DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bei regelmässigen Nachhilfelektionen über eine lange Zeit sei die Wirkung eher negativ, sagt Bildungsforscher Stefan Wolter.
Bei regelmässigen Nachhilfelektionen über eine lange Zeit sei die Wirkung eher negativ, sagt Bildungsforscher Stefan Wolter.
Bild: TI-PRESS
Überstunden beim Lernen

Jeder dritte Schüler erhält Nachhilfe

09.11.2014, 11:1209.11.2014, 11:54
No Components found for watson.rectangle.

In der Schweiz brauchen immer mehr Schüler Nachhilfeunterricht. Die Nachhilfequote in der 8. und 9. Klasse ist innerhalb von drei Jahren von knapp 30 auf 34 Prozent angestiegen, wie der Bildungsforscher Stefan Wolter in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagte.

Dies sei ein enormer Anstieg und entspreche einer Steigerung um über zehn Prozent, sagte er in einem Interview zu einer neuen Studie über das Ausmass des Nachhilfeunterrichts.

Auch gute Schüler kämen heute nicht mehr unbedingt ins Gymnasium. In Kantonen mit einer tiefen Maturitätsquote gebe es einen grossen Wettbewerb, meist auch noch eine Aufnahmeprüfung. «Von den vier Besten in einer Klasse schaffen es vielleicht nur die drei Ersten», sagte Wolter weiter.

Nur kurzfristig wirklich nützlich

Für den Bildungsforscher hat nicht unbedingt die Schule versagt. Bei Schülern, die lange in die Nachhilfe gingen, sei es wohl eher ein Elternproblem. «Es gibt Eltern, die mit dem Leistungsniveau ihres Kindes, das es auf natürliche Weise erbringen würde, nicht zufrieden sind. Sie wollen es auf ein anderes Leistungsniveau hinaufpushen, wo es eigentlich gar nicht hingehört», sagte Wolter weiter.

No Components found for watson.rectangle.

Nachhilfe nütze kurzfristig sicher, wenn es sich um sporadische Nachhilfe handle, wenn etwa ein bestimmter Stoff nicht verstanden worden sei. «Bei regelmässigem Hochfrequenzunterricht, also wenn man viele Nachhilfelektionen über eine lange Zeit nimmt, ist die Wirkung eher negativ», sagte er.

Es könne dazu führen, dass die Schüler ihre eigenen Lernanstrengungen reduzierten und sich zudem die Lösungen in Aufgaben nicht mehr selber überlegten. Sie würden keine eigenen Lernstrategien mehr entwickeln. «Die Folge ist eine Verschlechterung, weil die Schüler wenig lernen und neue Probleme nicht selber lösen können.» (lhr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Werden bei einem Nein zum Covid-Gesetz Reisen in Europa unmöglich? 5 Fragen und Antworten

Mit einem Nein zum Covid-Gesetz dürfte der Bund keine neuen Covid-Zertifikate mehr ausstellen. Was hat das für Auswirkungen für Reisen in Europa? Fünf Fragen und Antworten.

Justizministerin Karin Keller-Sutter warnt im Interview mit CH Media vor den Konsequenzen eines Volks-Nein zum Covid-Gesetz Ende November: «Das Reisen wäre erschwert. Wir hätten Probleme im EU-Raum, weil wir das Zertifikat gegenseitig anerkennen», so Keller-Sutter.

Aber stimmt das? Wäre das Schweizer Covid-Zertifikat bei einem Nein wirklich auf einen Schlag ungültig und damit Reisen in Europa für Schweizerinnen und Schweizer Reisen eingeschränkt?

Die Antworten auf die wichtigsten fünf Fragen.

Ja. …

Artikel lesen
Link zum Artikel