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Dieses Schild hing von Samstag auf Sonntag vor dem Poolbereich im Aparthaus Paradies in Arosa. bild: channel 2

SPler verteidigt Dusch-Aufforderung an Juden in Arosa – und muss dafür gehörig einstecken

Ein Aroser Gästehaus ermahnte explizit jüdische Besucher zum Duschen – und löste so einen Shitstorm aus. Nun verteidigt SP-Kantonsrat Roger Deneys die Verantwortlichen – und muss sich dafür Rassismus-Vorwürfe anhören.



«An unsere jüdischen Gäste: Bitte duschen Sie vor und nach dem Schwimmen. Wenn Sie gegen diese Regel verstossen, muss ich den Swimmingpool für Sie schliessen.»

Diese Warnung fand ein jüdischer Familienvater in dem Aroser Gästehaus vor, in dem er kürzlich mit seinen Liebsten verweilte. Schockiert meldete er sich bei israelischen Medien – und löste so eine Welle der Empörung aus, die nun auch zu uns überschwappt.

Ein SP-Politiker aus Genf kann die Entrüstung jedoch nicht nachvollziehen. Der SP-Abgeordnete Roger Deneys veröffentlicht am Mittwochmorgen folgende Nachricht auf Facebook: 

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bild: screenshot facebook roger deneys

Zu Deutsch etwa: «(...) Die Formulierung ist zweifellos unglücklich, immerhin ist sie aber deutlich. Gewisse Kunden haben halt die unliebsame Angewohnheit, zu baden ohne vorher zu duschen. (...)»

Die Reaktionen von der politischen Konkurrenz lassen nicht  lange auf sich warten. FDP-Nationalrat Philippe Nantermod teilt ein Foto des Posts auf den sozialen Medien und schreibt:

Zu Deutsch etwa: «Es gibt nichts, was es nicht gibt: Ein SP-Politiker bezeichnet ein rassistisches und antisemitisches Schild als ‹wenigstens deutlich›.»

Doch Roger Deneys bereut seine Äusserungen auf Facebook nicht. Auf Anfrage sagt er, die Wortwahl auf dem Schild sei unglücklich, doch: «Diese übertriebene politische Korrektheit führt doch dazu, dass gewisse Probleme einfach verschwiegen werden.»

Als er am Dienstag von dem Schild hörte, sei er zuerst auch erschrocken. Doch dann habe er den Kontext genau unter die Lupe genommen: «Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in dem Ferienhaus viele jüdische Gäste. Die Hauswartin stellt ihnen sogar extra den Tiefkühler im Personalbereich für koschere Nahrungsmittel zur Verfügung.» Hier von Antisemitismus zu sprechen, zeuge deshalb von fehlenden Hintergrundinformationen. 

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Video: reuters

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