Schweiz
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Justizfall im Kanton Uri

Befangener Polizist, besoffener Zeuge, fragwürdiger Beweis: Wurde ein Unschuldiger zu 15 Jahren Haft verurteilt?



Ignaz Walker, Screenshot SRF

Ignaz Walker: «Ich weiss, dass ich unschuldig bin.» Bild: Screenshot SRf

Der Erstfelder Cabaret-Betreiber Ignaz Walker sitzt seit vier Jahren in Untersuchungshaft. Das Urner Obergericht verurteilte ihn im letzten Herbst zu 15 Jahren Gefängnis: Er soll einen Auftragskiller auf seine Frau angesetzt und 11 Monate zuvor auf einen Gast geschossen haben. Walker beteuerte jedoch stets seine Unschuld.

Die Rundschau im SRF hat den Fall noch einmal aufgerollt und einige Ungereimtheiten entdeckt. Strafrechtsprofessor Christof Riedo wirft der Urner Justiz in der Sendung schwere Versäumnisse vor. Im Konkreten geht es um Folgendes:

«Hier wurde etwas manipuliert zu Ungunsten von Herrn Walker.»

Verteidiger Linus Jaeggi

Walkers Verteidiger Linus Jaeggi spricht in der «Rundschau» Klartext: «Hier wurde etwas manipuliert zu Ungunsten von Herrn Walker.» Er verlangte, dass das Gericht den Polizisten zu diesem gewichtigsten Beweismittel befragt. Doch das Obergericht verweigerte auch dies. 

Dazu Strafprozessrechts-Professor Riedo: «Man hat hier tatsächlich das Gefühl, dass Beweismittel teilweise ‹sec› gegen den Strich gebürstet wurden. Man spürt eine Grundtendenz: Das Ziel ist, den Betreffenden schuldig zu sprechen.» 

Ignaz Walker hat beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht. für ihn ist es die letzte Chance zur Wahrheitsfindung. Die Urner Strafbehörden und das Obergericht äusserten sich gegenüber der «Rundschau» nicht zu dem Fall, denn es sei ein hängiges Verfahren.

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