Schweiz
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905 Menschen schieden 2018 mit Hilfe von Exit aus dem Leben



Themenbild zur Sterbehilfe, Euthanasie. Haende einer Patientin und eine Rose im Spital Uznach, gestellte Aufnahme vom 6. Dezember 2001. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === MODEL RELEASED ===  : DIA, Mittelformat]

2018 gab's bei Exit einen Anstieg um 172 Freitodbegleitungen (Symbolbild). Bild: KEYSTONE

905 Menschen sind im vergangenen Jahr mit Hilfe von Exit in der Deutschschweiz und im Tessin aus dem Leben geschieden. Damit nahmen 172 Mitglieder mehr die Hilfe einer Freitodbegleiterin in Anspruch als im Vorjahr.

57 Prozent der Verstorbenen waren Frauen und 43 Prozent Männer. 2017 war das Mittel bei rund 60 Prozent Frauen und 40 Prozent Männern gelegen, wie Exit am Dienstag mitteilte.

Die Gründe für das anhaltend starke Bedürfnis nach Freitodbegleitungen seien nebst dem stetigen Mitgliederwachs unter anderem die deutliche Alterung der Gesellschaft. So liege das Durchschnittsalter der in den Tod begleiteten Menschen bei 78.2 Jahren. 2017 seien es 78.1 Jahre gewesen und im Jahr zuvor 76.7 Jahre.

Vor allem unheilbare Krebspatienten

Die häufigsten Grunddiagnosen der Sterbenden waren mit 344 Begleitungen terminale Krebsleiden, wie Exit schreibt. Das waren 57 mehr als im Vorjahr oder insgesamt 38 Prozent der Begleiteten. An zweiter Stelle folgten mit 245 Begleitungen Alterspolymorbidität vor chronischen Schmerzerkrankungen mit 75 Begleitungen.

Am meisten Patientinnen und Patienten griffen im Kanton Zürich auf die Hilfe von Exit zurück, gefolgt von den Kantonen Bern, Aargau, St. Gallen, Luzern sowie Basel-Stadt und Basel-Land.

Das Bedürfnis nach Freitodbegleitung bestehe trotz des Ausbaus der Palliativmedizin. So seien wiederum Tausende neue Mitglieder verzeichnet worden. Ende 2018 habe Exit in der Deutschschweiz und im Kanton Tessin insgesamt über 120'000 Mitglieder gezählt. Und die Tendenz habe sich Anfang 2019 fortgesetzt: Allein bis Mitte Februar habe der Selbstbestimmungsverein rund 2500 weitere Mitglieder aufgenommen.

In der Westschweiz sind im vergangenen Jahr 299 Menschen in den Tod begleitet worden, 13 mehr als im Vorjahr, wie Jean-Jacques Bise, Co-Präsident der Westschweizer Organisation, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Die Mitgliederzahl habe um 2681 auf 28'762 zugenommen.

Insgesamt blieben Freitodbegleitungen in der Schweiz selten. Sie würden nur etwa 1.5 Prozent der jährlich rund 65'000 Todesfälle betreffen. (sda)

Sterbehilfe für gesunde Menschen?

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fairness 12.02.2019 14:02
    Highlight Highlight Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, für denjenigen, der sich für den Freitod entscheidet wie auch für die Angehörigen. Ich jedenfalls kann mir ein würdeloses, nicht mehr lebenswertes Leben nicht vorstellen.
  • Erster-Offizier 12.02.2019 12:52
    Highlight Highlight Warum manche den begleiteten Freitod oder assistierter Suizid verbieten wollen, leuchtet mir nicht ein. Wahrscheinlich kommen beide aus dem religiösen Lager.
    • Alnothur 12.02.2019 13:33
      Highlight Highlight Ich höre eigentlich fast immer das Argument, dass die Leute dann unter Druck stehen würden, der Gesellschaft nicht mehr zur Last zu fallen.

      Aber schon klar, auf Watson ist die Religion immer und an allem Schuld. :)
    • Erster-Offizier 12.02.2019 15:32
      Highlight Highlight @Alnothur
      Naja, würdest du etwas Religionsgeschichte studieren, dann wüsstest du, dass daran auch immer was dran ist.
      Aber in den Augen der tiefst Religiösen sind ja immer die Atheisten schuld: An den Kreuzzügen, an den Hexenverbrennungen und am Katholik Alphonse Hatler. Oder ist der Teufel an allem schuld?
    • Oxymora 12.02.2019 20:50
      Highlight Highlight @ Hein Blöd
      Zur Einleuchtung

      Es gibt Suizide bei denen Überlegungen, in wie weit sie andere Menschen betreffen vorhanden sind. Aber sie sind zweitrangig. Persönliches steht im Vordergrund: Krankheitsverlauf, Ausweglosigkeit, etc.

      Und es gibt Suizide bei denen es darum geht, als Märtyrer gesehen zu werden. Man opfert sich für eine grosse Sache, für einen Imaginären Wolkenpapa. Damit das, auch alle mit bekommen, reisst der Auserwählte noch möglichst viele Unbeteiligte mit in den Tod.

      Es gibt also zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Suizid:

      Religiös geächteten und religiös motivierten.
  • Go on... 12.02.2019 11:34
    Highlight Highlight Meinen grössten Respekt an die Mittarbeiter von Exit.

    Es ist etwas, was meiner Meinung nach der Staat anbieten sollte.

    Und zwar kostenlos

  • irgendwie so: 12.02.2019 10:46
    Highlight Highlight Die Anzahl von Exit begleiteten Todesfälle wird, so meine Einschätzung, auch in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Ich nehme auch an, der Druck für eine (immer etwas weitergehende) Liberalisierung der Gesetze auch.
    Persönlich bin ich sehr hin- und her gerissen zwischen dem Gedanken eines 'organisierten' Sterbens und dem verständlichen Wunsch nach einem Ende des sinnlosen Leidens.
    Exit & Co sind mir persönlich immer noch etwas unheimlich - aber wer weiss was die Zeit bringt...
    Gesegnet sind die, die in Frieden gehen können - so oder so.
    • Knäckebrot 12.02.2019 12:54
      Highlight Highlight Ich kann mir gut vorstellen, dass irgendwann auch ein sozialer Druck entsteht, wenn man bei gewissen Gegebenheiten sich nicht für den Freitod entscheidet.

      Klar würden jetzt die meisten die Hände verwerfen und sagen: Nein, es soll doch jeder selbstbestimmt leben! Was sind das für Gedanken! Das wird nie soweit kommen.
  • Leckerbissen 12.02.2019 10:23
    Highlight Highlight Exit ist eine Entscheidung, die jeder Patient selber fällt. Sie ermöglich einen sehr menschlichen Abgang aus dem Leben. Gerade bei schwerem Krebsleiden tut sich der Patient selber - und der Familie - einen Gefallen. Als Angehöriger ist es sehr schwer den Freund oder das Familienmitglied zu verabschieden - im Wissen er/sie geht. Aber jeden Tag in den Spital zu fahren ans Sterbebett und nie wissen wann es das letzte Mal ist, ist noch schlimmer. Allen viel Gesundheit!

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Dem bernischen Kantonsarztamt sind seit Anfang Jahr 37 Masernfälle gemeldet worden – zehnmal mehr als in den letzten drei Jahren zusammen. Rund 50 Schülerinnen und Schüler im Kanton Bern dürfen deshalb nicht mehr in den Unterricht.

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