Schweiz
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Weil sie eine Lawine auslösten: Das Bundesgericht verurteilt drei Freerider

Die drei Freerider, die 2009 in Anzère VS eine Lawine ausgelöst haben, werden nun doch schuldig gesprochen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Walliser Staatsanwaltschaft gutgeheissen.



Eine Lawine riss 2009 in Anzère (VS) mehrere Menschen mit, die sich auf einer markierten Piste aufhielten. Zwei davon wurden leicht verletzt. Ausgelöst hatten die Lawine drei Freerider. Zwei Männer und eine Frau.

Die drei Freerider waren in erster Instanz wegen fahrlässiger Störung des öffentlichen Verkehrs zu bedingten Geldstrafen verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Ering und Gundis im Wallis war im Juni 2014 dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt.

Das Walliser Kantonsgericht sprach die drei Variantenskifahrer dann jedoch auf ihre Beschwerde hin im März des vergangenen Jahres frei. Weil die Piste unterhalb ordnungsgemäss gesichert war, sei das Risiko, dass Variantenskifahrer oberhalb des markierten Gebiets eine Lawine auslösen könnten, objektiv nicht vorhersehbar gewesen, urteilte das Kantonsgericht.

Gegen diesen Entscheid gelangte die Walliser Staatsanwaltschaft ans Bundesgericht. Mit dem Urteil vom 28. November hat die strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts die Beschwerde nun gutgeheissen. Das angefochtene Urteil des Kantonsgerichts wurde aufgehoben und die Sache an die Strafrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts zur Neubeurteilung zurückgewiesen.

Warnhinweise nicht berücksichtigt

Nach Ansicht des Bundesgerichts hätten die drei schuldhaft ihre Sorgfaltspflicht verletzt, weil sie die Warnhinweise nicht berücksichtigt hätten, teilte die Walliser Staatsanwaltschaft am Dienstagabend zum Bundesgerichtsurteil mit.

Im Wesentlichen habe das Bundesgericht festgehalten, dass die Beteiligten aufgrund ihrer Erfahrung und der Informationen, die aus dem Lawinenbericht entnommen werden konnten, sowie der Signalisation vor Ort, davon hätten absehen müssen, den Hang oberhalb der Piste zu traversieren.

Aufgrund der angegebenen Gefahrenstufe sei es möglich gewesen, dass eine Lawine bereits durch eine geringe Zusatzbelastung ausgelöst werde, namentlich durch einen Skifahrer. Unter diesen Bedingungen sei das Verhalten der Beteiligten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet gewesen, eine Fliesslawine bis auf die unterhalb liegende Piste auszulösen. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Thurgauo 12.12.2017 23:49
    Highlight Highlight Richtig so. Damit können Unschuldige in lebensgefährliche Situationen gebracht werden. Man sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein.
    • Snowy 13.12.2017 13:53
      Highlight Highlight You made my day, Thurgauer!
  • virus.exe 12.12.2017 22:13
    Highlight Highlight Bravo! 👍🏻
  • α Virginis 12.12.2017 20:41
    Highlight Highlight A: "Hey da sind Warnschilder, ich denke, hier ists nicht so gut..."
    B: "Menno, sei doch kein Frosch, passiert schon nichts!"
    C: "Leute, jetzt sind wir bis hierhergekraxelt, also lasst uns fahren, wird schon nichts passieren."

    10 Minuten später ist es passiert. Absolut fahrlässig, wenn ihr mich fragt. Naja, immerhin nahmen sie in kauf, dass andere Personen verletzt werden. Da ändert auch keine "ordnungsgemässe Sicherung" etwas daran.
    • Snowy 13.12.2017 12:27
      Highlight Highlight Danke für den Hintergrundbericht wie´s zum Unfall kam.
  • Arthur Sunil 12.12.2017 19:46
    Highlight Highlight Ist eine Skipiste öffentlicher Verkehr? StGB 237 spricht nur von Strasse, Wasser und Luft. Kann mich jemand aufklären?
    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19370083/index.html#a237
    • RatioRegat 13.12.2017 12:35
      Highlight Highlight Der Begriff "namentlich" deutet darauf hin, dass die Aufzählung nicht abschliessend ist.
  • Snowy 12.12.2017 19:22
    Highlight Highlight 3, 2 , 1... Bühne frei für Kommentare à la "Richtig so! Hohe Busse für diese elenden Freerider" von Menschen, welche keine Ahnung von Lawinenkunde und Variantenfahren haben.

    • bokl 13.12.2017 00:24
      Highlight Highlight "von Menschen, welche keine Ahnung von Lawinenkunde und Variantenfahren haben."

      Freeriden und Variantenfahren ist toll. Gibt auch genug Regionen, wo man diesen Hobbys nachgegen kann. Aber sich in einem Skiresort von Gondeln raufbefördern lassen und dann, alle Warnschilder ignorierend die gesicherte Piste verlassen hat nix mir Freeriden oder Variantenschifahren zu tun. Das ist einfach verantwortungslos.
    • reaper54 13.12.2017 07:39
      Highlight Highlight @bokl wenn die 3 eine Lawine auslösen können kann Sie dort auch sehr gut Natürlich entstehen. Es wäre also die Aufgabe des Skigebietes entsprechende Massnahmen zu treffen. Warnschilder hat es in vielen Skigebieten keine, wenn dann steht “verlassen der Piste auf eigene Gefahr” es ist also nicht verboten.
    • Snowy 13.12.2017 12:15
      Highlight Highlight @bokl: Ja, wenn es so war wie Du beschrieben hast, dann ist dies zu verurteilen. Ich kann dies aus dem Bericht zu wenig genau erkennen.

      Das Problem: In den Bergen ist die Situation selten schwarz/weiss. Ein Warnschild bedeutet z.B. nicht, dass der Hang gesperrt ist. Im freien alpinen Gelände können Hänge gar nicht gesperrt werden. Es können lediglich Warnhinweise in Pistennähe aufgestellt werden.
      Was aber definitiv eher gegen die Freerider spricht: Befährt man einen Hang, wo unten eine Piste durchführt, ist man in diesem Moment für die Sicherheit der Pistenfahrer verantwortlich.
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