Schweiz
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ZUM ANGEKUENDIGTEN RUECKTRITT VON BUNDESRAT DIDIER BURKHALTER PER DIENSTAG, 31. OKTOBER 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Swiss Federal Councillor Didier Burkhalter, head of the Federal Department of Foreign Affairs (FDFA) holds an abandoned newborn in his hands during a working visit in Mariupol, Ukraine, this Tuesday, 6. June 2017. Burkhalter visits the Ukraine to offer humanitarian support and discuss peace efforts. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Die weiche Seite des Aussenministers: Burkhalter hält während eines Besuchs in der Ukraine ein Baby in den Armen.  Bild: KEYSTONE

«Er war gar nie richtig Bundesrat»: So kommentiert die Presse den Burkhalter-Abgang

Nach 32 Jahren in der Politik hat FDP-Bundesrat Didier Burkhalter genug. Die Schweizer Zeitungen kommentieren den überraschenden Abgang kontrovers. 



Adieu la politique! Aussenminister Didier Burkhalter  gab der «SRF Rundschau» unmittelbar nach seinem Rücktritt ein durchwegs persönliches Interview. «Der Rücktritt kam von Herzen. Manchmal muss man wirklich auf sein Inneres hören», sagte der Neuenburger. Letzten Sonntag sei er früh aufgewacht, habe den Entscheid getroffen und es dann seiner Frau erzählt. «Ja, es ist noch etwas romantischer gewesen», so der 57-Jährige. Nach 32 Jahren in der Politik wolle er nun etwas Neues anfangen. 

So kommentieren die Schweizer Zeitungen den Burkhalter-Abgang

Blick: «Es braucht einen Tessiner»

Der NEAT-Basistunnel bringt uns das Tessin geografisch näher. Höchste Zeit, dass es dem Rest des Landes auch politisch näherrückt. Eine «Arena»-Co-Moderatorin namens Christa Rigozzi allein kann das nicht bewirken. Deshalb: Wählen wir einen Bundesrat aus dem Tessin!

«Bund»: «Er war gar nie richtig Bundesrat»

Didier Burkhalter hat beruflich nie etwas anderes gemacht als Politik. Die Ironie dabei: Obwohl ein Berufspolitiker, war der Neuenburger nicht mit Haut und Haaren Politiker. Hinstehen und lustvoll für seine Sache kämpfen, die Dinge hundertmal erklären, Skeptiker umgarnen, Kritikern charmieren, auf die öffentliche Meinung einwirken, wenn nötig mit Tricks oder Pathos: All das behagte dem zurückhaltenden Freisinnigen nicht. Es schien, als habe sich Didier Burkhalter als Bundesrat gar nie richtig wohlgefühlt. 

Aargauer Zeitung: «Rücktritt als Konsequenz»

Nun geht er unverrichteter Dinge: ohne die politische Auseinandersetzung gesucht, ohne für seine Herzensangelegenheit gekämpft zu haben. Mag sein, dass es nicht sein Ding ist, sich politisch exponieren zu müssen. Mag sein, dass er die leisen Töne vorzieht. Doch er hat es schlichtweg verpasst, die Notwendigkeit des Abkommens einer breiten Öffentlichkeit zu erklären. Insofern zeugt es von einer gewissen Grösse, dies nicht nur zu erkennen, sondern auch die Konsequenzen daraus zu ziehen. 

NZZ: «Nun ist ein bürgerlicher Bundesrat zu wählen»

Burkhalter war angetreten, die Kollegialbehörde Bundesrat zu stärken. Zusammen mit anderen ist ihm das gelungen. Vergleicht man die 2010er Jahre mit der Zeit vorher, als ausgesprochene Alphatiere gemeinsam regierten, geht es derzeit merklich ruhiger und gesitteter zu und her. Indiskretionen und persönliche Anfeindungen sind selten geworden. Die Glaubwürdigkeit der Institution ist gestärkt worden. Das ist gut für das Land. Der kollegiale Burkhalter hat entscheidend zu dieser Verbesserung beigetragen.

Tages-Anzeiger: «Rücktritt als Chance fürs Europadossier»

Es fällt schwer, diesem vielleicht unbekanntesten Bundesrat der letzten zwei Jahrzehnte wirklich gerecht zu werden. Sein technokratisches Politverständnis und seine Öffentlichkeitsscheu müssten seine magistrale Bilanz nicht zwangsläufig abwerten. Nach den erratischen Calmy-Rey-Jahren brachte Burkhalter eine gewisse Beruhigung in die Schweizer Aussenpolitik, was ihr fraglos gut bekam. Doch lassen sich die Versäumnisse Burkhalters im wichtigsten seiner Dossiers nicht wegdiskutieren. Die fast mit Händen greifbare Orientierungslosigkeit des Bundesrats in der Europapolitik ist schwergewichtig dem führungsschwachen Aussenminister anzulasten.

St.Galler Tagblatt: «Ostschweiz kann warten»

Die Ostschweizer Freisinnigen kommen erst nach dem Rücktritt Schneider-Ammanns ernsthaft in die Kränze. Unabhängig der regionalpolitischen Komponente: Das Parlament sollte aufhören mit der Unsitte, blasse Figuren zu wählen. Die Weltpolitik ist turbulenter, unberechenbarer geworden. Einige Staaten treten rücksichtsloser auf. In dieser Gemengelage hat die Bundesversammlung die Pflicht, führungsstarke Köpfe in die Regierung zu schicken.

(amü)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Laut_bis_10 15.06.2017 10:02
    Highlight Highlight Habe Didier Burkhalter mal getroffen, schien mir ein sympathischer und witziger Typ zu sein. Charakterlich sicher ein Verlust für den Bundesrat.
  • Luca Brasi 15.06.2017 09:38
    Highlight Highlight Ziemlich viele idiotische Artikel in der Schweizer Presse.
    "Er war gar nie Bundesrat". Wow, dass das niemanden in den letzten gut 8 Jahren aufgefallen ist, aber zum Glück weiss es ja "der Bund".
    "Nun ist ein bürgerlicher Bundesrat zu wählen" und ich Dummerchen dachte der Sitz der bürgerlichen FDP gehört den Kommunisten. Was für eine Erkenntnis, NZZ!
    Tagesanzeiger: Genau, total unbekannt, der Burkhalter. International kennt ihn weder Putin noch Steinmeier. Zum Glück wurde so einer nie Schweizer des Jahres...
    Und im Tagblatt weiss man, dass Weltpolitik früher Gruppenkuscheln war. *eyerolling*.
    • freundeskreismelona 15.06.2017 10:37
      Highlight Highlight Normal Fall: Ein Bundesrat der aufällt, fällt wegenbetwas schlechten auf, wo ich bei Burkhalter nie das Gefühl hatte wie zum Beispiel bei Amman oder Parmelyn
    • Max Dick 15.06.2017 12:49
      Highlight Highlight Inwiefern Parmelin bis jetzt negativ aufgefallen sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis.
    • freundeskreismelona 15.06.2017 22:02
      Highlight Highlight Baulandsteuer für Bauern die man aufheben wollte. Er war grosser Initiator und dabei hatte sein Bruder ein ziemlich grosses Stück Land verkauft.
  • straycat 15.06.2017 08:39
    Highlight Highlight GEHTS EIGENTLICH NOCH? Diese kollektive Nierdermache ist doch nur peinlich und sagt mehr über die Schreibenden wie über den Beschriebenen. Es scheint, dass unsere Journalisten glauben, um ein guter Journalist zu sein, reicht es (pseudo)kritisch zu sein. Es wird Zeit für einen neuen Journali9smus, hoffentlich erfüllt "Republik" die Erwartungen ...
    • Max Dick 15.06.2017 12:51
      Highlight Highlight Wieso sollte man nicht negativ über einen abtretenden Bundesrat schreiben dürfen? Er war sicher ein Netter und Kluger, aber er hat weder im EDI noch im EDA wirklich etwas bewegt, das positiv gewertet werden kann.
  • tostaky 15.06.2017 08:08
    Highlight Highlight Freudscher Verschreiber? Im Tagblatt heisst es jedenfalls, "Ostschweiz muss warten".
  • Ruefe 15.06.2017 07:37
    Highlight Highlight Mir gefällt der Kommentar des St.Galler Tagblatts :)
  • tostaky 15.06.2017 07:16
    Highlight Highlight Das ist wohl ein freudscher verschreiber. Ich lese bei tagblatt.ch "ostschweiz muss warten"

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