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Bild: shutterstock

Vaterschaftsurlaub: Welche 3 Firmen bereits heute grosszügig sind

Eine Initiative fordert vier Wochen Vaterschaftsurlaub, der Bundesrat will einen solchen aber nicht gesetzlich verankern. Dafür entdeckt die Wirtschaft die «Vater-Ferien» langsam auch ohne Politik: Migros, Zürich und Raiffeisen zeigen sich am grosszügigsten.
21.10.2017, 23:1621.10.2017, 23:20
Philipp Felber / Schweiz am Wochenende

Der Bundesrat hat sich gegen einen gesetzlich verankerten Vaterschaftsurlaub ausgesprochen. Doch grosse Firmen in der Schweiz machen Nägel mit Köpfen. Eine Umfrage der «Schweiz am Wochenende» bei grösseren Schweizer Betrieben zeigt: Die Wirtschaft hat den Vaterschaftsurlaub für sich entdeckt.

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Fast die Hälfte der angefragten Unternehmen bietet ihren Angestellten zehn oder mehr freie Tage nach der Geburt eines Kindes. Zwei Firmen, wie etwa Finanzdienstleister Zürich, setzten den Vaterschaftsurlaub im nächsten Jahr herauf. «Wir erhöhen den Vaterschaftsurlaub, um dem veränderten Bedürfnis der Mitarbeitenden wie auch der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gerecht zu werden», sagt Nathalie Vidal, Mediensprecherin bei Zürich.

Auch Migros und Raiffeisen bieten ihren Jungvätern drei Wochen Vaterschaftsurlaub. «Damit möchten wir unseren Mitarbeitenden möglichst attraktive Anstellungsbedingungen bieten», heisst es von der Raiffeisenbank. Die Bank sei überzeugt, dass sich dies langfristig ausbezahle. Raiffeisen beschäftigt in der Schweiz über 10'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche bereits seit 2009 diese drei Wochen Vaterschaftsurlaub beziehen können.

Ebenfalls seit längerer Zeit hat die UBS ihre Regelung in Kraft: Seit 2007 haben Mitarbeiter Anrecht auf zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub. Etliche der angefragten Firmen wiesen zudem auf die Möglichkeit hin, dass unbezahlte Ferien bezogen werden können. So etwa auch bei der Migros, die zusätzlich zwei Wochen anbietet.

Und die KMU?

Gesetzlich festgeschrieben ist ein Vaterschaftsurlaub in der Schweiz nicht. Aber es hat sich eingebürgert, dass zumindest ein freier Tag gewährt wird. Grosse Schweizer Firmen bieten also mehr, als sie müssten. Für den Arbeitgeberverband beweist dies, dass es ohne gesetzliche Regelung funktioniert. «Ein Vaterschaftsurlaub sollte weiterhin auf Betriebs- oder Branchenebene ausgehandelt und auf die jeweiligen Möglichkeiten und Arbeitsbedingungen abgestimmt werden können», sagt Roland A. Müller, Direktor des schweizerischen Arbeitgeberverbands.

Die Initianten von «Vaterschaftsurlaub jetzt!» fordern zwar vier Wochen Vaterschaftsauszeit, sehen aber auch, dass es in der Privatwirtschaft eine Entwicklung hin zu mehr Vaterschaftsurlaub gibt. Diese gehe in die richtige Richtung, sei aber nicht schnell genug, sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Komitees.

Dass sich ein längerer Vaterschaftsurlaub auch für KMU rechnen kann, zeigt das Beispiel der Werder AG in Veltheim. Sie bietet ihren 70 Angestellten zwei Wochen bezahlten, sowie zwei Wochen unbezahlten Vaterschaftsurlaub. Bei einigen Betrieben in der Schweiz werden die Forderungen der Initianten gar umgesetzt: So können Arbeitnehmer etwa bei AXA oder Mobility vier Wochen bezahlten Urlaub beziehen.

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tschedai
22.10.2017 00:50registriert Januar 2017
Vaterschaftsurlaub sollte eigentlich ein no-brainer sein. Im Schnitt wird der 1.8 mal von einem Angestellten in Anspruch genommen werden, und das ist aufs Arbeitsleben gesehen Peanuts, aber für Eltern, die gerade Kinder bekommen, ein grosser Segen.
19311
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Domino
22.10.2017 05:09registriert Januar 2016
Synthes: 8 Wochen
Und da ist der Punkt wo ich als Rechte relativ Links bin...
207
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Chääschueche
22.10.2017 03:08registriert Februar 2014
Wie sieht das mit den Kosten aus? Gerade für Firmen aus der verarbeitenden Branche könnte das teilweise ein Problem werden.
Wie hilft der Bund? Springt da ebenfalls die EO (Wie bei den Frauen) ein?
2011
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20
Plötzlich wollen sie nicht mehr mit Marco Fussball spielen – weil er Ausländer ist
Marco ist 10 Jahre alt, Kind einer Schweizerin und eines Tunesiers. Obwohl er keinerlei Bezug zum Herkunftsland seines Vaters hat, wird er immer wieder damit konfrontiert, «anders» zu sein. Seine Mutter erzählt von Alltagsrassismus und Freundschaftsabbrüchen.

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