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Immer mehr Staatsangestellte: Die Linken lassen es wuchern

An official of the canton of St. Gallen's tax administration works in his office next to a wall of files, pictured on January 18, 2010 in St. Gallen, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Bea ...
Mehr Aufgaben, mehr Bürokratie, mehr Angestelllte: Unumkehrbare Logik des Staates.Bild: KEYSTONE
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Immer mehr Staatsangestellte: Die Linken lassen es wuchern

Ob Städte, Kantone oder der Bund: Die Zahl der Staatsbediensteten steigt und steigt, als wäre es ein Naturgesetz. Die Ursache ist systemisch. Ein Kommentar.
29.11.2025, 06:5029.11.2025, 07:49
Patrik Müller / ch media

Haben Sie schon vom neusten Job-Profil in Basel-Stadt gehört? Dort will man eine Fachkraft einstellen, deren Aufgabe ziemlich kurios ist. Sie soll die Staatsangestellten dazu animieren, mit dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit zu kommen.

Ein solcher Angestellter steht – oder fährt – für ein Klischee: Die staatliche Verwaltung ist verschwenderisch und vor allem mit sich selbst beschäftigt. Nur schon um solchen Vorurteilen vorzubeugen, sollte auf Stellen wie den Velo-Animator verzichtet werden.

Die bizarrsten Beispiele für unnötige Aufgaben liefern oft die Städte, denn bei ihnen sprudeln die Firmensteuern. In Zürich gibt es eine «Kompostpolizei». Sie kontrolliert, ob Haushalte, die keine städtische Grüngutcontainer-Gebühr bezahlen wollen, korrekt selbst kompostieren. Auch Kleinstädte sind erfinderisch. In Baden wurde eine Plakatkampagne ausgebrütet, die Werbung im Zusammenhang mit dem Klimawandel hinterfragt.

Solche Eskapaden könnte man sich vielleicht sogar leisten, wenn anderswo gespart und abgebaut würde. Aber das ist der Fluch des Staates: Wenn neue Aufgaben dazukommen, werden nirgendwo andere abgebaut, sondern die alten werden weiterhin zuverlässig erledigt, einfach darum, weil es immer schon so war.

Das Gebot der Stunde würde weder Abbau noch Ausbau, sondern Umbau heissen. Beim Bund ist es offensichtlich. Kaum jemand bestreitet, dass für die militärische Sicherheit angesichts neuer Bedrohungen – Cyberangriffe, russische Drohnen – mehr Geld benötigt wird. Realpolitisch ist es aber fast unmöglich, Mittel aus anderen Aufgabenbereichen des Bundes umzuleiten. Also schlägt Verteidigungsminister Martin Pfister halt eine Mehrwertsteuererhöhung vor. Es scheint keine mehrheitsfähige Alternative zu geben.

Bisweilen sieht es so aus, als habe sich die Verwaltung verselbständigt. Es gibt beim Bund einen Sparbefehl, und doch: Nächstes Jahr schafft der Bund 378 neue Vollzeitstellen. Insgesamt nähert er sich der Marke von 40'000 Stellen. Die Linken sind nicht schuld daran. Auf Bundesebene haben die Bürgerlichen das Sagen. Auch sie scheinen vor dem ewigen Staatswachstum zu kapitulieren. (aargauerzeitung.ch)

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Die beliebtesten Kommentare
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pun
29.11.2025 07:12registriert Februar 2014
Hä? Also die Städte sollen keine neuen Stellen schaffen, sondern verschieben, aber innerhalb der Armee gilt das nicht, die soll von anderen Departementen Ressourcen erhalten?

Und Schuld sind die Linken bis es halt nicht mehr die Linken sind? Entscheiden Sie sich, Herr Müller.
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Allkreis
29.11.2025 07:21registriert Januar 2020
Wenn man findet, dass es zu viele Staatsangestellte gibt, soll man KONKRET aufzeigen, wie Ziele mit weniger Angestellten erreicht werden können. Oder Ziele streichen. Weitaus die meisten Staatsangestellten machen einen professionellen Job, es sind die unprofessionellen Politiker, die konzeptlos agieren.
Deshalb schlage ich vor, eine Stufe dieser Laienpolitiker mit entsprechendem Staatsapparat abzuschaffen: die Kantonsebene. Die Aufgaben soll der Bund übernehmen. Gleichzeitig bin ich für ein Bevölkerungsminimum bei Gemeinden - also Zwangsfusionen bis eine gewisse minimale Grösse erreicht ist.
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