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FDP-Kandidat staubt Linken Freiburger Staatsrat-Sitz ab

Der FDP-Kandidat Didier Castella wird neuer Freiburger Staatsrat. Er setzte sich in der Ersatzwahl gegen Valérie Piller Carrard (SP) durch. Die Bürgerlichen erobern damit in der Regierung einen fünften Sitz.



Der 47-jährige Castella kam im zweiten Wahlgang der Ergänzungswahl auf 32'448 Stimmen, Piller Carrard auf 25'446 Stimmen, wie die Freiburger Staatskanzlei am Sonntag mitteilte. Die Wahlbeteiligung betrug 29,96 Prozent.

Nur noch zwei Personen konnten zu diesem zweiten Wahlgang antreten. Schon im ersten Wahlgang vom 4. März hatte Castella am meisten Stimmen geholt, aber das für eine Wahl im ersten Wahlgang absolute Mehr verfehlt.

Bei der Wahl handelte sich um eine Ersatzwahl für die abtretende Marie Garnier (Grüne). Nach Castellas Sieg werden ab Mai drei CVP-Vertreter, zwei FDP-Politiker sowie zwei SP-Mitglieder den Freiburger Staatsrat bilden. Bisher bestand der Staatsrat aus vier Bürgerlichen und drei Vertretern von Links-Grün.

ARCHIVBILD ZUR AUFHEBUNG DER IMMUNITAET VON MARIE GARNIER DURCH DAS FREIBURGER PARLAMENT, AM DIENSTAG, 14. NOVEMBER 2017 - La Conseillere d'Etat du canton de Fribourg Marie Garnier s'adresse aux membres des medias pour annoncer sa demission lors d'une conference de presse organisee avec les Verts fribourgeois, ce mercredi, 8 novembre 2017, a Villars-sur-Glane. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Marie Garnier von den Grünen tritt ab. Bild: KEYSTONE

Auch das Geschlechterverhältnis ändert: Neu wird nur noch eine Frau – Anne-Claude Demierre von der SP – im Freiburger Staatsrat sitzen. Die übrigen Staatsratsmitglieder sind ab Mai Jean-François Steiert (SP), Jean-Pierre Siggen (SVP), Olivier Curty (CVP), Georges Godel (CVP), Maurice Ropraz (FDP) und eben Didier Castella.

Garnier seit Herbst unter Druck

Marie Garnier hatte im vergangenen Herbst ihre Demission per Ende April 2018 angekündigt. Sie war wegen einer möglichen Amtsgeheimnisverletzung unter Druck geraten. Die Grüne soll Informationen über angebliche Probleme im Oberamt des Saanebezirks an die Medien weitergegeben haben.

Der freiburgische Grosse Rat hob im November ihre Immunität auf. Damit konnte die Untersuchung gegen Garnier fortgesetzt und die Staatsrätin dazu befragt werden.

Ihr designierter Nachfolger Didier Castella lebt getrennt von seiner Frau, hat drei Kinder und arbeitet als stellvertretender Chef Raumordnung und Umwelt im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Er präsidierte von 2012 bis 2017 die FDP des Kantons Freiburg.

Exekutiverfahrung hat er als früherer Vize-Ammann der Gemeinde Greyerz, zu der Castellas Wohnort Pringy gehört.

Zoff zwischen Grünen und SP

Ein Zoff zwischen der SP und den Grünen des Kantons Freiburg dürfte den Sieg Castellas begünstigt haben. Die beiden Parteien – normalerweise Allianzpartner – konnten sich vor der Ersatzwahl für Marie Garnier nicht auf eine gemeinsame Kandidatur einigen.

Die SP fand, eine Kandidatur von Piller Carrard verspreche mehr Erfolg, als die Kandidatur von Sylvie Bonvin-Sansonnens zu unterstützen. Bonvin von den Grünen machte aber im ersten Wahlgang ein ansprechendes Resultat. Sie wurde hinter Castella und Piller dritte. Das erzürnte die freiburgischen Grünen. Diese gaben deshalb vor dem zweiten Wahlgang vom Sonntag keine Wahlempfehlung für Piller Carrard ab.

Valerie Piller Carrard, candidate pour le parti socialiste reagit lors du 2eme tour de l'election pour le Conseil d'Etat du canton de Fribourg ce dimanche 25 mars 2018 a Fribourg. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Valerie Piller Carrard von der SP. Bild: KEYSTONE

Viele links-grüne Wähler wussten nun anlässlich des zweiten Wahlgangs offensichtlich nicht, wen sie wählen sollten. Das zeigt ein Blick auf die Wahlresultate: Nicht weniger als 2185 leere und 529 ungültige Wahlzettel registrierte der Kanton Freiburg am Sonntag. Castella hingegen konnte auf die Unterstützung von CVP und SVP zählen.

Valérie Piller Carrard verteidigte am Sonntag aber die Wahlstrategie ihrer Partei. Angesichts von zwei Kandidaten der Rechten – Castella von der FDP und Ruedi Schläfli von der SVP – habe die SP ihre Verantwortung wahrgenommen, sagte sie am Sonntag nach Bekanntgabe der Resultate.

«Wenn die SP mich unterstützt hätte, wäre ich im ersten Wahlgang gewählt worden», sagte am Sonntag Sylvie Bonvin-Sansonnens von den Grünen. (sda)

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