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Achtung! Das musst du über den Sirenentest wissen

Am Mittwoch heulte wieder der Sirenenalarm durch die ganze Schweiz: Doch keine Angst, es handelte sich nicht um einen Ernstfall. Stattdessen führt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz den jährlichen Sirenentest durch.



Man denkt nichts Böses und plötzlich geht das Geheule los. Der unangenehme Heulton ist kaum zu überhören. Es ist wieder Sirenentest. Doch was muss die Bevölkerung in einem Ernstfall tun? Und wie viele Sirenen gibt es überhaupt in der Schweiz? Alle Informationen dazu hier:

Wann wird der Sirenentest 2021 durchgeführt?

Der Sirenentest findet am Mittwoch, 3. Februar 2021 um 13:30 Uhr statt. In von Überschwemmungen gefährdeten Gebieten unterhalb von Stauanlagen wird zudem ab 14:15 Uhr zusätzlich der Wasseralarm getestet. Das nächste Mal wird die Alarmierung voraussichtlich am 2. Februar 2022 getestet.

Warum immer an einem Mittwochnachmittag?

In der Regel testen die Behörden den Sirenenalarm in der Schweiz jeweils am ersten Mittwoch des Februars. Warum? Tatsächlich ging die Information dazu über den Lauf der Jahre verloren. Es schien sinnvoll, den Test an einem normalen Arbeitstag und nicht am Wochenende durchzuführen, damit die beteiligten Stellen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS) vollständig sind. Der Mittwochnachmittag ist zudem passend, weil dann der Schulunterricht nicht gestört wird.

Kinder mit Atemschutzmasken im Unterricht im Schulhaus Fluntern, aufgenommen am Montag, 25. Januar 2021 in Zuerich. Schuelerinnen und Schuelern ab der 4. Klasse muessen Masken tragen um die Ausbreitung der neuen Varianten des Corona-Virus einzudaemmen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

An einem Mittwochnachmittag wird der Schulunterricht vom Sirenentest nicht gestört. Bild: keystone

Wie viele Sirenen gibt es in der ganzen Schweiz?

Insgesamt warnen die Behörden in der ganzen Schweiz mit etwa 7200 Sirenen die Bevölkerung vor Gefahren. Diese sind auf Gebäudedächern an Orten mit über 100 Einwohnern montiert. Um auch abgeschieden lebende Personen zu erreichen, stehen zudem etwas über 2000 mobile Sirenen bereit. Diese sind auf Einsatzfahrzeugen der Polizei oder der Feuerwehr montiert. Die Sirenen sind so angelegt, dass jede etwa im Umkreis von 2000 Metern alarmiert.

Wie viele Sirenen fallen im Schnitt aus?

Die Funktionsbereitschaft der Alarmierung ist ziemlich gut. Im Durchschnitt gibt es bei etwa zwei Prozent aller Sirenen Probleme – das sind ungefähr 140 Stück. Letztes Jahr funktionierten genau 98 Prozent aller Alarme. Solltest du während dem Test keine Sirene hören, kannst du dich bei deiner kantonalen Stelle für Zivilschutz melden.

Wie funktionieren die Sirenen?

Sirenentest Schweiz: Die elektronische und pneumatische Sirene.

Diese Sirenen heulen bei Gefährdung: Links die pneumatische, rechts die elektronische Variante. Bild: babs

Grundsätzlich gibt es in der Schweiz noch zwei Sirenentypen: Der modernere, elektronische Typ und der ältere, pneumatische Typ. Die elektronische Sirene funktioniert mittels Lautsprecher und Verstärker. Die pneumatische hingegen erzeugt den Heulton über vor Ort gelagerte Druckluft.

In welchen Fällen wird ein Alarm ausgelöst?

Der Bund kann die Sirenen grundsätzlich nur im Falle erhöhter Radioaktivität auslösen, um die Bevölkerung zu warnen. Dann würde der rote Knopf von der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) gedrückt. Eigentlich sind jedoch die Kantone selbst zuständig, auf Gefährdung zu reagieren. Sie sind angewiesen, die Sirenen nur dann auszulösen, wenn die Leben vieler bedroht sind.

Diese Bedrohung der Bevölkerung kann von einem terroristischen Angriff, einem Unwetter oder einem Chemieunfall herrühren. Weiter gibt es einen eigenen Alarm für Überschwemmungen, dann erklingt der Wasseralarm.

Was muss ich im Ernstfall tun?

Die Regeln im Ernstfall sind einfach: Radio einschalten oder die Warn-App konsultieren, den Anweisungen der Behörden folgen und die Nachbarn informieren. Bei einem Wasseralarm solltest du das Gebiet sofort verlassen und dich in eine höhere Lage begeben.

Sind Sirenen nicht veraltet?

Die Warn-App Alertswiss des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz

So sieht die Warn-App Alertswiss aus. Hier kann die Bevölkerung im Falle eines Sirenenalarms die Anweisungen nachlesen. Bild: babs

Diesem Vorwurf aus der Bevölkerung widerspricht das BABS. Zwar gibt es seit 2018 die Warn-App Alertswiss, trotzdem setze man auf mehrere Warnkanäle. «Für Sehbehinderte oder Menschen ohne moderne Kommunikationsmittel zum Beispiel ist die Alarmierung auch in Zukunft sinnvoll und notwendig», schreibt das Bundesamt auf seiner Website.

> Hier kannst du die App für dein Smartphone downloaden <

Wer löst den Alarm aus und wartet die Sirenen?

Für Auslösung und Wartung der Alarme sind die Kantone selbst zuständig. Das BABS koordiniert zwar den jährlichen Sirenentest auf Bundesebene und testet die Alarmierung auf Funktionsbereitschaft, der Einsatz erfolgt aber in den Kantonen und Gemeinden. Der Wasseralarm wird durch die Verantwortlichen von Stauanlagen ausgelöst.

Seit wann gibt es den Sirenentest?

Der erste nationale Test wurde in den 1970er-Jahren durchgeführt. Von 1982 bis 1990 fand er sogar zwei Mal im Jahr statt. Dann heulten die Lautsprecher nicht nur im Februar, sondern auch im September. Der Aufbau des Sirenennetzes startete jedoch bereits vor dem 2. Weltkrieg und geht auf die Verordnung über den Alarm im Luftschutz vom 18. September 1936 zurück.

Die Geschichte der Sirenen in der Schweiz

Für Mobile: Klicke auf das Bild, um zu zoomen. grafik: babs

Die Geschichte der Alarmierung der Bevölkerung reicht noch weiter zurück. Seit 1962 werden pneumatische und seit 1983 elektronische Sirenen eingesetzt. Seit 2015 sind alle an das nationale Netz Polyalert angeschlossen und seit 2018 gibt es in der Schweiz die Warn-App Alertswiss.

Was ist ein Sirenen-Schaf?

Damit ist das Schaf in einem Werbespot des BABS von 2014 gemeint. Dieser zeigt das komplizierte Auslöseverfahren des Sirenentests in der Schweiz:

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Heute ist Sirenentest, du weisst was das heisst!

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