Schweiz
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Blick auf den Weihnachtsmarkt am Bellevue, einem der groessten Weihnachtsmaerkte der Stadt Zuerich, direkt vor dem Opernhaus auf dem Sechselaeutenplatz stattfindet, am Dienstag, 15. Dezember 2015 in Zuerich. (KEYSTONE/Valeriano Di Domenico)

Blick auf das Weihnachtsdorf am Bellevue in Zürich. Bild: KEYSTONE

Am Weihnachtsmarkt in Zürich: «Ich bin ‹Anti-Angst›, ich geniesse meinen Glühwein»

Der Anschlag in Berlin macht tief betroffen. Auch in der Schweiz. Einen Tag nach der Tat herrscht an den Weihnachtsmärkten in Zürich allerdings so etwas wie Normalität. Die Menschen sind entspannt, einige trotzig. Ein Besuch. 



Es ist die wichtigste Zeit für die Weihnachtsmärkte in Zürich und auch am Tag nachdem in Berlin ein LKW in eine Menschenmenge raste, sind die Weihnachtsmärkte gut besucht. 

Zur Mittagszeit füllt sich der Weihnachtsmarkt im Hauptbahnhof Zürich. Bauernbratwürste wechseln die Besitzer, Käsekuchen werden verdrückt, vor dem Stand für veganes, indisches Essen bildet sich eine Schlange. Markus Stettinger von Stand 127 versucht Liköre an den Mann zu bringen. Noch ist es vielen zu früh für Alkohol. Wie fast alle Standbesitzer und Besucher lässt er sich von den Berliner Ereignissen nicht beirren:  

«Auch wenn die Welt nicht mehr ganz dieselbe ist wie vor fünf Jahren – wir machen einfach weiter. Wir können deswegen nicht aufhören, so zu leben, wie wir bisher gelebt haben.»

Markus Stettinger, Mitarbeiter Stand Di Giovanna, HB Zürich

Weihnachtsmarkt

Ähnlich klingt es ein paar Stände weiter. Walti Ettlin, der unter anderem Rentier-Felle verkauft, meint: 

«Wir lassen nicht den Kopf hängen, wir lassen die nicht gewinnen – uns nichts von ihnen diktieren.»

Walti Ettlin, Mitarbeiter Stand Sampo Rügen, HB Zürich

Weihnachtsmarkt

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Beim Bellevue befindet sich der grösste Weihnachtsmarkt der Stadt. Auch das sogenannte Weihnachtsdorf ist gut besucht. Touristen schiessen Selfies, Einheimische verpflegen sich. Wie jeden Tag steht Lia am Baileys-Stand: 

«Es sind so viele Leute wie jeden Mittag hier. Am Abend kommen jeweils mehr. Die Ereignisse von Berlin sind kaum Gesprächsthema.»

Lia, Mitarbeiterin Baileys-Stand, Bellevue

Weihnachtsmarkt

«Ich denke an die Menschen in Berlin. Ein mulmiges Gefühl habe ich hier in Zürich nicht.»

Mirjam, Besucherin Weihnachtsdorf Bellevue

Weihnachtsmarkt

Wie Mirjam verbringt Isa ihren Mittag auf dem Sechseläutenplatz. Sie hat Verwandte in Berlin:

«Ich bin ‹Anti-Angst›. Hätten wir Angst, würden die erreichen, was sie erreichen wollen. Ich geniesse jetzt einfach meinen Glühwein.»

Isa, Besucherin Weihnachtsdorf Bellevue

Weihnachtsmarkt

Die Menschen stehen in kleinen Grüppchen zusammen oder verzehren an ihren Tischen Raclette, Burger oder Maroni. Sie diskutieren, einige lachen. Carrie aus England besucht Zürich als Touristin. Sie sagt: 

«Wenn ich mich irgendwo sicher fühle, dann hier in der Schweiz. Ich don't want to let them win. I feel fine.»

Carrie, Touristin aus England, Weihnachtsdorf Bellevue

Wüsste man nicht, was in Berlin wenige Stunden zuvor geschehen ist, würde man die Stimmung an den beiden Weihnachtsmärkten als «normal» bezeichnen. Es herrscht gar eine gewisse Entspanntheit. Eine Teenagerin erzählt ihren Freundinnen von ihrem gestrigen Date, eine Rentnerin sagt zu ihrem Mann. «14 Stutz für einen Kaiserschmarren ist ja verrückt, die spinnen doch.»   

Weihnachtsmarkt

Reger Betrieb am Mittag beim Bellevue. bild: watson 

Ein Kundin am Weihnachtsmarkt vor dem Kaufhaus Globus an der Zuercher Bahnhofstrasse am Mittwoch, 23. Dezember 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Auch beim Globus in Zürich gibt es einen Weihnachtsmarkt. Bild: KEYSTONE

Die schönsten Weihnachtsmärkte

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pachnota 20.12.2016 19:04
    Highlight Highlight Islamophil sein ist heute Lifestyle geworden.
    • niklausb 21.12.2016 03:40
      Highlight Highlight Islamophob anscheinend auch....
    • Andi Amo 21.12.2016 08:57
      Highlight Highlight Dabei wäre es doch eigentlich nur wichtig, dass wir bestimmt- aber stets auch in einem gesunden Mass einfach islamkritisch sein können und dürfen!
    • http://bit.ly/2mQDTjX 21.12.2016 13:39
      Highlight Highlight Homophilie ist ein soziales Phänomen und Ursache unter anderem für Filterblasen, Fakenews, Lügenpresse etc.

      Es liegt in der Natur der Homophilie, Xenophobien tendenziell zu verstärken. So verstärkt die Homophilie zB. auch Homophobie.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Homophilie

      Mit anderen Worten: Ob islamophob oder islamophil gerade schick ist, hängt von der Nähe und Distanz zu Gleich-, bzw. Andersgesinnten ab. Also vom persönlichen Standpunkt innerhalb seiner Umgebung. Ursprung für beides ist jedenfalls die den Menschen innewohnende Homophilie. Homophilie ist zeitgemässer Lifestyle.
  • trio 20.12.2016 18:36
    Highlight Highlight Tja, wir werden unser Verhalten aber ändern müssen und können nicht einfach so weiter leben. Nicht wegen den Terroristen, aber wegen der Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Natur. Dann verschwinden auch die Terroristen, versprochen!
  • EMkaEL 20.12.2016 18:22
    Highlight Highlight Es heisst Kaiserschmarrn und er kostet 13.- stutz!
  • Hackphresse 20.12.2016 18:06
    Highlight Highlight Alle die hier schiss haben. Ihr seit Pu*****s!
    Geht lieber nicht vor die Tür! 🙈 sonst holt ihr euch noch ne Erkältung.
    Onlineshops und Homeoffice gibts ja genug😉.
    Hab gehört unter einem Stein ist es auch noch sicher!😁
    • philosophund 21.12.2016 06:30
      Highlight Highlight Oohh oohh sternchenrätzel:
      Ihr seit Pu*****s!
      Ihr seit PuTINs!
      Ihr seit PuLLIEs!
      Ihr seit PuTSCHIs!
      Ihr seit PuTOs!
  • Kabeljau 20.12.2016 17:25
    Highlight Highlight Bei der Umfrage fehlt die Antwort: "Ich hasse Weichnachtsmärkte!"
  • kettcar #lina4weindoch 20.12.2016 16:52
    Highlight Highlight 14 Stutz für einen Kaiserschmarren? Die spinnen echt! Tz.
  • niklausb 20.12.2016 16:40
    Highlight Highlight Terror darf das verhalten nicht beieinflussen sonst haben die Terroristen gewonnen
    • Silent_Revolution 20.12.2016 17:08
      Highlight Highlight Nicht wegen des Terrors, aber unser Verhalten bezüglich Konsumwahn gerade an Weihnachten sollte längst überdacht werden.
    • niklausb 21.12.2016 03:31
      Highlight Highlight Das Nachrichtendienstgesetz sollte dein verhalten auch nicht beinflussen ausser du hast was zu verbergen
    • niklausb 21.12.2016 11:40
      Highlight Highlight Ich habe nichts dergleichen getan.
  • Hiroto Inugami 20.12.2016 16:29
    Highlight Highlight «Ich bin ‹Anti-Angst›. Hätten wir Angst, würden die erreichen, was sie erreichen wollen. Ich geniesse jetzt einfach meinen Glühwein.» Aha, genau, Und dann kracht's mal kurz und das Geflenne geht los von wegen Anti-Angst. Das ist doch alles bla bla......
    • Lichtblau 20.12.2016 17:08
      Highlight Highlight Ganz Ihrer Meinung. Ich fand die Statements auch ein wenig ... schlicht.
    • Ylene 20.12.2016 17:27
      Highlight Highlight Oder vielleicht hat die Dame eine Ahnung von Statistik und weiss, dass die Chance an einer gebrannten Mandel zu ersticken oder wegen zu viel Glühwein auf dem Heimweg vor ein Auto zu torkeln einfach immer noch grösser ist, als auf dem Weihnachtsmarkt einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen (besonders jetzt, wo eh gerade die Sicherheit raufgeschraubt wird)...
    • Lichtblau 20.12.2016 18:58
      Highlight Highlight Ylene: Naja, da haben Sie wohl auch wieder recht. Ich mach mir da eh keinen Kopf. Putzt's mich heut, putzt's mich morgen? Und die Glühweinzeit, die hat schon was.
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