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Der Bergsturz bei Bondo GR
quelle: keystone / gian ehrenzeller
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Erneut Murgang im Bergsturzgebiet von Bondo GR



Im Bergsturzgebiet von Bondo GR ist erneut ein Murgang niedergegangen. Gegen 21:30 am Donnerstagabend sei Material wieder bis ins Auffangbecken gekommen, sagte Roman Rüegg von der Kantonspolizei Graubünden gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Das Ausmass des erneuten Murganges könne er noch nicht abschätzen, sagte Rüegg. Aber es sei «etwas im tun». Rüegg bestätigte damit Meldungen verschiedener Online-Portale.

Bereits früher am Donnerstag wurde wegen Regenfalls vor weiteren Murgängen gewarnt. Der Regen könne destabilisierend wirken, sagte Christian Gartmann, Sprecher des Führungsstabes der Talgemeinde Bregaglia, zu der auch der Bergsturz-Ort Bondo gehört. Laut Gartmann warnte die Gemeinde die Bevölkerung vor einem Aufenthalt im gefährdeten Gebiet der Orte Bondo und Promontogno.

Am Grenzberg zu Italien, dem Piz Cengalo, waren am Mittwoch letzter Woche drei Millionen Kubikmeter Gestein abgebrochen. Das Material wurde danach als Murgang über das Seitental Bondasca ins Haupttal Bergell bei Bondo geschoben.

Am Piz Cengalo befinden sich laut Gartmann 500'000 bis eine Million Kubikmeter Gestein, die «akut absturzgefährdet» sind. Doch niemand weiss, ob überhaupt oder wann das Material abstürzen könnte.

Derweil wird fieberhaft im Auffangbecken vor Bondo gearbeitet. 16 Bagger waren laut Christian Gartmann am Donnerstag pausenlos im Einsatz. Sie holten das angeschwemmte Material des letzten Murgangs aus dem Becken. Damit wird Platz geschaffen, sollte sich wieder ein Murgang aus dem Val Bondasca wälzen. Dies ist laut Rüegg jetzt geschehen: Das ausgebaggerte Becken sei wieder aufgefüllt. 

Acht Tote

Am Grenzberg zu Italien, dem Piz Cengalo, waren am Mittwoch letzter Woche drei Millionen Kubikmeter Gestein abgebrochen. Das Material wurde danach als Murgang über das Seitental Bondasca ins Haupttal Bergell bei Bondo geschoben. Eine Wiederholung der Naturkatastrophe, bei der acht Menschen ihr Leben verloren und mehrere Gebäude beschädigt wurden, scheint nicht ausgeschlossen.

Am Piz Cengalo befinden sich laut Gartmann 500'000 bis eine Million Kubikmeter Gestein, die «akut absturzgefährdet» sind. Doch niemand weiss, ob überhaupt oder wann das Material abstürzen könnte. Im Gemeindehaus Bregaglia in Promontogno, wo sich auch der Führungsstab befindet, wurden jedenfalls vorsichtshalber die Türen und Fenster im Erdgeschoss mit Brettern geschützt.

Risiko von Murgängen und Hochwasser

Derweil wird fieberhaft im Auffangbecken vor Bondo gearbeitet. 16 Bagger waren laut Christian Gartmann am Donnerstag pausenlos im Einsatz. Sie holten das angeschwemmte Material des letzten Murgangs aus dem Becken. Damit wird Platz geschaffen, sollte sich wieder ein Murgang aus dem Val Bondasca wälzen.

Der Wetterdienst MeteoNews kündigte am Donnerstag intensive Niederschläge an, das Risiko von Hochwasser und Murgängen steige, hiess es. Eine Kaltluftfront soll Regen bringen, vor allem in der Zentral- und Ostschweiz – insgesamt über 100 Liter pro Quadratmeter.

Glückskette sammelt

Derweil erfährt das italienischsprachige Südtal Bergell zusehends mehr Solidarität von aussen. Die Glückskette schaltete sich am Donnerstag ein. Die Schweizer Spendenorganisation eröffnete ein Sammelkonto und hilft sofort mit 260'000 Franken.

Der Entscheid der Glückskette sei ein Lichtblick in dieser schweren Zeit, wird die Präsidentin der Talgemeinde Bregaglia, Anna Giacometti, in der Mitteilung zitiert.

Finanzielle Unterstützung leistete zudem die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden. Die Organisation stellt als Soforthilfe 500'000 Franken zur Verfügung. Zudem wurde ein spezieller Bondo-Fonds eingerichtet. (whr/sda)

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