Schweiz
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Die Parteipraesidenten Philipp Mueller, FDP, rechts, und Toni Brunner, SVP, links, unterhalten sich vor der

Wären Ende Februar Wahlen gewesen, hätte der scheidende FDP-Chef Philipp Müller (r.) die Nase vorn gehabt. Links Noch-SVP-Präsident Toni Brunner.
Bild: KEYSTONE

FDP im Aufwind, SVP stürzt ab. Oder: Wenn Ende Februar Wahlen gewesen wären ...



Handelte es sich nicht nur um ein Umfrageergebnis, es wäre die grösste Verschiebung in der politischen Tektonik der Schweiz seit 1999: Die SVP stürzt nach der verlorenen Durchsetzungsinitiative in ein Tief und wird von der wiedererstarkten FDP in der Wählergunst überholt.

Wäre Ende Februar in der Schweiz gewählt worden, hätten die Freisinnigen mit einem Wähleranteil von knapp 25 Prozent am meisten Stimmen gewonnen. Das geht aus einer Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern hervor, über die der «SonntagsBlick» berichtet.

Das Institut stellte 1103 Personen, die am 28. Februar an der Abstimmung über die SVP-Durchsetzungsinitiative teilgenommen hatten, die Frage: «Wenn nächstes Wochenende Wahlen wären, welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben?» 

Parteienstärke gemäss der Umfrage:

Umfrage gfs, Wählerstärke der Parteien, Februar 2016

Grafik: GFS

Die Fehlermarge bei der Umfrage beträgt 2,6 Prozent.

«Bei der FDP ist die Mobilisierung massgeblich»

Gemäss dem Institut ist der Hauptgrund für die gemessenen Veränderungen nicht das Wechselwählen – dieser Faktor sei «ausgesprochen gering» ausgefallen. Vielmehr seien die Veränderungen «eine Folge der speziellen Mobilisierung». 

Tatsächlich gab es bei der Abstimmung zur SVP-Durchsetzungsinitiative mit über 63 Prozent eine Rekordbeteiligung. An den letzten Nationalratswahlen im Herbst hatten dagegen nur 48,5 Prozent der Stimmberechtigten teilgenommen. Von denen, die im Herbst nicht gewählt hatten, aber im Februar zur Abstimmung gingen, würde laut der Umfrage eine klare Mehrheit ihre Stimme der FDP geben. 

Dies zeige, sagte Gfs-Leiter Claude Longchamp dem «SonntagsBlick», «dass gerade bei der FDP die Mobilisierung massgeblich ist» und «Spielraum nach oben besteht». 

«Eine Momentaufnahme»

Der abtretende FDP-Chef Philipp Müller gab sich im «SonntagsBlick» vorsichtig: Bei dem Umfrageergebnis handle es sich nur um eine Momentaufnahme. Doch ein grosser Teil der Bevölkerung, sagte Müller, habe «die eigenständige FDP-Position im Bereich der Ausländerpolitik» wahrgenommen und mitgetragen. 

Daher sieht der Aargauer Freisinnige Grund zum Optimismus: «Unser Potenzial bei Wahlen ist enorm gross», sagte Müller der Zeitung. Er hoffe, dass die FDP diesen Schwung bis zu den nächsten Wahlen mitnehmen könne. (dhr)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • seventhinkingsteps 03.04.2016 20:42
    Highlight Highlight Meh. Die Leute, die bei der SVP zu FDP abwandern werden die FDP auch nicht in die richtige Richtung lenken.
    • atomschlaf 03.04.2016 21:25
      Highlight Highlight Welches wäre denn die richtige Richtung?
      Endlich wirklich liberal statt nur wirtschaftsliberal?
  • rodolofo 03.04.2016 16:56
    Highlight Highlight Eine Verschiebung innerhalb des rechtsbürgerlichen Blocks wird nicht allzu viel ändern.
    Die SVP verliert etwas. Dafür rückt die FDP weiter nach rechts.
    Wie gewonnen, so zerronnen...
  • atomschlaf 03.04.2016 14:57
    Highlight Highlight Grundsätzlich sind solche Umfragen mit Vorsicht zu geniessen, und derart grosse Verschiebungen innert nur 6 Monaten sind mir ziemlich suspekt.

    Allerdings vermute ich auch, dass viele SVP-Wähler enttäuscht sind, dass die SVP zu feige war, das EJPD zu übernehmen.
    • Nameless Hero 03.04.2016 19:44
      Highlight Highlight @Tev
      Hatte Sommaruga nicht verlauten lassen, dass sich niemand um den Posten beworben hatte?
    • atomschlaf 03.04.2016 21:23
      Highlight Highlight Doch, Frau Sommaruga hatte nach der Departementsverteilung verlauten lassen, sie wäre bereit gewesen, das EJPD abzugeben, wenn jemand anders es gewollt hätte. Es wollte aber niemand. Ergo haben die beiden SVPler gekniffen.
  • Damien 03.04.2016 14:42
    Highlight Highlight Freut mich als ein in der Mitte ansässiger. Die Wahlen sind jedoch erst in Jahren und deshalb ist es kaum aussagekräftig oder relevant momentan.
  • aye 03.04.2016 14:29
    Highlight Highlight Bloss dauert es noch 3.5 Jahre bis wieder Wahlen sind...
    Spätestens wenn die SVP in etwa 2.5 Jahren ihre Propagandamaschinerie anwirft werden sich die Verhältnisse wohl rasch wieder ändern.
    Zudem zeichnet sich bereits jetzt ab, dass man bei der SVP mittelfristig vorsichtiger mit sehr umstrittenen Initiativen umgehen wird, damit sich das Versager-Image nicht in den Köpfen der Wähler festsetzt.
    • NWO Schwanzus Longus 03.04.2016 14:50
      Highlight Highlight Tja welche Partei wehrt sich denn gegen die Bevormundung der CH durch die EU? Wie gesagt es gibt da keine andere Grosspartei, ginge es nach der SP/Grüne wären wir schon längst im Schuldenladen namens EU.
    • a-n-n-a 03.04.2016 17:22
      Highlight Highlight Hey DJ, wirf mal ne andere Platte ein, diese kann ich nicht mehr hören 😈
    • Eine 03.04.2016 17:36
      Highlight Highlight Diese Partei wehrt sich nur gegen die Bevormundung durch die EU weil sie es lieber selber macht.
    Weitere Antworten anzeigen

Franchisen-Erhöhung gekippt – Linke und SVP versetzen ihr den Todesstoss

Die Abstimmung am Freitagmorgen fiel mit 101 zu 63 Stimmen bei 28 Enthaltungen aus. Die Gesetzesänderung, die das Parlament selber mit einer Motion verlangt hatte, ist damit vom Tisch. Die ordentliche Franchise beträgt weiterhin 300 Franken, die höchste 2500 Franken.

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