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Mit Lohnobergrenzen sollen Überentschädigung und somit eine Überteuerung des Gesundheitswesens vermieden werden. Bild: shutterstock

So soll eine Überteuerung des Gesundheitswesens vermieden werden

Spitzenmediziner verdienen Millionenbeträge. Dagegen formiert sich Widerstand. Verschiedene Kantone wollen die Saläre nach oben begrenzen.

daniel balmer / az



Das hat hohe Wellen geworfen: In der Schweiz kassieren über 100 Spitzenmediziner mehr als eine Million Franken im Jahr. Bestimmte Facharztgruppen verdienen jährlich im Durchschnitt immer noch stolze 600'000 bis 800'000 Franken. Was bisher nur vermutet worden ist, hat eine vergangene Woche veröffentlichte Studie des Bundes bestätigt.

Die Löhne sind so hoch, dass nun auch die regionalen Behörden reagieren. Als Vorbild dafür dient St. Gallen. Der Kanton habe die Löhne an seinen Spitälern bereits gedeckelt, berichtet die «NZZ am Sonntag». Konsequenz: Beispielsweise am Kantonsspital verdient kein Arzt mehr als 700'000 Franken. Gestützt auf die neuen Empfehlungen prüfen nun auch andere Kantone entsprechende Massnahmen.

Auch Baselland und Basel-Stadt wollen nachziehen: «Es ist uns ein Anliegen, dass falsche finanzielle Anreize bei der Entlöhnung der Ärzte vermieden werden», stellt Anne Tschudin vom Basler Gesundheitsdepartement klar. Gerade im Hinblick auf die gemeinsame Basler Spitalplanung würden deshalb Auflagen zur Arztentlöhnung geprüft, bestätigt Rolf Wirz von der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion.

Regeln sollen für alle gelten

Die Details werden erst erarbeitet. Die Auflagen sollen mengentreibende Fehlanreize in den Spitälern vermeiden. «Wichtig ist, dass die Massnahmen für alle öffentlichen und privaten Spitäler gelten, die einen Leistungsauftrag von uns erhalten», sagt Tschudin. Hinzukommen die niedergelassenen Ärzte, bei welchen die Kantone derzeit aber noch keine Handhabe haben.

Damit bewegen sich die beiden Basel im allgemeinen Fahrwasser: So möchte der Bund in einem neuen Gesetz die Zulassung der Ärzte davon abhängig machen, dass sie Daten über ihre wirtschaftlichen Verhältnisse deklarieren. Auf diese Weise will der Staat erfahren, welche Erträge die Mediziner aus der obligatorischen Grundversicherung generieren. Entsprechend könnte die Branche die Tarife bei Bedarf korrigieren – oder eben die Politik.

Im Kampf gegen Exzesse spricht sich auch die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) dafür aus, Lohnobergrenzen zu empfehlen. Nimmt ein Kanton ein Spital auf die Spitalliste und erteilt diesem einen Leistungsauftrag, soll er dem Spital gleichzeitig Vorgaben zu den höchsten Löhnen und Boni machen können. «Solche Vorgaben zur Besoldung können einen Beitrag zur Vermeidung von Überentschädigung und somit Überteuerung des Gesundheitswesens leisten», heisst es in den Empfehlungen der GDK. Parallel dazu wird die Offenlegung interner Lohnreglemente verlangt.

Alte Zahlen?

Kritik der Ärzte

Der Dachverband der Schweizer Ärzteschaft FMH und die kantonalen Ärztegesellschaften zweifeln die Ergebnisse einer Studie an, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kürzlich publiziert hat und die als Grundlage für die Diskussion zu den hohen Ärztelöhnen dient. «Tatsächlich hat eine im April 2018 präsentierte Erhebung des Bundesamtes für Statistik gezeigt, dass die Einkommen von Arztpraxen deutlich geringer sind», schreiben die kantonalen Ärztegesellschaften in einer Mitteilung. Statt 257 000 Franken pro Jahr würden diese bloss 155 000 Franken pro Jahr betragen. Die BFS-Erhebung basiere auf präziseren und neueren Daten, moniert der Dachverband.

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Yann Wermuth 09.11.2018 07:48
    Highlight Highlight Was soll denn diese blöde Alibiübung? Das wird die Kosten 0 senken, da Löhne nicht treibend sind für die Zunahme. Das liegt schlicht an der besseren Versorgung - verdienen tun daran nur die, die med. Utensilien und Medis herstellen. Mit denen müsste man sich anlegen. Und überhaupt: die absolute Summe zu nehmen ist gerade bei Ärzten quatsch, was relevant wäre ist Stundenlohn. Schaut man sich an, wie viel die tatsächlich arbeiten, korrigiert sich das Bild oft.
  • Fabian Studer 08.11.2018 16:29
    Highlight Highlight Ob spitäler privat sind oder nicht macht keinen Unterschied. Mit der perversen anreizstruktur unserer versicherungsgesellschaft ist es ein ding der Unmöglichkeit angemessene Preise zu erreichen. Niemanden kümmert es was wie tauer ist, man zahlt ja nicht selber, selbstregulierung im honigtopf mit honiggarantie ist ebenso eine wahnvorstellung und eine bürokratische Überwachung zur Sicherstellung von blabla rechnet sich durch den Mehraufwand ebenfalls nicht.
    Staatliche Versorgung von Kindern bis 20 und ab dann freiwillig Versicherung wäre Fairer und preiswerter
  • Frank Humbel 08.11.2018 15:32
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach sollte man vor allem die mengentreibenden Fehlanreize beseitigen. Ein Arzt, der immer wieder unnötige Massnahmen anordnet, um den Umsatz seiner Praxis oder seines Arbeitgebers zu steigern, sollte daran nichts verdienen können. Das könnte über eine verfeinerte Messung der Qualität mit entsprechenden Sanktionen geschehen. Unnötige Behandlungen sollten als schlechte Qualität ausgewiesen werden, da sie ja beim Patienten keine messbare Besserung auslösen oder seinen Zustand sogar noch verschlechtern.
  • DaBoong 08.11.2018 11:33
    Highlight Highlight Balabla.... nütz alles nichts, solange unsere Parlamentarier als Verwaltungsräte diverser Krankenkassen Millionensaläre weiter verdienen und Lobby-Lügen verbreiten... wie war das mit X Mio. CHF an Überschuss (glaube es waren etwas um die 45 Mio.) bei den Schweizer KKs? Warum brauchts dann schon wieder eine Prämienerhöhung? - als erstes muss der schweizer Poltsumpf durchleuchtet und gegebenenfalls trockengelegg werden, sonst wird nix anderes nützen. Aber solange die Schweizer zwei Flattys im Wohnzimmer und zwei Karren in der Garage stehen haben, werde sie den Kopf in den Sand stecken....
  • Medizinerli 08.11.2018 09:27
    Highlight Highlight Wer ohne Notfall (hier müsste Notfall genau definiert werden) in eine Permanence oder Spital fährt, müsste die Notfallpauschale selber bezahlen evtl. soweit gehen, dass banale Sachen in der Nacht, im Notfalldienst und am Wocheende (z.B. trockene Hände, erkältet seit heute etc.) selber bezahlt werden müssten. Andere Variante: Während Öffnungszeiten muss der Hausarzt in den Notfall überweisen.
  • Simon Probst 08.11.2018 09:08
    Highlight Highlight Also ein spitzenmediziner macht wenigstens was für seine millionen im gegensatz zu managern und politikern. Verwaltungsräte von KKs ziehen auch millionen, wozu?

    Der Fähige Arzt, welcher mir meine Rückenschmerzen genommen darf ruhig etwas mehr bekommen.
  • Trouble 08.11.2018 08:49
    Highlight Highlight Ich finde, man sollte nicht nur die Löhne der Ärzte, sondern auch die Saläre/Boni in der Pharmabranche drastisch kürzen.

    Und endlich kann ich dieses Bild bringen. Ich habe so lange darauf gewartet. Solche Leute sollten ihren Notfallaufenthalt salbst bezahlen:
    Benutzer Bild
    • calloideae 09.11.2018 08:41
      Highlight Highlight Ist das wirklich wahr? Bin ein bisschen sprachlos, was man hier in der Kommentarspalte so liest (trockene Hände, Erkältungen etc.). Und jetzt noch das! Keine Zahnseide oder Pinzette zuhause?
  • Nik G. 08.11.2018 08:26
    Highlight Highlight An alle die nun wieder den Patienten, welche für nichts in den Notfall gehen, die sind nicht die Kosten treiber. Sie nerven "nur" das Personal. Jeder hat eine Franchise und zahlt meistens den Besuch selber. Die immer höheren Kosten werden durch unsere riesen Anzahl von Spitäler generiert. Jedes Kuhdorf will ein Topmodernes Spital auch weil wir nicht länger als 15 Minuten fahren wollen um jemanden zu besuchen. Spitäler schliessen und Notfallpraxis rein und eine Ärztegemeinschaft und die Medikamenten Preise senken.
  • Follo 08.11.2018 08:18
    Highlight Highlight Ich würde lieber die Werbe- und Abwerbeausgaben der Krankenkassen deckeln.
    • amore 08.11.2018 08:49
      Highlight Highlight Ich würde sie sogar verbieten.
    • ingmarbergman 08.11.2018 13:09
      Highlight Highlight Da sind wir aber froh, das ihr zwei nicht über volkswirtschaftliche Fragen in der Schweiz entscheiden dürft..
  • Butschina 08.11.2018 08:14
    Highlight Highlight Ich denke dass die hohen Kosten eher bei Privatspitälern ein Problem ist
    • dorfne 08.11.2018 08:52
      Highlight Highlight Die Politik verlangt von den Spitälern Rendite. Genau diese Forderung treibt die Kosten in die Höhe durch unnötige Untersuchungen, Operationen. Ein weiteres, nicht diskutiertes Problem: Ca. 60'000 Menschen pro Jahr lässt man nicht sterben, wenn sie schon im Sterben liegen. Jeder Arzt kennt die Zeichen und Signale des Sterbeprozesses. Trotzdem werden alle möglichen lebenserhaltenden Massnahmen aufgefahren. Zwei Tage sterben für 20'000 Franken!
  • Clife 08.11.2018 07:43
    Highlight Highlight Ich habe einen anderen Vorschlag: Wie wärs, wenn die Chefetagen nach oben weiterhin so viel verdienen wie jetzt, ABER stattdessen die Steuern für diese in die Höhe gehen? Es scheint, als müssten die kaum Steuern zahlen (insbesondere wenn man durch etliche Dinge die Steuern minimieren kann wie Spenden, Arbeitsaufwand das wahrscheinlich keiner ist usw)
  • Normi 08.11.2018 07:32
    Highlight Highlight Es würde viel helfen wenn in Spitälern nur Notfälle und vom Hausarzt eingewiesene behaltet werden...
    • Amboss 08.11.2018 08:27
      Highlight Highlight Das ist doch schon heute so. Verstehe den Kommentar nicht
    • Trouble 08.11.2018 08:52
      Highlight Highlight Dem ist nicht so, wenn jeder Kunde selbst definiert, was ein Notfall ist.
    • Amboss 08.11.2018 11:29
      Highlight Highlight @Trouble: Wer soll denn sonst beurteilen, ob es ein Notfall ist, als ich selber rsp meine Angehörigen? Soll ich am Folgetag zum Arzt gehen und der sagt dann, ich dürfe in den Notfall?
      Wenn ich dann halt schon tot bin, Pech?
      Oder anders gesagt, ich als Nicht-Mediziner soll beurteilen, ob ich in den Notfall fahren darf, wenn oder oder mein Kind diese und diese Symtome hat? Das ist doch einfach absurd

    Weitere Antworten anzeigen
  • Habe fertig - endgültig 08.11.2018 06:59
    Highlight Highlight Seit 1.Oktober 2016 ist der unrechtmässige Antrag oder Bezug einer Sozialversicherungsleistung strafbar. Der Observationsartikel erlaubt allen Sozialversicherungen zu überwachen und schliesst dabei medizinische Leistungen nicht aus. Das dürfte abschreckend wirken, denn wer weiss schon welcher Eingriff oder Dauer der Therapie unrechtmässig ist. Dies gilt auch,wenn man die Leistung für andere beantragt. Die Juristen wirds freuen.
  • Kafi>Tee 08.11.2018 06:41
    Highlight Highlight Letztens während des Notfalldienstes einer Bekannten kam einer notfallmässig. Wegen trockener Hände. WTF! Diese Leute treiben die Kosten ebenso in die Höhe. Diese "Ich zahle dafür, also nutze ich es bei jedem Sch.."-Mentalität müsste aufhören.
    • Medizinerli 08.11.2018 09:31
      Highlight Highlight Dies ist leider Standard, spreche aus Erfahrung... mir wurde sogar schon gesagt "Ich zahle DIR mit meiner Prämie den Lohn, also mach!" und ich arbeite nicht bei einer Krankenkasse :P
    • pipovic 08.11.2018 10:56
      Highlight Highlight Noch schlimmer finde ich die, welche seit 2 Wochen Beschwerden haben und sich am Sonntagabend auf der Notfallstation vorstellen weil der Hausarzt ja erst an nächsteb Tag wieder Patienten behandelt. Das sind gleichzeitig diese Personen welche sich über die langen Wartezeiten beschweren.
  • Schneider Alex 08.11.2018 05:56
    Highlight Highlight Für einen fairen Vergleich der Arztlöhne mit anderen Löhnen müssen neben der hohen Verantwortung die Ausbildungs- und Präsenzzeiten, die Lohnkurve über die gesamte Karriere und eventuell bei Chirurgen ein berufsbedingter vorzeitiger Ruhestand einbezogen werden.
  • Gsnosn. 08.11.2018 05:45
    Highlight Highlight An den Löhnen kann es nicht liegen das wir jedes Jahr mehr Zahlen. Ich denke das liegt im tieferen Prozentsatz.
    An einem Arzt mag ich es wirklich gönnen wenn ein super Lohn hat.
  • niklausb 08.11.2018 05:03
    Highlight Highlight Ist doch jetzt schon überteuert.

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