Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Jetzt kommt die elektronische Fussfessel für Strafen zwischen 20 Tagen und 12 Monaten



Eine Strafe mit elektronischer Fussfessel zu verbüssen, wird in knapp zwei Jahren landesweit möglich sein. Per 1. Januar 2018 hat der Bundesrat das revidierte Sanktionenrecht in Kraft gesetzt, das die gesetzliche Grundlage dafür liefert.

Elektronische Fussfesseln für Straftäter werden heute nur in einigen Kantonen verwendet. Neu können mit Electronic Monitoring Freiheitsstrafen von einer Dauer zwischen 20 Tagen und 12 Monaten ausserhalb eines Gefängnisses verbüsst werden, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) am Dienstag mitteilte.

ZUM THEMA ELEKTORNISCHE FUSSFESSEL IN DER FRUEHJAHRSSESSION DER EIDGENOESSISCHEN RAETE VOM MONTAG, 29. FEBRUAR BIS ZUM FREITAG, 18. MAERZ 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Bild zum Thema

Bild: KEYSTONE

Mit der Fussfessel in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden können Straftäter und -täterinnen auch am Ende langer Haftstrafen. Die Fussfessel kann in diesen Fällen für einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten als Alternative zum Arbeitsexternat respektive zum Arbeits- und Wohnexternat angeordnet werden.

Damit gemeint ist, dass Verurteilte ausserhalb der Haftanstalt arbeiten und nur noch die Freizeit hinter Gitter verbringen. Oder sie arbeiten und wohnen ausserhalb der Haftanstalt, müssen sich aber an Anordnungen der Vollzugsbehörde halten.

Rücksicht auf die Kantone 

Bekannt wurde die Fussfessel nicht zuletzt durch den Fall Marie: Der 39-jährige Mann, der 2013 die damals 19-Jährige entführte und tötete, verbüsste eine Reststrafe im Hausarrest mit Fussfessel. Er hatte 1998 seine damalige Ex-Freunden vergewaltigt und erschossen und war deswegen zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Mit der Inkraftsetzung der neuen Bestimmungen per 1. Januar 2018 werde Rücksicht auf die Kantone genommen, hiess es beim BJ auf Anfrage. Mehrere Kantone hätten ein gemeinsames Projekt gestartet für die Einführung der Fussfessel, das Anfang 2018 bereit sei. Einige Stände müssten auch Gesetze und Zuständigkeiten anpassen.

A man with an electronic tag working at an office, pictured on March 6, 2012 in Basel, Switzerland. Electronic Monitoring (house arrest) is a lenient alternative to prison time or juvenile-detention time. The term is implemented through controlling the convicted by attaching a transmitter on the ankle and connecting a receiver  to the telephone network.The sentence terms are 20 days to 12 months. --- Posed picture. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Mann mit einer elektronischen Fussfessel arbeitet in einem Buero, aufgenommen am 6. Maerz 2012 in Basel. Electronic Monitoring ist der Vollzug von Freiheitsstrafen mittels eines am Fussgelenk angebrachten Senders und eines an das Telefonnetz angeschlossenen Empfaengers. Die Strafe dauert von 20 Tagen bis zu 12 Monaten --- Gestellte Aufnahme. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Das vom Parlament im Juni 2015 revidierte Sanktionenrecht bringt noch mehr Neuerungen. Die vor der Parlamentsdebatte vielfach kritisierte bedingte Geldstrafe wird nun zwar nicht abgeschafft, weil sich in den Räten keine Mehrheit dafür fand.

Geldstrafe behält den Vorrang

Geldstrafen behalten zudem den Vorrang vor Freiheitsstrafen. Doch statt wie heute bis zu 360 dürfen neu noch maximal 180 Tagessätze ausgesprochen werden. Das dürfte dazu führen, dass auch bei mittelschweren Delikten wieder vermehrt auf eine Freiheitsstrafe erkannt wird.

Für Geldstrafen gilt in der Regel neu ein Tagessatz zwischen 30 und 3000 Franken. In Härtefällen kann jedoch ein Tagessatz von 10 Franken ausgesprochen werden. Diese Klausel machten den Weg frei für eine Einigung zwischen den beiden Parlamentskammern über die Mindesthöhe des Tagessatzes.

Um aber Täter von weiteren Delikten abzuhalten, können neu kurze Freiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten ausgesprochen werden, unbedingt oder bedingt. Heute können Justizbehörden nur unbedingte kurze Freiheitsstrafen anordnen und nur, wenn eine schlechte Bewährungsprognose vorliegt und es aussichtslos erscheint, eine Geldstrafe zu vollziehen.

Einen Tag im Gefängnis

Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten Dauer können auch in Form von gemeinnütziger Arbeit vollzogen werden. Gemeinnützige Arbeit ist aber laut BJ keine eigenständige Strafe mehr, sondern eine Form des Strafvollzuges. Damit wird gemeinnützige Arbeit nicht mehr von den Gerichten, sondern von den Strafvollzugsbehörden angeordnet.

Änderungen bei Vollzug für Jugendliche 

Eine weitere Neuerung im Jugendstrafgesetzbuch, die bereits am 1. Juli 2016 in Kraft tritt, betrifft junge Straftäterinnen und Straftäter. Die Altersgrenze für den Abschluss von Massnahmen für sie wird von heute 22 auf 25 Jahre angehoben.

Das soll es zum Beispiel ermöglichen, während einer Massnahme eine Berufsausbildung abzuschliessen. Die jungen Straftäter sollen generell mehr Zeit bekommen, sich im Massnahmenvollzug Grundlagen für ein geordnetes Leben anzueignen. Der Bundesrat hielt es laut BJ für nötig, diese Vorzüge rasch umzusetzen. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

«Terroristischer Anschlag» in Nordirland

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Tsitsipas wirft Federer aus dem Turnier

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Drei 17-Jährige moderieren die «Arena» und halten die streitlustigen Politiker im Zaum

Im Zuge der Jugendmedienwoche moderierte nicht Jonas Projer die «Arena» vom Freitag, sondern die drei Teenager Sara, Luis und Andrea. Dafür haben sie sich gleich die drei grossen Themen Migration, Klima und Altersvorsorge ausgesucht. 

Moderator Jonas Projer sitzt für einmal im Publikum und an seiner Stelle moderiert Sara (17) den Anfang der «Arena». Sie beginnt gleich mit dem sehr schwierigen Thema Migration.

Doch die junge Frau scheint weder durch die hochrangigen Studiogäste noch von der Komplexität des Themas beeindruckt. Gleich zu Beginn steigt sie steil ein und fragt SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann, warum die reiche Schweiz nicht alle Migranten und Flüchtenden aufnehmen könne. 

Die Diskussion driftet dann in den …

Artikel lesen
Link zum Artikel