Schweiz
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Plakat-Kampagne: Freizeit ist besser ohne Büro

Eines von drei Sujets der neuen Plakatkampagne des Schweizerischen Versicherungsverbandes, die am Montag lanciert wird. Bild: Schweizerischer Versicherungsverband

Versicherungen warnen mit Plakaten davor, in der Freizeit an die Arbeit zu denken

Viele von uns lesen auch in ihrer Freizeit Geschäftsmails. Die neue Plakatkampagne des Schweizerischen Versicherungsverbandes rät uns davon ab.



Abends im Open-Air-Kino: Kurz bevor der Film startet, flimmert ein Werbespot über die Leinwand, bei dem sich der eine oder andere Zuschauer ertappt fühlt. Beim Checken der Geschäftsmails auf dem Smartphone oder beim Gedanken daran, welche Herausforderungen am nächsten Tag bei der Arbeit auf ihn warten. Denn der 80-Sekunden-Spot, in dem die Protagonisten sperrige Schreibtische um die Hüfte tragen, hat eine klare Botschaft: «Freizeit ist besser ohne Büro. Schalten Sie aus, tanken Sie auf.»

Ein Schreibtisch um die Hüfte ist ungesund:

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Video: YouTube/ausschalten-auftanken

Der Spot ist Teil der Kampagne «Ausschalten – Auftanken» des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV), die am Montag in die dritte und voraussichtlich letzte Phase geht. Nach Kolumnen und kurzen Online-Spots soll die Bevölkerung dieses Mal mit einer Plakatkampagne dazu gebracht werden, die Arbeit nicht mit in die Freizeit zu schleppen.

Diese Sujets sind ab Montag auf Plakatwänden zu sehen

«Arbeit und Freizeit lassen sich immer weniger trennscharf auseinanderhalten», sagt Eliane Stricker von der Arbeitsgruppe Prävention des Schweizerischen Versicherungsverbandes. Denn aufgrund der zunehmenden Digitalisierung wie auch der Globalisierung der Wirtschaft hätten immer mehr Menschen das Gefühl, jederzeit für die Arbeitskollegen oder Kunden erreichbar sein zu müssen. Mit Folgen: «Diese ständige Erreichbarkeit erhöht die Unfallgefahr in der Freizeit», sagt Stricker.

Umfrage

Beantwortest du in deiner Freizeit Geschäftsmails?

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  • 18%Ja, das gehört zu meinem Job dazu.
  • 40%Manchmal. Auch wenn ich versuche, möglichst darauf zu verzichten.
  • 42%Nie. Freizeit ist Freizeit.

Diesen Zusammenhang will der Verband mit seiner neuesten Kampagne anschaulich aufzeigen. Wie zum Beispiel mit dem Sujet aus dem Seilpark. «Wer sich in seiner freien Zeit von der Arbeit ablenken lässt, ist unaufmerksamer», erläutert Stricker. «Das kann beim Wandern, im Strassenverkehr oder eben im Seilpark gefährlich werden.»

Der SVV hofft, dass die Präventionskampagne einige Freizeitunfälle verhindern kann, um dadurch einen kostendämpfenden Effekt auf die Leistungskosten zu erzielen. Wie viel Geld in die Präventionskampagne investiert wurde, teilt der Verband nicht mit.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung hat untersucht, wie hoch die Kosten von Freizeitunfällen ausfallen. Alleine im Jahr 2010 haben Nichtberufsunfälle in der Schweiz 10,4 Milliarden Franken gekostet. Tendenz steigend. Denn in den letzten Jahren sind die Unfallzahlen weiter gestiegen.

Schlafstörungen, mangelnde Erholung, Depression

Die zunehmende Vermischung von Arbeit und Freizeit kann aber aber auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Davor warnte etwa Mediziner Georg Bauer in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger»: «Dauererreichbarkeit und häufige berufliche Nutzung des Smartphones können zu Schlafstörungen, mangelnder Erholung, gestörtem Familienleben und längerfristig zu psychischen Erkrankungen wie Depression und Burnout führen.»

Gemäss einer Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verursachen psychische Erkrankungen in der Schweiz einen volkswirtschaftlichen Schaden in der Höhe von 19 Milliarden Franken pro Jahr.

Gewerkschaften fordern darum immer wieder, dass das Recht des Arbeitnehmers auf Unerreichbarkeit möglichst deutlich im Vertrag festgeschrieben werden soll. Radikal war auch der Vorschlag von SP-Nationalrat Corrado Pardini. In einem offenen Brief an seine Genossen forderte er: «Zwischen 19 und 7 Uhr ist internetfreie Zeit.» Gegenüber «20 Minuten» präzisierte er: «Wir brauchend dringend Spielregeln, damit die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit nicht weiter verschwimmt.»

Was Pardini mit einem Gesetz durchsetzen wollte, will der Schweizerische Versicherungsverband nun mit Sensibilisierung erreichen: Keine Arbeit in der Freizeit.

So inszenierst du den perfekten #Sommer auf Instagram:

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Video: watson/Emily Engkent, Angelina Graf

Hä? 26 absurde Fotos, von denen wir gerne die Geschichte dahinter erfahren würden

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bätzi 06.08.2018 15:44
    Highlight Highlight Ich kenne dieses Problem nur zu gut.
    Ich fühle mich nicht super wichtig aber ich leite ein kleines Team und möchte auch in meiner Freizeit meine Mitarbeiter nicht im Stich lassen.
    Der Druck kommt oft nicht von der Firma direkt sondern von den Kunden die ein Stellvertreter nicht gleich-ermassen respektieren wie mich selbst.
    Das klingt wahnsinnig doof ist aber leider die Realität.
    Habe es gerade so erlebt vor drei Wochen in meinen Sommerferien. ein Kunde hat meine Jungs solange schikaniert bis diese mir auf mein Privates Handy angerufen haben und ich kurzfristig ins Büro musste.
  • olmabrotwurschtmitbürli #käluscht 06.08.2018 14:21
    Highlight Highlight Das ist eben leichter gesagt als getan. Ich bin schon glücklich, dass ich für meine Ferienabwesenheiten eine totale Kontaktsperre organisieren kann (d.h. ich bin auch in Notfällen weder telefonisch noch per Internet erreichbar). Damit das klappt, muss aber immer ein Stellvertreter organisiert werden, der sich auch wirklich um meine Pendenzen kümmert und nicht nur die Post stapelt.
  • Staedy 06.08.2018 12:30
    Highlight Highlight ....und mein Chef drohte vor versammelter Belegschaft mit Entlassung, wenn nicht innerhalb von einem halben Tag, auch in den Ferien, geantwortet wird. Ich habe die Konsequenzen selber gezogen. Welche Branche war es? Genau.
  • fant 06.08.2018 09:12
    Highlight Highlight Ich trenne das nicht so strikt (auch IT). Aber es gibt ein paar Regeln für mich: B) mein Handy ist praktisch immer auf lautlos. Nur wenn ich Zeit und Lust habe, schaue ich rein. B) Sobald ich was für das Geschäft tue, wird es verrechnet. C) Ich nehme mir dafür die Freiheit, auch mal später zu kommen oder einen einzelnen Tag freizugeben.
  • Raphael Stein 06.08.2018 07:52
    Highlight Highlight Bei den Versicherungsprämien müssen wir ja ackern wie blöd. Also?
  • Madmessie 05.08.2018 18:07
    Highlight Highlight Wenn du in deinem Beruf rockst, brauchst du dich in deiner Freizeit nicht um die Arbeit zu kümmern.
  • Barracuda 05.08.2018 14:45
    Highlight Highlight Ich trenne Arbeit und Privates strikt von einander und kann das zum Glück auch gut. Das ist aus meiner Sicht absolut wichtig und nicht zu unterschätzen. Ironischweise werde ich erst durch eine solche Werbung an die Arbeit erinnert :-)
    • The Count 05.08.2018 23:36
      Highlight Highlight Die vielen Blitzer sind bemitleidenswert...
  • papaya 05.08.2018 13:44
    Highlight Highlight Dieses Problem habe ich (zum Glück) nicht... Ich denke während der Arbeit an die Freizeit ;-)
    • Madmessie 05.08.2018 18:04
      Highlight Highlight Geht mir auch so :))
  • Linus Luchs 05.08.2018 13:39
    Highlight Highlight Schön und gut, die Kampagne des SVV, aber es wäre mindestens so wichtig, die Arbeitgeberseite ins Visier zu nehmen. Die gefährdeten Angestellten tun sich ja nicht einfach so schwer damit, sich in der Freizeit von der Arbeit abzugrenzen. Dieses Verhalten ist eine Reaktion auf den Druck, der von Vorgesetzten ausgeübt wird. Mitarbeitende, die hier eine Grenze setzen, riskieren, dass ihnen mangelndes Engagement vorgeworfen wird.
  • foxtrottmikelima 05.08.2018 13:28
    Highlight Highlight Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich bei uns im Büro die Leute beschweren, weil sie in den Ferien in Thailand nicht auf ihre E-Mails zugreifen konnten.

    #onlyinswitzerland
    • Staedy 06.08.2018 12:30
      Highlight Highlight Man will ja wichtig sein und nichts verpassen.
  • eBart! 05.08.2018 12:30
    Highlight Highlight Tolle Plakate 💪

    Selber auch im Büro (Werbebranche) tätig. Agenturen neigen oft dazu Mails nach 17 oder 18 Uhr zu beantworten. Aber dann muss es immer sehr schnell gehen. Nicht bei mir. Nach 18 Uhr beantworte ich keine Mails mehr.

    Am Weekend auch nicht. Wenn etwas wirklich dringend und vor allem wichtig ist, findet man tagsüber Zeit. Sonst ist es nicht wichtig. Also reicht es wenn ich am nächsten Morgen um 7 Uhr antworte.

    Zugegeben, braucht viel Disziplin. Aber mit 2 Handys geht das ganz gut.
  • dmark 05.08.2018 12:27
    Highlight Highlight Arbeit ist Arbeit und Freizeit ist Freizeit. Und auch als Selbstständiger braucht man seine Auszeit. Nur wer sich richtig erholen kann, der kann auch vernünftig arbeiten. Ruhezeiten sind wichtig. Wenn dies in einem Betrieb nicht funktioniert, dann sollte man sich ein anderes Betätigungsfeld suchen. Bei Bereitschaftsdiensten o.ä. ist dies etwas anderes. Diese Tätigkeiten sollten aber wiederum Freizeit mit sich bringen. Ansonsten aber lässt man sein Geschäftshandy dort, wo es sein soll - eben in der Firma.
  • AlteSchachtel 05.08.2018 12:23
    Highlight Highlight " ...immer mehr Menschen das Gefühl, jederzeit für die Arbeitskollegen oder Kunden erreichbar sein zu müssen."

    Das Gefühl? Nachdem Arbeitskollegen reihenweise wegrationiert wurden und die Führung suggeriert, dass alles locker durch die verbleibenden Human Resources erledigt werden kann? Wenn nicht, fehlt nur der Wille zur optimalen Produktivität .... und auch tschüss!

    Ab einem gewissen Alter heisst dieses Gefühl "Angst, den Job zu verlieren". Und dieses Gefühl ist nicht unberechtigt.

    Glatti Siechä, diese Versicherungen.....

  • Gondeli 05.08.2018 12:18
    Highlight Highlight In unserer Branche gehört die erreichbarkeit 24*7 nun mal dazu (IT), wer sich weigert, hat keine Zukunft!
    • The IT Guy 05.08.2018 15:27
      Highlight Highlight Falsch.

      Grüsse aus der IT (Entwicklung).
    • bokl 05.08.2018 15:29
      Highlight Highlight Arbeite auch in der IT. Das Gefühl 7x24h erreichbar sein zu müssen, haben in der Regel die Möchtegerns. Die Spezialisten verzichten nicht auf ihre Freizeit. 7x24 Erreichbarkeit führt zum Burnout, nicht zu einer erfolgreichen Karriere.
    • p4trick 05.08.2018 23:04
      Highlight Highlight Auch IT SpeIalist hier. 6h an normalen Tagen sollten reichen um die Energie zu haben falls es dann Mal brennt.. aber wie mein Chef immer wieder sagt.. if everything is one fire, leave the building! ;-)
  • Clife 05.08.2018 11:50
    Highlight Highlight Dann macht Plakate für die Geschäftsführer und die Chefs, nicht Plakate für die Allgemeinheit. Wir können nichts dafür, wenn wir 24/7 herumgescheucht werden müssen...
    • p4trick 05.08.2018 23:05
      Highlight Highlight Dann lass dich nicht scheuchen!
    • The Count 05.08.2018 23:39
      Highlight Highlight Mir kommen gleich die Tränen. DU alleine bist dafür verantwortlich dass deine Freizeit ohne Arbeit bleibt. Wenn du das nicht kannst musst DU an dir arbeiten.
  • Der Tom 05.08.2018 11:22
    Highlight Highlight Na ja beim arbeiten denke ich auch ständig an die Freizeit.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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