Schweiz
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Foodwaste: «Das Problem ist nicht gelöst, wenn noch mehr Leute gratis Essen verteilen»

Können Lebensmittel nicht mehr verkauft werden, sollen sie gespendet werden anstatt im Abfall zu landen. Dazu will eine GLP-Nationalrätin die Detailhändler verpflichten. Begeistert von dieser Idee sind aber auch Anti-Foodwaste-Organisationen nicht. 



Noch frische Lebensmittel sollen nicht im Abfall landen, sondern gespendet werden. Können sie im Detailhandel nicht mehr verkauft werden, sollen sie an soziale Organisationen wie «Tischlein Deck dich» oder «Schweizer Tafel» weitergegeben werden.

Food-Waste

Nicht nur die Detailhändler, sondern auch die Verbraucher müssen in die Pflicht genommen werden. bild: shutterstock

Das forderte GLP-Nationalrätin Isabelle Chevalley kürzlich in ihrem Vorstoss. Sie will Schweizer Detailhändler rechtlich dazu verpflichten, noch verwertbaren Abfall gratis weiterzugeben. Damit sagt sie dem Foodwaste den Kampf an.

Coop und Migros lehnen den Vorstoss vehement ab. Bei der Migros heisst es: «Der Detailhandel sei dasjenige Glied der Wertschöpfungskette, bei dem am wenigsten Foodwaste anfalle.»

Laut dem Verein «Foodwaste.ch» sind die privaten Haushalte mit 45 Prozent zwar klar die grössten Verursacher des Problems. Doch immerhin: Fünf Prozent der Verursacher von Foodwaste ist der Detailhandel.

Ansetzen bei der Produktion

«Bei Migros und Coop werden noch immer sehr viele Lebensmittel weggeworfen, die Konzerne brauchen den Abfall unter anderem auch für ihre Verbrennungsanlagen», sagt eine Mitarbeiterin vom Zerowaste-Laden «Foifi» in Zürich. Den Vorstoss von Chevalley findet sie eine gute Sache. Doch er geht ihr zu wenig weit. Besser fände sie es, schon bei der Produktion anzusetzen. «Wenn bereits weniger Lebensmittel produziert und in den Verkauf gegeben würden, dann gäbe es weniger Übriggebliebenes», sagt sie. 

Eine Studentin nimmt Nahrungsmittel aus einem oeffentlichen Kuehlschrank im Hinterhof des Lola-Ladens, am Mittwoch, 8. April 2015 in Bern. Im Berner Lorraine Quartier stehen zwei Gemeinschaftskuehlschraenke fuer die Bevoelkerung bereit, in dem Produkte fuer den Austausch gelagert werden koennen. Drei Berner Studentinnen sagen mit Gemeinschaftskuehlschraenken dem Foodwaste den Kampf an. Mit Flyern und auf Facebook wurde auf das Projekt aufmerksam gemacht. Ein weiterer Kuehler wird in den kommenden Tagen beim Tramdepot im Ostring in Betrieb genommen. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Drei Berner Studentinnen sagen mit Gemeinschaftskühlschränken in Bern dem Foodwaste den Kampf an.  Bild: KEYSTONE

Zudem dürfe sich die Zusammenarbeit nicht nur auf die angesehenen grossen Organisationen beschränken, sagt die Foifi-Mitarbeiterin. «Kooperationen von Migros und Coop mit ‹Tischlein Deck dich› oder der ‹Schweizer Tafel› gibt es bereits. Nur können diese Organisationen nicht alles mitnehmen, es bleiben auch immer viele Lebensmittel liegen», erklärt sie. Deshalb sei es wichtig, auch kleinere Player ins Boot zu holen, die sich gegen Foodwaste einsetzen.  

«Das Joghurt weiss ja schliesslich nicht um Mitternacht, dass es jetzt ablaufen muss.»

Mitarbeitern vom Zerowaste-Laden «Foifi»

Peter Tönnies, Mitglied der Initiative «foodsharing», pflichtet bei: «Das Foodwaste-Problem ist nicht damit gelöst, dass noch mehr Leute ehrenamtlich Essen in Verteilerstationen schleppen.»

Was ist «foodsharing»?

Foodsharing ist eine 2012 entstandene Initiative gegen die Lebensmittelverschwendung, welche Lebensmittel «rettet», die man ansonsten wegwerfen würde. Zahlreiche Freiwillige in Deutschland, Österreich und der Schweiz bewahren noch geniessbare Lebensmittel vor dem Abfall und geben sie in Verteilerstationen. 

Auch er findet, dass bereits bei der Produktion angesetzt werden muss und nennt ein Beispiel: «Um 17 Uhr noch Brötchen zu backen, einfach weil es gut riecht, man danach das Brot wegschmeissen muss, ist meiner Meinung nach ökologisch nicht vertretbar.» 

Impression vom Foodsaver Jam, einem oeffentlichen Gemueseruesten und Kochen von geretteten Lebensmitteln, fotografiert auf dem Barfuesserplatz in Basel, am Montag, 2. Mai 2016. Jeder kann mitjammen, also ruesten, kochen, essen oder musizieren. Die ueberschuessigen Lebensmittel kommen von Produzenten und Detailhaendlern aus der Region Basel. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Nicht makellos aber ohne Bedenken immer noch essbar: Vor dem Abfall bewahrtes Gemüse. Bild: KEYSTONE

Trotzdem steht er dem parlamentarischen Vorstoss von Chevalley eher kritisch gegenüber: «Die Zusammenarbeitspflicht könnte dazu führen, die Detailhändler selbst aus der Pflicht zu nehmen und das Problem auf das Ehrenamt abzuschieben.» Denn auch Migros und Coop haben kein Interesse daran, viel wegzuschmeissen – dadurch entstehen Kosten. «Wenn sie aber ihre überschüssigen Lebensmittel kostenlos abgeben können, ist es ihnen womöglich egal, wie viel Abfall sie produzieren», erklärt Tönnies.

Er würde zudem eine Regelung begrüssen, die Grosshändler dazu verpflichtet auf Anfragen von gemeinnützigen Foodwaste-Institutionen eingehen zu müssen.

Mit Nase und Augen

Peter Tönnies sowie die «Foifi»-Angestellte appellieren an den Verbraucher. Sie finden, die Haushalte müssten in die Pflicht genommen werden. «Am besten beurteilt man die Nahrungsmittel mit Augen und Nasen und nicht nach Ablaufdatum. Das Joghurt weiss ja schliesslich nicht um Mitternacht, dass es jetzt ablaufen muss», sagt die Mitarbeiterin des Zerowaste-Ladens.

Schuld am Food Waste ist nicht der Supermarkt, sondern wir

Video: srf

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