Schweiz
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ZU DEN NEUEN PARTEIPRAESIDENTEN, GERHARD PFISTER FUER DIE CVP, PETRA GOESSI FUER DIE FDP UND ALBERT ROESTI FUER DIE SVP, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Gerhard Pfister, Zuger Nationalrat und Kandidat fuer das Praesidium der CVP, gibt ein Interview in der Galerie des Alpes im Parlamentsgebaeude, am 2. Februar 2016. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Der neue Präsident Gerhard Pfister präsentiert nach fast 100 Tagen im Amt seine Gedanken zur CVP.
Bild: KEYSTONE

CVP-Präsident Pfister will Schweizer Werte in die Verfassung schreiben

Ein Religionsartikel in der Verfassung, eine gelockerte Schuldenbremse und eine Arbeitsmarktreform für die digitale Welt: Nach drei Monaten im Amt skizziert CVP-Präsident Gerhard Pfister, mit welchem Programm die Christlichdemokraten in die Zukunft gehen könnten.



Die CVP werde als Familienpartei wahrgenommen, nun solle sie sich aber «weitere Kompetenzfelder» erarbeiten, sagte Pfister in einem Interview, das in den Zeitungen «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» erschien.

Eine Umfrage bei den Kantonalparteien und ab August bei den CVP-Mitgliedern soll Aufschluss darüber geben, wohin die Reise der Traditionspartei geht. «Wir wollen wissen, was ihnen wichtig ist an der CVP und wo sie Änderungsbedarf sehen», sagte Pfister.

Als erste Vorstellung hat das CVP-Präsidium laut Pfister drei Themen definiert. «Erstens fordern wir eine zukunftsgerichtete Finanzpolitik mit einem staatlichen Zukunftsfonds.» Trotz extrem tiefer Zinsen und geringer Schuldenquote baue der Bund weiter Schulden ab. Pfister überlegt sich, ob die Schuldenbremse angepasst werden sollte, um «zukunftsgerichtete Investitionen» zu ermöglichen.

Religionsartikel statt Burka-Initiative

Zweitens solle sich die CVP in die Diskussion um Rechtsstaat und Fundamentalismus einbringen. «Wir müssen vielleicht wieder über einen Religionsartikel in der Verfassung diskutieren», sagte er. Ein solcher könne regeln, welche Werte für alle gelten und nicht verhandelbar sind. Pfister könnte sich vorstellen, die Idee als Gegenvorschlag zur Burka-Initiative einzubringen, welche ein «Einzelproblem» regle, während die Diskussion eine andere sei.

Schliesslich sieht Pfister als möglicher Pfeiler der CVP-Politik den Umgang mit der Digitalisierung, die in der Arbeitswelt riesige Fragen aufwerfe: «Was machen wir mit Menschen, die vor allem praktische Fähigkeiten besitzen, wenn nur noch Arbeit vorhanden ist, die eine akademische Bildung voraussetzt?», fragt er. Es müssten aber auch die Regelungen zur Arbeitszeit angepasst werden.

Im kommenden Jahr sollen aufgrund der Mitgliederbefragung Massnahmen verabschiedet werden. «Die neue Strategie ist langfristig, deshalb müssen und können wir uns dafür Zeit nehmen», sagte Pfister.

Pfisters Kritiker sind verstummt

Der Zuger Nationalrat Pfister war im April konkurrenzlos zum Nachfolger von Christophe Darbellay und damit zum Präsident der CVP gewählt worden. Ihm gefalle das neue Amt, sagte Pfister. Er zeigte sich überrascht, «wie schnell» die Kritik an ihm «sehr diskret geworden sei».

Pfister steht am rechten Rand der CVP, weshalb seine Ambition aufs Präsidentenamt beim linken Parteiflügel zunächst auf Widerstand stiess. Kritiker redeten nun mit ihm, als ob nie was gewesen wären, sagte Pfister. Das zeige ihm, dass Kritik - und Lob – in der Politik nicht überbewertet werden solle. «Ich bin immer noch vorsichtig und gehe davon aus, dass ich weiter Vertrauen schaffen muss.» (sda)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fabio74 25.07.2016 22:34
    Highlight Highlight Liebe CVP. Nein danke.
  • Kastigator 24.07.2016 14:10
    Highlight Highlight Ich bin Atheist. Was soll der Scheiss? Blocher hat definiert, dass echte Schweizer nur die sind, die SVP wählen. Und Pfister will das Schweizertum nun über die Religion definieren? Mit Verlaub, das grenzt an Landesverrat.
  • christian_meister 24.07.2016 12:49
    Highlight Highlight Ich versteh noch nicht so ganz was Pfister mit seinem "religiös" als Wort hat. Es geht um Ethik und Grundwerte die nicht verhandelbar sind. Für die CVP ist die europäische Menschenrechtskonvention nicht verhandelbar. Ein Austritt a la SVP ist für die CVP undenkbar. Wenn Pfister nun in Interviews sagt es braucht mehr Religionsunterricht in der Schule, denke ich, dass dies nicht grundlegend falsch ist. Ich würde es Ethik nennen und darin unsere Grundwerte, Menschenrechte und Ethik vermitteln. Vielleicht will Pfister mit dem Wort "Religion" verhindern, dass noch mehr Wähler zur SVP abwandern...
  • Robert K. 24.07.2016 12:13
    Highlight Highlight Die Menschenrechte sind definiert und diese sollen weiterhin die Grundrechte der Schweiz bestimmen.
  • Klaus K. 24.07.2016 09:55
    Highlight Highlight Keine Fussbreit den religiösen Eiferern. Wennschon gehören alle religiösen Artikel aus der Verfassung gestrichen.
  • lilie 24.07.2016 09:36
    Highlight Highlight Ein Religionsartikel mit Werten, die für alle gelten?

    Komplett überflüssig, die Schweizer Verfassung stellt bereits den Konsensus der Schweizer über ihre gemeinsamen Werte dar.

    Und in der Religion sind wir uns sowieso nicht einig, denn selbst ohne "Andersgläubige" sind wir ein buntes Gemisch aus Katholiken, Reformierten, Atheisten, Fatalisten, solchen die mit Religion nichts zu tun haben wollen, Sektenanhängern und vielen mehr.

    • _kokolorix 24.07.2016 10:54
      Highlight Highlight Solche die mit Religion nichts zu tun haben wollen sind meiner Meinung nach Atheisten😊
    • lilie 24.07.2016 11:18
      Highlight Highlight @_kokolorix: Nein, das stimmt nicht. Es gibt Leute, die an keinen Gott glauben und doch religiös sind. Sie können an eine höhere Macht glauben oder Buddhisten sein und so weiter...

Kommentar

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