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Dieses Schild hing von Samstag auf Sonntag vor dem Poolbereich im Aparthaus Paradies in Arosa.
Dieses Schild hing von Samstag auf Sonntag vor dem Poolbereich im Aparthaus Paradies in Arosa.bild: channel 2

SPler verteidigt Dusch-Aufforderung an Juden in Arosa – und muss dafür gehörig einstecken

Ein Aroser Gästehaus ermahnte explizit jüdische Besucher zum Duschen – und löste so einen Shitstorm aus. Nun verteidigt SP-Kantonsrat Roger Deneys die Verantwortlichen – und muss sich dafür Rassismus-Vorwürfe anhören.
16.08.2017, 12:1616.08.2017, 14:09
«An unsere jüdischen Gäste: Bitte duschen Sie vor und nach dem Schwimmen. Wenn Sie gegen diese Regel verstossen, muss ich den Swimmingpool für Sie schliessen.»

Diese Warnung fand ein jüdischer Familienvater in dem Aroser Gästehaus vor, in dem er kürzlich mit seinen Liebsten verweilte. Schockiert meldete er sich bei israelischen Medien – und löste so eine Welle der Empörung aus, die nun auch zu uns überschwappt.

Ein SP-Politiker aus Genf kann die Entrüstung jedoch nicht nachvollziehen. Der SP-Abgeordnete Roger Deneys veröffentlicht am Mittwochmorgen folgende Nachricht auf Facebook: 

bild: screenshot facebook roger deneys

Zu Deutsch etwa: «(...) Die Formulierung ist zweifellos unglücklich, immerhin ist sie aber deutlich. Gewisse Kunden haben halt die unliebsame Angewohnheit, zu baden ohne vorher zu duschen. (...)»

Die Reaktionen von der politischen Konkurrenz lassen nicht  lange auf sich warten. FDP-Nationalrat Philippe Nantermod teilt ein Foto des Posts auf den sozialen Medien und schreibt:

Zu Deutsch etwa: «Es gibt nichts, was es nicht gibt: Ein SP-Politiker bezeichnet ein rassistisches und antisemitisches Schild als ‹wenigstens deutlich›.»

Doch Roger Deneys bereut seine Äusserungen auf Facebook nicht. Auf Anfrage sagt er, die Wortwahl auf dem Schild sei unglücklich, doch: «Diese übertriebene politische Korrektheit führt doch dazu, dass gewisse Probleme einfach verschwiegen werden.»

Als er am Dienstag von dem Schild hörte, sei er zuerst auch erschrocken. Doch dann habe er den Kontext genau unter die Lupe genommen: «Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in dem Ferienhaus viele jüdische Gäste. Die Hauswartin stellt ihnen sogar extra den Tiefkühler im Personalbereich für koschere Nahrungsmittel zur Verfügung.» Hier von Antisemitismus zu sprechen, zeuge deshalb von fehlenden Hintergrundinformationen. 

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Video: reuters

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quelle: keystone / str
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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Charlie Runkle
16.08.2017 12:46registriert August 2016
Ich sehe es auch nicht als Rassismus, meiner Meinung nach ist es sehr ausschlaggebend von wem die Message kommt, die ganze Aufregung ist für nichts. Heutzutage muss nur ein fragment in die falsche Richtung gehen und all die Gutmenschen die sonst alles richtig gemacht haben und perfekt nach der gesellschaftlichen Norm leben, schreien auf, stubsen die Mücke in die mitte und hacken solange auf dieser rum, bis sie zum Elefanten anwächst. Dabei haben die die am lautesten schreine die tiefsten Keller!
Es sterben täglich kinder an Hungersnot...
Firstworldprobs!!!
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m:k:
16.08.2017 13:53registriert Mai 2014
Rassismus und Antisemitismus muss bekämpft werden. Wenn aber aus diesem offensichtlichen (und dummen) Fehler einer älteren Abwartin ein solcher Aufstand gemacht wird, dann wirkt das nicht sensibilisierend gegenüber Rassismus, sondern löscht wahrscheinlich vielen Leuten ab. Der real existierende Rassismus kann dann weniger effektiv bekämpft werden.
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Qwertz
16.08.2017 14:12registriert September 2014
Hätte der Gastgeber einfach das "Jewish" weggelassen, hätte es diese Aufregung gar nicht gegeben.
Schon heftig, was eine unglückliche Formulierung heute so auslösen kann.
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