Schweiz
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Swiss Finance Minister Eveline Widmer-Schlumpf attends a news conference after the weekly meeting of the Federal Council in Bern, Switzerland October 21, 2015. The Swiss National Bank on Wednesday welcomed the Swiss government's decision on new 'too big to fail' regulations. The Federal Council adopted the parameters for amendments to the current too-big-to-fail provisions. REUTERS/Ruben Sprich

Bundesrätin Widmer-Schlumpf ist zunehmend isoliert.
Bild: REUTERS

Eveline Widmer-Schlumpf scheint zunehmend isoliert zu sein

Immer mehr Parteien kehren der BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf den Rücken zu. Steht sie kurz vor dem Rücktritt?



Nach dem Wahlerfolg der SVP steht es schlecht um Widmer-Schlumpfs Wiederwahl. Die Gerüchte um einen vorzeitigen Rücktritt verdichten sich. Der «SonntagsBlick» schreibt, mit Bezug auf eine Person aus dem nahen Umfeld der Bundesrätin, wenn die Mitteparteien nicht schnell ein starkes Zeichen zur Zusammenarbeit setzen, trete sie im Dezember nicht mehr zur Wahl an.

Ein wichtiger Faktor ist das Wahlresultat in Graubünden. Widmer-Schlumpfs Partei, die Bündner BDP, konnte zwar den Sitz im Nationalrat retten, sackte aber auf 14,5 Prozent Wähleranteil ab. Die Bündner SVP hat sieben Jahre nach ihrer Neugründung nun mehr als doppelt so viele Wähler.

«Es geht definitiv nicht darum, kurzfristig einen Widmer-Schlumpf-Wiederwahl-Club zu gründen»

BDP-Vizepräsident Lorenz Hess

Noch schlimmer sei für Widmer-Schlumpf die Wahl von Magdalena Martullo-Blocher, die Tochter ihres Intimfeindes Christoph Blocher. Das Bündner Resultat habe die Felsbergerin «durchgeschüttelt», sagt laut dem «SonntagsBlick» einer, der Widmer-Schlumpf gut kennt.

Nationalrat und Wahlkampfleiter Lorenz Hess spricht an der Parteiversammlung der BDP vor den Eidgenoessichen Wahlen, in Aarau, am Samstag, 5. September 2015. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Lorenz Hess lässt Widmer-Schlumpf im Regen stehen.
Bild: KEYSTONE

Selbst die BDP-Spitze wendet sich ab

Auch die BDP-Spitze wendet sich von Widmer-Schlumpf ab. Vizepräsident Lorenz Hess erteilt der raschen Gründung einer Mitte-Allianz mit CVP und GLP eine Absage und wird in der «Sonntagszeitung» wie folgt zitiert: «Es geht definitiv nicht darum, kurzfristig einen Widmer-Schlumpf-Wiederwahl-Club zu gründen.» Ein Zusammengehen in Form einer gemeinsamen Fraktion vor der Session sei kaum denkbar, es gehe nur darum, dass sich die Mitte für die kommenden vier Jahre zusammenfindet, so Hess weiter. Aber genau eine solche Allianz bräuchte Widmer-Schlumpf, um die Chancen auf eine Wiederwahl intakt zu halten.

Aufgrund dieser Ausgangslage gehen derzeit viele Politiker davon aus, dass Widmer-Schlumpf von sich aus demnächst den Rücktritt bekanntgeben wird. Und bereits wird überlegt, wie die Mitte längerfristig trotzdem ihre Macht im Bundesrat bewahren könnte. Der Plan: Bildet die Mitte eine starke Allianz, hat sie – mit oder ohne GLP – mehr Sitze und Wähleranteil als die FDP. Die Allianz könnte darum die Freisinnigen angreifen, wenn deren Bundesrat Schneider-Ammann abtritt. Der Anspruch auf einen zweiten Sitz wäre gerechtfertigt, sagt BDP-Mann Hans Grunder in der «NZZ am Sonntag».

CVP-Parteipraesident Christophe Darbellay spricht waehrend einer Medienkonferenz, am Dienstag, 6. Oktober 2015 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

CVP-Präsident Christophe Darbellay wird Widmer-Schlumpf wohl nicht unterstützen.
Bild: KEYSTONE

CVP für zweiten SVP-Sitz

Von der CVP scheint die Bundesrätin ebenfalls keine Unterstützung erwarten zu dürfen. Im einem Interview mit «Le Matin Dimanche» sagt CVP-Präsident Christophe Darbellay, dass er einen zweiten Sitz für die SVP für legitim halte. Auf die Frage, ob die CVP damit BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nicht unterstützen werde, sagte er: Falls Widmer-Schlumpf sich der Wiederwahl stelle, werde die Fraktion am 21. und 22. November einen Entscheid darüber fällen.Er stelle aber fest, «dass das Verhalten der BDP in den vergangenen Tagen nicht den Eindruck erweckte, dass die Partei nach Unterstützung sucht». Zudem habe die Ablehnung der BDP zu einer Union mit der CVP «Spuren hinterlassen». (pru/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • sowhat 25.10.2015 19:51
    Highlight Highlight ...(FORTSETZUNG):.. von unseren Politikern eigentlich schon. Oder wollen die uns hier grade beweisen, dass sie Eveline Widmer Schlumpf das Wasser niemels werde reichen können? Das ist ihnen dann hiermit gelungen. Wie traurig für uns Schweizer.
  • sowhat 25.10.2015 19:48
    Highlight Highlight Was hier von einigen Politikern grade abgezogen wird, nennt man im Arbeitsleben Mobbing! Sie macht ihre Arbeit unbestritten gut. Hat sich nichts, aber auch gar nichts zu Schulden kommen lassen. Eigentlich müsste sie der Mitte die Fleppen vor die Füsse werfen. Die BDP wird nach ihr eine Fussnote in der Geschichte werden. Glauben denn die Herren Hess und Grunder, dass jemand die BDP braucht, wenn EWS weg ist? Und M. Darbelley äussert sich etwa so strategisch wie ein Stuhlbein, oder denkt er mit einem SVPler seine Werte besser umsetzen zu können? Von den Medien erwarten wir nichts anderes aber
  • kettcar #lina4weindoch 25.10.2015 11:47
    Highlight Highlight Ganz ehrlich? Uns gemässigten kann es eigentlich nur recht sein, wenn EWS durch einen Toni Brunner ausgetauscht wird. Was viele vergessen: EWS vertritt - unabhängig vom Parteibuch - eine klare SVP-genehme Wirtschaftspolitik. Das dürfen die natürlich nicht zugeben. Und sie leistet den bürgerlichen mehr Dienste, als es ein - sagen wir mal - geistig nicht ganz so versierter Toni Brunner je könnte. Also lieber ein Spatz(enhirn) in der Regierung, als eine rechte Taube, auf die von der SVP immer geschossen wird...
  • Angelo C. 25.10.2015 10:37
    Highlight Highlight Das Rad des einstigen schnöden Verrats und des aktiven Mitwirkens am damaligen CVP-SP-Grünen-Komplotts gegen die eigene, seit Jahren angestammte Partei und an den mit ihr getroffenen Vereinbarungen, dreht sich nun wieder zurück und der Fan-Club EWS, die Splitterpartei BDP, verkrümelt sich allmählich wieder in die politische Bedeutungslosigkeit. Nicht, dass EWS nachher, als BR, alles falsch gemacht und Inkompetenz pur demonstriert hätte - so eine Feststellung ist unstatthaft und würde selbst zahlreichen politischen Gegnern klar zu weit gehen. Aber es gibt keinerlei Gründe ihren Sitz zu halten..

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