Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wie mit Hypnose in Schweizer Spitälern die Prämienexplosion gestoppt werden soll

Schweizer Krankenhäuser behandeln ihre Patienten vermehrt mittels Hypnose. Ein bekannter Ex-Nationalrat will der Methode nun definitiv zum Durchbruch verhelfen – und so die Prämienexplosion stoppen.

24.04.18, 19:51 25.04.18, 16:44


Der Chirurg setzt das Skalpell am Hals der Patientin an, setzt den ersten Schnitt. Normalerweise wird eine Schilddrüsenoperation unter Vollnarkose durchgeführt. Doch nicht in diesem Fall: Die Frau, die in dem Spital im belgischen Lüttich auf dem Schragen liegt, befindet sich in Trance. Ihr Hals wurde lediglich lokal betäubt.

Die Szene stammt aus einem Dokumentarfilm, der vergangenes Jahr auf dem Sender Arte ausgestrahlt wurde. Sie könnte sich aber in ähnlicher Art auch in einem Schweizer Operationssaal abspielen. Immer mehr Krankenhäuser setzen auch hierzulande auf die Kraft der Hypnose.

Szene aus dem Film «Die wunderbaren Kräfte der Hypnose» (2017). screenshot: youtube.com/ lieber medizin

Als Vorreiter auf dem Gebiet gilt das Universitätsspital Genf. Im Januar gab die Spitalleitung bekannt, dass sie den Bereich stark ausbauen will. In den nächsten zwei Jahren sollen zehn Prozent der Angestellten eine Hypnose-Ausbildung durchlaufen. Im Pressedossier zum Thema listet das Spital 30 Eingriffe und Behandlungen auf, bei denen die Methode heute schon zum Zug kommt.

So etwa bei Schmerzen während der Geburt, gegen Ängste vor Blutentnahmen oder bei Knochenmark-Punktionen. Oder eben bei operativen Eingriffen, bei denen dank Hypnose teilweise auf eine Vollnarkose verzichtet werden könne.

Schnelle Verbesserungen

Auch an den Universitätsspitalern Basel und Zürich werden Patienten auf Wunsch in Trance versetzt. Rainer Schäfert, Chefarzt Psychosomatik in Basel, nennt etwa das Beispiel von Krebspatienten, die vor operativen Eingriffen oder bei Nebenwirkungen von Chemotherapien in Hypnose versetzt werden. Weitere Einsatzgebiete seien die Schmerztherapie oder Störungen des Verdauungstrakts wie das Reizdarmsyndrom.

Derzeit prüfen die Verantwortlichen in Basel, ob die Anwendung auf weitere Bereiche ausgedehnt werden soll. Denn eine Behandlung unter Hypnose vermeidet laut Schäfert die Nebenwirkungen medikamentöser Therapien. Oft würden bereits nach kurzer Zeit Verbesserungen sichtbar, zudem träten kaum unerwünschte Nebenwirkungen auf. Aufgrund dieser Vorteile könne «Hypnose dabei helfen, Kosten einzusparen».

Prominenter Fürsprecher

Einer, der die Entwicklung mit Argusaugen beobachtet, ist Ex-Nationalrat Roland Wiederkehr. 16 Jahre lang sass der Zürcher im Bundesparlament, von 1987 bis 2003, zuerst für den Landesring der Unabhängigen, dann als Parteiloser. Davor kämpfte er als langjähriger Chef von WWF Schweiz für den Erhalt der Natur. Danach gründete er zusammen mit dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow die Stiftung Green Cross International. Und kämpfte als Gründer von Road Cross für weniger Verkehrstote.

Nun hat er eine neue Mission: Er will den Gesundheitskosten an den Kragen. Hypnose hält Wiederkehr für das geeignete Mittel dafür. Er ist überzeugt, dass im Gesundheitswesen «im grossen Stil gespart» werden könnte, wenn die Patienten konsequenter von Hypnosetherapeuten begleitet und die Kosten von der Krankenkasse übernommen würden.

«Die moderne Hypnose schafft in drei oder vier Sitzungen, was die Psychotherapie auch nach Dutzenden Sessionen nicht hinbringt.»

Roland Wiederkehr, alt Nationalrat

Heute kommt die obligatorische Krankenkasse nur dann für eine Hypnosebehandlung auf, wenn sie von einem Arzt durchgeführt wird, der eine entsprechende Weiterbildung abgeschlossen hat. Sitzungen bei ausgebildeten Therapeuten ohne Medizinstudium vergütet die Versicherung hingegen nicht – «auch wenn sie, dank reicher Erfahrung, grosse Erfolge erzielen», so Wiederkehr.

Der 75-Jährige hat sich selbst zum Hypnosetherapeuten ausbilden lassen, letztes Jahr hat er den Schweizerischen Berufsverband für Hypnosetherapie SBVH mitgegründet. Wiederkehr sagt: «Die moderne aufdeckende Hypnose schafft in drei oder vier Sitzungen, was die Psychotherapie auch nach 20 Sessionen nicht hinbringt.» Auch bei körperlichen Beschwerden zeige sie «stupende Erfolge».

«Eine Anerkennung der Methode wäre deshalb finanziell nicht bloss ein Tropfen auf den heissen Stein, sondern könnte die Prämienexplosion stoppen», ist Wiederkehr überzeugt.

Wiederkehr sass vier Legislaturen im Nationalrat. Bild: KEYSTONE

Immunologe Beda Stadler, ein pointierter Kritiker der Alternativmedizin, warnt vor überhöhten Erwartungen. «Es ist naiv zu glauben, dass eine einzige Therapie die Kostenfrage im Gesundheitswesen lösen wird.» Allerdings gebe es durchaus Hinweise darauf, dass die Hypnose medizinisch noch viel Potenzial habe. «Vermutlich handelt es sich im weitesten Sinn um einen Placebo-Effekt – allerdings spricht nichts dagegen, diesen gezielt auszunutzen.»

Stadler verweist auf Fälle, in denen schwere Allergiker dank Hypnose eine allergische Reaktion unterdrücken konnten. «Es ist richtig, wenn sich die moderne Forschung mit diesen Phänomenen befasst.» Bereits liegen verschiedene wissenschaftliche Studien vor, die eine Wirkung von Hypnose im medizinischen Bereich belegen. Was dabei neurobiologisch passiert, verstehen aber selbst die Wissenschaftler noch nicht genau. Dies wollen Forscher der Universität und ETH Zürich ändern. Aktuell versuchen sie mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie herauszufinden, was sich während einer Hypnose im Gehirn abspielt.

Steht alternativmedizinischen Behandlungen sonst äusserst kritisch gegenüber: Immunologe Beda Stadler. Bild: KEYSTONE

Wie es beim Bundesamt für Gesundheit heisst, ist bislang noch kein Antrag eingegangen, der eine Aufnahme der Hypnosetherapeuten als Leistungserbringer in der Grundversicherung verlangt. Entsprechend seien auch die finanziellen Auswirkungen noch nicht geprüft worden.

Roland Wiederkehr machte schon in der Vergangenheit mit unkonventionellen Vorschlägen zur Dämpfung der Gesundheitskosten auf sich aufmerksam. So propagierte er vor einigen Jahren eine Zelltherapie gegen Krebs, die auf Naturstoffen aus Gelbwurz-Präparaten basiert. 

Rezept gegen die Prämien-Explosion gesucht

Du musst 2018 noch mal mehr für deine Krankenkasse bezahlen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
32
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hansruedi Wipf 26.04.2018 07:27
    Highlight Die Einsparungen sind zum Teil massiv, wenn Hypnose/Hypnosetherapie eingesetzt wird.
    Das Spital Lausanne spart im Schnitt pro Patient der Verbrennungen erlitten hat 25.000.- CHF
    (https://www.smh.com.au/healthcare/impact-journalism-day-healing-powers-of-hypnosis-promoted-by-swiss-20160609-gpfkpd.html).
    Die Hypnose kann in vielen weiteren Bereichen zur Anwendung kommen, wie Ängste/Phobien, Zwänge, aber auch Reizdarm, Fibromyalgie, Schmerz Management, Zahnmedizin, uvm.
    Da wo andere 20 - 60 Sitzungen ansetzen oder Medikamente verschreiben, kann die Hypnose oft in 1 - 3 Sitzungen das Problem lösen.
    1 1 Melden
  • Claude Ribaux 26.04.2018 02:02
    Highlight Hypnose kann im Gesundheitssektor Kosten sparen helfen. Das CHUV in Lausanne spart seit Jahren auf der Station für Brandopfer massiv Kosten bei der Spital-Aufenthaltsdauer und den Medikamenten.
    2 0 Melden
  • Cogito ergo sum 25.04.2018 10:40
    Highlight Als Komplementärtherapeut sehe ich es als unumgänglich, dass sich das Gesundheitsbild der Bevölkerung nun endlich ändert. Das Angebot an Schulmedizinisch ergänzenden Therapien ist vorhanden. Für die Anregung der Selbstregulation z.B. bei Unverträglichkeiten, muss man nicht immer den Arzt aufsuchen. Wir haben heute schon einen Hausarztmangel und sollten diese Ärzte entlasten, damit sie für schwierigere Fälle mehr Zeit zur Vefügung haben. Grüsse aus Luzern
    12 12 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 13:00
      Highlight Also statt wissenschaftlich fundierten Therapien noch zusätzlich auf unfundierte "alternative" setzen? Ä hä, momou, scheint überzeugend/i Selbst wenn man ihrem Argument glauben schenken sollte, sind auch die Alternativen nicht gratis und wenn man den Mangel an Effektivität berücksichtigt wirds nur noch teurer. Gerade ihr Ansatz der "Selbstregulation bei Unverträglichkeiten" finde ich äusserst daneben. Ich kenne mehrere Leute mit Diabetes und Zöliakie, da kann alternatives rumprobiererlen tödlich sein.
      9 5 Melden
    • Cogito ergo sum 25.04.2018 13:30
      Highlight In der Komplementärthetapie arbeitet man nie direkt am Diabetes oder der Zöliakie, dass ist Aufgabe der Alternativmedizin wie Akupunktur, Naturheilpraktik oder TCM. Es geht darum die Selbstregulation anzuregen, die Selbtwahrnehmung zu fördern und die Genesungskompetenz zu stärken. Wie gehe ich mit dem Diabetes um, was ist schwierig daran und wie sollte es anders aussehen. Was sie ansprechen bezüglich des rumprobierens sind Therapeuten die ihre eigenen Grenzen nicht kennen, schwarze Schafe gibt es leider überall.
      10 4 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 15:28
      Highlight 1/2@Cogito Was haben Sie den konkret solchen Leuten anzubieten, ausser Buzzwords? Ihr verweis auf den ganzen Regenbogen von Alternativmedizin um Probleme wie Diabetes anzugehen, lässt Ihren Kommentar nicht gerade vertrauenswürdiger erscheinen. Wenn jemand Zuckerkrank ist, muss diese Person in medizinische Behandlung, alles andere ist nicht nur Geldverschwendung, sondern kann aktiv gefährlich sein. Habe selbst Leute erlebt, die ihre Checkups abgesagt haben, da sie ja jetzt bei einem Naturheilpraktiker untergekommen seien...Bis das Spital dann wieder gut genung war um den Fuss zu retten.
      4 3 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 15:32
      Highlight 2/2 Auch bei der Zöliakie sehen ich da keinen Nutzen, wenns schwer vorangeschritten ist, leider auch hier ein Fall fürs Spital. Ansonsten für die Ernährungsberatung, welche als wiss. Disziplin immer noch Teil der "Schul"-Medizin ist. Falls es um die psychische Belastung geht, die eine solche Einschränkung aufgrund einer Krankheit mit sich bringen kann, ist man auch besser mit einem richtigen Therapiesetting beraten.
      4 1 Melden
  • Ohniznachtisbett 25.04.2018 09:46
    Highlight Ich vergleiche es mal so: Unser Gesundheitssystem hat einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch mit Infektion und da kommt einer der meint mit einem Pflästerli komme das schon gut. Unseriös ist sowas einfach. Man kann nicht meinen, dass das Gesundheitswesen mit "Hausmittelchen" therapiert werden kann. Hier braucht es wohl eine grössere Zäsur.
    10 4 Melden
  • 7immi 25.04.2018 09:10
    Highlight es gab / gibt bis im juni die krankenkasse turbenthal, die kleinkrankenkasse wurde von einer person analog verwaltet, die prämien mit einer franchise von 300 franken kostete gut 200 franken pro monat (gv). die krankenkasse musste schliessen, da der bund respektive die krankenkassenlobby keine kleinkrankenkassen wollen und so hohe anforderungen betreffend it und datenschutz wie auch risikomanagement auferlegte, für kleinkrankenkassen nicht machbar. daher werde ich den verdacht nicht los, dass man gar keine tieferen prämien will und das uns nur vorgaukelt... effektives sparen wurde verhindert.
    12 2 Melden
  • Sarkasmusdetektor 25.04.2018 08:30
    Highlight Schöne Idee, aber selbst wenn es funktioniert, was spart man da? Selbst wenn der Hypnosetherapeut vielleicht ein bisschen billiger ist als ein Anästhesist, die Person braucht es aber dennoch. Also spart man gerade mal die Kosten des Betäubungsmittels, das ist bei einer Operation doch ein ziemlich kleiner Posten in der Gesamtrechnung.
    21 3 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 10:19
      Highlight Sehe ich auch so, bestenfalls könnte es eine Unterstützung sein, vorausgesetzt die WIrksamkeit wurde effektiv wissenschaftlich nachgewiesen. In dem Fall würde man allerdings nicht gross Kosten sparen. Falls es rein ein Placeboeffekt sein sollte, finde ich es ethisch nicht unbedenklich wenn man es anwenden möchte. Der letzte Absatz des Artikels zeigt für mich auf, wie man das ganze wohl am ehesten interpretieren sollte: Ein durchaus guter Machermensch glaubt hier eine super Abkürzung entdeckt zu haben und hat sich da ein bisschen verrant und andere Faktoren ausgeblendet.
      7 3 Melden
    • Saraina 25.04.2018 12:23
      Highlight Es funktioniert. Hypnose ist billiger, und für den Patienten verträglicher. Es braucht nicht nur keine Medikamente, sondern auch keine Geräte zur Überwachung der Narkose. Ich bekomme schon länger Hypnose anstatt Spritzen beim Zahnarzt.
      Dass es ein kleiner Posten in der Gesamtrechnung ist, stimmt zwar, ist aber kein Grund, die Option nicht anzubieten, zumal immer mehr Operationen ambulant gemacht werden, und die Vollnarkose öfter das grösste Risiko des Eingriffs ist.
      8 2 Melden
  • Diagnose: Aluhut 25.04.2018 08:26
    Highlight Lobbyisten im Bundeshaus stoppen und Medipreise senken. Unnötige Untersuchungen und OPs aus der KK-Deckung herausnehmen. SO bekommen wir die Prämien eher in den Griff.
    26 2 Melden
  • walsi 25.04.2018 08:22
    Highlight Wenn man wirklich Kosten sparen will muss nan die Löhne der Ärzte deckeln. Das würde viele unnötige Behandlungen stopen weil sie für die Ärzte nur Aufwand ohne Ertrag wären.
    15 18 Melden
  • 〰️ empty 25.04.2018 08:17
    Highlight Ich kann mir nicht vorstellen das Hypnose günstiger ist, als eine schnelle Spritze. Funktionieren tuts auch nicht bei allen.
    44 13 Melden
    • Saraina 25.04.2018 12:24
      Highlight Eine Vollnarkose ist keine "schnelle Spritze"! Das ist allenfalls die lokale Betäubung.
      10 0 Melden
    • P. Meier 25.04.2018 14:31
      Highlight Im Artikel geht es um Hypnose gegenüber Vollnarkose! Da kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Hynose billiger ist. Dazu dürften auch weniger möglich Nebenwirkungen auftreten.
      2 2 Melden
  • sheimers 25.04.2018 08:13
    Highlight Zynisch gesagt: Mit Homöopathie könnte man massiv sparen: Globuli sind billiger als eine Chemotherapie und entlasten nicht nur die Krankenkassen sondern auch noch die Pensionskassen.
    83 19 Melden
  • ujay 25.04.2018 08:07
    Highlight KK Flickschusterideen scheinen Hochkonjunktur zu haben. Bringt mal ein Grundlegendes Konzept. Massive Senkung der Verwaltungskosten der CH Krankenkassen pro Jahr von 1,2 Milliarden (2016). 1200 Millionen CHF bedeutet bei 55 Krankenkassen pro Jahr 2,2 Mio CHF Verwaltungskostenaufwand im Schnitt. CHF 158 im Jahr pro Versicherten. Bei einer 4 köpfigen Familie macht das pro Monat über CHF 52 / 632 im Jahr aus. Nur Verw.Kosten!! Einheitskrankenkasse ist ein Muss. Damit im Gegensatz zum zweifelhaften KK Verband wirkliche Marktmacht, um der ganzen Zulieferindustrie die Preise zu diktieren.
    88 11 Melden
  • lilie 25.04.2018 07:52
    Highlight Eine sehr gute Entwicklung, kostengünstig, effektiv und mit sehr kleinem Risiko behaftet.

    Es ist gut, dass in diesem Bereich die Vorurteile abgebaut und stattdessen die reellen Möglichkeiten überprüft und auch eingesetzt werden.

    Auch die Akupunktur bietet übrigens medikament- und damit fast nebenwirkungsfreie Methoden zur Lokalanästhesie - für Allergiker kann das eine echte Alternative sein.
    26 18 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 10:24
      Highlight Solange die Methode effektiv wissenschaftlich auf Herz und Nieren überprüft wird, ist das sicherlich sehr zu begrüssen, man weiss ja nie, welche Erkenntnisse da gewonnen werden können.

      Zu ihrem zweiten Punkt bzgl. Akupunktur hingegen: Natürlich hat diese praktisch keine Nebenwirkungen, da sie auch effektiv keine Hauptwirkung hat. Das einzige was bei ihr zu tragen kommen kann, ist der Placeboeffekt. Was es aus meiner Sicht nicht ethisch vertretbar macht es an Stelle einer effektiv wirksamen THerapie zu verwenden, nicht zuletzt weil es auch nicht gerade billig ist.
      4 6 Melden
    • lilie 25.04.2018 13:51
      Highlight @Mutzli: Es geht hier nicht um die therapeutische Anwendung von Hypnose und Akupunktur, sondern lediglich um Anästhesie. Diese ist bei beiden Methoden gut belegt.

      Ist ja auch simpel: Entweder tut es weh, wenn der Chirurg oder Zahnarzt das Skalpell ansetzt, oder es tut nicht weh. Mehr Wirkungsnachweis braucht es ja nicht.

      Das Hauptproblem der Akupunktur ist in diesem Fall, dass die Wirkung nicht ganz so lange anhält wie von einem Anästhetikum. Für kleinere Eingriffe reicht sie aber völlig aus.
      3 0 Melden
    • P. Meier 25.04.2018 14:41
      Highlight @Mutzli
      Im Bereich der Akkupunktur, TMC usw. gibt es aber schon interessante Reaktionen. Mit einem spez. Druck konnte ich schon wiederholt starkes Nasenbluten fremden Personen stoppen, ohne dass ich ihr erklärt hatte welche Technik usw. es ist. Und zum Placeboeffekt; wenn man es schaffet mit Akkupunktur/-Pressur/Hypnose einen derartigen Placeboeffekt auszulösen, dass ein Operation schmerzfrei möglich wird, ist dies sicher als Erfolg zu werten. Und ob ein Patient beim Hautschnitt ein Schmerzreaktion zeigt, ist klar ersichtlich.
      3 2 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 15:19
      Highlight 1/2@lilie Ihr Kommentar geht an der eigentlichen Richtung meines Kommentars vorbei, aber ist sehr gut möglich, dass ich es unklar formuliert habe, wofür ich mich entschuldige.

      Akupunktur funktioniert nicht, auch nicht im Bereich der Anästhesie. Es kann auch gar nicht wirken, da die der Akupunktur zugrunde liegenden Annahmen absolut unhaltbar sind.

      Weder konnten je die von ihr postulierten Energiepunkte entdeckt werden, noch können Experten konsistente Aussagen dazu machen oder ein richtiges Double-Blind Trial bestehen.
      2 1 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 15:23
      Highlight 2/2 Einzig der Placebo-Effekt kommt bei einer solchen Anwendung zum Tragen, der durch die eingesetzten Mittel und das aufwendige drumherum, durchaus relativ stark sein kann. Das macht es jedoch nicht wirksam als Schmerztherapie, man könnte genauso gut den ganzen Ablauf machen und die Nadeln nicht einstechen oder durch was anderes ersetzen.

      Unethisch finde ich es, da ansonsten immer möglichst offen kommuniziert werden soll und nur tatsächlich wirksame Mittel eingesetzt. Beides kann man bei der Akupunktur nicht machen, da man sie unter diesen Bedingungen nicht einsetzen kann.
      2 1 Melden
    • lilie 25.04.2018 17:41
      Highlight @Mutzli: Das stimmt, die Akupunktur konnte bisher nicht sauber wissenschaftlich untersucht werden. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass es sehr schwer ist, sog. Sham Points
      ( Placebo-Punkte) zu finden, da der Körper gemäss TCM übersät ist von solchen Punkten.

      Der einzige Hinweis, dass etwas an den Konzepten der Akupunktur dran ist, war die Beobachtung, dass ein Tracer, den man in einen Akupunkturpunkt spritzt, sich nicht entlang der Blut- und Lymphgefässe ausbreitet, sondern gemäss den von der TCM postulierten Meridianen.

      Und was meinst du mit "Drumherum"? (1/2)
      1 2 Melden
    • lilie 25.04.2018 17:44
      Highlight (2/2) Für eine Wurzelbehandlung wird eine Nadel zwischen Daumen und Zeigefinger gestochen und so lange gedreht, bis der Arm und der Kiefer taub sind. Es werden auch keine anderen Mittel eingesetzt, da bist du falsch informiert.

      Dann wird der Eingriff vorgenommen, währenddessen muss die Nadel immer weiter gedreht werden, um die Wirkung aufrecht zu erhalten.

      Ist die Operation abgeschlossen, zieht man die Nadel heraus. Mehr ist da nicht dabei.

      Und es geht auch nicht um eine Schmerztherapie. Es geht nur um die Operation. Und es ist egal, warum es wirkt, Hauptsache es funktioniert.
      1 2 Melden
    • Imagine 25.04.2018 19:20
      Highlight Akupunktur & verwandte Therapieformen sind eine sogenannte Erfahrungsmedizin, mehrere tausend Jahre alt. Man hat erst vor kurzem herausgefunden, dass die Akupunkturpunkte Faszien-Knotenpunkte sind. Sie wirken sehr wohl, oft erstaunlich effektiv.
      Witzig finde ich bei all den Wissenschaftsorientierten wie @mutzli, dass sie die aktuelle westliche Medizin für das Nonplusultra halten. Dabei ist das nur der aktuelle Stand der Wissenschaft, mit vielen Fehlern behaftet - und noch mehr Nebenwirkungen.
      Schön wäre es, beides sinnvoll zu kombinieren, wie es immer mehr passiert.
      1 3 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 22:09
      Highlight 1/2 Sogenannte Erfahrungsmedizin gab es auch im Westen, mehrere tausend Jahre alt. Nämlich die galenische Säftelehre, doch nur wegen dem Alter und Ansehen das sie hatte, ist sie nicht wahrer geworden. Bei TCM und Akupunktur kommt noch dazu, dass sie bei weitem nicht so alt sind, wie oft behauptet wird. Im Falle der TCM ein paar Jahrzehnte und verdanken tun wir sie Onkel Mao und nein, das ist kein WItz.

      http://www.slate.com/articles/health_and_science/medical_examiner/2013/10/traditional_chinese_medicine_origins_mao_invented_it_but_didn_t_believe.html

      Auch Akupunktur ist um vieles jünger:
      1 1 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 22:17
      Highlight 2/2 https://sciencebasedmedicine.org/acupuncture-and-history-the-ancient-therapy-thats-been-around-for-several-decades/

      Also zieht auch das Argument der tausendjährigen Geschichte nicht, mal abgesehen davon, dass es für die effektivität vollkommen irrelevant wäre. Ich bin im übrigen auch nicht ein Verfechtiger "westlicher", sondern einfach von Medizin, deren Wirksamkeit in einem überprüfbaren, ordentlichen Verfahren bewiesen werden konnte. Neuen Erkenntnissen bin ich gar nicht abgeneigt. Das die Aku.punkte Faszien sein sollen, ist auch Theorie, die von anderen Akupunkeuren bestritten wird..
      1 1 Melden
    • Mutzli 25.04.2018 22:40
      Highlight @lilie Akupunktur wurde bereits mehrmals in ordentlichen Studien sauber wissenschaftlich geprüft und da, so der Konsens, ist sie bisher durchgefallen. Mit drumherum meinte ich den Akt und das Ritual der Akupunktur an sich, da dies alles Faktoren sind, welche einen Placeboeffekt hervorrufen und verstärken können.
      Paar Links zum THema, der erste Professor für alternative Medizin: http://edzardernst.com/2016/07/acupuncture-found-to-be-pointless/

      Angesehenes Ärztekollektiv mit Blog: https://sciencebasedmedicine.org/reference/acupuncture/

      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16420542
      1 1 Melden
    • lilie 26.04.2018 10:41
      Highlight @Mutzli: Du widersprichst dir gerade selber: Wenn mit reinem Placeboeffekt eine Betäubung hergestellt werden kann, ist es FAHRLÄSSIG, wenn noch Betäubungsmittel eingesetzt werden.

      Ich verstehe einfach nicht, warum man nicht auf Placeboeffekt gesetzt werden soll, wenn damit eine Operation ohne Risiken durchgeführt werden kann.
      2 2 Melden

SP-Politiker Wermuth fordert Regeln für Schamlippen-OPs

Die Verkleinerung der Schamlippen ist der am stärksten wachsende OP-Trend der Welt. Das schockiert SP-Politiker Cédric Wermuth. Er fordert mehr Transparenz vom Bund. 

Die Schönheitsindustrie boomt – der Wunsch nach vermeintlicher Perfektion macht auch vor dem Intimbereich nicht Halt. Immer mehr Frauen lassen sich die Schamlippen operativ verkleinern. Der Eingriff ist umstritten. Nun wird er sogar im Bundeshaus diskutiert.

Am Dienstag reichte SP-Nationalrat Cédric Wermuth einen Vorstoss mit dem Titel «Zunahme von kosmetischen Operationen, insbesondere Labioplastik» im Parlament ein. Darin stellt Wermuth dem Bundesrat Fragen wie: «Auf was führt er den …

Artikel lesen