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Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt

Herr Stankovic hat bessere Chancen als Herr Vaidyanathan

17.09.2014, 10:4417.09.2014, 11:28

Personen mit ausländischen Namen werden bei der Wohnungssuche systematisch benachteiligt. Haben sie einen serbokroatisch klingenden Namen, stehen ihre Chancen auf eine neue Wohnung aber deutlich besser als diejenigen von Tamilen oder Arabern.

Zu diesen Schlüssen kommt eine Untersuchung der Universität Bern im Auftrag der Organisation Gewählte Stimme, einem Zusammenschluss von Ratsmitgliedern mit Migrationshintergrund. Für die Erhebungen wurde auf rund 1000 Wohnungsinserate eine Email-Anfrage geschickt – jeweils einmal mit einem typischen Schweizer Namen wie Daniel Fischer, einmal mit einem ausländischen Namen wie Radan Stankovic, Ali Samet oder Arunan Vaidyanathan.

Die Schweizer erhielten in 79,8 Prozent der Fälle eine positive Antwort wie zum Beispiel eine Einladung zur Wohnungsbesichtigung, die Ausländer nur in 75,7 Prozent der Fälle. Es könne somit von einer systematischen Benachteiligung gesprochen werden, heisst es in der Studie. Im Vergleich zu anderen Ländern sei die Benachteiligung in der Schweiz allerdings eher gering.

Kaum Diskriminierung bei serbokroatischen Namen

Personen mit serbokroatisch klingenden Namen wurden gemäss der Studie kaum diskriminiert. Bewerber mit arabischen oder tamilischen Namen hingegen hatten eine um rund 5 Prozent schlechtere Aussicht auf eine positive Rückmeldung des Vermieters.

Ein weiterer Befund aus der Studie: Geben Bewerber mit ausländischem Namen bei der Anfrage an den Vermieter einen Beruf an, werden sie kaum mehr anders behandelt als solche mit Schweizer Namen. Das deute darauf hin, so die Autoren, dass Diskriminierung vor allem bei mangelnder Information über eine Person auftrete. In diesem Fall würden Gruppenstereotypen zur Bewertung der Person herangezogen.

Anpassung des Mietrechts gefordert

Aufgrund der Studienergebnisse fordert «Gewählte Stimme» eine Anpassung des Mietrechts und des Diskriminierungsschutzes sowie Beratungsstellen für Betroffene, wie die Organisation in einer Medienmitteilung vom Mittwoch schreibt. In Deutschland, den USA und anderen Ländern sei der Schutz gegen Diskriminierung für Mietende eine selbstverständliche Realität. (sda/wst)

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