Schweiz
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Mit dieser bizarren «Todesanzeige» machen Eltern eines toten Arztes Druck auf die St.Galler Behörden

Der Sohn einer Arztfamilie aus St.Gallen stirbt. Weil die Familie überzeugt ist, dass der Sohn einem Verbrechen zum Opfer fiel, verlangt sie eine Obduktion. Die Staatsanwaltschaft leitet jedoch keine Untersuchung ein. Jetzt macht die Familie den Fall durch ein sehr ungewöhnliches Zeitungsinserat öffentlich. 



Brief Tagblatt

So inserierte die Familie im «St.Galler Tagblatt».

Die Familie Wissmann hat heute dieses Inserat im St.Galler Tagblatt geschaltet, das aussieht, wie eine Todesanzeige. Darin spricht sie direkt zu ihrem toten Sohn Philipp und lässt diesen wissen, sie habe alles versucht, seinen Tod aufzuklären. 

Die wichtigsten Fakten: 

Update mit der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft gegenüber watson: Sprecher Roman Dobler sagt: «Es gibt keine konkreten Hinweise auf Dritteinwirkung.» Man gehe von einem Suizid aus.» Dobler bestätigt, dass man Spuren von GHB gefunden hat. Allerdings sei die Droge nicht die Todesursache. Aus Pietätsgründen will Dobler keine Auskunft zur Todesursache geben. Aber: «Die Position, in der die Leiche gefunden wurde, spricht klar für einen Suizid.» Es gebe keine Hinweise, dass der Sohn das GHB nicht freiwillig eingenommen habe. (feb) 

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • essy* 24.02.2016 16:38
    Highlight Highlight Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass eine Einstellungsverfügung erlassen und zugestellt wurde... Diese wird mit einer Rechtsmittelbelehrerung versehen und kann angefochten werden. Für mich stellt sich die Frage, wieso die Eltern dies nicht getan haben, wenn sie so sehr von einem Fehlverhalten der StA überzeugt sind.
    • Stories 24.02.2016 17:08
      Highlight Highlight Es wird gar kein Verfahren eröffnet ergo kann nicht dagegen vorgegangen werden.
    • essy* 24.02.2016 18:03
      Highlight Highlight Dann habe ich das wohl in der Eile etwas falsch aufgeschnappt, sorry. Aber dann vermute ich mal, dass es einen Weg geben wird, mit welchem man dagegen vorgehen kann (Beschwerde aufgrund von Rechtsverweigerung, Aufsichtsbeschwerde o.ä.). Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einfach so den Handlungen von Strafbehörden ausgeliefert ist.
  • ostpol76 24.02.2016 15:09
    Highlight Highlight «Die Position, in der die Leiche gefunden wurde, spricht klar für einen Suizid.»
    Ein Tip an alle Mörder: nach vollbrachter Tat den Toten in diese Position bringen und ihr habt nichts zu befürchten.
  • El Schnee 24.02.2016 13:18
    Highlight Highlight Damit Fälle schnell abgeschlossen werden können, wird auch manchmal unzulässig abgekürzt: meine schweren Verletzungen nach einem fahrlässig verursachten Unfall (überrollt von Lieferwagen) an denen ich gestorben wäre ohne Operation, wurde im Bericht der Staatsanwaltschaft als einfache! Körperverletzung abgetan. Also ich weiss nicht was es braucht, aber manche Leute reden (und klagen) schon bei einer Ohrfeige oder Ehrverletzung von schwerer Körperverletzung.
  • mein Lieber 24.02.2016 12:56
    Highlight Highlight Das passiert wenn Eltern nicht loslassen oder die schmerzende Wahrheit nicht ertragen können.
  • fuegy 24.02.2016 12:02
    Highlight Highlight GHB, wird das nicht auch als Partydroge verwendet? Kann es nicht auch eine Überdosis oder ähnlich gewesen sein, doch die Eltern möchten es nicht wahr haben (mein Kind doch nicht)?
    Ich möchte auf keinen Fall das Leid der Eltern über den Verlust ihres Kindes schmälern oder so aber vielleicht hat die Staatsanwaltschaft und Polizei vieles richtig gemacht, doch die Eltern sind mit dieser Version nicht "zufrieden" und suchen einen Schuldigen. Ich kenne den Fall nicht annähernd gut genug wie man sollte, um ein Urteil fällen zu können aber ich kenne die Trauer von Eltern über einen solchen Verlust.
    • Duweisches 24.02.2016 12:40
      Highlight Highlight GHB wirkt in geringen Dosen genau wie Alkohol, kann deshalb auch auf Partys verwendet werden, doch wie sie wohl schon vermuten, ist die Dosierung sehr schwierig...
      Die Polizei geht (gemäss Update) wegen der Haltung des Toten von Suizid aus, ob die Familie den Toten gefunden hat und weiss, wie er da gelegen/gesessen hat, wird nirgends erwähnt. Gut möglich also, dass die Familie es einfach nicht wahrhaben will...
    • Pisti 24.02.2016 17:39
      Highlight Highlight Stimmt so nicht ganz, GBL kursiert meistens auf Partys und nicht GHB. GBL wird nach einnahme vom Körper in GHB umgewandelt. GHB kann man zwar auch konsummieren, wesentlich weniger gefährlich als GBL. Nur praktisch unmöglich zu kaufen, während GBL relativ einfach besorgt werden kann. Das gefährliche ist dabei der Mischkonsumm, die Dosierung oder auch Verunreinigungen vom Produkt (Quecksilber etc.).
  • Levintop 24.02.2016 11:54
    Highlight Highlight Wieso ist diese Anzeige der Eltern des Verstorbenen bizarr?

    Ist sie doch vielmehr ein Zeichen der Verzweiflung der Eltern und ein unübersehbarer Hinweis auf einen eklatanten Mangel an Empathie des betreffenden St. Galler Staatsanwalts.

    Hätte zwischen den Eltern und dem Staatsanwalt ein konstruktives Gespräch stattgefunden, wäre es vermutlich gar nie zu dieser Anzeige gekommen.
    • Ignorans 24.02.2016 13:55
      Highlight Highlight Aus Mangel an Informationen könnte man auch sagen, dass die Familie ein schlechtes Gewissen hat. Hätte sie sich mehr um den Toten gekümmert, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen...
      Die Informationslage lässt viel Spielraum für Spekulationen offen...
  • Pipapo 24.02.2016 11:48
    Highlight Highlight Es gibt nur sehr wenig Information und diese stammt ausschliesslich von der Familie des Toten. Also bitte Vorsicht mit vorschnellen Urteilen.
  • sentir 24.02.2016 11:39
    Highlight Highlight Bei sowas frage ich mich zuerst, ob sich Staatsanwalt und Toter gekannt haben...
    Egal was hier als Todesursache herausgefunden wurde, spätestens beim Befund, dass KO-Tropfen im "Spiel" waren, muss man doch hellhörig werden.
    Wünsche den Angehörigen viel Kraft bei der Verarbeitung dieser Ungerechtigkeit.
  • Singam 24.02.2016 11:19
    Highlight Highlight Da ist vermutlich ein Mord begangen worden, und die Staatsanwaltschaft will anscheinend um jeden Preis eine Untersuchung verhindern. Der Fall scheint nicht wirklich ganz zweifellos zu sein. Der Familie wird hier ihr Recht auf Aufklärung verweigert!
    Ich frage mich, wie der Staatsanwalt die Aussage begründet, es seien keine Spuren für einen gewaltsamen Mord gefunden worden, wenn laut den Eltern gar keine Untersuchungen stattgefunden haben?...
    • Duweisches 24.02.2016 12:43
      Highlight Highlight Es braucht keine Obduktion, um zu sehen wie der Tote da lag, ob eine Gewalteinwirkung stattfand und ob die Türe zum Beispiel von innen verschlossen war.
      Nur aufgrund der Version der Familie zu urteilen, ist sehr vorschnell...
    • Ignorans 24.02.2016 13:51
      Highlight Highlight Was sollte denn der Grund sein, dass die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt? Sehe kein Motiv und die Sachlage scheint ja gemäß Staatsanwaltschaft und Polizei klar...
  • Scaros_2 24.02.2016 10:59
    Highlight Highlight Komische Sicht der Staatsanwaltsschaft. Sie sehen keine Zeichen dafür, dass 3. mitgewirkt haben oder das er sie gegen seinen Willen eingenommen hat. Wie sieht den die hier die differenzierung zwischen "einvernehmlich" und gegen den Willen aus wenn es um k.o. tropfen geht? Kann mir das jemand erklären? Man sollte doch meinen wenn im Blutbild K.o. Tropfen gefunden werden sollte man sich doch egal weshalb fragen woher die kamen.
    • sentir 24.02.2016 11:31
      Highlight Highlight Jaing, ja was ist denn die Todesursache?
    • Fumo 24.02.2016 11:43
      Highlight Highlight @sentir Komischerweise hielten es die Eltern nicht für notwendig die genaue Todesursache im Nachruf zu erwähnen, interessant oder nicht?
    • sentir 24.02.2016 12:10
      Highlight Highlight Fumo, die Staatsanwaltschaft scheint auch kein Interesse daran zu haben, was die "genaue" Todesursache ist. Darum ist ja die genaue! Todesursache im Dunkeln.
      Und nein, das finde ich nicht komisch.
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