Schweiz
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Turm in Vals: Diese 5 Fakten bleiben nach der irren Pressekonferenz

Er hat ihn gross angekündigt, den Turm zu Vals, und er will ihn bauen, koste es was es wolle: Remo Stoffel, der umtriebige Bündner Investor, plant in der 1000-Seelen-Gemeinde das höchste Gebäude Europas. Heute hat Stoffel sein Projekt der Öffentlichkeit präsentiert.



Es war eine schräge und wenig aufschlussreiche Pressekonferenz im «Mediacenter» der Priora in Kloten. Der umtriebige Investor Remo Stoffel stellte zwar seine «Femme de Vals» vor (so will er den geplanten 380-Meter-Turm nennen) und zeigte schöne Visualisierungen. Doch statt Fakten gab's von ihm und seinem Partner Pius Truffer vor allem überbordende und schwer verständliche Reden (zum Beispiel: «Wir sind bereit für eine Epoche nach der Zweitwohnung»).

Was an Information von der Pressekonferenz übriggeblieben ist, beschränkt sich deshalb auf magere fünf Punkte:

Grafik Turm-Vergleich

Bild: watson/mga

Viele Fragen bleiben offen. Etwa, wie das Gebäude gestützt werden soll. Eine Tiefenverankerung würde das Quellenschutzgebiet tangieren, eine Breitenverankerung den Denkmalschutz. Einfach so «tätsch auf den Boden» soll er gebaut werden, der Turm sagte Truffer.

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Auch was für Klientel die beiden eigentlich nach Vals ziehen wollen – und wie diese ins schlecht erschlossene Tal reisen sollen – ist unklar. Mit dem Helikopter? Trotz «sanftem Tourismus»? Business-Leute würden dann in Vals halt machen. In Vals? Auf dem Weg wohin?

Es dürfte spannend werden, welchen Schritt die beiden gewitzten Visionäre als nächstes einleiten. Eins ist sicher: Die beiden haben zwar schon viel Geld verloren, aber auch viel Publicity gekriegt. (dwi)

Der Liveticker der PK zum Nachlesen.

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maurice thiriet, daria wild
13:58
Die Medienkonferenz ist aus
PR-Direktor Peter Hartmeier beendet die Medienkonferenz. Wir schliessen uns an und beenden den Live-Ticker mit der Bemerkung: Es sind ein wenig zuviele Journalisten da und ein wenig zuviele Einzel-Interviews anberaumt, angesichts der Tatsache, das Stoffel und Truffer bisher noch nichts gebaut, sondern nur über einen Turm gesprochen haben.
13:55
Reaktionen auf die Turm-PK
Die Social-Media-Reaktionen auf Stoffels Turm-PK sind etwa zu gleichen Teilen hämische, skeptische und verärgerte Kommentare. Eine Auswahl:












13:51
Fremdgeld ist nicht vorgesehen
Laut Remo Stoffel sind keine Kredite Bestandteil der bereits gesicherten Mittel von rund 300 Millionen Franken. «Es ist unser eigenes Geld, das von der Priora-Gruppe zur Verfügung gestellt wird», sagt Stoffel. Man müsse bei solchen Projekten flexibel bleiben können und das sei mit Fremdkapital nicht möglich, denn dann erhalte man Auflagen.
13:48
Der Turm im Grössenvergleich
Grafik Turm-Vergleich
13:46
50 Millionen Franken in bereits bestehende Hotel-Anlage investiert
Stoffel muss sich nun gegen Vorwürfe wehren, der Businessplan sei unrealistisch. Diese erhebt Ökonom und «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Res Strehle persönlich. Man habe das Geld und es reiche sogar für mehr als die veranschlagten Baukosten. Ausserdem habe man das betreffende Areal bereits gekauft und rund 50 Millionen in die bestehende Hotel-Anlage investiert. «Wir glauben daran und wagen die Investition», sagt Stoffel.
13:40
Bauherrschaft und Jury im Architekturwettbewerb haben sich überworfen...
Im Vorfeld der ersten Veröffentlichungen von Projekt-Visualisierungen war der Verdacht aufgekommen, das bei der Vergabe der Ausschreibung im Architekturwettbewerb nicht alles so gelaufen ist, wie es idealerweise läuft. Truffer bestätigt dies nun. Es seien von einer Jury zusammen mit der Bauherrschaft (also Truffer und Stoffel selbst) aus acht Eingaben drei Projekte ausgewählt worden. Danach habe es zwischen Bauherrschaft und dem Rest der Jury «Meinungsverschiedenheiten» gegeben. Deshalb habe die Bauherrschaft für die letzte Runde auf die Meinung des Rests der Jury verzichtet. «Wir als Bauherrschaft haben dann alleine entschieden, weil wir das Projekt ja auch finanzieren und der Öffentlichkeit verkaufen müssen», sagt Truffer.
13:35
Man darf bauen, wenn es möglich ist...
Stoffel muss jetzt anfangen, kritische Fragen von kritischen Journalisten zu beantworten. Die Frage, ob man die nötigen Baubewilligungen erhalten kann und überhaupt so hoch bauen darf, beantwortet Stoffel so, dass man annehmen muss, er dürfe es, wenn es möglich sei.
13:29
Projekt sei finanziert
Gemäss Pius Truffer sind 300 Millionen Franken von Investoren zugesagt, damit sei das Projekt finanziert.
13:27
«Sonst müssten wir alles mit Chalets zubauen»
Die Preise für die Zimmer im Hotelturm sollen von mittelpreisig bis «sehr teuer» sein. Pius Truffer meint aber, es gebe keine andere Möglichkeit das Projekt rentabel zu betreiben, wenn es nicht sehr gross und auf Luxuskunden ausgerichtet sei. Deswegen komme keine andere Form als ein Turm in Frage. «Sonst müssten wir alles mit Chalets zubauen», sagt Truffer.
13:19
Weiter Weg zum Turmbau
Beim Hype um den Valser Turm darf nicht vergessen werden: Zum Turmbau ist es noch ein sehr weiter Weg. Zuerst muss die Gemeinde einer Umzonung zustimmen. Sagen die Valser Ja, muss die Zonenplanänderung auch von der Bündner Regierung genehmigt werden. Vielleicht endet dieses Projekt nach der grossen Ankündigung dann ja doch in der Schublade. So wie diese 11.
13:20
«Burka-Obligatorium»?
Stoffel und Truffer planen keine touristische Belegung ihres Projektes. Vielmehr solle Vals ein Ausgangspunkt für eine Europareise oder Geschäftsreisende aus dem sehr gehobenen Sektor sein. Von Vals aus, sollen künftig globale Geschäfte getätigt werden. Der Mann reise nach Frankfurt, Mailand, Rom, Paris um Business zu machen und die Familie bleibe im Turm. Das sei für die Leader der globalisierten Wirtschaft am besten. Ängste vor einem «Burka-Obligatorium» in Vals seien unbegründet, aber sicher peile man auch nahöstliche Kundschaft an?
13:16
High Society und sanfter Tourismus?
Mit den Luxus-Residenzen will Stoffel an die Ära der Grand-Hotels, die nur für eine vermögende Elite bestimmt waren, anknüpfen. Doch das dürfte in Vals kaum gelingen. Grundsätzlich sei die Idee des Luxustourismus in den Alpen nötig als Gegenbild zum zerstörerischen Massenspektakel, hatte «Hochparterre»-Chefredaktor Köbi Gantenbein gegenüber der «Sonntagszeitung» gesagt. Doch die bodenständigen Menschen im schattigen Nord-Süd-Tal dürfen kaum etwas mit der überdrehten High-Society anfangen wollen.
13:14
Sanfter Tourismus...
13:12
Vals verbietet Journalisten Zutritt
PR-Manager und Ex-Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier macht die an der Medienkonferenz anwesenden Journalisten darauf aufmerksam, dass sich die Journalisten heute von Vals fernhalten sollen. «Wir werden das Projekt heute Abend den Valsern vorstellen und diese wünschen nicht, dass Journalisten anwesend sind, sie wollen unter sich bleiben», sagt Hartmeier.

Bedauerlicherweise ist an der Medienkonferenz in Zürich kein Valser zugegen, den man fragen kann, ob das stimmt, oder ob es die Stoffel und Truffer vorziehen, dass heute keine Valser in irgendwelche Kameras sprechen.
13:10
«Ein Denkmal für Remo Stoffel»
Partner Pius Truffer bezeichnet den Hoteltur wechselweise als «Traum» und «Ein Denkmal für Remo Stoffel». Das Hotel sei nötig zu bauen, da in den Bergregionen und insbesondere in den abgelegenen Bergtälern die Bevölkerung abwandere und der Tourismus wenig Innovationsimpulse erhalte. Bei der einheimischen Bevölkerung sei Resignation eingetreten.
13:07
«Femme de Vals»
Stoffel will seinen Turm «Femme de Vals» nennen, in Anlehnung an eine Giacometti-Statue, deren Namen er undeutlich ausgesprochen hat...
13:04
40 Stockwerke hoch soll der Turm werden
Gemäss Remo Stoffel, dem Bauherr und Investor sollen 20 Etagen des Turms mit je zwei Wohnungen gefüllt werden. 20 weitere Stockwerke sollen nur noch je ein Zimmer enthalten. Sogenannte Senior-Suiten.
13:03
Ex-Tagi-Chefredaktor als PR-Berater eröffnet Medienkonferenz
13:00
Massive Kritik
Seit Stoffels Plan, den höchsten Turm Europas zu bauen, bekannt ist, stösst sein Projekt auf Kritik. Die Bedenken sind zahlreich:

- Gefährdung der Valserwasser-Quellschutzzone durch eine tiefe Verankerung
- Gefährdung der Denkmalschutzzone durch eine breite Verankerung
- Fremdkörper statt in die Landschaft eingefügtes Objekt
- Keine Notwendigkeit für Verdichtung im alpinen Raum
- Schwierige Zufahrt nach Vals, enger Talboden, wenig Sonne im Winter
- Angst vor fehlendem Geld
12:53
Erste Bilder des Turms
Vals1
Vals
12:50
Um was geht es?
Der Investor Remo Stoffel will in der Bündner Gemeinde Vals den höchsten Turm Europas bauen. 380 Meter soll er hoch sein, entworfen vom US-Architekten Thom Mayne.
Das höchste Gebäude Europas: Ist das Bündnerland bereit für diesen Rekord?

Die höchsten Gebäude der Schweiz

Höchste Gebäude der Welt

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