Schweiz
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Der 71-jaehrige Jaeger Johannes  Bischoff sucht zum Auftakt der Buendner Hochjagd mit seinem Feldstecher die frisch verschneiten und nebelverhangenen Flanken oberhalb Scuol im Unterengadin nach Wild ab am Montag, 1. September 2014. Das lange Warten hat endlich ein Ende: Fuer rund 5500 Gruenroecke, darunter mehr als 100 Frauen, beginnen am Montag mit dem Start zur Buendner Hochjagd die drei schoensten Wochen im Jahr. (KEYSTONE/Arno Balzarini)..

In Graubünden können Jäger bald nur noch nüchtern auf die Pirsch.  Bild: KEYSTONE

Promillegrenze für Bündner Jäger

Bündner Jägerinnen und Jäger dürfen in Zukunft bei der Ausübung der Jagd nicht mehr Alkohol intus haben als Autofahrer. Der Grosse Rat in Chur hat am Montag die Weichen für die Promillegrenze gestellt.



Graubünden ist der erste Kanton, welcher für die Jagd eine Alkohol-Limite einführt. Die Bestimmung, wonach bei der Ausübung der Jagd die gleichen Blutalkoholgrenzen wie in der Strassenverkehrsgesetzgebung gelten sollen, ist Teil der Zustande gekommenen Volksinitiative «Für eine naturverträgliche und ethische Jagd».

Die Bündner Kantonsregierung nahm mehrere Punkte aus der Initiative des Vereins Wildtierschutz Schweiz auf und liess sie in die Revision des kantonalen Jagdgesetzes einfliessen, darunter den Passus mit den Alkoholgrenzen. Es gebe kein «akutes Alkoholproblem in der Jägerschaft», sagte Regierungsrat Mario Cavigelli. Die Jäger wollten nicht betrunken herumlaufen, sondern auf der Jagd Beute machen.

epa05521967 A hunter looks through his binoculars for game at the start of the hunting season on the Alp Flix in Surses, canton Grisions, Switzerland, 03 September 2016.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Über 5000 Jäger und einige Jägerinnen gehen jeweils im September für drei Wochen zur Patentjagd auf die Pirsch. In Zukunft dürfen sie dabei nicht mehr Alkohol intus haben als Autofahrer.  Bild: EPA/KEYSTONE

Die gesellschaftliche Erwartung

Der Regierungsrat plädierte aber dafür, die Bestimmung über die Alkoholgrenzen aus der Initiative respektive der Strassenverkehrsgesetzgebung zu übernehmen und in das Jagdgesetz zu integrieren. Es gebe eine gesellschaftliche Erwartung. In dieser Hinsicht könne ein Zeichen gesetzt werden, sagte Cavigelli

Die Volksinitiative «Für eine naturverträgliche und ethische Jagd», welche neun Forderungen umfasst, lehnte der Rat mit 112 Stimmen bei einer Enthaltung ab. Am (morgigen) Dienstag nimmt das Parlament die Detailberatung der Gesetzesrevision auf.

In der Summe wurden am Montag mehrere Punkte der Initiative zwar für gültig erklärt, aber dem Volk zur Ablehnung empfohlen. Andere Forderungen wurden ungültig beurteilt wie etwa jene nach einer paritätischen Zusammensetzung mit Tierschützern/Jägern bei den Jagdbehörden. Die anstehende Revision des Jagdgesetzes ist deshalb ein indirekter Gegenvorschlag zur Initiative.

Jagd unter Druck

Es ist die zweite Jagdinitiative, von welcher das Parlament innerhalb von eineinhalb Jahren nichts wissen will. Die erste Volksinitiative, welche die Sonderjagd abschaffen wollte, erklärte der Rat ungültig, weil sie übergeordnetem Recht zuwider läuft. Das Bündner Verwaltungsrat stützte den parlamentarischen Entscheid. Jetzt liegt der Fall zur Beurteilung vor dem Bundesgericht.

Die Jagd in Graubünden ist nicht nur wegen der beiden Volksinitiativen unter Druck. Auch die Jäger selber sind sich nicht immer einig. Die Jagd im grössten Kanton ist mit Abstand auch die grösste in der Schweiz. Über 5000 Jäger und einige Jägerinnen gehen jeweils im September für drei Wochen zur Patentjagd auf die Pirsch. Geschossen werden total gegen 15'000 Tiere, vor allem Hirsche, Murmeltiere, Gämsen und Rehe. (sda/hot)

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 18.10.2016 15:59
    Highlight Highlight Wieso wird nicht das gleiche Gesetz wie auf der Strasse angewandt? Was nützt es wenn sie
    nüchtern sind, aber nicht sehen auf was sie schiessen? Wem der Führerausweis aus Altersgründen entzogen wurde, sollte auf der
    Jagd nichts mehr verloren haben. Die Tiere sollen nicht unnötig leiden, wenn sie abgeknallt
    werden.
  • Devante 18.10.2016 09:38
    Highlight Highlight Richtig, Via Sicura auch für Jäger.. :) Was für Velofahrer gilt, sollte für Jäger erst recht gelten, oder? ;)
  • C0BR4.cH 18.10.2016 09:22
    Highlight Highlight Es sollte überall die 0-Tolleranz gelten auf der Jagt! Schliesslich läuft man mit einer Waffe umher...
  • pamayer 18.10.2016 07:32
    Highlight Highlight Treffen sich 2 Jäger.
    • Der grüne Diktator 18.10.2016 10:29
      Highlight Highlight Karma :D
  • äti 18.10.2016 00:15
    Highlight Highlight und wann wird geblasen? Vor dem Schuss oder nachher?
    • Fumo 18.10.2016 08:10
      Highlight Highlight Einfach dann wenn kontrolliert wird? Steht ja nirgends dass jeder immer blasen muss.
  • cada momento 17.10.2016 21:44
    Highlight Highlight Also wenn die Bündner Jäger gleich viel trinken dürfen, wie wenn sie von ihrer Stammbeiz im hintersten Chrachen nach Hause fahren, dann ist ja alles gut. Oder?
    • Ani_A 17.10.2016 22:40
      Highlight Highlight am Besten ohne angegurtet zu sein...ich mag die Bündner und ihr Verständnis von Gesetzen 😄
  • demokrit 17.10.2016 21:34
    Highlight Highlight Die Jagd ist generell ein Unsinn und sollte verboten werden.
    • demokrit 17.10.2016 22:56
      Highlight Highlight Es gibt nur eine Spezies, die sich massiv ausserhalb des Gleichgewichts (das ist ohnehin kein biologische Begriff) befindet.
    • Fumo 18.10.2016 08:14
      Highlight Highlight Das die natürlichen Feinde fehlen ist wahr, trotzdem sind Jäger nicht zu verteufeln. Ausser dafür dass sie sich ihr Monopol durch Verteufelung der natürlichen Feinde aufrecht halten. Vielleicht haben sie aber auch Angst davor beim Jagen plötzlich von Wölfen und Bären angegriffen zu werden.
    • gizmoo 18.10.2016 09:08
      Highlight Highlight @demokrit und @PLOmaha90: ...es steht jedem frei etwas gegen die Überpopulation der Menschen zu tun. Sie können ja selbst mit gutem Beispiel vorangehen.

      @PLOmaha90: Es waren nicht primär die Jäger die die Grossraubtiere ausgerottet haben, sondern die Gesamtbevölkerung. Man hatte damals einfach nicht so viel Sinn für Humor wenn die Hälfte des Besitzes von einem Wolf vergefressen wurde und man selbst nichts mehr zum überleben hatte...aber für Sie kommen Ihre Rübli, Sojabohnen usw. sowieso aus der Migros.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Darkside 17.10.2016 20:10
    Highlight Highlight Wieso knallen die Murmeltiere ab? Essen Sie die denn wenigstens?
    • Hölzig 17.10.2016 20:49
      Highlight Highlight Erstens gibt es zuviele, da sie durch Bewirtschaftung der Alpweiden ein grösseres Nahrungsangebot haben und es weniger natürliche Feinde mehr gibt (z.B. Adler).
      Zweitens, ja Murmeltiere kann man essen, ihr Fett ist aber auch für Cremen und Salben beliebt.
    • cheeky Badger 17.10.2016 21:32
      Highlight Highlight Ja, du kann man auch essen (hab ich zwar noch nie probiert).

      Ich glaube aber, viele machen Salben aus dem Fett der Munggen. Das ist wogl eher gebräuchlich.

      Falls ich falsch liege, korrigiert mich.
    • lily.mcbean 17.10.2016 22:02
      Highlight Highlight Murmeltiere gelten bei uns als delikatesse (ich mag das Fleisch nicht,schmeckt speziell),das Fett wird vor allem als Salbe benutzt. Mutmeltiersalbe ist prima,kann ich nur empfehlen! Und ausserdem vermehren die sich wie Karnickel, will mir nicht vorstellen was passieren würde wenn die nicht Geschossen werden würden da sie kaum natürliche Feinde haben und riesigen Schaden verursachen können.
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