, tat sich auf der anderen Seite zu wenig: «Den 100 Anmeldungen von Studenten stehen etwa 20 Anfragen von Seniorinnen und Senioren gegenüber», erklärt Annelene Paul, Koordinatorin «Wohnen für Hilfe» in Zürich.

Luzern mit dem gleichen Problem

Konkret läuft der Deal folgendermassen ab: Pro Quadratmeter, den der Student oder die Studentin bewohnt, muss er oder sie eine Stunde pro Monat für seine Mitbewohner im Seniorenalter arbeiten. In Luzern hat man im Jahr 2007 angefangen, generationsübergreifende Wohngemeinschaften zu bilden. Doch Ende 2010 hat Pro Senectute Kanton Luzern seine Vermittlungsstelle wieder abgeschafft.  

Wie es dazu kam, erklärt Mediensprecher Jürg Lauber: «Es gab zu wenig Angebote in der Stadt oder Agglomeration von Luzern und zu viele auf dem Land. Doch so etwas suchen die Studenten nicht – dann können sie ja gleich bei den Eltern wohnen bleiben.»

Was halten Sie von dem Angebot «Wohnen für Hilfe»?

Ausserdem habe man mit demselben Problem wie die Kollegen aus Zürich zu kämpfen gehabt: Auch hier waren es deutlich mehr Studenten, die sich für ein Zimmer beworben haben, als Rentner, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollten.

Und noch ein drittes Problem habe dazu geführt, dass man das Projekt in Luzern wieder abschaffen musste: «Es hat sich gezeigt, dass die Vorstellungen und Erwartungen teilweise stark auseinander gingen: Die Studenten wollten ihre Stunden wortwörtlich abarbeiten, indem sie zum Beispiel einkaufen gehen oder für ihre Mitbewohner Hausarbeiten erledigen. Den Senioren ging es aber oftmals nur darum, Gesellschaft zu haben und Zeit zusammen zu verbringen.»

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